Ninja Assassin

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Release: 2009


Neulich in der BILD:
Bundeswehr fällt in China ein und vernichtet wehrlosen Ninja-Clan!
Wie viel wusste von Guttenberg wirklich?


Ja, liebe Kinder, ihr habt richtig gehört, die Kunduz-Affäre ist Schnee von gestern, denn ab sofort haben es mit einem neuen Feind zu tun, der diesmal sogar im Heimatland – um genau zu sein in Berlin – sein Unwesen treibt. Fiese Ninjas schnetzeln sich nämlich fröhlich durch die Reihen ihrer Zielpersonen, werden dabei jedoch auch von einem Verräter aus den eigenen Reihen und zwei Europolagenten verfolgt.

Aber jetzt mal ganz von vorne und zwar in Kurzform und auch nicht in filmischer Reihenfolge:
Waisenkind wird in geheimen Ausbildungslager zum Superninja ausgebildet. Waisenkind verknallt sich in Mitschülerin. Mitschülerin kriegt Flausen im Kopp und flüchtet. Mitschülerin wird geschnappt und erstochen. Waisenkind angepisst! Stellt sich gegen Ninjaclan und wird somit zum Feind. Viel, viel später ermitteln zwei Europolagenten in seltsamen Mordfällen. Finden heraus, dass Ninjas dahinter stecken. Werden dadurch auch zu Gejagten, wobei Waisenkind kommt und Europolagentin beschützt. Viele Blutspritzer… verdammt viele Blutspritzer… ich meine, wirklich verdammt scheiße viele Blutspritzer, abgehackte Gliedmaßen und herumfliegendes Gedärm später, stürmt Europoleingreiftruppe das Ninjaausbildungslager. Üblicher Showdown, Gut gegen Böse, Meister gegen Schüler, usw.! Alle tot, happy end!
Okay, hat doch ein bisschen länger gedauert, aber es sollte doch ziemlich klar sein, dass die Story gerade mal 08/15 Niveau ist. Ich glaube, meine kleine Cousine hat in der Grundschule mal eine ähnliche Geschichte auf einem DIN A5 Blatt niedergeschrieben. Nun ja, was solls, schließlich kann man bei Actionkrachern keine ausgeklügelte Story erwarten und sollte sich nicht an einem mehr als schwachen Plot hochziehen. Wenn dann aber die billigsten Klischees und Logiklöcher aneinander gereit werden, muss man sich wirklich fragen, was sich solche Filmbekanntheiten wie Joel Silver oder die Wachowski's (Matrix) bei diesem Unfug gedacht haben.
Ninjas sind durch Ihre Ausbildung so verteufelt gut, dass sie Dämongleich umherhuschen können und bei Feinannäherung leise vor sich hin flüstern („Tötet ihn!“ „Schlitzt ihn auf!“ bla)
Geheime Ninjaclans nehmen Frauen auf?! Ich höre zwar schon sämtliche Frauenvereine aufschreien, aber muss dem Oberchef nicht vorher klar gewesen sein, dass ein Mädel unter 100 Jungs irgendwann mal Probleme heraufbeschwören könnte. Aber so liefert man wenigstens einen Grund, dass die Hauptfigur gegen seine ehemaligen Clan antreten kann. Ein Klischee folgt dem anderen, Schlag auf Schlag, und dazu so geile Logikfehler, wie die Erstürmung des Lagers mitten in den Bergen mit Jeeps, obwohl es eindeutig keine Straße gibt. Da die Handlung vorher in Berlin stattfand, dachten wir in diesem Zusammenhang auch erst, die Jungs vom GSG9 würden das Lager stürmen, daher die Überschrift.
Aber ist ja auch egal, denn das alles wird einfach in Hektolitern Kunstblut ertränkt. Ich glaube, es gab in diesem Jahr noch kein Film im Kino, der damit so dermaßen um sich gespritzt hat. Ist zwar alles CGI-Blut, aber das ändert nichts am hohen Gewaltgrad. Schon in den ersten fünf Minuten fliegen die Gliedmaßen durch die Gegend, dass es für den Gorefreund eine wahre Freude sein dürfte. Freunde guter alter Ninja-Streifen ala „American Fighter“ (zu dem man storymäßig durchaus Parallelen aufzeigen könnte), dürften jedoch enttäuscht sein. Überhaupt wird man die ganze Zeit das Gefühl nicht los, dass die wackelige Story um die Actionszenen herum gestrickt wurde. Diese sehen dabei (trotz verhasster Wackelkamerea) immer ziemlich schick aus. Nichts, was man nicht schon mal gesehen hätte, aber dem Actionfreund genügt es allemal. Allerdings hätte es statt CGI-Blutfontainen ruhig mal etwas besser Choreografie sein können. Budget dafür war nämlich sicherlich vorhanden.

Fazit:
Nach Speedracer sind bei den Wachowski Brüdern jetzt auch die Ninjas auf Speed. Komplett durchgestylt, aufbereitet für die blutgeile SAW-Generation, jedoch ohne erkennbaren Nährwert. Zu schwer wiegen die Kritikpunkte und ich kann den Verantwortlichen nur schwerlich verzeihen, was sie aus meinen geliebten Kämpfern in Schwarz gemacht haben. Unterhaltsam ist das ganze Ende dann aber doch irgendwie, wenn auch manchmal nur durch unfreiwillige Komik. Das wars dann aber auch schon. Ich warte jetzt erst recht auf Florentines „Ninja“, in der Hoffnung auf eine ehrenvolle und verdiente Wiedergeburt des Ninja-Genres. Man darf ja schließlich noch träumen dürfen. :) Knappe 2,5 Zimbelaffen!

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