Red Tails Trailer

Georg Lucas beschäftigt sich auch mit etwas anderem als Indiana Jones und Star Wars?! Ja, in der Tat, das tut er. Wenn auch nur als Produzent. Der Trailer sieht jedenfalls sehr vielversprechend aus.
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Battleship Trailer

Ehrliche Meinung?!

Datt sieht total gaga aus! Allein der Gedanke daran, dass es sich hier um eine Verfilmung des Spiels "Schiffeversenken" mit Aliens handelt, ist schön völlig banane. Ich erwarte absolutes Nobrain-Kino der Spitzenklasse. ^^


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GC Evolution


privates Zeugs:


Jeder, der auch den Hauch einer Ahnung von dem hat, was dieses Video zu bedeuten hat, wird mir wohl beipflichten: Holy Crap!

Wer mit großen Kulleraugen auf den Bildschirm glotzt, kann sich ja mal schlau machen, was es damit auf sich hat. Wer weiß, vielleicht hat die Gemeinde bald neue Anhänger ;-)

Walking Dead - Season 2 Trailer

Ganz kommentarlos!

Ein Trailer zu einer ganz großartigen Serie - sofern man auf Zombies steht.
Wenn die 2. Staffel auch nur ansatzweise da weiter macht, wo die 1. aufgehört hat, dann werden wir ab Oktober alle viiiiiiiiiiiel Spaß haben. Have fun! ;-)

Mark Brandis Hörspiel-Special

Die Zukunft - trotz aller Errungenschaften so ungewiss wie nie zuvor. Im 22. Jahrhundert hat die Menschheit Raumstationen in der Unendlichkeit errichtet und erforscht das Sonnensystem - bemüht, im Weltall das zerbrechliche Gleichgewicht aufrechtzuerhalten, das auf der Erde zwischen den zwei Machtblöcken existiert: der "Union" und den "Republiken". Mark Brandis ist Testpilot und fliegt im Dienste der neutralen Venus-Erde Gesellschaft für Astronautik, kurz VEGA. Immer wieder sieht er sich vor Gefahren gestellt, in denen er sich entscheiden muss: seinem Befehl zu gehorchen, oder seinem Gewissen - für sein eigenes Wohl oder für das, woran er glaubt ...


Hörspiele auf einem Blog, der sich vorwiegend mit Trashfilmen beschäftigt? Was soll das? Nun ja, die Antwort ist einfach:

Erstens handelt es sich bei den Hörspielen um erstklassige Ware
Zweitens war und bin ich ein großer Fan der Romane
Drittens kann ich hier machen was ich will!

Als gebeutelter Mitarbeiter eines großen Konzerns im Ruhrgebiet, dem es eigentlich egal ist an welchem Ort sich seine Untergebenen aufhalten so lange sie bloß arbeiten, verbringe ich täglich bis zu zwei Stunden im Berufspendlerverkehr. Da werden selbsterstellte Musik-CD’s irgendwann langweilig und das Radio möchte man wegen dem immer gleichen Musikscheiß auch irgendwann aus der Konsole reißen und danach die Moderatoren bei lebendigem Leib häuten. Als ich an diesem Punkt war und jeden Morgen aufs Neue vor Wut und Frust ins Lenkrad gebissen hab, stieg ich auf Hörbücher und Hörspiele um und siehe da: Ausgeglichenheit machte sich breit. Die Gedanken waren nicht mehr auf gezielte Ausbremsmanöver eines heranrauschenden Audis gerichtet oder auf die Überlegung neuer Schimpfwörter, die man gegen diese penetranten „Ich-fahr-nur-100kmh-und-das-konstant-auf-der-mittleren-Spur“-Spacken. Man gleitet plötzlich über die verstopften Autobahnen dahin, stört sich nicht mehr an Staus, verstößt nicht mehr (die gesamte Strecke über) gegen Geschwindigkeitsbegrenzungen, kommt entspannt zur Arbeit und freut sich sogar auf den langen Rückweg, wenn man gerade mitten in einer spannenden Geschichte steckt.

Gerade, als eine Hörbuch/-spiel-Flaute drohte, wurde ich auf diese Hörspielreihe aufmerksam gemacht. Mark Brandis? Sofort wurde ich hellhörig. In meiner Jugend besiegelten die gleichnamigen Romane meine endgültige Abhängigkeit vom Sci-Fi-Genre. Alle Bände, die damals in der Bücherei zu bekommen waren, habe ich verschlungen, ein paar sogar mehrmals. Sie haben mich nicht nur in eine einzigartige Fantasiewelt eintauchen lassen, sie haben mich geprägt. Die Mischung aus Sciene-Fiction und sozialer Kritik, zwischen detaillierter Erklärung und perfekt akzentuierten Dialogen, zwischen ruhigen Momenten und wilden Weltraumballereien hatte eine beeindruckende Wirkung auf mich. Entsprechend groß waren verständlicher weise meine Erwartungen an die Hörspiele.

Als ich von der Reihe erfuhr, waren (und sind bisher) 11 Folgen (Doppelfolgen einzeln gezählt… wenn ja, dann sind’s 16 Episoden) produziert und veröffentlicht. Die ersten vier gönnte ich mir noch im Original auf CD (schade… keine Kassette ;-) ), die restlichen landeten als MP3-Download über Amazon auf meiner Festplatte – zu einem fast lächerlichen Preise, möchte ich anmerken, wenn man die Qualität bedenkt. Zwei Tage später lag die gesamte Reihe neben mir auf dem Beifahrersitz und wartete darauf, angehört zu werden. Bei einer durchschnittlichen Laufzeit von ca. 70 Minuten pro CD sollte ich ca. zwei Wochen gute Unterhaltung auf der Fahrt haben.

Fest stand von Anfang an, dass ich die Hörspiele auf eine ganz eigene Art bewerten musste. Die Erinnerungen an die Bücher waren eh nur noch grob im Kopf und ich konnte mir eine Umsetzung des gesamten Umfangs eines Buches auf die knappe Laufzeit auch kaum Vorstellen. Außerdem hatte ich bereits im Vorfeld erfahren, dass die Story teilweise abweicht. So wurden z.B. Personen verändert, oder der Handlungsablauf geändert.

Los ging es mit Folge 1 „Bordbuch Delta VII“.
Die Delta VII, der Prototyp eines neuartigen schweren Raumkreuzers, ist auf dem Weg zur Erde, als sie plötzlich angegriffen wird. An der Erdoberfläche hat der faschistische General Smith durch einen Putsch die Macht über die Union (Europa, Afrika, Amerika) an sich gerissen. Es droht der dritte Weltkrieg, diesmal gegen die Republiken (Asien, Indien und der Rest). Die Delta VII kann entkommen, flüchtet zur Venus-Kolonie und schließt sich dort dem Widerstand an. Mark Brandis ist zu dieser Zeit Testpilot der Delta VII und nimmt an einem Selbstmordkommando teil, bei dem der ehemalige Präsident der Union aus einem Gefängnis befreit werden soll. Nach dem Märtyrertod seines Commanders wird Brandis zum neuen Befehlshaber des Schiffes. Mit dem mächtigen Prototyp und seiner Crew hat er zwar den Auftrag erfüllt – der Krieg jedoch hat gerade erst begonnen.

Wie isses:
Gut! Sogar sehr gut! Allen Folgen ist gemein, dass gänzlich auf einen Erzähler verzichtet wurde. Zwar ist die Handlung immer aus der Sicht von Mark Brandis erzählt, aber die nötigen Versatzteile, die man sonst vorgekaut bekommt, darf man sich hier selbst zusammenreimen. Eingewöhnungszeit liegt trotzdem bei unter 5 Minuten. Grund dafür ist die hervorragende Soundkulisse, die jede noch so unbedeutende Szene zum Leben erweckt, und die ambitionierten Sprecher, die den handelnden Figuren nachvollziehbare Tiefe einflößen. Die Story ist zwar einfach gestrickt und bedient sich reichlich an geschichtlichen Ereignissen, trotzdem zieht sie den Hörer schnell in ihren Bann und man fängt an, mit Mark Brandis und seiner Crew mit zu fiebern. Übrigens gehören die ersten vier Folgen einem Zyklus an, das Ende ist somit ein offenes.


Folge 2 „Verrat auf der Venus“
Mark Brandis hat einen neuen Auftrag angenommen. Er soll einen Kontaktmann zum Mond bringen, der sich dort mit einem Maulwurf treffen will. Das Unterfangen geht schief, die Delta VII kann sich nur durch die Warnung eines Unbekannten retten. Zurück auf der Venus stellt die Crew mit erschrecken fest, dass der General auch hier seine Männer in Stellung bringen konnte. Der Delta-Crew bleibt nicht anderes übrig, als abzudrehen. Mit der Sprengung der Bodenkontrollstation durch die Schiffgeschütze erklärt sich die Delta VII vogelfrei und flüchtet sich auf eine Raumstation. Dort werden die Männer zunächst gefangen genommen und können aber gleich darauf dank eines Aufstandes die Kontrolle zurückerlangen. Durch die Zerstörung eines feindlichen Schiffes gelangt Brandis an die Invasionspläne für die Republiken und fasst darauf hin einen tollkühnen Plan.

Wie isses:
Besser! Noch besser als Folge 1. Die Verantwortlichen haben sich richtig ins Zeug gelegt. Es gibt Weltraumgefechte, Zwischenmenschliche Konflikte und Schicksale, Gewissensbisse und wieder die anspruchsvolle Soundkulisse auf die Ohren. Der Actionanteil ist hier etwas erhöht worden und dank den Sprechern sind mir die Charaktere jetzt schon richtig ans Herz gewachsen. Auch wegen den tollen Dialoge fühlt man mit ihnen, versteht ihre Lage und bangt um die Schicksale der Einzelnen. Die Ereignisse schließen direkt an Folge 1 an und auch hier gibt es wieder ein offenes Ende.
Folge 3 „Unternehmen Delphin“
Brandis wird von den Chinesen gefangen genommen. Kurz vor seiner Erschießung wird er doch noch erhört. Endlich beginnt eine Zusammenarbeit zwischen dem Widerstand und der Republik. Bei einem später geplanten Treffen mit dem Widerstand kann Brandis in letzter Sekunde der Armee des Generals entkommen. Als er wieder zu sich kommt, trifft er an Bord eines gerade noch rechtzeitig eingelaufenen U-Bootes auf einen alten Bekannten, der doch noch unter den Lebenden weilt. Gemeinsam schmieden Sie einen Angriffplan, um die Invasion der Republiken zu verhindern. Der Plan geht auf, der Angriff wird erfolgreich, wenn auch unter hohen Verlusten, erledigt. Zurück auf der zuvor besetzten Raumbasis finden sie dort niemanden mehr vor. Plötzlich wissen Brandis und seine Crew nicht mehr wohin…

Wie isses:
Es geht weiter bergauf! Wer alle drei Folgen hintereinander gehört hat, müsste spätestens jetzt vom Brandis-Fieber gepackt worden sein. Sowohl die Dramatik, als auch die Action ist wieder angezogen worden. Die Schicksale der Hauptfiguren und die Auseinandersetzungen untereinander werden immer deutlicher gezeichnet. Auch an das Fehlen des Erzählers hat man sich spätestens jetzt gewöhnt. Ich für meinen Teil habe es richtig genossen, mir selbst ein Bild machen zu können und mir das Geschehen vorzustellen. Wieder gibt’s ein offenes Ende, zwar mit Teilerfolgen, aber noch ist der Krieg nicht beendet.

Folge 4 „Aufstand der Roboter“
Europa hat eine Gegenpartei zur Union unter der Führung des faschistischen General Smith gebildet. Der Widerstand bekämpft die Truppen des Generals von Berlin aus an allen Fronten, kann aber höchstens Nadelstiche verteilen. Brandis und die Delta VII sind derweil seit mehreren Monaten im All unterwegs. Weit ab von jeglicher Zivilisation finden sie eine längst zerstört geglaubte Raumstation. An Bord treffen sie auf Klone, die dem General durch Gehirnimplantate absolut gefügig sind. Mit einer erbeuteten Kiste Gehirnchips fliegen sie zurück zur Erde und schließen sich dort wieder dem Widerstand an. Mit einem Plan wollen sie die Kunstmenschen umpolen und gegen den General aufbringen. Augenscheinlich misslingt dies, denn Brandis und seine Crew findet sich Monate später vor einem Tribunal wieder. In letzter Sekunde fangen die Klone dank neu übermittelter Persönlichkeit an zu rebellieren. Brandis stellt den General schließlich auf seinem Raumschiff und setzt dem Schrecken endgültig ein Ende. Er beendet damit einen 2 2/1 Jahre langen Krieg.

Wie isses:
Es wird ein Gang zurückgeschaltet, was die Action angeht. Dafür wird weiter an der Dramatik und Atmosphärenschraube gedreht. Ist aber nicht schlimm, denn es widerfahren den Hauptfiguren geradezu tragische Schicksale. Freunde sterben, Geliebte sterben, Tod und Verderben des Krieges ist allgegenwärtig. Auch ist diese Folge von Allen die mit dem bisher pessimistischsten Grundton. Ist mal was anderes und ich wusste das auch durchaus zu schätzen, wenngleich mir ein paar fetzige Weltraumschlachten ein bisschen lieber sind. Auf Grund der Informationsdichte des Buches wirkt sowohl diese, als auch Folge 3, etwas zu sehr zusammengestaucht. Das ist aber eher Meckern auf hohem Niveau! Wenn man alle vier Folgen in Ihrer Gesamtheit betrachtet, eröffnet sich eine geradezu epische Geschichte, mit einem ordentlichen Schuss sozialer Kritik und dem übermittelten Gefühl, etwas besonderes gehört zu haben!

Folge 5+6 „Testakte Kolibri“
Brandis wird Projektleiter des Projekts Kolibri - ein schneller Ein-Mann-Jäger, welcher sich mühelos unter Wasser, in der Luft und im freien Raum bewegen kann. Als er das Projekt übernimmt sind bereits 5 Testpiloten gestorben. Weitere Opfer folgen in den kommenden Wochen. Sogar Brandis selbst wird Opfer eines defekten Kolibris und überlebt nur schwer verletzt. Zunächst wir auf Pilotenfehler spekuliert, dann kommt das erste mal das Wort Sabotage ins Spiel…

Wie isses:
Die Story ist längst nicht mehr so dicht, wie in Teil 1 bis 4, trotzdem hat man dieser Doppelfolge eine Laufzeit von über 100 Minuten spendiert. Im Vordergrund steht weniger die Geschichte – diese dient nur als Aufhänger – als viel mehr die handelnden Figuren. Es werden viele Hintergrundinformationen zu den Testpiloten geliefert, ein wichtiger Charakter, der sich in späteren Folgen noch öfters blicken lässt, wird eingeführt, Mark Brandis gibt ein bisschen mehr über sein Privatleben preis. Es gibt ein paar wesentliche Abänderungen zum Buch, z.B. ist ein Charakter plötzlich weiblich und ein anderer wird nicht zum Opfer des Projektes. Wenn man etwas Action haben will, muss man schon bis zur zweiten Hälfte der zweiten Folge warten. Generell ist die Testakte eher ziemlich ruhig gehalten, da wie gesagt die zwischenmenschlichen Beziehungen im Vordergrund stehen. Diese Folge war in Ihrer Gesamtheit ein zweischneidiges Schwert für mich. Ich weiß noch, dass ich auch vom Roman nicht so richtig begeistert war. Auf der anderen Seite hat es wieder sehr viel Spaß gemacht, mehr aus Brandis’ ereignisreichem Leben zu erfahren und an diesem besonderen Hörspiel teilzunehmen, auf der anderen Seite hätte es auch weniger Laufzeit sein können.

Folge 7+8 „Vorstoss zum Uranus“
Bereits in der vorherigen Folge wird der erste Flug zum Uranus angekündigt, jetzt ist es soweit. Doch es ist nicht Brandis, der mit seinem Schiff aufbricht, es ist sein Nebenbuhler Commander Scott. Der legt aber wegen seinem übertriebenen Ehrgeiz in einem tiefen Canyon auf einem Uranusmond eine Bruchlandung hin. Das Schiff kann aus eigener Kraft nicht mehr starten und die beiden Bordingeneure müssen den Canyon hinaufklettern, um einen Notruf zur Erde absetzen zu können. Gleichzeitig hat auch die Republik Schiffe los geschickt, um an die Pläne von Smith’ Raumschiff zu kommen. Mark Brandis mit seiner Hermes, ein superschneller Protonenkreuzer, ist als einziger in der Lage, noch rechtzeitig für eine Rettung vor Ort zu sein. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Wie isses:
Wieder eine Doppelfolge, wieder viel Laufzeit. Im Gegensatz zu „Testakte Kolibri“ ist hier aber wieder mehr Sci-Fi und weniger Abenteuer angesagt. Der erste Teil wird aus der Sicht von Scott und seiner Mannschaft erzählt, unterbrochen von kurzen Passagen auf der Erde. Damals hat das Buch schon viel Eindruck bei mir hinterlassen und auch hier wurde ich nicht enttäuscht. Mir kam sogar das viele Technobabel sehr entgegen, das von anderen Hörern eher als nervig betrachtet wurde. So war die missglückte Ankunft auf dem Uranusmond purer Hörgenuss und auch die spätere Wanderung der beiden Techniker war ganz großes Kopfkino. Nicht minder interessant ist der zweite Teil, der fast zeitgleich die Erlebnisse von Mark Brandis schildert. Hier gibt’s als einzigen kleinen Wehrmutstropfen die Synchronsprecherin der Astrologin, die sich ziemlich emotionslos durch die Dialoge kämpft… vielleicht sollte das kühl und distanziert wirken, ich empfand es aber eher als gewollt und nicht gekonnt. Trotzdem ist es wieder einmal dem Sound und den restlichen Sprechern zu verdanken, dass z.B. die beklemmende Atmosphäre auf dem havarierten Schiff mühelos an den Hörer übertragen wird. Eine großartige Leistung (ich drohe, mich zu wiederholen…). Für mich die bisher beste Folge – genau so wie das Buch, welches ja eigentlich zu den schwächeren Werken gezählt wird. Meine Prioritäten liegen aber vielleicht auch einfach woanders.

Folge 09+10 „Raumsonde Epsilon“
Direkt nach den Ereignissen auf dem Uranus bekommt Brandis den Geheimauftrag, eine möglicherweise außerirdische Sonde zu bergen. Ohne es zu wissen, geraten er und seine Crew dabei mitten in eine Verschwörung. Sie werden von der „Dritten Macht“ gefangen genommen und nur durch Glück können Sie entkommen. Jetzt hat die kleine Crew nicht nur die Republiken am Hals, die nach der Sonde suchen, sondern auch noch einen Feind unbekannter Stärke. Trotzdem entschließt sich Brandis, die Sonde zu suchen. Am Jupiter kommt es zu einem weiteren Zwischenfall, diesmal mit der Republik. Der chinesische Kommandant kapert die Hermes und lässt Brandis und seine Crew auf einer Mondstation internieren. Durch Glück im Unglück werden sie jedoch kurze Zeit später von der Dritten Macht wieder aufgelesen. Gemeinsam machen sich nun alle auf dem Weg zur Sonde, die nicht nur ein schreckliches Geheimnis offenbart, sondern Mark Brandis auch noch vor eine kaum lösbare Aufgabe stellt.

Wie isses:
Die Geschichte um die Raumsonde macht genau da weiter, wo der Flug zum Uranus aufgehört hat. Für die kleine Crew der Hermes gibt es keine Verschnaufpause und die Doppelfolge gleicht zu großen Teilen einem Katz- und Mausspiel, das wieder großartig in Szene (oder besser gesagt in Klänge) gesetzt wurde. Vielleicht wirkt die Geschichte um die Sonde und die daraus entstehende Moralpredigt mittlerweile etwas abgedroschen – schließlich ist der zu Grunde liegende Roman bald 40 Jahre alt - aber dem Hörspielteam kann man hier wohl kaum einen Vorwurf machen. Im Gegenteil: Auch hier holen die Sprecher wieder sämtliche Kohlen aus den Fegefeuern und die Soundtechniker fackeln ein wahres Klangfeuerwerk ab. Trotz altbackener Story ein absolutes Hörvergnügen mit einem konsequent aufgebauten Spannungsbogen und gezielten Dialogzeilen.

Folge 11+12 „Die Vollstrecker“
Auch in 100 Jahren ist die Erde immer noch genauso gebeutelt wie heute. Neben zahlreichen Naturkatastrophen und der Überbevölkerung gibt es nach wie vor die Spannungen zwischen den großen Machtblöcken. Da ist es ja kein Wunder, dass plötzlich wieder Terroristen auftauchen. Diesmal allerdings welche mit Weltenhassformat und Kontakten bis ganz oben. Anders ist es jedenfalls nicht zu erklären, dass auf der ganzen Welt (und im All) tödliche Anschläge verübt werden. Als auch noch Mark Brandis’ alter Freund unter Verdacht gerät, gerät seine Welt aus den Fugen. Um jeden Preis will er die Unschuld seines Freundes beweisen und stößt dabei nicht nur an den Rand der Legalität, sondern auch an die Grenzen seines Gewissens.

Wie isses
Genial! Auch hier steht und fällt die gesamte Episode mit den Leistungen seiner Sprecher, allen voran Michael Lott (Mark Brandis) und Holger Umbreit (Robert Monnier), die hier Gas geben, als gäbe es kein Morgen mehr. Sie schaffen es, die innere Zerrissenheit ihrer Figuren und das massiv gestörte Vertrauensverhältnis der alten Freunde innerhalb weniger Sätze zum Ausdruck zu bringen. Sehr beeindruckend und vor allem mitreißend. Überhaupt steht hier wieder mehr das Zwischenmenschliche im Vordergrund, was aber wie gesagt nicht schlecht ist. Daneben spielt diese Episode auch mit Krimielementen und politischen Intrigen, wenn es darum geht Informationen und Beweise zu beschaffen und die Vollstrecker zu entlarven. Dazwischen sorgt astreines Weltraumgeballer für Abwechselung. Mittlerweilen wissen die Verantwortlichen auch mit der Laufzeit einer Doppelfolge umzugehen, denn hier wird jede Minute zum Spannungsaufbau genutzt. Die Ereignisse spitzen sich nach und nach immer weiter zu und es gibt kaum Atempausen für den Zuhörer.

Folge 13+14 „Pilgrim 2000“
Die Besatzung der Hermes ist auf dem Rückweg von einer schwierigen Mission. Dabei müssen sie die Sonne umfliegen und sind ohne Kontakt zur Erde. Plötzlich entdecken Sie ein verschollen geglaubtes Generationenschiff, welches vor über 50 Jahren von der Erde gestartet war. Brandis entschließt sich für ein Andockmanöver, um an Bord der Pilgrim 2000 nach Überlebenden zu suchen. Doch aus der Suche nach Menschen an Bord des 8km langen Schiffes wird für die kleine Crew schnell ein Kampf ums Überleben. Nicht nur, dass ein Unbekannter Kontrolle über Ihre Gedanken erlangen kann, es gibt auch intelligente und terriergroße Riesenratten, die den Besuchern im wahrsten Sinne des Wortes an den Kragen wollen.

Wie isses:
Ich hatte hier echt bedenken… das Buch war mir nicht gerade eines der liebsten. Zu wenig Weltraum, ein zu verrückter Plot und überhaupt insgesamt ziemlich abgedreht. Auch hat das Buch mit viel zu offensichtlichen Logikfehlern zu kämpfen, z.B. warum hat das schnellste Schiff der Vega solche Probleme an der Sonne vorbei zu kommen. Die Umlaufbahnen der Planeten verlaufen außerdem doch nicht alle waagerecht und die Notwendigkeit, um die gesamte Sonne herum zu fliegen erschien mir doch recht unrealistisch. Wie dem auch sei: Das Hörspiel nimmt sich von all den Negativseiten des Romans nichts an und präsentiert stattdessen eine etwas abgewandelte Story rund um die Pilgrim – eine wesentlich bessere, möchte ich nebenbei bemerken! Da die Story größtenteils auf dem riesigen Schiff spielt, ist die Sprecherriege diesmal übersichtlicher ausgefallen und soll auch im laufe der Episode wieder etwas zusammenschrumpfen, denn wie in fast jedem Brandis-Hörspiel erwischt es auch hier wieder eine Figur. Zum Glück bekommt der Hörer dafür den Stammsprecher von Nicolas Cage – Martin Kessler – als neues Crewmitglied zu hören. Der hat – ähnlich wie alle anderen Sprecher auch – viel Spaß an seinem Job und verleiht seiner Figur nachhaltigen Charakter. Schon fast unnötig zu erwähnen, dass es wieder einmal den Tontechnikern zu verdanken ist, dass diese Folge trotz den begrenzten Handlungsorten und Sprechern unheimlich atmosphärisch und authentisch rüberkommt. Dazu kommt sehr gut ausgearbeitete und geschickt veränderte Handlung, die immer dann wieder aufs Gas drückt, wenn es droht langweilig zu werden. Tolle Unterhaltung, tolle Folge und immer noch auf gleichbleibendem, sehr hohem Niveau.

Folge 15 „Aktenzeichen: Illegal“
Captain Grischa Roman verlobt sich mit Ko Ai, einer Astrophysikerin aus den Republiken. Doch die Lage ist gespannt. Wegen zweifelhafter Gesetze in den Republiken wird ihre Auslieferung verlangt. Brandis versucht zu helfen und hat bald alle Hände voll damit zu tun, seine Freunde zu schützen und sich einen Mistkerl von den Streitkräften vom Hals zu halten. Da dieser jedoch auch vor skrupellosen Tricks nicht halt macht, muss sich Brandis für nicht ganz legale Wege entscheiden.

Wie isses:
Schon wieder so eine Verhörspielung eines Brandis-Romans, der mir damals nicht so richtig zu sagte. Und schon wieder muss ich zugeben, dass die Verantwortlichen mit ihrer Herangehensweise an den Stoff alles richtig gemacht haben. Der Kniff, einen Großteil der Handlung in Rückblenden zu erzählen, kommt gut an und lockert die Handlung angenehm auf. Auf großartige Actioneinlagen hat man hier ebenfalls fast gänzlich verzichtet. Was hier im Vordergrund steht, ist ganz klar soziale Kritik. Schon eindrucksvoll, wenn man bedenkt, dass die Vorlage mal wieder aus den 70igern stammte. Vielleicht haben sich die Verantwortlichen aber auch gerade deswegen für diese Geschichte entschieden. Das Thema um die Auslegung von Menschenrechten haben sie jedenfalls wunderbar in den Mittelpunkt gerückt und dementsprechend gut umgesetzt. Natürlich ist der Produktionsaufwand dieser Episode wieder sehr hoch, auch wenn sie mich nicht im selben Umfang mitreißen konnte. War ganz nett für zwischendurch, aber mir persönlich ist mehr Sci-Fi einfach lieber. So gestaltet sich meine Meinung ähnlich wie die über „Testakte Kolibri“, nur dass dieser Folge hier die kürzere Laufzeit zu Gute kommt.

Folge 16 „Operation Sonnenfracht“
Erdbeben in San Fransisco – die Crew der Hermes, die gerade noch auf einer Messe tausenden Besuchern Rede und Antwort stehen musste, kann sich gerade noch retten, bevor die halbe Stadt im Ozean versinkt… der Auftakt zu einem furchtbaren Wettlauf gegen die Zeit, bei dem es im schlimmsten Fall um die Rettung der gesamten Menschheit geht. Denn durch das Erdbeben sind die tektonischen Platten mächtig ins Zittern geraten und bedrohen nun ein Endlager für mehrere Millionen Tonnen Atommüll in einem erloschenen Vulkan in Afrika. Brandis muss die Kastanien aus dem Feuer holen und beschließt ein waaghalsiges Unterfangen. Innerhalb eines knappen Zeitrahmes soll der Atommüll in die Sonne geschossen werden. Als wäre das nicht schon schwierig genug, kommt es auch noch zu Streitigkeiten mit seiner Frau und ob es nicht vorher ein weiteres verhängnisvolles Erdbeben gegen wird, kann niemand mit Gewissheit vorhersagen.

Wie isses:
Holla die Waldfee – was für ein Episodenauftakt. Gleich vorweg, hier wird die Rahmenhandlung für die kommende Doppelfolge „Alarm für die Erde“ (gerade in der Mache) geschaffen und diese Rahmenhandlung hat es in sich. Ich will gar nicht zu viel verraten, aber der Kampf gegen die tickende Bombe im Vulkan ist schon verdammt gut rübergebracht. Bei dem Erdbeben in Frisko hab ich ne Gänsehaut bekommen und der Cliffhanger am Ende der Folge zieht einem dem Boden unter den Füßen weg (vor allem, wenn man die Vorlage nicht kennt). Unglaublich, wie zukunftsweisend der Roman schon damals war – im Buch ein Endlager im Kilimandscharo, heute Fukushima und Gorleben. Der Autor war wahrscheinlich einer der wenigen Personen, die sich auf diese Weise bereits in den 70igern mit der Problematik des Atommülls, der Endlagerung und den Gefahren für spätere Generationen beschäftigt haben. Und gerade vor diesem Hintergrund funktioniert diese Folge – nicht zu letzt wieder dank ausgezeichneter Sprecher und technischer Umsetzung – überhaupt so gut. Sollte die nächste Folge genau da anknüpfen, wo diese aufhört, kündigt sich hier ein kleiner Hörspielzyklus epischen Ausmaßes an! Das schlimmste ist eigentlich nur die Wartezeit auf die Fortsetzung…


Fazit:
Und bis heute stehe ich manchmal vor meinem (recht mageren) Bücherregal und betrachte verträumt lächelnd meine ersten 6 Brandis-Bände in. So gut diese Bücher auch sind, die Hörspiele sind von nicht minderer Qualität. Auch für fantasielosere Geister sollte die Hörspielwelt dank den herausragenden Sounds und Sprechern schnell Gestalt annehmen. Ich meine, ich hab in den kurzen Episodenbewertungen ja schon hinreichend beschrieben.

Manche werden das fehlen eines Allwissenden Erzählers vielleicht vermissen – was man niemandem vorwerfen kann, ist man doch von den üblichen Hörspielen dahingehend extrem verwöhnt. Bei den Drei??? bekommt der Hörer z.B. die gesamte Handlung vorgekaut, ob durch Erzähler oder Kommentare der handelnden Personen. Da kann es schon mal gewöhnungsbedürftig sein, wenn es höchstens mal einen inneren Monolog Brandis zu hören gibt. Ich würde mich nie anmaßen, etwas schlechtes über die Drei??? zu sagen, aber die MB-Hörspiele zeigen deutlich, wie gut ein Hörspiel ohne Erzähler sein kann. Ich habe mich darauf eingelassen und wurde nicht enttäuscht, sondern eher beeindruckt. Und das nicht nur aus diesem Grund, sondern auch wegen zwei weiteren wesentlichen Merkmalen eines Hörspiels: Sprache und Klänge.

Die Sprecherriege spricht sich nämlich wirklich die Seele aus dem Leib! Allen voran Michael Lott, der in seiner Figur Mark Brandis aufgeht, wie kein zweiter. Natürlich wäre es unfair, die anderen Sprecher unberücksichtig zu lassen. Denn auch sie erwecken ihre Figuren durch herausragendes Engagement zum Leben. Trotzdem muss ich sagen, dass Lott – der nun mal die Hauptrolle spricht – sehr stark dazu beigetragen hat, dass dieses Projekt so erfolgreich geworden ist und sich weiter auf dem Vormarsch befindet.
Die gleichen Superlative könnte ich jetzt natürlich auch für die bereits oft gelobte Geräuschkulisse bringen. Ohne die entsprechende musikalische Umsetzung und die Soundeffekte wäre auch die beste Geschichte nutzlos. Sie lassen Bilder in den Köpfen der Hörer entstehen, die bunter, schärfer und besser sind, als jedes Filmbild. Dabei haben die Verantwortlich eine ungewöhnlich hohe Detailverliebtheit an den Tag gelegt. Überall sind kleine Hintergrundgeräusche zu hören, welche die Szenerie für den Hörer immer noch ein Stückchen intensiver erscheinen lassen, als es sonst im Durchschnitt der Fall ist. Ein Festschmaus für die Ohren!

Ich für meinen Teil kann nur hoffen, dass sich das Label nicht lumpen lässt, noch weitere Folgen zu produzieren und das diese Folgen genau so erfolgreich bei den Hörern einschlagen, wie zuvor. Wenn die Verantwortlichen genau so weitermachen, nicht nachlässig werden, sich vielleicht sogar noch steigern können… ich würde vorbeifahren und jedem einzelnen einen dicken, feuchten Schmatzer auf die Backe drücken. Danke für diese tolle Hörspielreihe, bei der ich aus irgendeinem Grund von Anfang an das Gefühl hatte, etwas ganz besonderes genießen zu dürfen.




LINKS:
hier findet ihr auch auch Hörproben und und und

Mark Brandis.de

Folgenreich
Brandis-Wiki





Zitat of the Moment

Jaja, lange nix gepostet und dann nur ein Zitat of the Moment? Wo soll das noch alles hinführen... IN DIE ANARCHIE!!! :-D

Spaß beiseite... ich ticker gerade an einem längeren Beitrag zu einer Hörspielreihe, die hier als Mini-Special präsentiert werden soll. Hintergründe erfahrt ihr dann, wenn der Text feddich ist. Ansonsten war nicht viel Trash diesen Monat am Start. Diverse WangYu-Klopper liegen noch auf Halde und generell wollen noch ein zwei, drei andere Wuxia-Streifen gesichtet werden. Also keine Sorge, es geht immer weiter, nur eben seeeeeehr langsam... Have fun!




Ach so... ach ja... das Zitat:

"Weißt du nach Jeans shoppen ist wie eine Freundin suchen... es dauert ewig und wenn du eine gesehen hast die dir gefällt, passt sie nicht richtig zu dir oder du findest die richtige größe und das aussehen, stellst dann aber fest, dass sie zu weit ist weil sie schon zu viele anprobiert haben..."

Lesung des Stammtischphilosophen Sebulon McMoese
Kapitel 7, Vers 3