King of the hill

(für mehr Infos klicke aufs Cover)

Release: 2007

Shoot! Frag! Game over



Ein Mann (nennen wir ihn einfach mal Wayne) fährt so dumdidum durch die spanische Pampas. An einer Tankstelle trifft er auf eine Frau (nennen wir sie Wanda). Die knallt er ganz spontan auf dem Klo, lässt sich dabei aber dummerweise seine Brieftasche klauen, womit das ganze Schlamassel dann auch seinen Lauf nimmt. Wayne fährt ihr nach und landet noch tiefer in der Pampa… und zwar so tief, dass da höchstens noch ein Zaun kommt und dann nix mehr. Da plötzlich pfeift ein Schuss durch Luft, Wayne bleibt stehen und im nächsten Moment kommt jemand angelaufen und schießt ihn an, was Wayne zu einer plötzlichen Flucht veranlasst. Hilferufen is nicht, da sein Handy im klassischen Funkloch der Schecklichkeit feststeckt. Da können auch Wanda, die er wieder trifft, und zwei Polizisten, die aus dem nirgendwo auftauchen, seinen Tag nicht mehr retten. Wayne’s Flucht vor den unbekannten Schützen endet schließlich in einem Geisterdorf, wo er versucht, seinen unfreiwillig erworbenen Freiwildschein an seine Verfolger zurück zu geben.

SPOILERWARUNG

Was zum Geier wollte mir „King of the Hill“ sagen? Gabs da überhaupt eine tiefgreifendere Aussage? Da wird ein Typ durch den Wald gejagt und zwar von zwei Kindern mit Gewehren. Zwei Blagen, die mit ihren Knarren auf alles Lebendige schießen, das ganze als Spiel betrachten und jeden Sinn für Realität verloren haben. Zwei Charaktere, die aus der Essenz allerVorwürfe, welche gegen gewaltverherrlichende Spiele ins Feld geführt werden, geformt wurden. Das war’s an Erklärung…

Man könnte jetzt die gesamte zu Grunde liegende Diskussion neu aufrollen und versuchen, diese Stück für Stück auf den Film zu übertragen, trotzdem werden aber alle Diskussionswege irgendwann in einer Sackgasse enden. Warum? Weil der Film für tiefgründigere Besprechungen überhaupt keine Grundlage bietet. Spätestens im zweiten Teil verliert er sich in Belanglosigkeit. Ausgerechnet dann, wenn die Jäger ein Gesicht bekommen. Denn spätestens dann erwartet der Zuschauer mehr Hintergrundinformationen, die er aber einfach nicht bekommt. Es ist halt so, wie es ist und damit feddich.

Hinzu kommt, dass die Handlung gerne mal böse Logiklöcher aufweist oder zu konstruiert wirkt. Das beginnt damit, dass plötzlich aus dem Nichts Personen auftauchen (Polizei), die dann Angesichts einer Leiche nicht mal ihr Funkgerät benutzen und wenn unsere Haupfigruen dann flüchten, nehmen sie nicht mal die Waffen der Polizisten mit... warum das? Weil der Film nach auf 85minuten Laufzeit gekommen wäre, deswegen!

Alles macht "King of the Hill" nicht falsch. Auch wenn die Story anfangs nur langsam in die Gänge kommt, zieht die Spannung spätestens mit dem ersten Schuss ordentlich an. Die erste Filmhälfte hetzt man mit den Flüchtenden durch die absolut toll gefilmte Hügel- und Waldlangschaft. Ständig schwebt über jeder Szene die drohende Gefahr durch die gesichtslosen Jäger, die ihre Opfer durch Zielfernrohre beobachten. Die Bedrohnung durch den ungekannten Feind wird manchmal durch ausgefallene Kameraperspektiven erzeugt, manchmal reicht auch schon durch das Dickicht tönende Hundegebell.

Wenn jetzt die Charaktere nicht völlig austauschbar wären, würde dem Zuschauer eine ordentliche Identifikationsfigur an die Hand gegeben und hätte man einen höheren Blutzoll geliefert, der so manchen Kritikpunkt einfach ertränkt hätte, wäre der Streifen sicherlich noch was geworden. So verkommt "Koth" (Koth... *hihihi*) leider zu einem Nichtssagenden pseudokritischen Rohrkrepierer, der selbst mit seiner sehr versierten Kameraarbeit und dem angenehm hohen Realismus nicht lange im Gedächtnis bleibt. Da können auch die Ego-Shooter-Szenen nicht mehr viel reißen. Sorry Leute, hat bei mir voll nicht gezündet... 2 Köppe


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