Hard Rock Zombies

(für mehr wahnwitzige Infos klicke aufs Cover)

Release: 1984


Zombiefilme gibt’s wie Sand am Meer, Filme über Hardrock kommen schon seltener vor, aber ein Film über Hardrock Zombies ist wahrscheinlich einzigartig… und das ist auch gut so!

Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von „GRÜTZE im KOPP!“, die einzige Quizshow, bei der sie ihr Hirn besser gleich zu Hause lassen, bevor es von uns versteigert wird. Unser heutiger Hauptpreis hat’s mal wieder in sich.
Als fieser Glam-Rock und noch fiesere Frisuren gegen die prüde Gesellschaft in amerikanischen Hinterwäldler-Städtchen zu revoltieren versuchte, entstand ein Film, der lange Zeit vom Radar verschwunden war. Erst kürzlich wurde uns durch einen geheimen Informanten – Mr. Bene, aus der nicht näher namentlich erwähnten Stadt Gladbeck - unter Einsatz seines Lebens eine streng limitierte Sicherungskopie zugespielt, die heute hier unter den Hammer kommen soll. Naja, jedenfalls wenn sich, liebe Leser, nicht vorher ihr Hirn in Grütze verwandelt hat.

Und los geht’s:

Wir folgen ein paar Halbstarken zu einem ihrer großen Auftritte. Lauter Happy-Metal quillt aus den Lautsprechern dieser angesagten Newcomerband aus Ami-Land. Alle Männer wollen so sein wie sie und alle Frauen würden sich sofort und willenlos in eine wilde Gangbangparty mit diesen Kerlen stürzen – so heiß sind die Jungs! *hust*

Doch als sie ihre Tour in eine kleine Kleinstadt irgendwo im nirgendwo führt, ist der Spaß vorbei. Die Dorfbewohner hassen nämlich Rockmusik. Sie hassen nicht nur Rockmusik, sie lassen auch die Rockband und genrell Rockmusik per Beschluss verbieten, wobei sie anschließend sämliche Schallplatten und andere Tonträger mit Baseballschlägern im Gemeindehaus zertrümmern. Zum Glück gibt es da noch eine nette Familie, auf deren Grundstück die Band auftreten darf. Wobei nett stark untertrieben ist, denn als Großväterchen beim Abendessen ein geheimes Signal bekommt, lässt er seine Maske fallen!

Ja, richtig gesehen, Adolf ist zurück. Nach Kriegsende hat er bei Roosevelt nämlich seine Freiheit erkauft und fristete seitdem in dem kleinen Städtchen sein Leben als gläubiger Bibelverkäufer. Sofort macht er sich daran, seine Weltherrschaftspläne per Funkwellen in die Welt hinaus zu tragen:
„Achtung - die Maske ist abgelegt! Kein Versteckspiel mehr, holt die braune Unterwäsche raus! Es gibt viel zu tun, fangt schon mal an. No hope, no dope, no future! Überall wo ich bin herrscht Chaos, aber ich kann nicht überall sein. Nieder mit der Schwerkraft! Es lebe der Leichtsinn! Amis raus aus USA, – Winnetou ist wieder da!“

Und weil ihm die Rockband bei der Ergreifung der Weltherrschaft im Weg steht, werden sie auch gleich abserviert. Der Eine wird von einer tanzenden Dauerwellenfrau unter der Dusche in bester Psycho-Manier massakriert, ein paar andere fallen Eva Braun zum Opfer, die sich übrigens spontan in einen Werewolf verwandeln kann. Am Ende landen sie alle unter Zentimeterdicker Blumenerde. Wer jetzt denkt, das schlimmste sei überstanden, der hat sich geirrt, denn Jessy, der Frontmann der Band, hat zuvor noch einen Song aufgenommen, dessen Text er aus einem Buch entnommen hat und der die Macht hat, Tote wieder auferstehen zu lassen. Schwuppdiwupp wandeln die Zombierocker wieder auf der Erde und nehmen sogleich Rache an Ihren Mördern, um direkt danach zu ihrem nächsten Konzert zu düsen.

Wer glaubt, dass es eigentlich nicht mehr schlimmer kommen kann, dem sei gesagt, dass die eigentliche Handlung jetzt erst beginnt. Oder anders gesagt: Von 90 Minuten Film hat man zu diesem Zeitpunkt gerade mal die Hälfte überstanden.

Und weiter geht’s, denn von nun an werden alle Tote zu Zombies, weshalb es die restlichen Dorfbewohner bald unter anderem mit einem Zombiehitler und einem verkrüppelten Zombiezwerg zu tun haben, der sich im laufe des Film selbst verspeist.
Die Skurrilitäten reißen danach aber noch lange nicht ab. Unter anderem verschanzen sich ein paar Einwohner in einem Keller, wo von einem alten Knacker dazu geraten wird, riesige Pappköpfe vor die Birnen zu halten, um sich vor den Zombies zu schützen. Jeder weiß schließlich, dass Zombies Köpfe hassen und somit Abstand halten werden. Gesagt getan werden riesige Pappscheiben mit prominenten Köpfen beklebt. Logisch, dass diese Idee total nach hinten los geht und so rollen schon bald die Köpfe der Menschen, die sich gerade noch hinter Papp-Gandi und Papp-Elvis versteckt haben.

Währenddessen spielt die Zombie-Rockband ihren größten Hit einem Plattenboss vor und während dieser hellauf begeistert auf seinem Sitz hin und her wippt, versucht der Bandmanager ein armes Mädel vor den Zombiehorden zu retten. Die ist nämlich noch Jungfrau und soll von den Überlebenden geopfert werden. Zum Glück haben die Knilche die Rechnung ohne Jessy und seine Band gemacht. Die kommen sofort angestackst, spielen ihren Voodoosong und locken damit alle Zombies in Zombiehitlers geheime Gaskammer in den Bergen.

I break together…
Was wir hier vorliegen haben ist 90 Minuten purer Wahnsinn, der jeder Troma-Produktion alle Ehre machen würde. Wer jetzt schon nix mit Troma anfangen kann, sollte von Hard Rock Zombies übrigens gleich die Finger lassen. Der Humor ist, von den Splattereinlagen mal abgesehen, absolut unterste Kanone und die vielen bekloppten Einfälle zeugen vom unkontrollierten Drogenkonsum der Verantwortlichen. Die von der Straße rekrutieren, zugedrogten Darsteller rocken dabei durch diverse Genres. Übelste Synchro (Thomas Danneberg for the win!!!) wechselt sich mit Situationskomik ab und zwischendurch wird das wahrscheinlich gar nicht vorhandene Drehbuch durch willkürlich platzierte Tanzeinlagen und Synthie-Rock-Klänge zusammen gehalten.

Die Vielzahl an kranken Einfällen nimmt in der zweiten Hälfte derartig an Dichte zu, dass sie von einem normalsterblichen Hirn kaum noch fassbar ist. Ich möchte hier nur kurz auf die fünf Freiwilligen hinweisen, die sich den Film vor ein paar Wochen angeschaut haben. Gerade mal einer davon kann sich als hartgesottener Trashfilmgucker bezeichnen und überstand die Begegnung mit den üblichen Folgeschäden, wie kurzzeitige Erblindung, partielle Gesichtslähmung und Bauchschmerzen wegen Lachanfällen. Zwei konnten sich nach 70 Minuten mit letzter Kraft aus dem Fernsehzimmer robben, wo sie sofort notärztlich versorgt wurde. Einer davon erlag später jedoch an schweren Gehirnblutungen. Der Letzte hat sich im Laufe der Vorführung selbst aufgefressen…

Wenn sie also der Meinung sind, dieses Trash-Spektakel unbedingt sehen zu müssen, seien sie sich bitte über die Risiken bewusst. Zombihitler, Dauerwellenfrau, Kuhfressende Zwerge, furchtbare Frisuren, Sprüche und Witze können unter Umständen ihren Tribut fordern. Dafür – und das meine ich ernst – kriegt man einen wahnsinnig geilen Soundtrack geboten! Und bitte diesen ganzen Naziquatsch bloß nicht ernst nehmen, sondern einfach drüber lachen!!!

„Hard Rock Zombies“ - zum ersten, zum zweiten, zum dritten! Verkauft an den stinkenden, betrunkenen Penner hinten links in der letzten Reihe!

„JAAAHAHARHHRHAR, JETZ’ GEHT’S RUND! HAHAHRAHRHAR!“


Noch ein herrlichen Zitat zum Ende:

“Was? Was soll das? Herr im Himmel, die lieben Enkelkinder. Raus! Raus!“
“Können wir nicht ein bisschen zukucken, Opa?“
“Eurem Großvater und eurer Großmama zukucken wenn sie eine schöne Nummer schieben, hm?! Schämt euch! Schämt euch!“
“Was ist denn dabei, wenn die Lieben zuschauen?“
“Was? Eva, es reicht wenn die Kinder zuschauen. Nicht noch die Enkel!“
“Oh bitte bitte Opa!“
“Ihr seid süß. Wer könnte da ’nein’ sagen. Also gut, ihr dürft zusehen, aber nicht fingern!“


Kommentare:

hiene hat gesagt…

haha geiler streifen.aber nur mit bier und trashverträglichen kumpels anschauen

Retro Trasher hat gesagt…

Wer auch nur etwas für Hairy Metal&Bier übrig hat schauen!!!
Ne Schande das es noch kein deutsche(Uncut)V.Ö.gibt..
Trash Em All!