The Keeper

(für mehr handkantige Infos klicke aufs Cover)

Release: 2009


Steven Seagal ist Roland, ein Cop, der direkt zu Anfang bei einem Einsatz von seinem Partner aus Geldgier angeschossen wird. Noch vom Krankenbett aus kann er sich rächen, wird anschließend jedoch vom Amtsarzt kaputt geschrieben und in den Ruhestand geschickt. Untätig zu Hause rum sitzen ist allerdings nicht Roland's Ding und so kommt ihm der Anruf seines alten Freundes Conner gerade recht. Dieser bittet ihn, auf seine Tochter Nikita aufzupassen, die gerade haarscharf einem Entführungsversuch entkommen ist. Kaum hat er sich in seiner neuen Rolle als Bodyguard und Sicherheitsbeauftragter eingelebt, da stehen auch schon die ersten Probleme ins Haus.
Nach „Driven to Kill“ bleibt auch der nächste Streifen wieder auf einem soliden Niveau (was man von Seagals Leibesfülle nicht mehr behaupten kann). Zu verdanken hat das Lord Steven wohl vor allem Regisseur Keoni Waxman. Also das Niveau, nicht die Speckringe! Der zaubert hier nämlich einen ganz ansehnlichen Look aus dem Ärmel, wodurch der Film schon allein dadurch aus der Masse herausstechen kann. Keine billigen Ostblockbauten, keine tristen Farbfilter, sondern Sommer, Sonne, Sonnenschein ist angesagt. Das macht was her und das weiß Waxman gut umzusetzen.
Auch wenn die Story an sich ziemlich platt und zusammen geklaut ist, fällt das nicht großartig ins Gewicht. Seagal darf mal wieder einen auf „Hard to Kill“ machen, um danach den Bodyguard zu spielen. Da kann es schon mal passieren, dass z.B. das Messerwurftraining sehr offensichtlich an die Costern-Vorlage erinnert. Dabei ist Seagal für seine Verhältnisse ungewöhnlich motiviert und spielfreudig bei der Sache, zeigt das eine oder andere mal sogar Ansätze schauspielerischen Könnens. Das trifft sowohl auf Handlungsszenen, als auch auf Actionszenen zu, in denen er nach meiner Auffassung kein einziges Mal gedoubelt wurde. Er hebt sogar mal ein Beinchen bis zum Bauch seines Gegners hoch, um einen ordentlichen Tritt zu setzen. Respekt! Nebenbei bemerkt handelt es sich bei „The Keeper“ glaub ich um den ersten Film seit „Hard to Kill“ in dem Seagal ernsthaft verletzt wird.

Gewöhnlich dagegen ist die Tatsache, dass unser Aikidomoppelchen ganz im Mittelpunkt steht. Alle übrigen Darsteller, sei es der gute alte Kumpel, seine Tochter oder die Badguys bestreiten Ihre Rollen ohne positiv oder negativ aufzufallen. Im Grunde genommen müssen sie sich eh nur als Sprichwortgeber für Seagal betätigen.
Leider können diese positiven Punkte nicht oder nur schwer über den größten Kritikpunkt hinwegtäuschen: Die Actionarmut. Bis auf die kurze Ballerei am Anfang, ein paar Scharmützel und das Finale hat der Film sonst nichts zu bieten. Wenn es dann doch mal zur Sache geht, sind die Handgemenge schnell wieder vorbei. Seagal drescht seine Gegner jedes Mal mit gnadenloser Härte nieder, als hätte er eine Packung Fruchtzwerge zu viel gefuttert. Das machts zwar auch irgendwie Spaß mit an zu sehen, aber ein bisschen mehr, ein bisschen umfangreicher, ein bisschen ausgiebiger hätte die Action ruhig ausfallen können. Wenigstens weiß Waxman die wenigen Actionsszenen schmackhaft zu inszenieren, was meine Erwartungen auf seine nächste Zusammenarbeit mit Seagal „A dangerous Man“ steigen lässt!

Fazit:
Schniekes Aussehen, motivierter Hauptdarsteller, aber viel zu wenig Action – damit ist „The Keeper“ immer noch ein weiterer ordentlicher Streifen in Seagals Filmografie. Mit ein wenig mehr Kohle wäre sicherlich mehr drin gewesen, aber immerhin bleibt es bei gutem Direkt-to-DVD-Durschnitt. 2,5 Köppe!

,5

Keine Kommentare: