Tron 2.0

Hm… was ist das?! Keine Filmbesprechung? Was’n hier los? Wie manche vielleicht schon mal gesehen haben, gibt’s hier ja auch das reichlich zurückgebliebene Label „Gamefun“ (wer auch immer auf diesen Labelnamen gekommen ist… ich war’s wahrscheinlich :-| ). Und damit wenigstens ab und zu mal ein Betrag unter diesem Label abgelegt wird, möchte ich euch heute eine kleine Perle aus der Welt der Computerspiele vorstellen.


Als ich nach der erneuten Sichtung von Tron und der Erstsichtung von Tron: Legacy meine alte PC-Spiele-Kiste durchwühlte, hielt ich plötzlich eine rund 8 Jahre alte Hülle in den Händen. Tron 2.0 stand darauf und sofort wurde mein Gedächtnis von zahlreichen tollen Eindrücken geflutet. Kurzerhand landete die Scheibe im Rechner und nach erfolgreicher Installation war ich auch schon unterwegs in der virtuellen Spielewelt.
Gleich zu Beginn werden wir im Intro in die Handlung eingeführt. Jet, der Sohn von Alan Bradley (gesprochen von Bruce Boxleitner), wird von dessen entwickelten Künstlichen Intelligenz Ma3a kurzerhand digitalisiert, um direkt innerhalb des Systems gegen einen aggressiven Virus zu kämpfen. Dieser breitet sich langsam auf sämtliche virtuellen Bereiche des Encom-Konzerns aus. Außerdem ist Alan verschwunden und muss nebenbei von Jet aufgespürt werden. Dabei kommt er nicht nur einer feindlichen Konzernübernahme auf die Schliche, er muss sich auch mit dem Tron-Erbencode auseinander setzen, sich auf dem Spieleraster beweisen und hinter das Geheimnis des Virus kommen. Eine nicht ganz einfache Aufgabe für einen jungen User und erst recht nicht für den handelnden Spieler.

Warum? Weil der Schwierigkeitsgrad echt knackig ist. Hauptsächlich kämpft man mit seinem Diskus gegen die anrückenden Sicherheitsprotokolle, muss aber schon sehr sorgsam zielen, um seine Energieressourcen zu schonen. Schnellspeichertaste im Minutentakt ist da manchmal angesagt… So richtig unfair wird es allerdings zu keiner Zeit. Klar gibt es kniffelige Situationen, aber mit einer bisschen Übung beherrscht man den Diskuswurf nach kurzer Zeit ganz gut. Wem das zu doof ist, kann auch gerne einen Virusball werfen, ein digitales Snipergewehr benutzen oder mit einem Schrotstab um sich schießen. Doch vorsicht, all diese Zweitwaffen verbrauchen bei jedem Schuss Energie und die kann in hitzigen Gefecht schneller zur Neige gehen, als einem lieb ist.
Der größte Pluspunkt für diesen kleinen Klassiker ist jedoch die Grafik: Wenn ihr das Design von Tron (und irgendwie auch Legacy) mochtet (und selbstredend vorausgesetzt gerne mal ne Runde am PC zockt), dann solltet ihr unbedingt einen Blick riskieren. Was im Film auf Grund der damaligen Möglichkeiten nur angedeutet wird, ist im Spiel von den Machern konsequent umgesetzt und erweitert worden. Die Grundstruktur der Level hat 100%igen Wiedererkennungswert zum Film, wobei immer wieder neue Elemente hinzukommen, die sich allesamt perfekt in die erschaffene Welt eingliedern. Einfach ein zeitloser Hingucker, von der Darstellung eines Sicherheitsservers, über den Aufbau eines alten Mainframes aus den 80igern, bis hin zu den angedeuteten Weiten des Internetzes. Ein weiterer großer Pluspunkt ist der Soundtrack, der im Ohr bleibt und sich ebenfalls sehr nah am Film orientiert. Mit ein bisschen Glück findet man die Songs manchmal in den weiten Internets - Es lohnt sich jedenfalls danach zu suchen.

8 Jahre alt… was für eine immense Zeitspanne im Computerspielbereich. Was für eine wahnsinnige technische Entwicklung von Hard- und Software. Welch gestiegener Anspruch an immer besser werdende Grafik. Höher, schneller, weiter. Immer bunter, immer hektischer , immer Realistischer ist der Spielemarkt in diesen 8 Jahren geworden.
Tron 2.0 lässt das alles kalt. Schon allein auf Grund des Designs braucht dieses Spiel gar nicht mehr Grafikpower. Die kleinen Rollenspielelemente sind zeitlos, das Ego-Shooter-Prinzip sowieso und im Gegensatz zu vielen heutigen Spielen kommt Tron auf eine Spielzeit von weit über 15 Stunden, wobei der Spieler einer interessanten Handlung folgt und sich durch Level kämpfen muss, die allesamt abwechselungsreich gestaltet sind.

Wo man dann allerdings das Alter bemerkt, ist bei der Kompatibilität mit neueren Betriebssystemen. Vista tut sich bereits schwer mit dem Startvorgang des Spiels und eine höhere Auflösung von 1024:768 geht auch nicht, ohne dass man in den Dateien rumfuschen muss. Aber sei es drum… Tron 2.0 hat immer noch viel Potential und ist ein rundum gelungenes und vor allem sehr kreativ durchdachtes PC-Spiel, das man ruhig mal ausprobieren sollte. Tron-Fans werden so oder so garantiert auf ihre Kosten kommen! 5 Köppe ^^


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