Das Todeslied des Shaolin

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Release: 1977


Kung-Fu, Kanonen, glühende Handkanten und Karatezombies!


Dunkle Mächte aus Japan planen den Sturz der schwachen Chinesischen Herrscher und schicken dazu ein paar Killer nach China. Gleichzeit wird eine chinesische Prinzessin zum japanischen Oberverschwörer geschickt, um die Sache zu bereinigen. Das wollen die japanischen Killer natürlich verhindern und greifen immer mal wieder die Eskorte der Prinzessin an. Zum Glück hat die Trulla einen Schutzengel – einen geheimnisvollen Superkämpfer, ein glühender Patriot, der seine Gegner gnadenlos verdrischt. Bald geht es dem Killergrüppchen gar nicht mehr um die Prinzessin, sondern nur noch darum, deren Beschützer auszuschalten. Dazu rekrutieren Sie sich die stärksten Kämpfer Asiens.
„DasTodeslied des Shaolin“ stellt eine der letzten Regie-Drehbuch-Hauptdarstellerarbeiten von Jimmy Wang Yu da, dem einstigen Aushängeschild der berüchtigten Shaw Brothers Studios. Nach seinen Knüllern, wie „Der einarmige Boxer“ und „Duell der Giganten“ gibt Wang Yu hier nochmal alles und präsentiert ein buntes Durcheinander von Kuriositäten. Das beginnt schon mit der Handlung, die höchstens als verwirrend bis eigentlich total überflüssig bezeichnet werden kann. Den Handlungsfetzen ist recht schwer zu folgen, und das obwohl der Plot auf einen zusammengefalteten Bierdeckel passt. Überdeutlich wirken die wirren Versatzstücke als Platzhalter zwischen den Kampf- und Actionszenen.

Und von denen gibt es zahlreiche! Über den ganzen Film verteilen sich jede Menge Handkantenschläge und Wireworkakrobatiken. Wang Yu spielt dabei einen absolut übermächtigen Kämpfer, dem keiner das Wasser reichen kann. Schon mit der Anfangssequenz, in der er Sandsackpuppen durch Holzwände kickt, umgibt er sich er mit einer Aura der Unverwundbarkeit und so soll es dann auch die restliche Lauflänge weitergehen. Zwischendurch wird noch das Kampfarena-Set von „Duell der Giganten“ ausgegraben, um die Laufzeit etwas zu strecken.
Was den Film aber erst richtig gut macht, sind die vielen verrückten Einfälle. Ob es Personen, Dialoge oder Kämpfe sind – alles ist hier absolut Over-the-top inszeniert. Der Widererkennungswert zu den bereits genannten Filmen ist dabei recht groß. Zum Beispiel tauchen wieder die Kickbox-Zwillinge und der Karatemann auf. Die Zwillinge werden übrigens in einer übertrieben komischen Szene zu Countrymusik-Klängen verdroschen und mit Mehl beschmissen… Zweifelhafter Höhepunkt skurriler Gegner für Wang Yu stellen sicherlich die Kung-Fu-Zombies dar, die von den Chinesen aktiviert werden. Da kann Superfighter Wang Yu so lange rumdreschen, bis die Handkanten glühen, gegen Untote hilft am Ende eben doch nur eine vernünftige Stange Dynamit. Darüber hinaus könnte ich jetzt noch das Fächer-MG erwähnen, oder den Selbstmord des Stabkämpfers, der den Dolch deutlich sichtbar zwischen Körper und Arm vorbeischiebt, aber das würde den Rahmen sprengen. Witzig ist mal wieder die musikalische Untermalung. Hier wird unter anderem das Haupttheme von „Das Schwarze Loch“ verpulvert und mit Sicherheit noch ein paar andere bekannte Filmmusiken.
Fazit:
Kung-Fu-nsinn auf höchstem Niveau. Vielleicht sogar noch einen Ticken abgefahrener, als „Der einarmige Boxer“ und „Duell der Giganten“. Bekannter Gegner werden ausgepackt, Wang Yu ist unverwundbar und generell gibt es etliche Momente, die einfach nur zum kaputtlachen sind. Ein wunderbarer Klopperschwachsinn, für den man selbstredend was übrig haben muss, der aber auch für Trasheinsteiger geeignet ist. Und ein hoher Unterhaltungswert hat dieser Schmant dann auch noch… was will man mehr! Einziger Wehrmutstropfen für mich persönlich: Das Thema des einarmigen Boxers gefiel mir besser, da auch Wang Yu in dieser Rolle viel mehr aufgegangen ist. Das heißt aber nicht, dass das Todeslied weniger gut wäre! Ebenfalls 4 Köppe ;-)

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