Kommando Leopard

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Release: 1985


Der Dschungelrambazamba geht weiter!

Eigentlich könnte ich zu „Kommando Leopard“ genau das gleiche schreiben, wie zu „Geheimcode Wildgänse“. Eigentlich bräuchte ich tatsächlich nur die Handlung neu zusammen zu fassen. Der Rest ist nämlich, eigentlich und uneigentlich genau das gleiche: eine Ordentliche Ladung Dschungelaction aus einer längst vergangenen Zeit inkl. den gleichen Darstellern in neuen Rollen und streckenweise sogar den gleichen Schauplätzen.

Naja, was solls, fang ich halt noch mal von vorne an. *Lufthol* Also… Erwin C.Dietrich (Sechs Schwedinnen im Pensionat, Sechs Schwedinnen von der Tankstelle, Sechs Schwedinnen auf der Alm) wandte sich den blonden Schwedinnen ab und ließt Antonio Margheriti ein paar „Men on a Mission“ Ballerstreifen auf den Philippinen drehen. Mit ein paar bekannten Namen wurde die Werbetrommel gerührt und heraus gekommen sind ein paar recht sehenswerte Actioner. Gerade mit nostalgischen Hintergedanken betrachtet können die Streifen in der Tat jede Menge Spaß machen.
Hier geht es diesmal um einen fiesen Presidente, der sein Volk mit Hilfe seiner rechten Hand Silveira (Klaus Kinski) unterjocht. Wer nicht hören will, muss fühlen und das endet in der Regel tödlich. Logischerweise sind dort, wo solche Umstände herrschen, Rebellen nicht fern. Ihr Anführer, Carrasco (Lewis Collins), geht bei der Befreiung seines Landes zwar über Leichen, hat jedoch stets die gute Sache im Blick. Damit rechtfertigt er dann auch, dass zum Beispiel ein komplettes Dorf von Flammenwerfer-Hubschraubern getoastet wird. Auf seiner Mission helfen ihm unter anderem ein Ingenieur (THOMAS DANNEBERG) und ein Priester (MANFRED LEHMANN). Letzterer spielt ihm und seinem Trupp ein reihe brisanter Infos zu, die Carrasco auch gleich nutzen will. Was er allerdings nicht weiß: Er rennt damit direkt in eine geschickt gelegte Falle von Silveira.
Aber nicht nur da rennt der Rebellentrupp rein. Auch in mehrere Miniaturmodelle (für die Margheriti so bekannt war). Die werden zwar gleich wieder in die Luft gejagt, aber zum Glück gibt es auch genug davon, um die Truppen bei Laune (und bei Dauerfeuer) zu halten. Ganz zu Anfang zum Beispiel wird sehr eindruckvoll ein Staudamm gesprengt. Mit eindrucksvoll meine ich, dass die Detailverliebtheit dieses Modells so enorm hoch ist, dass man einmal kurz blinzeln muss, um den Unterschied zu erkennen. Später fallen dann noch ein Mini-Zug samt Brücke, eine Mini-Raffinerie oder ein abstürtzendes Flugzeug den Pyrotechnikern zum Opfer. Überhaupt haben die Jungs den ganzen Film über immer gut zu tun, denn irgendwas darf eigentlich immer weg geblasen werden.
Im Gegensatz dazu hatten die Drehbuchautoren sicherlich nicht viel arbeit. Nur die üblichen Zutaten wurden hier zusammen gemixt, so wie es schon bei „Geheimcode: Wildgänse“ der Fall war. Drum herum wurde der gesamte restliche Freiraum anschließend mit Actionszenen verpackt. Der Rest ist und bleibt pure Schwarz-Weiß-Malerei. Nicht nur in der Handlung, auch bei den Charakteren werden allerhöchstens (oftmals gerne sehr fragwürdige) Klischees bedient… bla & das übliche…
Jetzt mal ganz ehrlich: Wen kümmert das eigentlich??? Wer guckt sich denn bitte einen solchen Reißer an, um sich hinterher ernsthaft damit auseinander zu setzen? Ich bestimmt nicht! Wer mehr als einen italienischen, nach Schweiß und Schwarzpulver müffelnden Dschungelactioner gesehen hat und seine Freude dran hatte, der wird auch hier nicht enttäuscht. Da sind tiefgründige Kommentare, vielschichtige Charaktere, eine intelligente Handlung und politisch korrekte Sichtweisen ganz einfach kackegal! Hauptsache die Mündungsrohre glühen und die Feuerbälle sind schön groß und rund!
Wem jetzt plötzlich die Lust an „Kommando Leopard“ vergangen ist, dem kann ich nur sagen: Pussi, Alter! Wer jetzt erst recht so richtig scharf ist, der sollte sich noch schnell den Beitrag zu „Geheimcode: Wildgänse“ reinziehen und dann ab dafür! Nochmal 4 Köppe!


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