The Peacekeeper

(klicke aufs Cover für mehr Dolphige Infos)

Release: 1997

aka. Red Zone


Mitte der 90iger Jahre wurde Herr Lundgrens Vertrag an Nu Image/ Millenium überschrieben, dieser kleinen Filmschmiede, welche sich erst mit B-Actionern und mittlerweile auch mit Kinoware wie z.B. Rambo oder The Expendables in der Branche der Feuerbälle und MG-Salven etabliert hat. Für seinen ersten Film unter neuer Flagge sollte der Neuling Frederic Forestier die Oberverantwortung bekommen. Dieser Knilch drehte unter anderem auch den „Oberkracher“ Astrix bei den olympischen Spielen… eh, jaaah...

Wie auch immer: Dolph spielt Major Frank Cross, der unter Einsatz von Stock Footage Reissäcke über einem Land abwirft, in dem Reissäcke gebraucht werden. Sein Chef findet das scheiße, die Presse ganz und gar toll und deswegen darf er von nun an auf den Football aufpassen – diesen kleinen schwarzen Koffer, von dem aus der Präsident der US of A (Roy Scheider Ladys and Gentlemen) per Fernzündung alle Atomraketen abfeuern und die Welt in atomare Wüste verwandeln kann. Doch direkt am ersten Tag geht die Sache gründlich in die Hose. In seinem Appartement wird er überfallen und ohne Koffer vom Balkon geworfen. Auch nach einer ordentlichen Verfolgungsjagd in einem Taxi über die Dächer der Stadt kann er daran nichts ändern. Stattdessen schleicht er sich mit erbeuteter Uniform und Gasmaske unter die Reihen der Terroristen und fliegt mit ihnen unterkannt in ein kleines Raketensilo mitten im Nirgendwo, dass eigentlich genau an diesem Tage eingemottet werden sollte. Nachdem sich Cross mehreren Terroristen entledigt, den Kommandanten der Einrichtung kennen gelernt und der Bösewicht diverse Denkmale Amerikas atomisiert hat, kann er in gewohnter Stirb-Langsam-Manier die letzte Rakete stoppen und die Menschheit vor dem Untergang bewahren.
Dolph geht durchs Plakat

So flapsig wie die Zusammenfassung ist „Red Zone“ zum Glück nicht. Im Gegenteil sogar, denn es gibt einiges zu sehen. Schon nach ein paar Minuten beginnt die erste Jagd nach dem Koffer und die ist nicht schlecht inszeniert. Von einem Parkhaus aus geht es über die Dächer der Stadt. Häuserschluchten werden übersprungen, Werbetafeln durchstoßen und Haussimse zerrissen, bis Dolphs Karre wie Schweizer Käse ausschaut. Das ganze geht über mehrere Minuten und ist derart schick in Szene gesetzt, dass ich als eingefleischter B-Movie-Fan das dicke Grinsen in der Fresse hatte.

Leider schien Forestier dann aber die Kohle auszugehen, denn die zweite Hälfte des Films, welche komplett in dem Raketensilo spielt, ist längst nicht mehr so schauwertlastig. Hier fällt auch das erste Mal der billige Look des Streifens auf, der nur notdürftig durch den dunklen Blaufilter verdeckt werden kann. Darüber hinaus gibt’s im Silo zwar noch jede Menge Feuergefechte und Prügeleien mit den Bösewichtern, so richtig in Schwung will die Angelegenheit aber nicht mehr kommen. Liegt vielleicht auch daran, dass es ziemlich nach „Stirb Langsam“ müffelt… und zwar nach der 100tausensten Verwurstung.
"Hallo Roy... was ist dein Lieblingshorrorfilm?"

Lundgren selbst ist wie gewohnt bei der Sache. Ich war ja schon immer der Meinung, dass er stets ein Opfer der Drehbücher/Regisseure war und nie Opfer seiner Motivation. Zwar benutzt er hier auch nur zwei Gesichtsausdrücke (Grimmig & verschmitzt Lächelnd), bemüht sich aber dennoch um ein gewisses Engagement. Das kann man von Oberbösewichtdarsteller Michael Sarrazin (bis auf den Nachnamen kommt mir an dem nix bekannt vor) nicht gerade behaupten. Ja, er spielt ne racheerfüllte, tragische Rolle… und ja, er atomisiert gerne Denkmäler… aber deswegen ist muss er noch lange nicht furchteinflößend wirken. Entsprechend unspektakulär ist dann auch sein Abgang. Genau so siehts bei Roy Scheider aus, der sich offensichtlich voll und ganz über seinen Rolle in einem B-Actioner bewusst war und diese Tatsache mit so viel Ehre trug, wie unter gegebenen Umständen möglich war. Hätten wir da noch den Typen, der den Silokommandanten spielt, wobei es da nicht viel zu sagen gibt. Er reißt pseudophilosophische Sprüche, er lässt sich anschießen, er funktioniert als zweckdienlicher Sidekick. Völlig unnütz wirken die Szenen mit Cross’ Frau und Sohn. Das trägt weder zur Story, noch zum Humor bei und einfach nur belangloser Lückenfüllerscheiß… und dann dieser Blödsinn mit dem Kerl, der die ganze Zeit auf dem Aufzug hockt und mit dem Stimmenmodulator rumspielt…
~Fly like a bullet in my head - Fly like a bullet in my body~

Fazit:
Die Story kann man bei einem Produkt dieser Güte wie immer selbstverständlich großzügig ignorieren und stattdessen am besten einfach hinnehmen. Dafür sollte man lieber die für B-Movie und DTV Verhältnisse ziemlich schick inszenierte Action genießen. Dolph fliegt mit Autos über Häuserschluchten und macht den McClane im Raketensilo - und zwar immer mit einem lockeren Spruch auf den Lippen und mit der nötigen Portion Brutalität. Für Fans des langen Schweden auf jeden Fall empfehlenswert, der durchschnittliche Actionfan kann mal einen Blick riskieren, alle anderen Heinis gucken sich lieber noch mal eine Michael Bay Gurke an! 3,5 Köppe

,5

Kommentare:

Harry hat gesagt…

Hab mir den vor ein paar Tagen auch wieder mal gegönnt - und zwar genau wegen den Verfolgungsjagd über die Dächer.

Ong-Bockel hat gesagt…

"Hallo Roy... was ist dein Lieblingsactionfilm? The Peacekeeper?"
"Nein... The Stuntdriver mit Michael Madsen!"
"o___O!"
"XD!"

Doc Savage hat gesagt…

*lol*
Dett is jut!