Zitat of the Moment

Nachdem ich mich mal wieder bei den derzeitigen Wetterverhältnisses von links nach rechts durch das gesamte Ruhrgebiet und wieder zurück gequält habe, traff ich bei meiner Heimkehr meinen Nachbarn in Rente, der den Schnee vor seinem Haus beiseite bürstete. Kaum war ich erschöpft und genervt aus meinem Auto gefallen, da stand er auch schon freudestrahlend vor mir und begrüßte mich:

"Naaaaa, wie STAUT's aus?"

Jeder, der tagtäglich das Verkehrschaos im Pott mitmachen muss, wird sich denken können, wie ich auf diesen saublöden Witz reagiert habe...

Jedenfalls kann der mann im Marienhospital in der Innenstadt besucht werden. Die Ärzte wissen noch nicht, ob er jemals wieder laufen wird, aber seine Finger kann er schon wieder bewegen. Ein paar Wochen aus der Schnabeltasse trinken wird er aber noch müssen. Tja...

R.I.P. Leslie Nielsen


Holy crap... Leslie Nielsen is dead...

Am 28.11.2010 verstarb Nielsen im Alter von 84 Jahren.

Vor allem dürfe uns die alte Silberlocke aus den Komödien "Die nackte Kanone 1-3" bekannt sein, aber auch Werke wie "Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug", "Dracula - Tot aber glücklich" oder "Sehr verdächtig" dürfen nicht vergessen werden. Wie kaum einer anderer prägte Nielsen mit diesen Spaßfilmen die 80iger und 90iger und bis heute sorgen seine Komödien für viele Lacher unter den Zuschauern. Vor allem seine stets ernsthafte Spielweise in den absurdesten Situationen und verrücktesten Gags machte seinen Humor und seinen Charme aus. Und jeder, der von sich behauptet, einen guten Sinn fürHumor zu haben, sollte mindestens ein Zitat aus einen Werken im Kopf haben. Das ist nämlich Pflichtprogramm!


R.I.P




Und für alle, die tatsächlich keine Nielsen-Zitate kennen, hier eine kleine Auswahl:
Verkäuferin: "Soll das eine Festnahme sein?"
Frank: "Nun ja, ich würde sie auch sanft nehmen!"
"Wie ein Blinder beim Gruppensex würde ich mich langsam an die Sache herantasten müssen."
"Es stimmt schon, was man sagt. Bullen und Frauen passen nicht zusammen. Das ist als würde man einen Löffel Rohrfrei essen... natürlich reinigt es einen, aber tief im innern wird alles hohl."

Predators vs. Terminators

Gleich zwei Fortsetzungen bekannter Vorlagen musste ich vor kurzem dringend nachholen. Zum einen gabs da die fiesen Jäger aus dem All und zum anderen die fiesen Metallköppe von der Erde. Auf den ersten Blick haben beide Filme nichts mit einander zu tun, aber wenn man genauer hinschaut, finden sich doch noch ein paar Gemeinsamkeiten:
1. Beide Streifen setzen die Geschichten vergangener Actionblockbuster fort.
2. In beiden Filmen steht die menschliche Spezies ganz oben auf der Abschussliste
3. Arnold Schwarzenegger konnte sich in der Hauptrolle durch die Vorgängerfilme rocken
4. Beide Teile wurden in der Regel höchstens als Durchschnittlich bewertet, von manchen Fans auch gerne regelrecht zerrissen.

Doc Savage von der Trash-Academy kam somit nicht drum rum (nachdem er schon ums Kino wegen den schlechten Bewertungen einen großen Bogen gemacht hatte), die Produktionen im Heimkino schlussendlich doch noch zu begutachten. Und weil der Doc aber gerade nicht so in Schreiblauen ist, folgen jetzt zwei kleine Kurzbesprechungen. Hatten wir hier so nämlich auch nicht oft!


Predators:
Von Robert Rodriguez produziert, mit bekannten Gesichter gespickt (allen voran die Titelgebenden Figuren) und von einem bisher ziemlich unbekannten Regisseur erschaffen, will „Predators“ an den ersten Teil anknüpfen. Das heißt allerdings auch, dass er sich direkt mit Arni und den 80iger Jahren messen muss und diesen Kampf verliert er leider auch.

Wobei der Streifen alles andere als schlecht ist! Die Idee um die Spezies der Predators wird konsequent weitergeführt und das Franchise eine wenig aufgepeppt, was nette Sideeffects mit sich bringt (z.B. die „Hunde“). Das Dschungelsetting verbreitet eine ganz eigene Atmosphäre, die sich gerade zu Beginn – in der ersten Hälfte – auf den Zuschauer überträgt. Es wird klar, das hier ist kein gemütlicher Urlaubsort, sondern wilde, unberührte Natur.

Auch mit den meisten Darstellern kam ich gut zurrecht, wobei eigentlich von Anfang klar war, wer Kanonenfutter ist und wer überleben wird. Trejo und Fishburn hätten trotzdem etwas mehr Screentime bekommen können. Was den Film aber wirklich am laufen hält, ist die Action. De Regisseur hat vielleicht so seine Probleme mit ruhigeren Szenen, aber dafür ein gutes Auge für effektvolles Feuerwerk.
Leider geht in der zweiten Hälfte (ab Ankunft in Fishburns Behausung) irgendwie der Drive verloren. Es kommt zu einem abrupten Stillstand des Themas – die permanente Flucht vor den Jägern – und mit einem Mal wollte man wohl mit aller Macht den Showdown erzwingen. Dieser Übergang hätte fließender sein müssen, lässt er doch die mittlerweile hoch angestiegene Spannungskurve plötzlich tief abfallen.

Um den Film jetzt irgendwie in die Reihe einzuordnen:
Er ist auf jeden Fall auf einer Höhe mit dem zweiten Teil. Vielleicht noch einen Ticken drüber. Er ist auf jeden Fall besser als die beiden AvP-Filme. Nur an das Original kommt er noch lange nicht heran. Das werden aber sicherlich auch kommende Fortsetzungen nicht schaffen. 4 Köppe


Terminator 4:
Weil Schwarzenegger noch mit Umweltschutzgesetzen in Californien beschäftigt war, konnte er im vierten Teil leider nicht mehr mitspielen (nicht direkt). Dafür darf sich Christian Bale als der Anführer einer Widerstandstruppe – John Connor – mit den Maschinen herumprügeln. Mit Zeitreisen ist hier auch nix mehr, denn die Welt liegt (wie im dritten Teil ja bereits gezeigt) in Schutt und Asche. Das Ziel der Maschinen ist allerdings immer noch das gleiche: John Connor töten, Kyle Reese töten(1. Teil, Vater von Connor, hier gerade erst volljährig… Zeitreisen… komplizierte Sache…), den Widerstand vernichten, Menschheit ausrotten… same shit, different time.

T4 lebt fast ausschließlich von seinen zahlreichen bombastischen Actionszenen. Alle paar Minuten explodiert etwas, jemand schießt wild um sich, jemand wird erschossen, jemand sprengt etwas in die Luft, Etwas sprengt jemand in die Luft usw. Für mich als Actionfreak war das kein großes Problem. Hirn aus, Spaß an und zwischendurch gabs noch ein paar Wiedererkennungswerte inklusive computeranimierter nackter Arni. Die Story ist dabei nicht mehr als ein plumpes Grundgerüst, das die Hauptdarsteller von einer Explosion zur nächsten hetzen soll. Hier und da haben sich zusätzlich noch erschreckende Logikfehler und Dümmlichkeiten eingeschlichen. Ich möchte da nur mal an die „Helikopter schwebt über Wasser“-Szene erinnern.

Selbst wenn die Verantwortlichen auf ihre PG13 (FSK16) Freigabe verzichtet hätten (um diese zu erreichen, wurden nämlich unter anderen diverse Szenen verändert und auf ein negatives Ende verzichtet), wäre das Drehbuch trotzdem nicht besser geworden. Von der totalen Farblosigkeit der handelnden Figuren mal ganz abgesehen.

Was bleibt ist also eine Actionszene nach der anderen. Zumindest hier kann man McG (Drei Engel für Charlie) nichts vorwerfen. Feuerball an Feuerball zu reihen reicht jedoch nicht aus, um einen 200 Millionen US-Dollar teuren Film über die Laufzeit von knapp 2 Stunden zu tragen. Da hilft nur ein: Hirn abschalten, Bombast genießen, Schwachsinn verdrängen. Viel wird im Gedächtnis sowieso nicht hängen bleiben. 3 Köppe

Die Blechpiraten

(für mehr Blechschäden klicke aufs Cover)

Release: 1974

Originaltitel: Gone in 60 seconds

Ja genau, DAS Original von diesem Cage/Jolie Dingen!


Eigentlich arbeitet Maindrain Pace als Gutachter für eine große Versicherung, nebenbei dreht er allerdings jede Menge krummer Dinger. Zumeist dreht sich dabei alles um das Klauen von Autos. So auch in seinem neustem Job, bei dem er 48 Karossen aus allen Sparten für 2 Millionen Dollar binnen ein paar Tagen zu den Docks schaffen soll. Alle Wagen mit Decknamen versehen, macht er sich so gleich zusammen mit einer Truppe an die Beschaffung. Keines der Wägelchen stellt große Probleme dar, bis auf eines: Eleanor, ein gelber 1973er Mustang Mark 1. Genau mit diesem verheddert sich Maindrain zum Schluss des Films auch in einer furiosen und halsbrecherischen Verfolgungsjagd. Was tut man nicht alles für einen gut bezahlten Job…
Das ist es also: Gone in 60 seconds! Das Original! Leider nicht nur ein Grund für große Lobeshymnen: Wir haben es hier mit einem Filmvehikel aus dem Jahr 1974 zu tun, also aus einer Zeit, in der solche Car-Crash-Movies sehr beliebt waren. Mit viel Blödelhumor und ohne viel Tiefgang sollte möglichst viel Blech verbeult werden. So waren auch hier dem Regisseur, Drehbuchschreiber, Produzenten, Hauptdarsteller und Stuntfahrer in Persona – H.B. Halicki – die Begriffe Spannung und Dramatik offensichtlich völlig fremd. Bis zur dicken Verfolgungsjagd am Ende plätschert der Film leise vor sich hin, fliegt gerade zu am Zuschauer vorbei. Kommt es mal zu ein bisschen Spannung, wird diese entweder mit völlig unpassender Country-Mukke oder mit lächerlichen Slapstick-Einlagen nieder gemacht. Die Handlung folgt dabei nur einem sehr, sehr groben Rahmen und einen Bezug zu den handelnden Personen kann man wegen den schauspielerischen Totalausfällen auch nicht aufbauen. So muss man sich rund 45 Minuten um die Ohren schlagen, bis man endlich dort angekommen ist, wo man schon die ganze Zeit hinwollte: Bei der längsten Verfolgungsjagd der Filmgeschichte.

Tatsächlich geht diese nämlich fast so lange, wie der ganze Handlungsmüll vorher (fast 40 Minuten) und entstand über mehrere Städte hinweg. Halicki setze sich dabei selbst hinters Steuer seiner Eleanor und improvisierte, was das Zeug hielt. So gibt es zu Beispiel einen Unfall auf einer Brücke und mehrere heran brausende Einsatzwagen. Geplant war das nicht, aber Halicki hat es einfach filmen lassen und später in die Jagd eingebaut. An anderer Stelle verliert er kurz die Kontrolle über seinen Mustang und wickelt sich mit 100 Sachen (mph!!!) um einen Telefonmast. Die Dreharbeiten mussten bis zu Halickis Genesung unterbrochen werden, aber zurück am Set war seine erste Frage, ob alles im Kasten wäre. Von diesen Fast-Katastrophen gibt es noch einige mehr im Endprodukt zu sehen, was gerade dieser finalen Jagd eine wahnsinnige Authentizität gibt.
Da der Film komplett aus eigener Tasche finanziert wurde, musste Halicki die Kosten außerdem steht’s niedrig halten. Alle Stuntwagen gehörten ihm selbst, gedreht wurde teilweise in seiner eigenen Werkstatt, in der er nebenbei immer noch ganz normal Autos reparierte, um wieder Geld in die Kasse zu bekommen. Zusätzlich engagierte er echte Feuerwehrmänner, Sanitäter oder Polizisten. Teilweise wusste sogar die Passanten auf den Straßen nicht, was gerade vor sich ging. Es gibt z.B. eine Szene, bei der ein Mann von Polizisten an einer Tankstelle festgenommen wurde. Blöd nur, dass dort gleichzeitig eine Bikergang halt machte. Diese äußerten dann auch gleich ihren Ummut über die Verhaftung eines vermeintlich Unschuldigen.

Wenn man also berücksichtigt, dass die meisten der handelnden Personen entweder aus dem öffentlichen Dienst oder direkt aus Halickis Verwandtschaft rekrutiert wurden, kann man Ihnen auch das nicht vorhandene Talent verzeihen. Das einen die Handlung völlig kalt lässt oder man ihr manchmal nur schwer folgen kann, ist dem quasi nicht vorhandenen Drehbuch geschuldet, denn zum Drehbeginn standen nur ein paar wenige festgelegte Dialogzeilen fest. Der Rest war komplett improvisiert. Zwar kann das die total spannungsarme Inszenierung nur bedingt entschuldigen, aber zumindest relativiert sich mit diesem Wissen der eine oder andere grobe Schnitzer und der vielleicht aufkommende Unmut beim Zuschauer.
Fazit:
Wäre auf der DVD nicht dieses informative Vorwort gewesen, in welchem dem Zuschauer die vorgenannten Produktionsumstände erklärt worden, ich hätte sämtliche Handlungsszenen glatt weggespult. Langwierig, unübersichtlich und unspannend zieht sich die erste Hälfte. Trotzdem muss man Halicki seine einfache und gleichzeitig einfallsreiche Idee zu gute halten. Spätestens wenn Halickis Charakter dann aber aus seinem Mustang zu den Cops hinüber schaut und mit einem Kommentar zu seinem heutigen schlechten Horoskop das Gaspedal durchtritt, wird auch der Zuschauer wieder wachgerüttelt. Was folgt ist eine irrsinnige Verfolgungsjagd durch mehrere Städte, bei der man für die erste Hälfte mit Blechschäden im Sekundentakt entschädigt wird.

Man sollte sich bereits im Vorfeld darüber bewusst sein, dass das Original nichts mit dem Remake aus dem Jahr 2000 zu tun hat. Wer das Remake mag, wird mit diesem Film hier wahrscheinlich nichts anfangen können. Denn wo das Remake ein ersetzbares Hochglanzvehikel nach Hollywood-Maßstäben ist, ist das Original dank Halicki’s tollkühner und grundehrlicher Inszenierung halsbrecherischer Stunts zu einem Klassiker geworden und Halicki konnte allen zeigen und beweisen, dass er seinen Spitznamen – The Car Crash King – zu recht trug! 3,5 Köppe

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Wer mehr über den Streifen und seinen Regisseur wissen will, der guckt am besten in die üblichen Quellen (z.B. HIER).