Kommando - U.S. Navy Seals II


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Release: 1999

wusch – zwoooosch - w'sch

Wegen diverser Meinungsverschiedenheit gehen die beiden Seals Casey Sheppard und Frank Ratliff als Feinde auseinander. Der eine – Casey – zieht sich aus dem aktiven Dienst zurück und wird Schweißer und Künstler. Der andere – Frank – raucht weiterhin Zigarillos, entführt eine Atomphysikerin und zwingt diese, zwei Atomraketen auf einer fiktiven Insel im Beringmeer scharf zu machen. Selbstredend will er damit die Welt erpressen und fordert schlappe 1 Milliarde Dollar. Ebenfalls selbstredend, dass nur ein Mann den Wahnsinnigen stoppen kann. So tauchen dann auch wenig später Casey's ehemaliger Vorgesetzter, Major Donner, in Caseys Atelier auf. Bei der Erwähnung seines Erzfeindes willigt dieser natürlich ein, allerdings mit der Prämisse, sein Team selbst zusammenstellen zu dürfen. In einer kurze Montage werden die Kerlchen kurzerhand von Übungsgeländen, aus Bars, von Bikertreffpunkten und aus Gefängnissen rekrutiert. Zusammen mit Major Donner geht’s ab Richtung verlassener Insel, die – jetzt kommt der Clou – mit Methangas verseucht ist. Daher darf auf der gesamten Insel keine Waffe abgefeuert werden. Was passiert, wenn es doch getan wird, demonstriert Major Donner eindrucksvoll, indem er ein brennendes Feuerzeug an Methangasballons hält: KaBOOM! Soll aber alles kein Problem sein. Die muntere Truppe ist Nahkampferprobt und so kann der Spaß mit Messern, Beilen, Ketten, Stangen und einer Art Säureball verschießenden Luftdruckpistole beginnen.
Ganz großes Tennis! Nix erwartet, alles bekommen – so kann ich Kommando US Seals am besten zusammenfassen. Issac Florentine, der seine Erfahrungen beim Dreh von Power Ranger Episoden sammelte, zeigt hier wieder einmal, was sich selbst mit kleinem Budget so alles bewerkstelligen lässt. Übrigens nicht das erste mal, dass Florentine eine Genreperle im B-Movie-Sektor erstrahlen lässt: Fight of the Dragon mit Dolph Lundgren und Undisputed II mit Michael Jai White und Scott Adkins seien nur beispielhaft erwähnt. Bei Kommando – US Seals wird zudem seine Vorliebe für das Asiatische Kino und die Martial Arts Künste deutlich ersichtlich. Gerade in der zweiten Hälfte fliegen die Fetzen. Die Seals kloppen alles kurz und klein, wobei sich Ihnen auch eine unzählbare Masse an Gegnern in den Weg stellt. Kein Wunder übrigens wenn der Stuntkoordinator und ebenfalls Darsteller Andy Cheng heißt. Dieses Kerlchen war schon Stuntdouble für Jackie Chan (gibt’s die doch??? o_O) und Stuntkoordinator für The Scorpion King oder Welcome to the Jungle.
Für Freunde von Dauerfeuer und Explosionen hat Florentine direkt zu Anfang einiges aufgetischt. Ein Einsatz der Seals artet unerwartet in ein hartes Feuergefecht aus. Bevor man jedoch dazu verleitet wird, eine billige Inszenierung mit rauchigen Explosionen zu erwarten, wird der erste Wachturm von einer großes Explosion zerrissen. Kurz darauf fällt ein Gegner, von Kugeln durchsiebt, von einem Dach und reißt dabei eine hölzerne Tür ein. Der Hammer! Ich musste sogar zurückspulen und mir das ganze zweimal anschauen, so viel Spaß hat das Feuerwerkt gemacht. Die sehr schnell inszenierte Kampfchoreografie ist ebenfalls bemerkenswert weit über dem Genredurchschnitt. Gebrauch von Wackelkamera ist Fehlanzeige. Es schien Florentine einzig und allein um einen hohen Unterhaltungswert und Funfaktor zu gehen, was auch wunderbar gelingt.
Im Gegensatz dazu ist das Drehbuch erwartungsgemäß absolute Standartware. Hey, die beiden Widersacher kennen sich. Hey, der eine ist der Gutmensch, der andere Psychopath. Hey, einsame Insel und – oh staunet – Atomraketen. Eieiei, wenn das mal keine Erpressung nach sich zieht… Reißbrettstory, in der sich die dazu passenden stereotypen Figuren bewegen. Standardmäßig besteht die Truppe als schrulligen Typen (und einer Frau), die alle so ihre Macken und jeder einen eigenen Kampfstil haben. Das reicht ja auch eigentlich, um für Trouble zu sorgen. Einzig Marshall Teague (Major Donnor), vllt. bekannt durch zahlreiche Minirollen, z.B. aus The Rock und Armageddon, sticht mit seinem Bierbauch und seiner (extrem coolen) Säuraballpistole etwas heraus. Damian Chapa (Street Fighter) ist als Oberschurke im Dauer-Overaction-Modus, weiß dadurch aber zu überzeugen. Grenzwertig empfand ich dagegen Michael Worth in der Hauptrolle, der weniger Mimik als ein Holzklotz hat. Ein Holzklotz mit dauerhaft belämmerten Blick… Fast unerträglich, da völlig überdreht gespielt, war auch Kate Connor als Atomphysikerin. Ihr Verhalten und schauspielerische Darbietung erinnerte mich eher an Hochglanzpornos „Oh, Casey, sie haben mich gerettet – treiben wir es gleich hier auf dem Labortisch“.
Das wirklich absolut und unerreichbar beste Gimmick an diesem Streifen ist allerdings die Vertonung! Egal welche Bewegung die Darsteller machen, ob eine Waffe zu Boden fällt, ob jemand kurz nach rechts und links guckt: Alles wird mit einem „Wusch“-Geräusch unterlegt. Ich hab mich teilweise gekringelt vor lachen, da so ein Effekt natürlich viele Szenen ins unbewusst lachhafte zieht. Da läuft ein Seal voran durch einen Tunnel, gibt Handzeichen (Wusch, zwossch, wunsch), der Hintermann bestätigt (wusch, wusch) und einer Dritter blickt kurz nach hinten (zwosch, wosch). Großartig! Das ganze wird offensichtlich mit Absicht betrieben und lässt den Streifen zusammen mit vielen, vielen anderen maßlos übertriebenen Szenen wie eine Parodie auf das Subgenre der Spezialeinheiten-Filme erscheinen. Das meine ich jedoch – als Trashfan – absolut positiv. Denn da sich der der Streifen selbst kaum ernst nimmt, vor übertriebenen Szenen und Dialogen nur so trieft, entfaltet einen ungemein hohen Unterhaltungswert.
Fazit: 
Krasse Sache! Florentine zaubert wieder mal eine Granate aus dem Hut und präsentiert handfeste, weit über dem B-Movie-Durchschnitt liegende Actionware. Darsteller sind alle allesamt austauschbar, Story ebenfalls, aber dafür rappelt es immer wieder gehörig im Karton. Nach der anfänglichen Materialschlacht ist zwar bis zur Filmmitte etwas Leerlauf, dafür zieht sich der Showdown auf der Insel aber auch über die gesamte zweite Hälfte. Langweilig wird’s übrigens dank der teils behämmerten Dialoge nie. Wenn das nächste Wusch-Geräusch ertönt, während Major Donner seine coole Säureballpistole nachlädt und den nächsten Widersacher aufs Korn nimmt, sollte das Grinsen der Fans breiter werden. 80 Minuten geht der Streifen, 75 Minuten davon hab ich abgefeiert, 5 Minuten lang war ich Bier holen/wegbringen. Was will man(n) mehr? 4 Köppe!



 
PS: Ganz nett übrigens die uralten Kino-Trailer auf der ungeschnittenen DVD von Best Entertainment / Screen Power. Sowas sollte es öfters geben!

Haywire

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Release: 2011


Mallory Kane ist Ex-Marine(in ?), deswegen natürlich knallhart und für ein privates Sicherheitsunternehmen tätig. Für verschiedene Auftragsgeber erledigt sie im Team diverse Jobs z.B. Geiselbefreiungen oder ähnliches. Bei ihrem neusten Job merkt sie gleich, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Prompt stolpert sie in ein groß angelegtes Komplott und kann einen Anschlag auf ihr Leben nur knapp vereiteln. Von nun an ist Kane auf der Flucht, ohne zu wissen, warum sie überhaupt gejagt wird, wer dahinter steckt, wem sie trauen kann und wie sie aus der Sache heil wieder rauskommen soll. Doch Kane wäre nicht die Beste der Besten der Allerbesten, wenn sie sich nicht auf ihre Intuition verlassen könnte und vor allem auf ihre Eisenfäuste, um die Wahrheit Licht zu prügeln.
 
Steven Soderbergh versucht sich mal wieder am Thema Thriller. So richtig geklappt hat das aber leider nicht. Aber so ist das mit Soderbergh… für viele eine Hassliebe durch und durch. Auf der einen Seite versteht er sich auf coole, ungewöhnliche Inszenierung, auf der anderen Seite kann er seine Fingerchen aber einfach nicht von übertriebenen Stilmitteln lassen, wie z.B. Farbfiltern. So sind dann auch hier alle wärmeren Handlungsorte gelb und alle kühleren Orte blau eingefärbt. Fand ich schon bei Traffic doof und gefiel mir hier immer noch nicht.

Weiteres Manko ist ganz klar das Drehbuch. Denkt man zunächst noch, dass mehr in der anfangs noch sehr undurchsichtigen Story steckt, muss man am Ende leider erkennen, dass es doch nur wieder auf zwei sehr einfache Gründe hinläuft: Verrat und Rache. Kane wird veräppelt, entkommt und klatscht jeden um, der sich gegen sie verschworen hat inkl. kollateraler Schäden. Da der Plot im Grunde so einfach ist, Soderbergh das ganze aber in seiner typischen Art bis zum Erbrechen aufbauscht, wirkt die Geschichte ziemlich überkonstruiert. Geradliniger & direkter wäre sicherlich nicht schlechter gewesen. Dazu kommen immer wieder solch merkwürde Zufälle, die mir persönlich übel aufgestoßen haben: z.b. flüchtet Kane durch eine enge Straße, ist kurz davor geschnappt zu werden, da kommt zufälligerweise ein Taxi vorbei. Später flüchtet sie mit einem Auto rückwärtsfahrend durch einen Wald, ist ihren Häschern fast entkommen, da stoppt plötzlich ein durch die Scheibe springendes Reh ihre Flucht…o_O von solchen unrealistischen Szenen gibt es noch zwei, drei mehr… klar, irgendwie muss die Handlung vorangetrieben werden, in welche Richtung auch immer, aber doch bitte nicht so absurd!

Naja, wie gesagt stimmt aber die Inszenierung des ganzen. Die fällt mitunter nämlich sehr ungewöhnlich aus und verschließt sich damit auch den typischen Blockbusterbildern. Besonders auffällig ist der Umstand, dass in Kampfszenen vollständig auf die musikalische Untermalung verzichtet wurde. Dafür sind Schlag- und Kampfgeräusche umso präsenter, wodurch die diversen Handgemenge ungeheuer intensiv und brachial wirken. Toll! Zusätzlich ist der restliche Film mit einem treibenden Score versehen, der mal nicht nach Hans Zimmer klingt, sondern eher nach Oceans 11-13. Wie gesagt: Ungewöhnlich, aber intensiv. Gerade weil sich der Streifen aber von den bekannten Sehgewohnheiten unterscheidet, hatte er bei mir von vorn herein ein Stein im Brett.
 
Positiv muss ich auch die Muay Thai Kämpferin und ehemalige Psychologiestudentin Gina Carano erwähnen. Die guckt zwar meistens grimmig, was aber absolut ausreichend ist. Vor allem hat sie aber richtig viel Power und jede Menge Charisma. Dank ihrer starken Leinwandpräsenz schafft sie es trotz mangelnder schauspielerischer Erfahrungen sofort, den Zuschaue für sich zu gewinnen und mit zu reißen. Nicht zuletzt freut man sich natürlich auch auf den nächsten Schlagabtausch. Carano ist eben eine verdammt gute Kämpferin und weiß genau, was sie da tut. Das merkt man und das wird in Haywire mehr als deutlich gezeigt – ganz zur Freude actionhungriger Fans. Ich kann nur hoffen, dass Ihre Rolle im sechsten Fast & Furious-Teil ähnlich gut wird. Als Sahnehäubchen tauchen außerdem immer wieder bekannte Gesichter auf. Allen voran Michael Fassbender und Ewan McGregor. Beide darf Carano übrigens nach allen Regeln der Kunst vermöbeln. Auch gegen Channing Tatum darf sie die Fäustchen schwingen. Dazu dürfen sich dann noch Michael Douglas, Antonio Banderas und Bill Paxtion mit der Amazone herumschlagen, allerdings nur mündlich. Man will der alten Garde ja nicht all zu viel zumuten.

 

Fazit:
Leider schwächelt Soderberghs Actionthriller an einem arg konstruiert wirkenden, leicht einfallslosen Drehbuch. Man merkt das lediglich eine Story um die Amazone Gina Carano herum gebastelt wurde, welche ihre Fähigkeiten auf dem Martial-Arts-Sektor formschön in Szene setzen soll (was dann wiederrum auch wunderbar funktioniert). Sei es drum, der Film unterhält trotzdem gut - nicht nur dank der ungewöhnlichen Inszenierung und der Charismatischen Hauptdarstellerin. Mit Soderberghs Stil kommt garantiert nicht jeder klar, aber wer sich drauf einlässt und über die Schwächen im Drehbuch hinwegsehen kann, der bekommt einen netten kleinen Thriller für zwischendurch präsentiert. 3,5 Köppe


Soldiers of Fortune


 
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Release: 2012

Irgendwann letztes Jahr blubberten erste Infos über einen B-Action durch Netz, der sich mal wieder mit dem Söldner-Thema beschäftigen sollte. Erste Aufnahmen von Set sahen vielversprechend aus: Christian Slater, Ving Rhames & Sean Bean hockten in Kampfanzügen im felsigen Nirgendwo unter der knalligen Sonne der Ukraine und blickten grimmig über die Läufe Ihrer Maschinengewehre hinweg. Aha, dachte ich mir, hat man den Slater mal wieder aus der Versenkung geholt. Na mal schauen, wie sich das Projekt entwickelt. Ein paar Wochen später lagen dann auch endlich Infos zur Story vor:

Captain McCenzie (Slater) soll auf ein paar reiche Millionäre aufpassen, die jeweils eine Million Dollar gezahlt haben, um echten Krieg spielen zu dürfen. In einem eigens eingerichteten Bootcamp sollen ein Rohstoffmagnat (Sean Bean), ein Waffenschieber (Ving Rhames), ein Selfmade-Millionär (James Cromwell), ein Spieleerfinder und ein Börsenspekulant für Ihren ultimativen Kick fit gemacht werden. Schauplatz soll ein kleiner, nicht näher bestimmter Inselstaat werden, der allerding auch von einem fiesen Diktator unterjocht wird, der die Rohstoffe ausbeutet. Mit der Kohle der reichen Säcke sollen nun die Rebellen mit Waffen ausgerüstet zu werden. Außerdem wird der Diktator von CIA-Mann Mason (Colm Meaney) unterstützt, der den Plan der Rebellen um jeden Preis durchkreuzen will. Es kommt, wie es kommen muss: Die Truppe rund um Captain McCenzie ist bald auf sich allein gestellt und entscheidet sich kurzerhand, das Regime auf der Insel selbst zu stürzen. Blöderweise gibt es einen Verräter in den eigenen Reihen…
Ziemlich abgefahrene Story, oder nicht?! Wie konnte ich also diesem Streifen vorbeigehen. Absichtlich habe ich mir bis zur Erscheinung keine Bewertungen durchgelesen, habe mir keine Trailer angeschaut oder weitere Bilder gesucht. Irgendwie hatte ich da so ein Bauchgefühl…diese Art von Gefühl, dass da was Gutes bei rumkommen wird.

Das Drehbuch ist – wie vielleicht bereits deutlich geworden - total Banane, schafft es aber gerade wegen diesem verrückten Plot durchweg zu unterhalten. Leider leisteten sich die Drehbuchschreiber allerdings auch ziemlich grobe Aussetzer…
(SPOILER ON) Als Slaters z.B. Kumpel unerwartet stirbt und nun Frau und Kind hinterlässt, spielt dies am Ende absolut keine Rolle mehr. Und dabei hat er nur deswegen den Aufpasserjob angenommen, um seinem Kumpl, mit dem schon durch dick und dünn gegangen ist, aus einer finanziellen Notlage zu helfen. Am Ende lachen dann aber alle, freuen sich über den Sieg und gucken sich ein Feuerwerk an… eh… okay… Ein bisschen mehr Drama hätte man da ruhig einfließen lassen können. Slater's Charakter ist also entweder ein seelenloser Bastard, oder er aber er wollte die Olle von seinem Kumpel klar machen und spart sich die Trauer bereits im Vorfeld… (SPOILER OFF)
Wie dem auch sei, innerhalb dieses zeitweise recht verwirrenden Geflechts bewegen sich wie bereits erwähnt ein paar bekannte Schauspielergrößen. Es ist spaßig anzusehen, wie Rhames,Bean&Co als reiche Snobs Ihre übergroßen Egos raushängen lassen dürfen. Platz für solche Szenen lässt der Streifen ausreichend. Spätestens ab dem Punkt, als alle im Bootcamp eintrudeln und das ganze für einen großen Spaß halten, hat der Film den geneigten Fan auf seiner Seite. Schnell noch eine immer gern gesehene Trainingsmontage, eine kurze Referenz an „Das dreckige Dutzend“ und schon sind die Großmäuler plötzlich mitten im Krieg angekommen, gehen mit dieser Situation allerdings ebenso unbedarft um, wie zuvor. Vor allem Ving Rhames ist hier als Waffenschieber „Grim Reaper“ im Dauer-Overacting-Modus zu begrinsen. Sean Bean versucht seinem Charakter etwas Tiefe zu verleihen, wobei das im Gesamtwerk kaum auffällt. Das hier keine tiefgründigen Charaktere unterwegs sind, sollte aber eh klar sein. Alle anderen verrichten einen grundsoliden und zum Tenor es Streifen passenden Job.
In der Zwischenzeit liefert Regisseur Maksim Korostyshevsky in seinem Erstlingswerk handfeste Feuergefechte, platzende Bloodpacks und Explosionen, die sich für eine Produktion dieser Art absolut sehen lassen können. Ein Rebellenlager wird von einem Panzer zusammengeschossen, Soldaten werden durch Scharfschützen blutigst ins Jenseits befördert, Boote mit Granaten beschossen und dazwischen mäht Ving Rhames alles mit seinem Mega-MG nieder. Billig wirkt der Streifen dabei nie. Korostyshevsky verpasst seinem Werk eine edle Optik und versteht es, das Ganze größer aussehen zu lassen. Hier müffelt nichts nach billiger Ostblock-Gülle, was an sich schon ne positive Sache ist. Die finalen Gefechte in einem ehem. U-Boot-Bunker (?) machen ebenfalls was her.
Fazit:
Dieser B-Actioner macht Laune! Die Story ist gaga, bleibt aber gerade deswegen im Kopf. Korostyshevsky hat für sein Debüt jede Menge bekannter Gesichter an Bord und die dürfen sich richtig austoben. So werden dem Zuschauer immer wieder markige Sprüche und ordentliche Action präsentiert. Leerlauf gibt’s nicht, immer ist irgendwas los. Ja, so muss das sein. Endlich mal wieder was feines für Actionfans auf dem B-Sektor. Wer für 95 Minuten seine Freundin vergraulen und sich zwei, drei Dosen Bier reinpfeifen will, der ist hier genau richtig. 4 Köppe!


Die Legende von Poppi

Die besten Geschichten schreibt immer noch das Leben selbst!

So trug es sich vor kurzem zu, dass zwei Frauen in Düsseldorf auf der Köh zwecks Shoppings unterwegs waren - und das an einem dieser vergangenen Tage, an denen schweißtreibende 35°C gemessen wurden. Nun war es so, dass eine der beiden ihren geliebten Chihuahua mit dem hübschen Namen "Poppi" dabei hatte und - wie es sich für die Dame von Welt gehört - diesen stylisch hergerichtet als lebende Handtasche mit sich schleppte.

Leider war es dem armen Poppi unter den vielen Strasssteinchen aber wohl ein wenig zu heiß geworden, denn als seine Besitzerin den Kleinen auf den Boden setze, kippte dieser plötzlich und unerwartet um. Todesursache: Kreislaufversagen durch Überhitzung.

Das Geschrei um den armen Poppi war natürlich groß. Größer war allerdings die sorge, den kleinen Hundekörper wieder nach Hause zu bekommen. In der eigenen Handtasche wollte man - obwohl erst vor 5 Minuten verstorben und quasi noch warm - ja schließlich kein totes Tier befördern. So rannte die Freundin der Ex-Hundebesitzerin in den nächst besten Laden und bekam dort unter zahlreichen Beileidsbekundungen eine Einkaufstasche ausgehändigt. Der Name des Ladens war auf diesesr natürlich weit sichbar abgedruckt: Gucci!

Strassteichen-Poppi sollte also stilecht in einer Gucci-Einkaufstasche gen Heimat überführt werden. Zuvor mussten aber noch die Rückfahrkarten am Hauptbahnhof gekauft werden. Etwas zerstreut stellten die Damen ihre Einkäufe ab und wandten sich dem Fahrkartenautomaten zu. Nach mehreren Fehleingaben hielten sie endlich die ersehnten Karten in den Händen. Als Sie jedoch Ihre Taschen wir an sich nehmen wollten, stellten beide folgendes mit Erschrecken fest:

Jemand hatte die Gucci-Tasche gestohlen!


:-D
Ist wirklcih so passiert!!!

Jungleground

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Release: 1995

"Die Jagd hat begonnen!"


Jungleground... das ist ein nicht näher erklärter Stadtteil in einer nicht näher benannten Stadt. Dort gelten andere Gesetze, dort tauchen die Cops nur auf, wenn es unbedingt nötig ist und dort werden die Drogenkuriere von Poppas Pizza reihenweise über den Jordan geschickt. So beginnt das ganze Abenteuer um den Cop Jake Cornell (Roddy Piper). Gerade will er seiner Angebeteten noch einen Heiratsantrag machen, im nächsten Moment findet er sich nach einem missglückten Undercovereinsatz mitten in Jungleground wieder, wo er von Odin - dem ziemlich durchgeknallten Anführer der beherrschenden Gang - kuzerhand zum Freiwild erklärt wird. Bis zum Morgengrauen hat er Zeit, seine eigene Haut und die seiner Freundin zu retten. Dabei kommt er jedoch dahinter, dass Odin ein doppeltes Spiel spielt, was Cornell am Ende zu einem Vorteil verhelfen soll. Doch bis dahin gilt es am Leben zu bleiben und ordentlich Backpfeifen zu verteilen!

Mitte der 90iger hatte Roddy Piper ein paar durchaus nennenswerte Auftritte im Actionfilmsektor. Als Wrestlingstar war er ja auch quasi prädestiniert für die Rollen harter Actionhelden. Nicht nur waren seine Ausflüge ins Filmbusiness stehts sehr unterhaltsam, auch dank seiner lockeren sarkastischen Art gewann Piper eine nicht zu verachtende Fanbase, obgleich er nie über (gutes) B-Movie-Niveau hinaus kam. Jedenfalls: wer einmal seinen Auftritt bei Carpenters "They live" gesehen hat (ganz stark: als er die Bank betritt), wird schon verstehen, warum man diesen Kerl einfach gern haben haben.


So ist es dann auch nicht weiter überraschend, dass Piper wärend seiner Flucht aus Jungleground immer einen trockenen Spruch auf den Lippen hat. Vorzugsweise wenn er seinen nächsten Gegner umhaut, aber auch gerne mal zwischendurch. Die Flut an sarkastischen bis zynsischen Onelinern ist unerschöpflich und lässt Piper trotz mangelnder Schauspielkunst sehr charismatisch erscheinen. Wäre er für seinen Talent bezahlt worden, wäre der Film auch sicherlich gescheitert, wobei weder Piper, noch die weiteren Darsteller Totalausfälle sind. Alle passen sich irgendwie ganz wundbar in die düstere Inszenierung ein. Positiv fallen vor allem Torry Higginson und Rachel Wilson, die sich als Einzige in Jungleground auf die Seite des Helden stellt, auf. Daneben gibt es als einziges anderes bekanntes Gesicht eigentlich nur noch JR Bourne als Odin zu sehen, dem es zwar etwas an Ausstrahlung mangelt, dies aber durch fieses und passendes Overacting wieder wett macht. Bourne und Higginson landeten später übrigens bei Stargate bzw. SG Atlantis.

Düstere Inszenierung beherrscht wie gesagt den Film. Regisseur Don Allen hatte zuvor nichts erwähnenswertes gemacht und es sollte auch bei diesem Erstlingswerk bleiben. Schade eigentlich, denn viel falsch macht Allen nicht. Das Bild wird bestimmt von düsteren Wegen, heruntergekommenen Hinterhöfen oder müllübersäten Straßen. Autowracks werden von brennenden Mülltonnen angestrahlt und generell wirkt alles unglaublich heruntergekommen, auch wenn zugegebenermaßen die Ähnlichkeiten zu z.B. "Flucht aus New York" immer wieder erkenntbar werden. In diversen Szenen kann man ebenfalls bemerken, dass nur wenig Budget zur Verfügung stand, trotzdem wird dem Zuschauer actiontechnisch alles geboten, was zu einem ordentlichen B-Kracher gehört: Autostunts, Überschläge, blutige Shootouts (inkl. Unendlich-Schuss-Revolvern :-D ), durch Scheiben springende Menschen, durch Explosionen rennende Menschen, durch Dächer fallende Menschen... das Übliche halt und zwar in überzeugender Form.
Fazit:
Jungleground bietet kurzweilige Unterhaltung für B-Action-Fans. Roddy ist so gut drauf, wie Fans es von ihm gewohnt sind. Er teilt ordentlich aus, drischt seinen Gegnern die Fäuste um die Ohren und haut danach lockere Sprüche raus. Sehr unterhaltsam das ganze! Zwischendurch pennt das Drehbuch zwar ganz schön, aber die nächste Explosion oder das nächste Handgemenge kann diese Aussetzer gut ausgleichen. Vor allem sorgt aber die düstere und passende Kulisse, die ebenfalls schön eingefangenen Bilder und die schnelle, niemals langweilige Inszenierung unter Regisseur Don Allen für den richtigen Drive. Watt soll ich sagen... kann man sich mal angucken, wenn man gerade nix vor hat und ein bisschen B-Movie Luft schnuppern will. Falsch machen kann man als Fan mit dem Streifen jedenfalls nix. 3 absolut solide Köppe!





PS: Die ungeschnitte DVD ist von Voulez Vous Film zu haben. Bild in 4:3 in entsprechend mittelmäßiger Qualität. Wahrscheinlich kann man aber schon froh sein, dass es der Streifen überhaupt auf Silberscheibe geschafft hat. VV-Film sollten sich Fans übrigens mal merken. Die schmeißen (oder haben geschmissen) jede Menge interessante Randerscheinungen auf den Markt: Vergessene Easter, Vergessene Sci-Fi, vergessene Kriegsfilme, vergessene Käsemaucken usw. usw. ;-)