Merry X-Mas to you all

Moinsen zusammen,

da der Laptop morgen wahrscheinlich nicht aufgeklappt wird, gibts die Weihnachtsgrüße der Trash-Academy dieses Jahr schon einen Tag vorher. Absolut stilecht feiern wir auch dieses Jahr das besinnliche Weihnachtsfest mit Ninjaplätzchen und Plastiktannenbäumen!

Wie... ihr glaubt uns nicht? Seht doch mal selbst:
Sind sie nicht niedlich? Und schmecken tun sie auch gar köstlich :-D

Ach ja, und wegen der Plastiktannenbäume: Leute, überlegt mal, was ihr da Jahr für Jahr anrichtet, wenn ihr echte Tannenbäume kauft. Massenabschlachtungen im Hochsauerlandkreis, Leichenfledderung auf umzäunten Äckern am Straßenrand, nur um das leblose Grün zwei Wochen lang mit kitschigen Glaskugeln zu behängen und danach wieder zu entsorgen...

Tannenbäume haben auch Gefühle! Und wenn nicht... tja... schon mal über Zombi-Tannenbäume nachgedacht...


FROHE WEIHNACHTEN
EUCH ALLEN!



Sinners & Saints

(klicke aufs Cover für mehr Infos)

Release: 2010

Sean Riley ist der härteste Cop von New Orleans, der das Gesetz auf den Straßen der gebeutelten Stadt mit brachialer Gewalt durchsetzt. Verbrecher wollen seinen Tod, Vorgesetzte wollen seinen Kopf, und beides geht Sean am Popo vorbei, denn dieser Mann hat nichts mehr zu verlieren. Um ein bisschen aus der Schusslinie der Internen Ermittlung zu kommen, soll er schließlich bei der Aufklärung einer Mordserie helfen. Zunächst tappen er und sein neue Partner Will Ganz im Dunkeln, doch dann taucht unvermittelt Seans alter Kumpel Colin auf, der offenbar etwas mit den grausamen Morden zu tun hat. Als die beiden ungleichen Cops etwas tiefer graben, kommen Sie hinter ein schreckliches Geheimnis, dass nicht nur sie beide zu überwältigen droht, sondern auch noch die Familie von Ganz in Gefahr bringt. Zeit für Sean mal ordentlich in der Stadt aufzuräumen.
Joaaaa, die Story ist nu nich so richtich datt gelbe vom Ei, ne! Ne, komm, ernsthaft, also die Story ist absolut solide. Problem ist nur, dass sie auf Grund der altbekannten Zutaten aus dem großen Actionthriller-Ein-Mal-Eins ab einem gewissen Punkt recht durchschaubar ist. Trotzdem fällt es ab und zu noch schwer, der Story zu folgen. Zum Beispielt werden dem Zuschauer am Anfang sehr viele unterschiedliche Figuren um die Ohren gehauen, die man noch gar nicht zuordnen kann. Wenn sich gegen Ende dann endlich alles aufklärt, hat man trotzdem das Gefühl, dass noch etwas fehlt… das man noch etwas mehr aus dem Drehbuch hätte herausholen können… Auch manch ruhigere Szene hätte man gerne etwas kürzen können. Allerdings war eine ausgefeilte Story wahrscheinlich auch nie der Hauptanspruch der Verantwortlichen.
Innerhalb der Story bewegen sich ein paar vorzügliche Schauspieler. Allen voran Johnny Strong als Brutalo-Cop Sean Riley. Ein wahrer Glücksgriff für den Film, muss ich sagen. Strong spielt seine Figur mit stoischer Mine und zynischen Sprüchen. Immer ein bisschen heruntergekommen, mit Dreitage Bart und im Dauer-DirtyHarry-Modus. Das passt zum Gesamtwerk wie Faust auf Auge, selbst wenn es darum geht, ruhigere und nachdenklichere Töne anzuspielen. Im Verhältnis zu anderen heutigen DTV-Ramsch war seine simple aber überzeugende Spielweise und generell sein unverbrauchtes Gesicht sehr erfrischend. Nicht anders verhält es sich mit seinem Partner Kevin Phillips nund dem herrlich fiesen Bösewicht Costas Mandylor (Saw). Auch Sean Patrick Flanery hat man noch mal aus der Versenkung geholt. Ich hab den Guten mit seinen Botox-Fältchen und dem aufgedunsenen Gesicht zwar erst nicht erkannt, trotzdem macht er seine Sache ganz gut. Hinzu gesellen sich noch Tom Berenger und Jürgen Prochnow als nette Zusatzgimmiks. Hier muss jedoch gesagt werden, dass gerade Prochnows Rolle fast schon verschenkt wirkt.
Was bleibt ist natürlich die Action. Und die hat sowas von gefetzt! Heutzutage werben ja viele DTV-Werke mit handgemachter, reichlicher Action und schon nach der ersten Szene merkt man, dass man mal wieder pure Actiongülle in den Player geschoben hat. Nicht so bei S&S. Hier regnet es in regelmäßigen Abständen ordentlich viel Blei und Blut. Schon der erste Shootout gibt die straighte Richtung an. Autoblech wird genau so reichlich durchlöchert, wie heranstürmende Gegner. Und dabei ist das allermeiste handgemacht. CGI Unterstützung fällt kaum auf, dafür fetzen die Bloodpacks. Regisseur William Kaufmann legte dabei stets großen Wert auf eine möglichst realistische Darstellung und präsentiert sehr eindrucksvoll sein gutes Auge für tolle Choreografie und Kameraeinstellungen. Dazu wählte er einen passenden dreckigen Look, zeigt keine schicke Großstadtidylle, sondern heruntergekommene Hinterhöfe und Vorstadtteile, denen man noch deutlich die Hurrikanekatastrophe von 2005 ansieht. Das ganze wirkt in sich sehr stimmig und die Schauwerte halten den Zuschauer auch in ruhigeren Momenten gut bei der Stange.

Fazit:
Ein guter Actionfilm ist wie eine kalte Dusche an einem heißen Sommertag. Einfach erfrischend und wohltuend! Und hinterher weiß man wieder, wie sehr man platzende Blutpäckchen, derbe Schießereien, wortkarge schießwütige Helden und brutale Zweikämpfe vermisst hat. Ach, schön! *seufz* Einzige Wehmutstropfen wären die schwache Story, diverse Längen zwischendurch und die leider zweitklassige deutsche Syncro. In Anbetracht einer reinen DTV-Produktion ist das aber Meckern auf hohem Niveau. Tja… Sinners and Saints hieß der Streifen… von William Kaufman, der hoffentlich noch mehr so gutes Zeug abliefern wird! 4 Köppe


Expendables 2 - Trailer

Auch die Trash-Academy muss ich beim Trailerzeigen anschließen und wir sagen:

JAaaaaaa, es ist soweit! Bald, baaaaald!!!!!


Yub Nub

Warum nur war diese großartige Szene nicht im fertigen Film??
Eine Schande, ja! Eine Schande!

Roger Corman strikes again

Bereits 2008 hörte die Welt das erste mal von "ROAD RAIDERS", eine neue Produktion vom legendären Trash-Produzent Roger Corman und Master-of-Disaster-Regisseur Cirio H. Santiago, und jetzt nach dem Tod von Santiago... Gott hab ihn seelig...
Link
...naja...

...JETZT GIBT ES ENDLICH EINEN TEASER!
Nur mit dem Unterschied, dass der Film jetzt WATER WARS heißt.

Und das sieht dermaßen abgefahren aus. Gut, okay, da ist ordentlich Stock Footage reingeschnibbelt worden... erst recht, nachdem Jim Wynorski das Projekt fertig stellte... aber das ist A Blast from the past vom feinsten. Zieht euch die bewegten Bilder rein und ihr werdet verstehen. Ich kann's kaum erwarten! :-D


Danger 5 - Spione, Nazis, Dinosaurier

Hoppla, Hoppla, was kommt denn da angerauscht... Von den Machern von ITALIAN SPIDERMAN kommt nun eine Webserie... eine verdammt abgefahrene Webserie, wenn man sich den Trailer so anschaut.

Zieht euch einfach mal den besagten Trailer rein. Genießt den Wahnsinn. Lasst euch entführen in eine Welt voller StopMotion-Nazi-Dinosaurier, ketterauchenden Spionen, bunter Kulissen und Miniaturhäuschen.




Ok go!

Okay, back in business!

Dieses Video hab ich quasi aus dem Hollandurlaub mitgebracht. Hat mich doch sehr begeistert und auch wenns schon etwas älter ist, hau ich euch das Teil trotzdem um die Ohren.

Expendables-2-News



Wollt ihr mal ein paar Bildchen sehen?
So völlig nichts sagend, aber dafür nett anzusehen! Have fun ;-D

...die drei Faltigkeit des Actionkinos...

Chuck und Dolph und die anderen
Hat Norris ne Plautze bekommen oder is datt die Jacke?

Badguys sind auch nicht mehr das was sie mal waren...

Ach ja, Van-Damme ist ja auch noch dabei!

Scott Adkins ist fertig fürs Set... oder für die Gay-bar... :D


Hier gibts den Rest:

Never fight a Ninja

"With Ninjas everything is f***ing better, man!" - unkown


Zitat of the Moment

"NEVER use a knife if you attack Seagal. NEVER!!! It's not your weapon, it's his." - unkown (aber es ist sowas von wahr!)

Near death

Ich kann die restlichen Videos von Jimmy Wong nur empfehlen! Da ist wirklich beeindruckendes und vor allem extrem actiongeladenes Zeug dabei!! Have fun

Das Todeslied des Shaolin

(für mehr chop-suey-Infos klicke aufs Cover)


Release: 1977


Kung-Fu, Kanonen, glühende Handkanten und Karatezombies!


Dunkle Mächte aus Japan planen den Sturz der schwachen Chinesischen Herrscher und schicken dazu ein paar Killer nach China. Gleichzeit wird eine chinesische Prinzessin zum japanischen Oberverschwörer geschickt, um die Sache zu bereinigen. Das wollen die japanischen Killer natürlich verhindern und greifen immer mal wieder die Eskorte der Prinzessin an. Zum Glück hat die Trulla einen Schutzengel – einen geheimnisvollen Superkämpfer, ein glühender Patriot, der seine Gegner gnadenlos verdrischt. Bald geht es dem Killergrüppchen gar nicht mehr um die Prinzessin, sondern nur noch darum, deren Beschützer auszuschalten. Dazu rekrutieren Sie sich die stärksten Kämpfer Asiens.
„DasTodeslied des Shaolin“ stellt eine der letzten Regie-Drehbuch-Hauptdarstellerarbeiten von Jimmy Wang Yu da, dem einstigen Aushängeschild der berüchtigten Shaw Brothers Studios. Nach seinen Knüllern, wie „Der einarmige Boxer“ und „Duell der Giganten“ gibt Wang Yu hier nochmal alles und präsentiert ein buntes Durcheinander von Kuriositäten. Das beginnt schon mit der Handlung, die höchstens als verwirrend bis eigentlich total überflüssig bezeichnet werden kann. Den Handlungsfetzen ist recht schwer zu folgen, und das obwohl der Plot auf einen zusammengefalteten Bierdeckel passt. Überdeutlich wirken die wirren Versatzstücke als Platzhalter zwischen den Kampf- und Actionszenen.

Und von denen gibt es zahlreiche! Über den ganzen Film verteilen sich jede Menge Handkantenschläge und Wireworkakrobatiken. Wang Yu spielt dabei einen absolut übermächtigen Kämpfer, dem keiner das Wasser reichen kann. Schon mit der Anfangssequenz, in der er Sandsackpuppen durch Holzwände kickt, umgibt er sich er mit einer Aura der Unverwundbarkeit und so soll es dann auch die restliche Lauflänge weitergehen. Zwischendurch wird noch das Kampfarena-Set von „Duell der Giganten“ ausgegraben, um die Laufzeit etwas zu strecken.
Was den Film aber erst richtig gut macht, sind die vielen verrückten Einfälle. Ob es Personen, Dialoge oder Kämpfe sind – alles ist hier absolut Over-the-top inszeniert. Der Widererkennungswert zu den bereits genannten Filmen ist dabei recht groß. Zum Beispiel tauchen wieder die Kickbox-Zwillinge und der Karatemann auf. Die Zwillinge werden übrigens in einer übertrieben komischen Szene zu Countrymusik-Klängen verdroschen und mit Mehl beschmissen… Zweifelhafter Höhepunkt skurriler Gegner für Wang Yu stellen sicherlich die Kung-Fu-Zombies dar, die von den Chinesen aktiviert werden. Da kann Superfighter Wang Yu so lange rumdreschen, bis die Handkanten glühen, gegen Untote hilft am Ende eben doch nur eine vernünftige Stange Dynamit. Darüber hinaus könnte ich jetzt noch das Fächer-MG erwähnen, oder den Selbstmord des Stabkämpfers, der den Dolch deutlich sichtbar zwischen Körper und Arm vorbeischiebt, aber das würde den Rahmen sprengen. Witzig ist mal wieder die musikalische Untermalung. Hier wird unter anderem das Haupttheme von „Das Schwarze Loch“ verpulvert und mit Sicherheit noch ein paar andere bekannte Filmmusiken.
Fazit:
Kung-Fu-nsinn auf höchstem Niveau. Vielleicht sogar noch einen Ticken abgefahrener, als „Der einarmige Boxer“ und „Duell der Giganten“. Bekannter Gegner werden ausgepackt, Wang Yu ist unverwundbar und generell gibt es etliche Momente, die einfach nur zum kaputtlachen sind. Ein wunderbarer Klopperschwachsinn, für den man selbstredend was übrig haben muss, der aber auch für Trasheinsteiger geeignet ist. Und ein hoher Unterhaltungswert hat dieser Schmant dann auch noch… was will man mehr! Einziger Wehrmutstropfen für mich persönlich: Das Thema des einarmigen Boxers gefiel mir besser, da auch Wang Yu in dieser Rolle viel mehr aufgegangen ist. Das heißt aber nicht, dass das Todeslied weniger gut wäre! Ebenfalls 4 Köppe ;-)

Shanghai Trailer

Na, was haben wir denn hier?! Chow Yun Fat endlich mal wieder auf der internationalen Leinwand in einer größeren Rolle. Verschwörungszeugs, Japan kurz vor dem Eintritt in den 2. Weltkrieg, im Trailer sehr schön bebildert. Mein Interesse ist mehr als geweckt!


Kill the Boss

Bevor ich mir noch ein Remake von Hangover angucken muss (Hangover 3 - Diesmal in Russland, oder so...), zieh ich mir lieber das hier rein. Gleiche Zutaten, aber ist erscheint mir zumindest im Trailer ziemlich unverbraucht daher zu kommen.


Bellflower Clip

Ich lasse das mal unkommentiert...

Nur so viel: Ist ne Indi-Produktion und laut Artikel ist der Flammenwerfer von den Verantwortlichen tatsächlich selbst gebaut worden. :D

Flamethrower vs. Scarecrow


Red Tails Trailer

Georg Lucas beschäftigt sich auch mit etwas anderem als Indiana Jones und Star Wars?! Ja, in der Tat, das tut er. Wenn auch nur als Produzent. Der Trailer sieht jedenfalls sehr vielversprechend aus.
Link


Battleship Trailer

Ehrliche Meinung?!

Datt sieht total gaga aus! Allein der Gedanke daran, dass es sich hier um eine Verfilmung des Spiels "Schiffeversenken" mit Aliens handelt, ist schön völlig banane. Ich erwarte absolutes Nobrain-Kino der Spitzenklasse. ^^


Link

GC Evolution


privates Zeugs:


Jeder, der auch den Hauch einer Ahnung von dem hat, was dieses Video zu bedeuten hat, wird mir wohl beipflichten: Holy Crap!

Wer mit großen Kulleraugen auf den Bildschirm glotzt, kann sich ja mal schlau machen, was es damit auf sich hat. Wer weiß, vielleicht hat die Gemeinde bald neue Anhänger ;-)

Walking Dead - Season 2 Trailer

Ganz kommentarlos!

Ein Trailer zu einer ganz großartigen Serie - sofern man auf Zombies steht.
Wenn die 2. Staffel auch nur ansatzweise da weiter macht, wo die 1. aufgehört hat, dann werden wir ab Oktober alle viiiiiiiiiiiel Spaß haben. Have fun! ;-)

Mark Brandis Hörspiel-Special

Die Zukunft - trotz aller Errungenschaften so ungewiss wie nie zuvor. Im 22. Jahrhundert hat die Menschheit Raumstationen in der Unendlichkeit errichtet und erforscht das Sonnensystem - bemüht, im Weltall das zerbrechliche Gleichgewicht aufrechtzuerhalten, das auf der Erde zwischen den zwei Machtblöcken existiert: der "Union" und den "Republiken". Mark Brandis ist Testpilot und fliegt im Dienste der neutralen Venus-Erde Gesellschaft für Astronautik, kurz VEGA. Immer wieder sieht er sich vor Gefahren gestellt, in denen er sich entscheiden muss: seinem Befehl zu gehorchen, oder seinem Gewissen - für sein eigenes Wohl oder für das, woran er glaubt ...


Hörspiele auf einem Blog, der sich vorwiegend mit Trashfilmen beschäftigt? Was soll das? Nun ja, die Antwort ist einfach:

Erstens handelt es sich bei den Hörspielen um erstklassige Ware
Zweitens war und bin ich ein großer Fan der Romane
Drittens kann ich hier machen was ich will!

Als gebeutelter Mitarbeiter eines großen Konzerns im Ruhrgebiet, dem es eigentlich egal ist an welchem Ort sich seine Untergebenen aufhalten so lange sie bloß arbeiten, verbringe ich täglich bis zu zwei Stunden im Berufspendlerverkehr. Da werden selbsterstellte Musik-CD’s irgendwann langweilig und das Radio möchte man wegen dem immer gleichen Musikscheiß auch irgendwann aus der Konsole reißen und danach die Moderatoren bei lebendigem Leib häuten. Als ich an diesem Punkt war und jeden Morgen aufs Neue vor Wut und Frust ins Lenkrad gebissen hab, stieg ich auf Hörbücher und Hörspiele um und siehe da: Ausgeglichenheit machte sich breit. Die Gedanken waren nicht mehr auf gezielte Ausbremsmanöver eines heranrauschenden Audis gerichtet oder auf die Überlegung neuer Schimpfwörter, die man gegen diese penetranten „Ich-fahr-nur-100kmh-und-das-konstant-auf-der-mittleren-Spur“-Spacken. Man gleitet plötzlich über die verstopften Autobahnen dahin, stört sich nicht mehr an Staus, verstößt nicht mehr (die gesamte Strecke über) gegen Geschwindigkeitsbegrenzungen, kommt entspannt zur Arbeit und freut sich sogar auf den langen Rückweg, wenn man gerade mitten in einer spannenden Geschichte steckt.

Gerade, als eine Hörbuch/-spiel-Flaute drohte, wurde ich auf diese Hörspielreihe aufmerksam gemacht. Mark Brandis? Sofort wurde ich hellhörig. In meiner Jugend besiegelten die gleichnamigen Romane meine endgültige Abhängigkeit vom Sci-Fi-Genre. Alle Bände, die damals in der Bücherei zu bekommen waren, habe ich verschlungen, ein paar sogar mehrmals. Sie haben mich nicht nur in eine einzigartige Fantasiewelt eintauchen lassen, sie haben mich geprägt. Die Mischung aus Sciene-Fiction und sozialer Kritik, zwischen detaillierter Erklärung und perfekt akzentuierten Dialogen, zwischen ruhigen Momenten und wilden Weltraumballereien hatte eine beeindruckende Wirkung auf mich. Entsprechend groß waren verständlicher weise meine Erwartungen an die Hörspiele.

Als ich von der Reihe erfuhr, waren (und sind bisher) 11 Folgen (Doppelfolgen einzeln gezählt… wenn ja, dann sind’s 16 Episoden) produziert und veröffentlicht. Die ersten vier gönnte ich mir noch im Original auf CD (schade… keine Kassette ;-) ), die restlichen landeten als MP3-Download über Amazon auf meiner Festplatte – zu einem fast lächerlichen Preise, möchte ich anmerken, wenn man die Qualität bedenkt. Zwei Tage später lag die gesamte Reihe neben mir auf dem Beifahrersitz und wartete darauf, angehört zu werden. Bei einer durchschnittlichen Laufzeit von ca. 70 Minuten pro CD sollte ich ca. zwei Wochen gute Unterhaltung auf der Fahrt haben.

Fest stand von Anfang an, dass ich die Hörspiele auf eine ganz eigene Art bewerten musste. Die Erinnerungen an die Bücher waren eh nur noch grob im Kopf und ich konnte mir eine Umsetzung des gesamten Umfangs eines Buches auf die knappe Laufzeit auch kaum Vorstellen. Außerdem hatte ich bereits im Vorfeld erfahren, dass die Story teilweise abweicht. So wurden z.B. Personen verändert, oder der Handlungsablauf geändert.

Los ging es mit Folge 1 „Bordbuch Delta VII“.
Die Delta VII, der Prototyp eines neuartigen schweren Raumkreuzers, ist auf dem Weg zur Erde, als sie plötzlich angegriffen wird. An der Erdoberfläche hat der faschistische General Smith durch einen Putsch die Macht über die Union (Europa, Afrika, Amerika) an sich gerissen. Es droht der dritte Weltkrieg, diesmal gegen die Republiken (Asien, Indien und der Rest). Die Delta VII kann entkommen, flüchtet zur Venus-Kolonie und schließt sich dort dem Widerstand an. Mark Brandis ist zu dieser Zeit Testpilot der Delta VII und nimmt an einem Selbstmordkommando teil, bei dem der ehemalige Präsident der Union aus einem Gefängnis befreit werden soll. Nach dem Märtyrertod seines Commanders wird Brandis zum neuen Befehlshaber des Schiffes. Mit dem mächtigen Prototyp und seiner Crew hat er zwar den Auftrag erfüllt – der Krieg jedoch hat gerade erst begonnen.

Wie isses:
Gut! Sogar sehr gut! Allen Folgen ist gemein, dass gänzlich auf einen Erzähler verzichtet wurde. Zwar ist die Handlung immer aus der Sicht von Mark Brandis erzählt, aber die nötigen Versatzteile, die man sonst vorgekaut bekommt, darf man sich hier selbst zusammenreimen. Eingewöhnungszeit liegt trotzdem bei unter 5 Minuten. Grund dafür ist die hervorragende Soundkulisse, die jede noch so unbedeutende Szene zum Leben erweckt, und die ambitionierten Sprecher, die den handelnden Figuren nachvollziehbare Tiefe einflößen. Die Story ist zwar einfach gestrickt und bedient sich reichlich an geschichtlichen Ereignissen, trotzdem zieht sie den Hörer schnell in ihren Bann und man fängt an, mit Mark Brandis und seiner Crew mit zu fiebern. Übrigens gehören die ersten vier Folgen einem Zyklus an, das Ende ist somit ein offenes.


Folge 2 „Verrat auf der Venus“
Mark Brandis hat einen neuen Auftrag angenommen. Er soll einen Kontaktmann zum Mond bringen, der sich dort mit einem Maulwurf treffen will. Das Unterfangen geht schief, die Delta VII kann sich nur durch die Warnung eines Unbekannten retten. Zurück auf der Venus stellt die Crew mit erschrecken fest, dass der General auch hier seine Männer in Stellung bringen konnte. Der Delta-Crew bleibt nicht anderes übrig, als abzudrehen. Mit der Sprengung der Bodenkontrollstation durch die Schiffgeschütze erklärt sich die Delta VII vogelfrei und flüchtet sich auf eine Raumstation. Dort werden die Männer zunächst gefangen genommen und können aber gleich darauf dank eines Aufstandes die Kontrolle zurückerlangen. Durch die Zerstörung eines feindlichen Schiffes gelangt Brandis an die Invasionspläne für die Republiken und fasst darauf hin einen tollkühnen Plan.

Wie isses:
Besser! Noch besser als Folge 1. Die Verantwortlichen haben sich richtig ins Zeug gelegt. Es gibt Weltraumgefechte, Zwischenmenschliche Konflikte und Schicksale, Gewissensbisse und wieder die anspruchsvolle Soundkulisse auf die Ohren. Der Actionanteil ist hier etwas erhöht worden und dank den Sprechern sind mir die Charaktere jetzt schon richtig ans Herz gewachsen. Auch wegen den tollen Dialoge fühlt man mit ihnen, versteht ihre Lage und bangt um die Schicksale der Einzelnen. Die Ereignisse schließen direkt an Folge 1 an und auch hier gibt es wieder ein offenes Ende.
Folge 3 „Unternehmen Delphin“
Brandis wird von den Chinesen gefangen genommen. Kurz vor seiner Erschießung wird er doch noch erhört. Endlich beginnt eine Zusammenarbeit zwischen dem Widerstand und der Republik. Bei einem später geplanten Treffen mit dem Widerstand kann Brandis in letzter Sekunde der Armee des Generals entkommen. Als er wieder zu sich kommt, trifft er an Bord eines gerade noch rechtzeitig eingelaufenen U-Bootes auf einen alten Bekannten, der doch noch unter den Lebenden weilt. Gemeinsam schmieden Sie einen Angriffplan, um die Invasion der Republiken zu verhindern. Der Plan geht auf, der Angriff wird erfolgreich, wenn auch unter hohen Verlusten, erledigt. Zurück auf der zuvor besetzten Raumbasis finden sie dort niemanden mehr vor. Plötzlich wissen Brandis und seine Crew nicht mehr wohin…

Wie isses:
Es geht weiter bergauf! Wer alle drei Folgen hintereinander gehört hat, müsste spätestens jetzt vom Brandis-Fieber gepackt worden sein. Sowohl die Dramatik, als auch die Action ist wieder angezogen worden. Die Schicksale der Hauptfiguren und die Auseinandersetzungen untereinander werden immer deutlicher gezeichnet. Auch an das Fehlen des Erzählers hat man sich spätestens jetzt gewöhnt. Ich für meinen Teil habe es richtig genossen, mir selbst ein Bild machen zu können und mir das Geschehen vorzustellen. Wieder gibt’s ein offenes Ende, zwar mit Teilerfolgen, aber noch ist der Krieg nicht beendet.

Folge 4 „Aufstand der Roboter“
Europa hat eine Gegenpartei zur Union unter der Führung des faschistischen General Smith gebildet. Der Widerstand bekämpft die Truppen des Generals von Berlin aus an allen Fronten, kann aber höchstens Nadelstiche verteilen. Brandis und die Delta VII sind derweil seit mehreren Monaten im All unterwegs. Weit ab von jeglicher Zivilisation finden sie eine längst zerstört geglaubte Raumstation. An Bord treffen sie auf Klone, die dem General durch Gehirnimplantate absolut gefügig sind. Mit einer erbeuteten Kiste Gehirnchips fliegen sie zurück zur Erde und schließen sich dort wieder dem Widerstand an. Mit einem Plan wollen sie die Kunstmenschen umpolen und gegen den General aufbringen. Augenscheinlich misslingt dies, denn Brandis und seine Crew findet sich Monate später vor einem Tribunal wieder. In letzter Sekunde fangen die Klone dank neu übermittelter Persönlichkeit an zu rebellieren. Brandis stellt den General schließlich auf seinem Raumschiff und setzt dem Schrecken endgültig ein Ende. Er beendet damit einen 2 2/1 Jahre langen Krieg.

Wie isses:
Es wird ein Gang zurückgeschaltet, was die Action angeht. Dafür wird weiter an der Dramatik und Atmosphärenschraube gedreht. Ist aber nicht schlimm, denn es widerfahren den Hauptfiguren geradezu tragische Schicksale. Freunde sterben, Geliebte sterben, Tod und Verderben des Krieges ist allgegenwärtig. Auch ist diese Folge von Allen die mit dem bisher pessimistischsten Grundton. Ist mal was anderes und ich wusste das auch durchaus zu schätzen, wenngleich mir ein paar fetzige Weltraumschlachten ein bisschen lieber sind. Auf Grund der Informationsdichte des Buches wirkt sowohl diese, als auch Folge 3, etwas zu sehr zusammengestaucht. Das ist aber eher Meckern auf hohem Niveau! Wenn man alle vier Folgen in Ihrer Gesamtheit betrachtet, eröffnet sich eine geradezu epische Geschichte, mit einem ordentlichen Schuss sozialer Kritik und dem übermittelten Gefühl, etwas besonderes gehört zu haben!

Folge 5+6 „Testakte Kolibri“
Brandis wird Projektleiter des Projekts Kolibri - ein schneller Ein-Mann-Jäger, welcher sich mühelos unter Wasser, in der Luft und im freien Raum bewegen kann. Als er das Projekt übernimmt sind bereits 5 Testpiloten gestorben. Weitere Opfer folgen in den kommenden Wochen. Sogar Brandis selbst wird Opfer eines defekten Kolibris und überlebt nur schwer verletzt. Zunächst wir auf Pilotenfehler spekuliert, dann kommt das erste mal das Wort Sabotage ins Spiel…

Wie isses:
Die Story ist längst nicht mehr so dicht, wie in Teil 1 bis 4, trotzdem hat man dieser Doppelfolge eine Laufzeit von über 100 Minuten spendiert. Im Vordergrund steht weniger die Geschichte – diese dient nur als Aufhänger – als viel mehr die handelnden Figuren. Es werden viele Hintergrundinformationen zu den Testpiloten geliefert, ein wichtiger Charakter, der sich in späteren Folgen noch öfters blicken lässt, wird eingeführt, Mark Brandis gibt ein bisschen mehr über sein Privatleben preis. Es gibt ein paar wesentliche Abänderungen zum Buch, z.B. ist ein Charakter plötzlich weiblich und ein anderer wird nicht zum Opfer des Projektes. Wenn man etwas Action haben will, muss man schon bis zur zweiten Hälfte der zweiten Folge warten. Generell ist die Testakte eher ziemlich ruhig gehalten, da wie gesagt die zwischenmenschlichen Beziehungen im Vordergrund stehen. Diese Folge war in Ihrer Gesamtheit ein zweischneidiges Schwert für mich. Ich weiß noch, dass ich auch vom Roman nicht so richtig begeistert war. Auf der anderen Seite hat es wieder sehr viel Spaß gemacht, mehr aus Brandis’ ereignisreichem Leben zu erfahren und an diesem besonderen Hörspiel teilzunehmen, auf der anderen Seite hätte es auch weniger Laufzeit sein können.

Folge 7+8 „Vorstoss zum Uranus“
Bereits in der vorherigen Folge wird der erste Flug zum Uranus angekündigt, jetzt ist es soweit. Doch es ist nicht Brandis, der mit seinem Schiff aufbricht, es ist sein Nebenbuhler Commander Scott. Der legt aber wegen seinem übertriebenen Ehrgeiz in einem tiefen Canyon auf einem Uranusmond eine Bruchlandung hin. Das Schiff kann aus eigener Kraft nicht mehr starten und die beiden Bordingeneure müssen den Canyon hinaufklettern, um einen Notruf zur Erde absetzen zu können. Gleichzeitig hat auch die Republik Schiffe los geschickt, um an die Pläne von Smith’ Raumschiff zu kommen. Mark Brandis mit seiner Hermes, ein superschneller Protonenkreuzer, ist als einziger in der Lage, noch rechtzeitig für eine Rettung vor Ort zu sein. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Wie isses:
Wieder eine Doppelfolge, wieder viel Laufzeit. Im Gegensatz zu „Testakte Kolibri“ ist hier aber wieder mehr Sci-Fi und weniger Abenteuer angesagt. Der erste Teil wird aus der Sicht von Scott und seiner Mannschaft erzählt, unterbrochen von kurzen Passagen auf der Erde. Damals hat das Buch schon viel Eindruck bei mir hinterlassen und auch hier wurde ich nicht enttäuscht. Mir kam sogar das viele Technobabel sehr entgegen, das von anderen Hörern eher als nervig betrachtet wurde. So war die missglückte Ankunft auf dem Uranusmond purer Hörgenuss und auch die spätere Wanderung der beiden Techniker war ganz großes Kopfkino. Nicht minder interessant ist der zweite Teil, der fast zeitgleich die Erlebnisse von Mark Brandis schildert. Hier gibt’s als einzigen kleinen Wehrmutstropfen die Synchronsprecherin der Astrologin, die sich ziemlich emotionslos durch die Dialoge kämpft… vielleicht sollte das kühl und distanziert wirken, ich empfand es aber eher als gewollt und nicht gekonnt. Trotzdem ist es wieder einmal dem Sound und den restlichen Sprechern zu verdanken, dass z.B. die beklemmende Atmosphäre auf dem havarierten Schiff mühelos an den Hörer übertragen wird. Eine großartige Leistung (ich drohe, mich zu wiederholen…). Für mich die bisher beste Folge – genau so wie das Buch, welches ja eigentlich zu den schwächeren Werken gezählt wird. Meine Prioritäten liegen aber vielleicht auch einfach woanders.

Folge 09+10 „Raumsonde Epsilon“
Direkt nach den Ereignissen auf dem Uranus bekommt Brandis den Geheimauftrag, eine möglicherweise außerirdische Sonde zu bergen. Ohne es zu wissen, geraten er und seine Crew dabei mitten in eine Verschwörung. Sie werden von der „Dritten Macht“ gefangen genommen und nur durch Glück können Sie entkommen. Jetzt hat die kleine Crew nicht nur die Republiken am Hals, die nach der Sonde suchen, sondern auch noch einen Feind unbekannter Stärke. Trotzdem entschließt sich Brandis, die Sonde zu suchen. Am Jupiter kommt es zu einem weiteren Zwischenfall, diesmal mit der Republik. Der chinesische Kommandant kapert die Hermes und lässt Brandis und seine Crew auf einer Mondstation internieren. Durch Glück im Unglück werden sie jedoch kurze Zeit später von der Dritten Macht wieder aufgelesen. Gemeinsam machen sich nun alle auf dem Weg zur Sonde, die nicht nur ein schreckliches Geheimnis offenbart, sondern Mark Brandis auch noch vor eine kaum lösbare Aufgabe stellt.

Wie isses:
Die Geschichte um die Raumsonde macht genau da weiter, wo der Flug zum Uranus aufgehört hat. Für die kleine Crew der Hermes gibt es keine Verschnaufpause und die Doppelfolge gleicht zu großen Teilen einem Katz- und Mausspiel, das wieder großartig in Szene (oder besser gesagt in Klänge) gesetzt wurde. Vielleicht wirkt die Geschichte um die Sonde und die daraus entstehende Moralpredigt mittlerweile etwas abgedroschen – schließlich ist der zu Grunde liegende Roman bald 40 Jahre alt - aber dem Hörspielteam kann man hier wohl kaum einen Vorwurf machen. Im Gegenteil: Auch hier holen die Sprecher wieder sämtliche Kohlen aus den Fegefeuern und die Soundtechniker fackeln ein wahres Klangfeuerwerk ab. Trotz altbackener Story ein absolutes Hörvergnügen mit einem konsequent aufgebauten Spannungsbogen und gezielten Dialogzeilen.

Folge 11+12 „Die Vollstrecker“
Auch in 100 Jahren ist die Erde immer noch genauso gebeutelt wie heute. Neben zahlreichen Naturkatastrophen und der Überbevölkerung gibt es nach wie vor die Spannungen zwischen den großen Machtblöcken. Da ist es ja kein Wunder, dass plötzlich wieder Terroristen auftauchen. Diesmal allerdings welche mit Weltenhassformat und Kontakten bis ganz oben. Anders ist es jedenfalls nicht zu erklären, dass auf der ganzen Welt (und im All) tödliche Anschläge verübt werden. Als auch noch Mark Brandis’ alter Freund unter Verdacht gerät, gerät seine Welt aus den Fugen. Um jeden Preis will er die Unschuld seines Freundes beweisen und stößt dabei nicht nur an den Rand der Legalität, sondern auch an die Grenzen seines Gewissens.

Wie isses
Genial! Auch hier steht und fällt die gesamte Episode mit den Leistungen seiner Sprecher, allen voran Michael Lott (Mark Brandis) und Holger Umbreit (Robert Monnier), die hier Gas geben, als gäbe es kein Morgen mehr. Sie schaffen es, die innere Zerrissenheit ihrer Figuren und das massiv gestörte Vertrauensverhältnis der alten Freunde innerhalb weniger Sätze zum Ausdruck zu bringen. Sehr beeindruckend und vor allem mitreißend. Überhaupt steht hier wieder mehr das Zwischenmenschliche im Vordergrund, was aber wie gesagt nicht schlecht ist. Daneben spielt diese Episode auch mit Krimielementen und politischen Intrigen, wenn es darum geht Informationen und Beweise zu beschaffen und die Vollstrecker zu entlarven. Dazwischen sorgt astreines Weltraumgeballer für Abwechselung. Mittlerweilen wissen die Verantwortlichen auch mit der Laufzeit einer Doppelfolge umzugehen, denn hier wird jede Minute zum Spannungsaufbau genutzt. Die Ereignisse spitzen sich nach und nach immer weiter zu und es gibt kaum Atempausen für den Zuhörer.

Folge 13+14 „Pilgrim 2000“
Die Besatzung der Hermes ist auf dem Rückweg von einer schwierigen Mission. Dabei müssen sie die Sonne umfliegen und sind ohne Kontakt zur Erde. Plötzlich entdecken Sie ein verschollen geglaubtes Generationenschiff, welches vor über 50 Jahren von der Erde gestartet war. Brandis entschließt sich für ein Andockmanöver, um an Bord der Pilgrim 2000 nach Überlebenden zu suchen. Doch aus der Suche nach Menschen an Bord des 8km langen Schiffes wird für die kleine Crew schnell ein Kampf ums Überleben. Nicht nur, dass ein Unbekannter Kontrolle über Ihre Gedanken erlangen kann, es gibt auch intelligente und terriergroße Riesenratten, die den Besuchern im wahrsten Sinne des Wortes an den Kragen wollen.

Wie isses:
Ich hatte hier echt bedenken… das Buch war mir nicht gerade eines der liebsten. Zu wenig Weltraum, ein zu verrückter Plot und überhaupt insgesamt ziemlich abgedreht. Auch hat das Buch mit viel zu offensichtlichen Logikfehlern zu kämpfen, z.B. warum hat das schnellste Schiff der Vega solche Probleme an der Sonne vorbei zu kommen. Die Umlaufbahnen der Planeten verlaufen außerdem doch nicht alle waagerecht und die Notwendigkeit, um die gesamte Sonne herum zu fliegen erschien mir doch recht unrealistisch. Wie dem auch sei: Das Hörspiel nimmt sich von all den Negativseiten des Romans nichts an und präsentiert stattdessen eine etwas abgewandelte Story rund um die Pilgrim – eine wesentlich bessere, möchte ich nebenbei bemerken! Da die Story größtenteils auf dem riesigen Schiff spielt, ist die Sprecherriege diesmal übersichtlicher ausgefallen und soll auch im laufe der Episode wieder etwas zusammenschrumpfen, denn wie in fast jedem Brandis-Hörspiel erwischt es auch hier wieder eine Figur. Zum Glück bekommt der Hörer dafür den Stammsprecher von Nicolas Cage – Martin Kessler – als neues Crewmitglied zu hören. Der hat – ähnlich wie alle anderen Sprecher auch – viel Spaß an seinem Job und verleiht seiner Figur nachhaltigen Charakter. Schon fast unnötig zu erwähnen, dass es wieder einmal den Tontechnikern zu verdanken ist, dass diese Folge trotz den begrenzten Handlungsorten und Sprechern unheimlich atmosphärisch und authentisch rüberkommt. Dazu kommt sehr gut ausgearbeitete und geschickt veränderte Handlung, die immer dann wieder aufs Gas drückt, wenn es droht langweilig zu werden. Tolle Unterhaltung, tolle Folge und immer noch auf gleichbleibendem, sehr hohem Niveau.

Folge 15 „Aktenzeichen: Illegal“
Captain Grischa Roman verlobt sich mit Ko Ai, einer Astrophysikerin aus den Republiken. Doch die Lage ist gespannt. Wegen zweifelhafter Gesetze in den Republiken wird ihre Auslieferung verlangt. Brandis versucht zu helfen und hat bald alle Hände voll damit zu tun, seine Freunde zu schützen und sich einen Mistkerl von den Streitkräften vom Hals zu halten. Da dieser jedoch auch vor skrupellosen Tricks nicht halt macht, muss sich Brandis für nicht ganz legale Wege entscheiden.

Wie isses:
Schon wieder so eine Verhörspielung eines Brandis-Romans, der mir damals nicht so richtig zu sagte. Und schon wieder muss ich zugeben, dass die Verantwortlichen mit ihrer Herangehensweise an den Stoff alles richtig gemacht haben. Der Kniff, einen Großteil der Handlung in Rückblenden zu erzählen, kommt gut an und lockert die Handlung angenehm auf. Auf großartige Actioneinlagen hat man hier ebenfalls fast gänzlich verzichtet. Was hier im Vordergrund steht, ist ganz klar soziale Kritik. Schon eindrucksvoll, wenn man bedenkt, dass die Vorlage mal wieder aus den 70igern stammte. Vielleicht haben sich die Verantwortlichen aber auch gerade deswegen für diese Geschichte entschieden. Das Thema um die Auslegung von Menschenrechten haben sie jedenfalls wunderbar in den Mittelpunkt gerückt und dementsprechend gut umgesetzt. Natürlich ist der Produktionsaufwand dieser Episode wieder sehr hoch, auch wenn sie mich nicht im selben Umfang mitreißen konnte. War ganz nett für zwischendurch, aber mir persönlich ist mehr Sci-Fi einfach lieber. So gestaltet sich meine Meinung ähnlich wie die über „Testakte Kolibri“, nur dass dieser Folge hier die kürzere Laufzeit zu Gute kommt.

Folge 16 „Operation Sonnenfracht“
Erdbeben in San Fransisco – die Crew der Hermes, die gerade noch auf einer Messe tausenden Besuchern Rede und Antwort stehen musste, kann sich gerade noch retten, bevor die halbe Stadt im Ozean versinkt… der Auftakt zu einem furchtbaren Wettlauf gegen die Zeit, bei dem es im schlimmsten Fall um die Rettung der gesamten Menschheit geht. Denn durch das Erdbeben sind die tektonischen Platten mächtig ins Zittern geraten und bedrohen nun ein Endlager für mehrere Millionen Tonnen Atommüll in einem erloschenen Vulkan in Afrika. Brandis muss die Kastanien aus dem Feuer holen und beschließt ein waaghalsiges Unterfangen. Innerhalb eines knappen Zeitrahmes soll der Atommüll in die Sonne geschossen werden. Als wäre das nicht schon schwierig genug, kommt es auch noch zu Streitigkeiten mit seiner Frau und ob es nicht vorher ein weiteres verhängnisvolles Erdbeben gegen wird, kann niemand mit Gewissheit vorhersagen.

Wie isses:
Holla die Waldfee – was für ein Episodenauftakt. Gleich vorweg, hier wird die Rahmenhandlung für die kommende Doppelfolge „Alarm für die Erde“ (gerade in der Mache) geschaffen und diese Rahmenhandlung hat es in sich. Ich will gar nicht zu viel verraten, aber der Kampf gegen die tickende Bombe im Vulkan ist schon verdammt gut rübergebracht. Bei dem Erdbeben in Frisko hab ich ne Gänsehaut bekommen und der Cliffhanger am Ende der Folge zieht einem dem Boden unter den Füßen weg (vor allem, wenn man die Vorlage nicht kennt). Unglaublich, wie zukunftsweisend der Roman schon damals war – im Buch ein Endlager im Kilimandscharo, heute Fukushima und Gorleben. Der Autor war wahrscheinlich einer der wenigen Personen, die sich auf diese Weise bereits in den 70igern mit der Problematik des Atommülls, der Endlagerung und den Gefahren für spätere Generationen beschäftigt haben. Und gerade vor diesem Hintergrund funktioniert diese Folge – nicht zu letzt wieder dank ausgezeichneter Sprecher und technischer Umsetzung – überhaupt so gut. Sollte die nächste Folge genau da anknüpfen, wo diese aufhört, kündigt sich hier ein kleiner Hörspielzyklus epischen Ausmaßes an! Das schlimmste ist eigentlich nur die Wartezeit auf die Fortsetzung…


Fazit:
Und bis heute stehe ich manchmal vor meinem (recht mageren) Bücherregal und betrachte verträumt lächelnd meine ersten 6 Brandis-Bände in. So gut diese Bücher auch sind, die Hörspiele sind von nicht minderer Qualität. Auch für fantasielosere Geister sollte die Hörspielwelt dank den herausragenden Sounds und Sprechern schnell Gestalt annehmen. Ich meine, ich hab in den kurzen Episodenbewertungen ja schon hinreichend beschrieben.

Manche werden das fehlen eines Allwissenden Erzählers vielleicht vermissen – was man niemandem vorwerfen kann, ist man doch von den üblichen Hörspielen dahingehend extrem verwöhnt. Bei den Drei??? bekommt der Hörer z.B. die gesamte Handlung vorgekaut, ob durch Erzähler oder Kommentare der handelnden Personen. Da kann es schon mal gewöhnungsbedürftig sein, wenn es höchstens mal einen inneren Monolog Brandis zu hören gibt. Ich würde mich nie anmaßen, etwas schlechtes über die Drei??? zu sagen, aber die MB-Hörspiele zeigen deutlich, wie gut ein Hörspiel ohne Erzähler sein kann. Ich habe mich darauf eingelassen und wurde nicht enttäuscht, sondern eher beeindruckt. Und das nicht nur aus diesem Grund, sondern auch wegen zwei weiteren wesentlichen Merkmalen eines Hörspiels: Sprache und Klänge.

Die Sprecherriege spricht sich nämlich wirklich die Seele aus dem Leib! Allen voran Michael Lott, der in seiner Figur Mark Brandis aufgeht, wie kein zweiter. Natürlich wäre es unfair, die anderen Sprecher unberücksichtig zu lassen. Denn auch sie erwecken ihre Figuren durch herausragendes Engagement zum Leben. Trotzdem muss ich sagen, dass Lott – der nun mal die Hauptrolle spricht – sehr stark dazu beigetragen hat, dass dieses Projekt so erfolgreich geworden ist und sich weiter auf dem Vormarsch befindet.
Die gleichen Superlative könnte ich jetzt natürlich auch für die bereits oft gelobte Geräuschkulisse bringen. Ohne die entsprechende musikalische Umsetzung und die Soundeffekte wäre auch die beste Geschichte nutzlos. Sie lassen Bilder in den Köpfen der Hörer entstehen, die bunter, schärfer und besser sind, als jedes Filmbild. Dabei haben die Verantwortlich eine ungewöhnlich hohe Detailverliebtheit an den Tag gelegt. Überall sind kleine Hintergrundgeräusche zu hören, welche die Szenerie für den Hörer immer noch ein Stückchen intensiver erscheinen lassen, als es sonst im Durchschnitt der Fall ist. Ein Festschmaus für die Ohren!

Ich für meinen Teil kann nur hoffen, dass sich das Label nicht lumpen lässt, noch weitere Folgen zu produzieren und das diese Folgen genau so erfolgreich bei den Hörern einschlagen, wie zuvor. Wenn die Verantwortlichen genau so weitermachen, nicht nachlässig werden, sich vielleicht sogar noch steigern können… ich würde vorbeifahren und jedem einzelnen einen dicken, feuchten Schmatzer auf die Backe drücken. Danke für diese tolle Hörspielreihe, bei der ich aus irgendeinem Grund von Anfang an das Gefühl hatte, etwas ganz besonderes genießen zu dürfen.




LINKS:
hier findet ihr auch auch Hörproben und und und

Mark Brandis.de

Folgenreich
Brandis-Wiki





Zitat of the Moment

Jaja, lange nix gepostet und dann nur ein Zitat of the Moment? Wo soll das noch alles hinführen... IN DIE ANARCHIE!!! :-D

Spaß beiseite... ich ticker gerade an einem längeren Beitrag zu einer Hörspielreihe, die hier als Mini-Special präsentiert werden soll. Hintergründe erfahrt ihr dann, wenn der Text feddich ist. Ansonsten war nicht viel Trash diesen Monat am Start. Diverse WangYu-Klopper liegen noch auf Halde und generell wollen noch ein zwei, drei andere Wuxia-Streifen gesichtet werden. Also keine Sorge, es geht immer weiter, nur eben seeeeeehr langsam... Have fun!




Ach so... ach ja... das Zitat:

"Weißt du nach Jeans shoppen ist wie eine Freundin suchen... es dauert ewig und wenn du eine gesehen hast die dir gefällt, passt sie nicht richtig zu dir oder du findest die richtige größe und das aussehen, stellst dann aber fest, dass sie zu weit ist weil sie schon zu viele anprobiert haben..."

Lesung des Stammtischphilosophen Sebulon McMoese
Kapitel 7, Vers 3

Eine Faust wie ein Hammer

(klicke aufs Cover für mehr einarmige Infos)



Release: 1971

Besser Arm ab, als Arm dran

Nachdem der Schüler Liu Ti Lung die halbe Klasse einer anderen Kampfschule verdroschen hat, weil sich diese Rüpel in einem Lokal nicht anständig benehmen konnten, fordert der Meister der anderen Kampfschule – Kao Chao - Ti Lungs Auslieferung. Das wird natürlich nicht gestattet – viel mehr wird ihm wegen seiner großen Klappe von Ti Lungs Meister ordentlich der Hinter versohlt.

Geschlagen und Gedemütigt besorgt sich der Verdroschene Chao ein paar Söldner - eine mürrisch dreinblickende, aber insgesamt lustig anzusehende Truppe, die von aufblasbaren Lama-Mönchen bis hin zu KungFu Vampiren alles zu bieten haben. Gemeinsam verdreschen sie Ti Lungs Kollegen, töten seinen Meister und schlagen Ti Lung auch noch den recht Arm ab.

Schwer angeschlagen… oder sollte ich sagen, schwer abgeschlagen *haha* … jedenfalls kann Ti Lung entkommen. Mit Hilfe eines weisen alten Mannes und seiner Tochter kommt er in Rekordzeit wieder auf die Beine und schließlich kann sich unser armloser Held auf seinen Hauptgedanken konzentrieren: RACHE! Grausame, blutige, bittersüße Rache!
Doch wie anstellen?! Mit einem Arm kämpft es sich nicht sehr gut und wer einen Arm abschlagen kann, schafft das in der Regel auch mit dem anderen. Ti ist also etwas niedergeschlagen (oder sollte ich sagen Armgeschlagen? :D okay, okay, ist ja gut…), doch die Tochter des Alten weiß Rat: "Mein Vater hat krasse Kräuter zu Hause, mit denen wir dich superstark machen können. Doch zunächst müssen wir alle Nerven in deiner Hand abtöten. Dazu musst du deine Pranke so lange in glühende Kohlen stecken, bis sie schön knusperig ist und fies müffelt!" (freie Interpretation) Gesagt, getan und eine razifatzi Standbild-Trainingsmontage später ist Ti Lung wieder genesen und trainiert seine Hand, indem er einen großen Stein immer wieder drauf fallen lässt... Ja, dieser Ti Lung war noch ein echter Kerl, der sich von so Kleinigkeiten erst gar nicht Beeindrucken ließ!
Was folgt, ist klar: Nach und nach knöpft sich Jimmy die einstigen Peiniger vor. Seiner Dampfhammerfaust kann sich niemand entgegenstellen. Den ersten Widersacher boxt er einfach aus nem Haus raus (1. Stock), ohne groß mit der Wimper zu zucken. In einem alten Steinbruch kommt es dann zum finalen Showdown und der Kampfzwerg kann zeigen, wie viel Power tatsächlich in einer einzigen Faust stecken kann. Ob einfaches Angepiekse oder Zeigerfingerhandstand: Dresche ohne Ende ist angesagt!

Alter Falter, was für ein KunFUnsinn! Aber extrem unterhaltsam! Was uns hier präsentiert wird, geht teilweise auf keine Kuhhaut mehr. Im Vorgängerklopper von "Duell der Giganten" ist Jimmy Wang Yu vielleicht noch nicht ganz so weise und kampfstark. Auch muss er sich erst noch als Schüler einer großen Kampfschule behaupten. Viel Courrage und Engagement legt er jedoch auch hier schon an den Tag.

Überhaupt verfügt er über eine wahnsinnige Leinwandpräsenz. Dieser kleine Mann, der privat nichts auf die Reihe bekam, strahlt auf Zelluloid eine faszinierende Sympathie aus, ohne die er wohl nicht zu einem solchen Zugpferd für die Shaw Brother werden konnte. Seine Kampfkünste hätten dafür nämlich garantiert nicht gesorgt. Davon hatte er nie so richtig was gelernt und bezog sein Wissen um Kicks und Tritts aus vergangenen Straßenkämpfen. So kommt sein Gefuchtel immer sehr wüst daher und ist längst nicht so geschmeidig, wie man das von anderen großen Martial Arts Stars gewohnt ist. Aber genau dieser Tatsachen verdankt Jimmy auch heute noch seine ungebrochene Popularität.
Übrigens zählt „Der einarmige Boxer“ zu den Mitbegründungswerken, welche die KungFu-Film-Welle in den 70igern auslösten. Auch an der im Grunde genommen lächerlich einfachen Handlung (Typ erlebt Schicksalsschlag, rappelt sich wieder auf, sinnt auf Rache, töte alle) orientierten sich viele Nachfolger. Viele machten es besser, noch mehr machten es schlechter, aber keines hatte mehr einen so coolen Typen, wie den Einarmigen Boxer Ti Lung zu bieten (bis auf die direkten Fortsetzung natürlich).

Heutzutage wirkt der Streifen natürlich ziemlich skurril, ja geradezu verrückt. Zwar war er damals bestimmt mal als launiges Rache-Epos ausgelegt, doch jetzt mal ernsthaft: Wie soll man die oben geschriebene Story + KungFu-Vampire denn bitte ernst nehmen?! Geht nicht, muss man aber auch nicht. „Der einarmige Boxer“ ist nämlich trotz des hohen Trashfaktors immer noch ganz großes Tennis! Im direkten Vergleich hat die Fortsetzung "Duell der Giganten" eine Nasenlänge vorsprung, was vor allem daran liegt, dass dort Elemente aus dem Erstling wieder aufgegriffen und in verbesserte Form verwendet werden. So zum Beispiel die Widersache mit ihren unterschiedlich Kampfstilen.
Fazit:
Im Nachfolger „Duell der Giganten“ geht’s noch einen Ticken Wahnsinniger zu, aber das macht das Erstlingswerk keineswegs schlechter. Seiner Fortsetzung steht es in kaum was nach und überzeugt vor allem dank Jimmy Wang Yu in der Hauptrolle auf ganzer Linie. Genreliebhaber sollten sich diese Granate der glühenden Handkanten auf keinen Fall entgehen lassen. Wer zögert, der wird vom einarmigen Boxer sofort kaputt geboxt! „Du aufgeblasener Wurzelzwerg. Sonst lass ich dir die Luft ab!“ 4 Köppe

Footloose Trailer

Na guck einer an: Ein Footloose-Remake! Und dann auch noch mit Dennis Quaid.
Na wenn der Streifen es nicht wert ist gesehen zu werden, dann weiß ich auch nicht mehr...



PS: Ich hasse dich, Harry ;-D

Das Schwarze Loch

(klicke aufs Cover für mehr Infos)


Release: 1979

So schön und doch so inkonsequent...


Zu einer Zeit, als Disney's Führungsetage nicht mehr so recht wusste, in welche Richtung es denn nun gehen sollte und worein man das viele, viele Geld so pumpen könnte, entstanden ein paar interessante Filmische Werke. Eines davon - das erste und meines Wissens einzige Werk mit einer PG13-Freigabe - war "Das Schwarze Loch" von Gary Nelson (unzähliger Serienquatsch und Quatermain II - Auf der suche nach der geheimnisvollen Stand).
Die Crew der Palomino ist auf dem Weg zurück zur Erde. Die Suche nach außerirdischem Leben in den weiten des Alls hat sich als Fehlschlag herausgestellt. Während man also etwas demotiviert durch den Weltraum gondelt, entdeckt der kleine fliegende Blecheimer V.I.N.C.E.N.T ein gigantisches schwarzes Loch. Als man näher ran fliegt, entdeckt die Crew plötzlich ein Raumschiff, welches sich als die Cygnes herausstellt, die mit der selben Mission Jahre zuvor ins All geschickt wurde und bisher als verschollen galt. Bei dem Versuch, sich der Cygnes zu nähern, wird die Palomino beschädigt und muss an dem Geisterschiff andocken. Doch so verlassen wie angenommen ist das riesige Schiff gar nicht. Hans Reinhard herrscht an Bord über eine gesichtslose Robotorarmee. Mehrere Jahrzehnte der Einsamkeit haben allerdings so ihre Spuren an dem Wissenschaftler hinterlassen. Nicht nur, dass er direkt in das schwarze Loch hineinfliegen will, auch die Crew der Palomino will er nicht mehr so richtig gehen lassen.
Mit einem Multimillionen-Dollar-Budget wollte man damals an den Erfolg von "Star Wars" anknüpfen. Die Disney-Studios erfanden dafür sogar eine neuartige Aufnahmetechnik und erschufen gigantische Sets. Leider blieb das Projekt am Ende hinter den Erwartungen zurück, was vor allem an einer deutlich spürbaren Inkonsequenz lag.
Der Ausstattung und den Effekten kann man dabei definitiv nichts ankreiden. Die Raumschiffmodelle sind detailreich modelliert und das Schwarze Loch, welches immer wieder im Hintergrund zu sehen ist, präsentiert sich stets eindrucksvoll. Auch die übrigen Effekte, wie der gigantische Meteorsturm, sorgen immer wieder für tolle Bilder. Nein, die Probleme bei "The Black Hole" liegen woanders.
Zum Beispiel bei diesem möchtegern-lustigen Roboter Vincent und seinem verbeultem Kollegen Bob. So düster der Film über die gesamte Laufzeit daher kommt, desto unpassender wirken die beiden fliegenden Blecheimer mit ihren Kulleraugen. Als hätte sich jemand aus der Führungsetage in letzter Minute dazu entschieden, etwas Kindertaugliches in den Film zu pressen. Und als wäre das nicht genug, muss diese fliegende Stück Metall dann auch noch einen Großteil der Dialoge im Mittelteil übernehmen und der Palomino-Crew den entscheidenen Hinweis über den verrückten Doktor liefern.
Kein wunder also, dass die Rollen seiner menschlichen Schauspielerkollegen allesamt etwas blass ausfallen. Auch wenn alle versiert bei der Sache sind, kann keiner von ihnen wirklich glänzen oder in den Köpfen der Zuschauer hängen bleiben. Einzig Maximilian Schell kann man hier nichts vorwerfen. Er spielt den verrückten Doktor Reinhardt glaubhaft und stets mit dem nötigen Wahnsinn.
Hinzu gesellen sich weitere Widersprüchlichkeiten... Wissenschaftliche Fragen werden zwar zunächst behandelt (wenn auch nur oberflächlich), dann am Ende aber allesamt verworfen, um religiösen Interpretationen den Vorrang zu gewähren. Die Bilder der Endsequenz sprechen da deutliche Worte, in denen das schwarze Loch als eine Verbindung zu Himmel und Hölle dargestellt wird... wissenschaft adé... Überhaupt erscheint das gesamte Ende - dieser infernalische Trip durch das schwarze Loch - im Anbracht der vorran gegangenen Handlung ziemlich unpassend.
Unpassend ist auch das ein oder andere mal die musikalische Untermalung. Gut sind die Kompositionen von John Barry definitiv, nur leider manchmal falsch eingesetzt. Bei einem wilden Lasergefecht erwarte ich einen spannenden Score und nicht heroische Fanfaren, die eher in den Abspann gehören.
Fazit:
Der Film gut, keine Frage! Den Effekten sieht man ihr Alter natürlich an, auch wenn das massige Budget sichtbar ist. Hier und da haben sich dem Alter entsprechende Lächerlichkeiten eingeschummelt, aber auch über die kann man hinwegsehen. Was dem Film am Ende das Genick bricht, ist die platte Story und die inkonsequente Umsetzung. Entweder komplett düster oder Kinderspaß ohne Altersbeschränkung - beides ist jedoch kaum miteinander zu vereinbaren.

Völlig egoistisch betrachtet, kann ich diese Fehler aber verzeihen. Gründe dafür liegen schlicht und ergreifend darin, dass der Film bei mir einen sehr hohen Nostalgiewert hat. Seit ich ihn das erste mal in sehr jungen Jahren gesehen hab, hingen die Bilder in meiner Birne fest. So sehe ich zwar die offensichtlichen Schwäche, kann sie aber gleichzeitig ignorieren, ja sogar genießen. Aber das muss wie immer jeder selbst entscheiden. Total subjektive 4 Köppe ;-)