Prince of the sun

(klicke aufs Cover für mehr sunny'ge Infos)

Release: 1990

Bilder werden nachgereicht. Der Microschrott Explorer ist ne alte Schlampe!

Ach du meine Güte… Endlich mal wieder ne Gehirnklatsche! Das oder so was ähnliches hab ich mir bereits gedacht, als ich die DVD aus einem Wühltisch voller Schrottfilme zog. Allein das Cover genügte mir als Kaufgrund: Cynthia Rothrock, ein Kind das Feuerbälle aus den Händen schießen kann und Skeletor aus der Realverfilmung „Masters of the universe“, der garantiert nichts mit dem Film zu haben würde. Der Klappentext war zu diesem Zeitpunkt bereits egal und so freute ich mich wie ein kleines Kind auf meine baldige Heimkehr. Kaum zu Hause, schmiss ich die DVD in den Player und mich selbst auf meinen Lieblingscouchplatz.

Ab ging die Post. In unsagbar schlechter Bildqualität eröffnete mir der Streifen seinen Namen und schon wechselte die Szenerie zu *Trommelwirbel* Cynthia Rothrock, die vor einem buddhistischen Tempel herumlungert und ein belämmertes Gesicht macht. Eigentlich schon verrückt genug, dass eine Europäerin zwischen buddhistischen Mönchen im einem Kloster haust, aber wen interessiert so was schon?! Im inneren des Tempel spielt sich in der Zwischenzeit schrecklich es ab. Der alte Meister ist im Begriff abzukratzen und hinterlässt noch ein paar Anweisungen. Bald wird Buddha in der Gestallt eines Jungen wiedergeboren werden und muss zwingend vor den dunklen Mächten beschützt werden. Sollte der dunkle Lord den Jungen in die Finger kriegen, droht das Übliche: Weltuntergang, Dämonenüberschwemmung, Wucherpreise für Koks und Nutten und natürlich die Revivaltour von Heino. Bis auf diese Infos ist der weise Meister allerdings alles anderes als hilfreich... "Aber Meister, was sollen wir denn nur tun?! - Ach, frag mich doch nicht."

Danach gibt’s erstmal ordentlich Dresche, weil die Diener des bösen Zauberers den Tempel überfallen und der fiese Obermotzmönch dem alten Buddhameister eine Steinperle klaut, die ihm übermenschliche Fähigkeiten verleit. Meister Khenlun kann flüchten, wird jedoch als Verräter abgestempelt. Nur noch Cynthia ist auf seiner Seite und wird später per Videobotschaft aus der Jenseits zum Schutz des kleinen Buddhas abberufen. Dazu später mehr. 5 Jahre später (das weiß ich nur aus anderen Reviews, denn bei mir war der Schriftzug nur halb bis gar nicht mehr zu sehen o_O) – Khenlun hat den kleinen Buddha gefunden und großgezogen. Ein paar Zaubertricks beherrscht der Kleine auch schon, die Meister Khenlun auf der Flucht vor den vier Helfershelfern aber nicht wirklich helfen können. Mit den Worten „Kleiner Buddha, ich sterbe jetzt!“ verabschiedet er sich von dem Jungen, wieder per Videobotschaft, und dankt demonstrativ übertrieben ab.

Auftritt Jacky Chan! Ach ne, moment… isser ja gar nicht. Ben Zin (der heißt in dem Film dank Blödelsyncronisation wirklich so!!) sieht Chan zwar ähnlich, ist allerdings viel überdrehter. Stellt euch Jacky Chan einfach 100mal überdrehter vor und ihr wisst ungefähr, wie Ben Zin so drauf ist. Im Grunde genommen ein Volldepp, ein Bauerntrampel, Meister der Gesichtskirmes und des albernen Klamauks, der illegal nach Hongkong einreißt und dort zufällig zum Beschützer des kleinen Buddhas wird. Dafür aber herzensgut und hart im Nehmen. Na, dass kann ja Eiter werden! Zusammen quartieren sich die beiden bei einer permanent cholerischen, angepissten und äußerst unfreundlichen Lehrerin ein, die Spielsüchtig ist und gerade ihren Job im Kindergarten verloren hat, weil sie die Blagen dort entweder zum Glücksspiel zwingt oder gleich verdrischt. Wenn Sie nicht gerade in wüste Beschimpfungen verfällt, plärrt sie permanent rum und zieht eine Fratze, nach der anderen. Mein Gott, ging mir Tussi irgendwann auf den Senkel… Dafür wird sie aber auch mehrmals durch ihr Fenster aus dem dritten Stock nach draußen geworfen, bricht sich nur leider nie den Hals. Jedenfalls schließen sich die Drei nach viel Streiterei zu einer kleinen Zweckgemeinschaft zusammen.

Bis Cynthia mal wieder auf der Bildfläche auftaucht. Nachdem sie alle Mönche im Tempel kaputt gehauen hat, reist sie fix nach Hongkong und sucht den kleinen Buddha. Viel reden tut sie nicht, wechselt nur ihre bunte Mönchskutte gegen was enges Schwarzes und nachdem sie ja bereits ein gesamtes Kloster ausgerottet hat, schlägt sie auch in Hongkong alles kurz und klein. Auch wenn Miss Rothrock weniger schauspielerisches Talent hat, als ein Eimer Wasser, kann sie das mit Ihren Kampfsportfähigkeiten mehr als wieder gut machen. Wenn sie draufhaut, dann richtig und als weiblicher Chuck Norris gibt sie sich nicht nur mit Schlägen auf die Nase zufrieden, sondern bricht lieber gleich beide Arme und Beine des Gegners.

Ab jetzt geht dann auch alles recht zügig… also noch zügiger, als hier sowieso schon alles abgeht. Zusammen mit der Klopperfrau wollen alle Zusammen zurück ins Kloster reisen, doch da kommt der Steinperlenmönch im Drakulakostüm an einem Seil hängend aus dem Schatten geflattert, schnappt sich den kleinen Buddha und verschwindet. Zack, zack, die Herrschaften, schnell ins Kloster gedüst und zum Endkampf angetreten. Dort wird sich geprügelt, bis die Fäuste qualmen und sogar Meister Khenlun darf sich als Geist seinem Erzfeind entgegenstellen. Hilft aber alles nichts (auch nicht das permanente hysterische Gekreische der Lehrerin) und der kleine Buddha muss selbst ran. Kaum hat der nämlich ein paar Sonnenstrahlen abbekommen, erlangt seine gesamte Kraft, worauf sich der dunkle Magier in eine große Gummifledermaus verwandelt. Doch es ist zu spät. Gegen die geballte Buddhakraft ist er nun wehrlos und wird per Supermega-Regenbogen-Angriff in die Unterwelt verbannt. Ende gut, alles gut. Die Welt ist gerettet, die Kokspreise weiterhin stabil, Heino sitzt immer noch zu Hause und alle grinsen sich einen, weil Frau Lehrerin endlich mal die Klappe hält.

Holla die Waldfee, was für ein Film. Hongkongklamauk vom feinsten und in einer so übertriebenen Form, wie ich es nur selten erlebt habe. Eine beknackte Slapstickeinlage jagt die nächste, aber sind nur wenige davon wirklich lustig. Allein wegen dem Overacting und der puren Schlechtigkeit beömmelt man sich dann aber doch. Mehr Spaß machen da die vielen Dialoge, die perfekt mit dem speziellem Humor des Streifens harmonisieren. Dazu gibt’s jede Menge Handkantenschläge, vorzugsweise ausgeführt von Cynthia „Norris“ Rothrock.

Die vielen Kampfeinlagen können sich meistens sogar sehen lassen und durch ansehnliche Choreografie punkten. Sicherlich ist dieses typische asiatische Overacting nicht jedermanns Geschmack. Und auch der krude Mix aus Gekloppe und schlechten Gags mag gewöhnungsbedürftig sein, trotzdem – oder gerade deshalb – ist „Prince of the Sun“ für Freunde des schlechten Geschmacks extrem unterhaltsam. Kein Gehirnschmelzer, aber ein Garant für einen gut gelaunten und bierseligen Abend mit Gleichgesinnten. Im Übrigen eignet sich der Film ganz gut als Einsteigerdroge. Nicht zu heftig in den Nebenwirkungen, aber es reicht zum anfixen und jeder Trashfan weiß: Ist das erstmal passiert, gibt es kein zurück mehr…

Punkteverteilung:
1 für Cynthia „Ich hau alles zu klump“ Rothrock und den Gummifledermausmann
1 für die hirnverbrannte Handlung und den krassen asiatischen Humor
1 für den kleinen Buddha, der am liebsten Küchengegenstände durch die Gegend fliegen lässt
1 für seinen Kumpel Ben Zin und die kreischende Lehrerin
1 für die deutsche Blödelsynchronisation

Das macht zusammen 5 Köppe und damit haben wir mal wieder einen Kandidaten für den unsere Trash-des-Monats-Rubrik. Wurde aber auch mal wieder Zeit, was?! ;-)


PS: Wer interesse an der DVD hat, kann sich gerne melden.

Keine Kommentare: