Prince of Persia

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Release: 2010


Bor, ich habe gerade überhaupt keine Lust, über den Film zu schreiben. Witzigerweise kann ich mich gar nicht mehr so richtig an den Film erinnern, dabei ist es erst zwei Tage her, seit ich im Kino saß. Ist ja immer sehr bezeichnend für einen Film, wenn er nicht im Gedächtnis bleibt. Aber mal ehrlich: Warum sollte ich mich ausgerechnet an einen total weichgespülten Abenteuerstreifen erinnern? Könnt ihr mir wohl auch nicht sagen, was?! Hab ich mir gedacht.

Dabei ist das Problem bei PoP sicher nicht bei den Darstellern zu suchen. Jake Gyllenhaal, der sich ja eigentlich auf Charakterdarstellungen spezialisiert hat, tritt hier in die Fußstapfen des persischen Prinzen Dastan, und nach allem, was ich so vom Spiel gesehen hab, passt er rein vom Aussehen her super in die Rolle. Mehr als gut Aussehen muss er aber auch nicht, weil ausgefeilte Charakterdarstellung nicht weiter benötig wird. Ebenso ergeht es Gemma Arterton als Prinzessin Tamina. Hübsch anzusehen die Kleine, aber leider völlig eindimensional. Beide zusammen mimen das typische „Erst-hassen-wir-uns-dann-lieben-wir-uns“-Paar, wie man es schon tausend mal auf der Leinwand gesehen hat. Und natürlich mit den immer gleichen One-Linern, die sich beide neckisch um die Ohren hauen dürfen.
Überhaupt ist die Geschichte der Beiden bzw. der Plot des Gesamtwerkes nichts anderes als ein lauwarmer Aufguss altbekannter Zutaten. Böser Onkel steht im Schatten seines tollen König-Bruders, tötet diesen, schiebt die Schuld dem Lieblingssohn zu, der nun auf der Flucht ist und seine Unschuld beweisen muss. Dabei zickt er erst fröhlich mit der Dame des Films rum, um sich später in sie zu Verlieben. Am Ende siegt er natürlich über das Böse und alle sind wieder happy! Oh, und nebenbei gibt’s noch das Gimmik mit dem Dolch, der die Zeit zurückdrehen kann, was aber auch nur Mittel zum Zweck ist.

Problem an der Sache ist aber nicht die dünne Story an sich, sondern die Umsetzung des Ganzen. Natürlich versteht man als Zuschauer, was da Storymäßig abgeht, aber manchmal bleibt die Nachvollziehbarkeit auf der Strecke und der Zuschauer ist gezwungen, die oder andere Erkenntnis der Hauptfigur einfach als Gegeben hinzunehmen.

Zum Glück lässt es PoP gar nicht erst zu, dass man sich großartig Gedanken über die Handlung macht. Sobald der Film Gefahr läuft, sich zu lange mit einer Handlungsszene beschäftigen zu müssen, tauchen plötzlich Auftragskiller, Räubergesindel, Wächter oder sonst auf, die den Helden sofort und immer in eine Rauferei verwickeln. Dabei wird, wie das heutzutage nun mal üblich ist, auf möglichst viel Effekthascherei gesetzt. Der Held hopst und springt über Hindernisse und Dächer hinweg, wirbelt mit seinen Schwertern um sich, weicht in Zeitlupe heran fliegenden Klingen aus oder springt durch einstürzende Ruinen. Das sieht natürlich toll aus, ist mir persönlich aber viel zu viel des Guten. All zu oft sieht man den Szenen Ihre CGI-Herkunft an und es gibt nichts, aber auch wirklich nichts dabei, was man so nicht schon mal gesehen hätte.
Überhaupt ist es oft der Fall, der PoP trotz all der Actionfülle irgendwie nur vor sich hin blubbert. Nicht eine Szene war dabei, bei ich vielleicht ein bisschen gestaunt hätte. Dieses 0815-Effektgewitter, mit der die Handlung übertüncht wurde, reißt doch einfach niemanden mehr vom Hocker. Zu Ausgelutscht ist das Ganze, viel zu übersättigt die Zuschauer…

Fluch der Karibik in der Wüste samt schnulziger Lovestory, ohne erkennbaren Nährwert, ohne Story- oder Charaktertiefe, dafür aber mit viel Krachpeng und Brimborium. Will man das sehen? Schon wieder 0815-Effektgewitter, wovon die Kinolandschaft schon seit Jahren überschwemmt wird? Ich habe davon mittlerweile auf jeden Fall die Schnauze voll.
Natürlich kann man Jerry Bruckheimer nicht unterstellen, dass er keine Ahnung von/ kein Händchen für gut inszenierte(n) Actionfilme(n) hätte, aber im Grunde genommen weisen seine Projekte in letzter Zeit immer das gleiche Strickmuster auf. Ob das an der Kontrolle von Disney liegt, die eine höhere Alterseinstufung verhindert, oder an der Tatsache, dass diese Art von Hirnlosunterhaltung dank Prestigeträchtiger Namen generell Kassenschlager werden, vermag ich nicht zu sagen. Mit „Duell der Magier“ steht jedenfalls schon die nächste Disney/Bruckheimer-Produktion in den Startlöchern… 2 Köppe

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