The Marine 2

(für mehr knackige Infos klicke aufs Cover)

Release: 2009


Nach „The Marine“ und „12 Runden“ lässt die WWE ein neues Gesicht aus dem Wrestlingring auf die Filmindustrie los. Leider nur Direct-to-DVD darf sich Ted DiBiase Jr. nach Herzenslust durch eine exotische Kulisse prügeln und schießen und leistet als zweiter Marine durchaus ordentliche Arbeit.

Der Marine Joe Linwood hat gerade einen harten Einsatz hinter sich, der ihn seelisch etwas angekratzt hat. Da kommt ihm der Job seiner Frau Robin (Lara Cox) gerade recht. Diese arbeitet nämlich für einen reichen Hotelmanager und so nehmen beide an der Einweihungsparty seines neusten Hotels in Thailand teil. Das luxuriöse Haus, eingebettet in immergrüne Flora und Fauna, liegt auf einer abgeschiedenen Insel und verspricht den beiden Ruhe und Erholung. Jedenfalls bis die Party des Nachts von Rebellen plötzlich im wahrsten Sinne des Wortes gesprengt wird. Joe’s Frau und fast alle anderen Gäste werden gefangen genommen. Joe kann dank der Hilfe des Army-Veterans Church (Michael Rooker) flüchten, macht sich jedoch sogleich daran, die Geiseln wieder zu befreien. Erst zusammen mit einer Söldnertruppe, dann im Alleingang, räumt er in der Hotelanlage auf. Doch der Feind lauert auch in den Riegen der ansässigen Regierung.
Gleich vorweg muss festgehalten werden, dass im zweiten Teil ein deutlich anderer Ton, als im Vorgänger angeschlagen wird. Dramatische Szenen sind zahlreicher, die flapsigen Kommentare seltener, die Szenerie düsterer und die Kämpfe roher. Wo sich der erste Teil noch wie aus den 80igern anfühlte, dort ist der zweite Teil eindeutig in der aktuellen Zeit angekommen. Von der Geschichte her haben wir es wie zu erwarten mit Standartware zu tun - oder auch das gute alte „Die Hard-Prinzip“ genannt. Terroristenüberfall, Held kann entkomm, seine Frau wird als Geisel gehalten, Held zieht los und macht alle platt. Nicht überraschendes, nichts Neues, wären da nicht ein paar Umstände, die diesen Streifen über den Heimauswertungs-Durchschnitt hieven können.
Verantwortlicher Regisseur war Roel Reiné, der Steven Seagal im Jahre 2008 mit „Deathly Weapon“ wieder auf den aufsteigenden Ast brachte. Dort schimmerte sein Potential bereits durch und er zeigt hier, dass er seine Fähigkeiten weiter ausgebaut und gefestigt hat. Dabei fallen vor allem die Actionszenen positiv auf, die meist ohne die bei mir so verhasste Wackelkamera auskommen. Im Gegenteil: Es ist äußerst erfrischend, wenn man der Action folgen kann, ohne gleich einen epileptischen Anfall zu bekommen. Reiné nutzt außerdem gerne lange Kamerafahrten und vermeidet abgehacktes Schnittgewitter, was den Sehgenuss zusätzlich erhöht. Als Beispiel kann man hier den Kampf von Joe gegen zwei Widersacher anführen, der teils mit Steadycam, teils mit Handcam aufgenommen wurde. In langen Einstellungen wird hier eine durchgestylte Choreografie geboten, wobei die Kamera zwar ständig in Bewegung ist, der Zuschauer aber nie den Überblick verliert. Wie gesagt: Sehr erfrischend.

Leider hätten solche Szenen ruhig zahlreicher sein können, denn offensichtlich ist das Budget im Gegensatz zum direkten Vorgänger stark reduziert worden. Die Verantwortlichen mussten also mit den gegebenen Mitteln haushalten und das sieht man der einen oder anderen Explosion auch, die gegen Ende auch mal deutlich aus dem Computer entstiegen sind.
Das soll jetzt allerdings nicht heißen, dass es deswegen zwischendurch langweilig wird. Mit Ted DiBiase Jr. hat man nämlich eindeutig einen talentierten Schauspielkämpfer als John Cena ins Boot geholt, der auch in dramatischen Momenten überzeugende Leistungen erbringt und nicht nur mit einem Steingesicht durch die Botanik stampft. Auch hier kann man, wenn man nichts erwartet, durchaus überrascht werden.
Erst wenn es um Handkantenschläge geht, kann Teddy aber sein wahres Können zeigen. Gerade in längeren choreografischen Einlagen kann er überzeugen. Seine Mitstreiter Lara Cox und Micheal Rooker (z.B. Replacement Killers) spulen hingegen ihr Standartprogramm herunter. Cox darf ein paar Tränen aus den Äuglein quetschen und Rooker gibt den coolen Veteran, ohne dabei groß gefordert zu werden. Trotzdem können Sie damit das positive Gesamtbild weiter abrunden. Auf Feindesseite vermisste ich allerdings Patrick Roberts, der im ersten Teil ein herrlich schräger und zynischer Gegenspieler war. Da stink der jetzige Fiesling im direkten Vergleich doch mächtig ab… aber man kann ja nicht alles haben.
Fazit:
DiBiase Jr. und Reiné waren definitiv die richtige Wahl für den neuesten WWE-Kracher. Zwar sitzt die Kohle dort offensichtlich nicht mehr so locker wie noch beim Vorgänger, trotzdem wird hier Actionware abgeliefert, die immer noch über dem sonstigen Durchschnitt liegt. Nicht nur dank der tollen Kulisse Thailands, sondern auch wegen den Akteuren und der Arbeit des Regisseurs ist „The Marine 2“ ne Runde Sache geworden. Das Herz eines reinen Genrefreundes wird zwar nicht gleich aus dem Brustkasten hüpfen, aber meiden braucht man den Streifen deswegen noch lange nicht. Wrestler Teddy in weiteren Haudrauf-Rollen zu sehen, könnte durchaus eine interessante Sache werden und auf Reiné’s nächsten Film „Death Race – Frankenstein lives“ freu ich mich sowie so schon! 3,5 Zimbelaffen!

,5

Keine Kommentare: