Trancers

(für mehr trancige Infos)

Release: 1985


Jack Deth – Trooper, Trancerhunter, coole Pocke!

Wir schreiben das Jahr 2247. Nach einem großen Beben ist die USA nur noch verbrannte Erde. Aber nicht nur damit müssen sich die Menschen rumschlagen, auch treiben Trancer ihr Unwesen. Trancer, das sind… naja, dass sind… also… so wirklich weiß ich nicht was Trancer sind. Fakt ist, der fiese Fiesling Whistler macht willenlose Menschen zu Trancern und die haben dann wiederum sehr schlechte Haut und gehen Zombiemäßig auf alles und jeden los, wenn sie erstmal losgelassen. Werden sie umgenietet lösen sie sich außerdem in braune Rauchwölkchen auf (praktisch und hygienisch zugleich). Wieso es sie gibt oder warum der fiese Fiesling Whistler sowas kann, wird nicht geklärt. Hintergrundinfos aller Art: Fehlanzeige. Höchstens in Nebensätzen erfährt man ein paar Fakten.
„Jack Deth war mal ein guter Mann… bis die Trancer seine Frau umbrachten.“

Und seitdem ist er nur noch ein stets übel gelaunter, hass zerfressener Mann, der es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, Whistler zur Strecke zu bringen. Die Chance wird ihm gewährt, als er vom obersten Rat beauftragt wird, in die Vergangenheit zu reisen. Wie? Was? Moment mal… Zeitreisen? Eieiei, das kann ja eiter werden… Wird es auch, oder eher verwirrend. Denn man reist nicht komplett in die Vergangenheit, sondern es wird nur der eigene Geist in den Körper seines Vorfahrens geschickt. Dies hat auch schon Whistler getan und bringt in LA des Jahres 1986 die Vorfahren des Obersten Rates aus der Zukunft um, damit er so die Herrschaft an sich reißen kann. Völlig unproblematisch ist wiederum das Verschicken von Gegenständen in die Vergangenheit. Verstehe wer will… am Besten einfach hinnehmen und nicht weiter drüber nachdenken, denn sonst stolpert man permanent über Logikfehler.
Jack Deth nimmt also sofort die Verfolgung durch die Zeit auf und gerät prompt an eine Frau – Lena (Helen Hunt! Ich wusste gar nicht, dass die mal in Full Moon Produktionen mitgespielt hat. Jeder hat mal klein angefangen, was?!). Als einzige Ansprech- (und Bett-)partnerin klebt sich Jack an Ihre Versen. Nach einem ersten Zusammentreffen mit einem Trancer glaubt sie ihm seine absurde Story dann auch tatsächlich und gemeinsam machen Sie sich auf den Weg, den letzten Vorfahren des obersten Rates, einen Ex-Baseballstar und jetzt Penner, zu suchen und vor Whistler zu beschützen. Whistler ist in dieser Zeit nämlich blöderweise Cop und hat bereits eine beträchtliche Schar Cop-Trancers um sich vereint.
Vom Jäger zum Gejagten und anders herum geht es durch die ganze Stadt. Vorzugsweise über vergammelte Hinterhöfe, vergammelte Motelzimmer, vergammelte Nebenstraßen und vergammelte Stadtviertel. Hauptsache billige Drehorte, lautete die Devise und so überrascht es auch nicht, dass die
Zukunft hauptsächlich aus viel Pappe und handgemalten, eingefügten Hintergründen besteht. Zu keiner Zeit kommen die Drehorte über schnodderiges B-Movie-Flair hinaus und passen sich damit der Gesamtproduktion an.

Allerdings stört das den geneigten Genrefan eh kaum. Wichtig ist doch der Unterhaltungswert, nicht wahr?! Man will unterhalten werden, man will was nettes sehen, vielleicht sogar den einen oder anderen Gag serviert bekommen. Allen voran sorgt dafür vor allem Tim Thomerson als Protagonist Jack Black. Als übel gelaunter Cop im ausgelutschten Mantel ist er nie um einen coolen Spruch verlegen, mimt den in der Vergangenheit Aufgeschmissenen recht glaubhaft und zeigt den Badguys ziemlich schnell und kompromisslos, wo der Hammer hängt. Kurz gesagt: Der Mann hatte Spaß an seiner Rolle und damit auch der Zuschauer. Helen Hunt als Sidekick funktioniert ebenfalls erstaunlich gut. Klar, dass da später noch eine kleine Lovestory eingebaut werden musste.
Ansonsten gibt es immer mal wieder ein paar kleine Actioneinlagen. Ob jetzt ein überraschender Kampf gegen ein Trancer in einem schäbigen Kaffee, eine Schlägerei in einem Punkrockschuppen zu den Punk-Klängen von „Jingle Bells“, eine Schießerei in finsteren Lagerhallen oder eine Verfolgungsjagd auf Motorrollern, für jeden sollte etwas dabei sein. Als zusätzliches Gimmik gibt’s noch eine Superduper-Zeitverlangsamungs-Uhr. Per Knopfdruck kann Jack die Zeit verlangsamen und sich selber noch ganz normal bewegen. Anwendung: Einmal pro Uhr. Als er dieses Feature das erste Mal einsetzt, sieht das allerdings so dermaßen beknackt aus, dass man nur drüber lachen kann. Egal, trotzdem netter Einfall!

Fazit:
Charles Band, Regisseur und Produzent etlicher B-Schinken, schuf mit Trancers eine Action-SciFi-Komödie, die in den Folgejahren noch 4 weitere Fortsetzungen mit dem grummeligen Jack Deth nach sich ziehen sollte. Logik sucht man jedoch sowohl im ersten Teil, als auch in allen anderen Teilen vergeblich. Ebenfalls Hintergrundinfos. Mich hätte nämlich schon interessiert, was das mit Trancern eigentlich soll. Aber was soll’s… gelangweilt habe ich mich deswegen nicht. Auch wenn der Streifen nicht anderes als billige B-Ware ist, verströmt er doch seinen ganz eigenen, für diese Produktionen typischen Charme, dem zumindest ich mich nur schwer verschließen kann. Und ich weiß, damit bin ich nicht alleine! Solide 3 Köppe


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