Sinners & Saints

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Release: 2010

Sean Riley ist der härteste Cop von New Orleans, der das Gesetz auf den Straßen der gebeutelten Stadt mit brachialer Gewalt durchsetzt. Verbrecher wollen seinen Tod, Vorgesetzte wollen seinen Kopf, und beides geht Sean am Popo vorbei, denn dieser Mann hat nichts mehr zu verlieren. Um ein bisschen aus der Schusslinie der Internen Ermittlung zu kommen, soll er schließlich bei der Aufklärung einer Mordserie helfen. Zunächst tappen er und sein neue Partner Will Ganz im Dunkeln, doch dann taucht unvermittelt Seans alter Kumpel Colin auf, der offenbar etwas mit den grausamen Morden zu tun hat. Als die beiden ungleichen Cops etwas tiefer graben, kommen Sie hinter ein schreckliches Geheimnis, dass nicht nur sie beide zu überwältigen droht, sondern auch noch die Familie von Ganz in Gefahr bringt. Zeit für Sean mal ordentlich in der Stadt aufzuräumen.
Joaaaa, die Story ist nu nich so richtich datt gelbe vom Ei, ne! Ne, komm, ernsthaft, also die Story ist absolut solide. Problem ist nur, dass sie auf Grund der altbekannten Zutaten aus dem großen Actionthriller-Ein-Mal-Eins ab einem gewissen Punkt recht durchschaubar ist. Trotzdem fällt es ab und zu noch schwer, der Story zu folgen. Zum Beispielt werden dem Zuschauer am Anfang sehr viele unterschiedliche Figuren um die Ohren gehauen, die man noch gar nicht zuordnen kann. Wenn sich gegen Ende dann endlich alles aufklärt, hat man trotzdem das Gefühl, dass noch etwas fehlt… das man noch etwas mehr aus dem Drehbuch hätte herausholen können… Auch manch ruhigere Szene hätte man gerne etwas kürzen können. Allerdings war eine ausgefeilte Story wahrscheinlich auch nie der Hauptanspruch der Verantwortlichen.
Innerhalb der Story bewegen sich ein paar vorzügliche Schauspieler. Allen voran Johnny Strong als Brutalo-Cop Sean Riley. Ein wahrer Glücksgriff für den Film, muss ich sagen. Strong spielt seine Figur mit stoischer Mine und zynischen Sprüchen. Immer ein bisschen heruntergekommen, mit Dreitage Bart und im Dauer-DirtyHarry-Modus. Das passt zum Gesamtwerk wie Faust auf Auge, selbst wenn es darum geht, ruhigere und nachdenklichere Töne anzuspielen. Im Verhältnis zu anderen heutigen DTV-Ramsch war seine simple aber überzeugende Spielweise und generell sein unverbrauchtes Gesicht sehr erfrischend. Nicht anders verhält es sich mit seinem Partner Kevin Phillips nund dem herrlich fiesen Bösewicht Costas Mandylor (Saw). Auch Sean Patrick Flanery hat man noch mal aus der Versenkung geholt. Ich hab den Guten mit seinen Botox-Fältchen und dem aufgedunsenen Gesicht zwar erst nicht erkannt, trotzdem macht er seine Sache ganz gut. Hinzu gesellen sich noch Tom Berenger und Jürgen Prochnow als nette Zusatzgimmiks. Hier muss jedoch gesagt werden, dass gerade Prochnows Rolle fast schon verschenkt wirkt.
Was bleibt ist natürlich die Action. Und die hat sowas von gefetzt! Heutzutage werben ja viele DTV-Werke mit handgemachter, reichlicher Action und schon nach der ersten Szene merkt man, dass man mal wieder pure Actiongülle in den Player geschoben hat. Nicht so bei S&S. Hier regnet es in regelmäßigen Abständen ordentlich viel Blei und Blut. Schon der erste Shootout gibt die straighte Richtung an. Autoblech wird genau so reichlich durchlöchert, wie heranstürmende Gegner. Und dabei ist das allermeiste handgemacht. CGI Unterstützung fällt kaum auf, dafür fetzen die Bloodpacks. Regisseur William Kaufmann legte dabei stets großen Wert auf eine möglichst realistische Darstellung und präsentiert sehr eindrucksvoll sein gutes Auge für tolle Choreografie und Kameraeinstellungen. Dazu wählte er einen passenden dreckigen Look, zeigt keine schicke Großstadtidylle, sondern heruntergekommene Hinterhöfe und Vorstadtteile, denen man noch deutlich die Hurrikanekatastrophe von 2005 ansieht. Das ganze wirkt in sich sehr stimmig und die Schauwerte halten den Zuschauer auch in ruhigeren Momenten gut bei der Stange.

Fazit:
Ein guter Actionfilm ist wie eine kalte Dusche an einem heißen Sommertag. Einfach erfrischend und wohltuend! Und hinterher weiß man wieder, wie sehr man platzende Blutpäckchen, derbe Schießereien, wortkarge schießwütige Helden und brutale Zweikämpfe vermisst hat. Ach, schön! *seufz* Einzige Wehmutstropfen wären die schwache Story, diverse Längen zwischendurch und die leider zweitklassige deutsche Syncro. In Anbetracht einer reinen DTV-Produktion ist das aber Meckern auf hohem Niveau. Tja… Sinners and Saints hieß der Streifen… von William Kaufman, der hoffentlich noch mehr so gutes Zeug abliefern wird! 4 Köppe


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