Sucker Punch

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Release: 2011

Sucky, Sucky, fünf Dollar!

Tja, hätte man mich für 5 Dollar in den Kinosaal gelassen und mir nicht horrende 9,50 € abgeknöpft, wäre ich vielleicht etwas gütlicher gestimmt gewesen. Jedenfalls haben sich Chewieee und ich Zack Snyders neusten Leinwandstreich reingezogen und wissen auch nach gut drei Wochen noch immer nicht, ob wir „Sucker Punch“ nun gut oder schlecht finden sollen… kein gutes Omen!

Baby Doll wird von ihrem Stiefvater in die Klapse gesteckt, wo sie gegen ein kleines Bestechungsgeld lobotomiert und somit für immer zum schweigen gebracht werden soll. Nur ein paar Tage bleiben ihr, dieses Schicksal abzuwenden und so schmiedet sie einen gefährlichen Ausbruchsplan. Für diesen Plan braucht Sie mehrere Dinge, unter anderem ein Messer, eine Karte, ein Feuerzeug usw. Gemeinsam mit ein paar anderen Mädels macht sie sich an die Umsetzung!

So weit so gut. Die Handlung schlicht zusammengefasst mag bis hierher durchaus plausibel klingen, aber wir reden hier von einem Snyder- und nicht von einem Polanski-Film (letzterer ist nur exemplarisch genannt). Wie zu erwarten gestaltet sich die Umsetzung der Objektbeschaffung auch völlig... wie drücke ich mich vorsichtig aus?... Banane!

Baby hat nämlich eine supertolle Gabe: Sie kann gut tanzen… ehhhh… ja, genau, tanzen! Und zwar so gut, dass sie die Männer gleich reihenweise in Trance tanzt, so dass die Kerlchen bequem beklaut werden können. Darüber hinaus träumt sie sich während dieser Tanzphasen in fantastische Welten, wo sie und die anderen Mädels gegen riesige Samurais mit Gatlingsguns, Zombie-Steampunk-Nazis, Drachen, Orks oder Cyborgs kämpfen müssen.

Auf der einen Seite steht also die Handlung in der Klapse (die allerdings auch schon nicht der eigentlichen Handlungsebene entspricht, sondern bereits eine Traumwelt von Baby Doll darstellt) und auf der anderen Seite stehen die Levelgleichen Objekt-Beschaffungs-Missionen in völlig obskuren Welten. Hier dreht Snyder die Action so weit auf, dass dem geneigten Fan hören und sehen vergeht. "300" oder "Watchman" (absolut zu empfehlen!) waren schon stylisch umgesetzt, aber hier kann Snyder noch einen drauf setzen. Er feiert sich eigentlich durchgehend selbst und mir persönlich hat das extrem viel Spaß bereitet.

Fast schon langweilig, ja geradezu unnötig langatmig stehen dazu die reinen Handlungsszenen, die gut die Hälfte des Films ausmachen. Als das erste „Level“ überstanden war, war ich von den Bildern und der Inszenierung derart angefixt, dass ich so gar keine Lust mehr auf lahme Dialoge hatte. Ich wollte nur mehr. Mehr Action, mehr kurze Röcke, mehr Knarren. Aber immer, wenn ich das bekam, wurde ich kurz danach in die Handlung zurück geworfen und musste viele zähe Minuten bis zur nächsten Effektexplosion warten. Der plötzliche Twist am Ende war dann auch noch ziemlich unnötig und das End nach dem ganzen Rambazamba seltsam unbefriedigend...

Irgendwo hatte ich im Vorfeld mal gelesen: Viel Style, wenig Handlung. Ich würde sogar noch einen Schritt weitergehen und sagen: MEHR STYLE, GAR KEINE HANDLUNG MEHR! Das wäre wenigstens konsequent gewesen… auch wenn ich dann im Kino einen epileptischen Anfall bekommen hätte… egal, dann wäre ich wenigstens mit einem Lächeln im Gesicht abgetreten!

Fürs Fazit:
Ich habe „Sucker Punch“ für mich persönlich auf die reine Action reduziert. Die Handlung interessierte mich irgendwann kaum noch. Sie diente in meinen Augen als (zu langatmige) Verbindung zwischen den völlig überzogenen Actioneinlagen, die an Style kaum noch zu überbieten sind und ein CGI-Gewitter sondergleichen abfackeln. Dazu kommt ein Soundtrack, der erwartungsgemäß sehr gut zusammengestellt war. Ich möchte da nur mal an all die Szenen zu Björks "Army of Me"-Remix erinnern - grandios!

Sicherlich könnte man Dies und Das in die Story hinein interpretieren, z.B. eine ironische Abrechnung mit typischen Hollywoodklischees oder so, aber jetzt mal ehrlich: Wir haben 5 heiße Mädels in kurzen Röcken, die mit dicken Wummen ihre Feinde plätten. Also genau das richtige für den Nerd von Welt - auch wenn trotz allem weniger wohl mehr gewesen wäre! 3 Köppe

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