Jungleground

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Release: 1995

"Die Jagd hat begonnen!"


Jungleground... das ist ein nicht näher erklärter Stadtteil in einer nicht näher benannten Stadt. Dort gelten andere Gesetze, dort tauchen die Cops nur auf, wenn es unbedingt nötig ist und dort werden die Drogenkuriere von Poppas Pizza reihenweise über den Jordan geschickt. So beginnt das ganze Abenteuer um den Cop Jake Cornell (Roddy Piper). Gerade will er seiner Angebeteten noch einen Heiratsantrag machen, im nächsten Moment findet er sich nach einem missglückten Undercovereinsatz mitten in Jungleground wieder, wo er von Odin - dem ziemlich durchgeknallten Anführer der beherrschenden Gang - kuzerhand zum Freiwild erklärt wird. Bis zum Morgengrauen hat er Zeit, seine eigene Haut und die seiner Freundin zu retten. Dabei kommt er jedoch dahinter, dass Odin ein doppeltes Spiel spielt, was Cornell am Ende zu einem Vorteil verhelfen soll. Doch bis dahin gilt es am Leben zu bleiben und ordentlich Backpfeifen zu verteilen!

Mitte der 90iger hatte Roddy Piper ein paar durchaus nennenswerte Auftritte im Actionfilmsektor. Als Wrestlingstar war er ja auch quasi prädestiniert für die Rollen harter Actionhelden. Nicht nur waren seine Ausflüge ins Filmbusiness stehts sehr unterhaltsam, auch dank seiner lockeren sarkastischen Art gewann Piper eine nicht zu verachtende Fanbase, obgleich er nie über (gutes) B-Movie-Niveau hinaus kam. Jedenfalls: wer einmal seinen Auftritt bei Carpenters "They live" gesehen hat (ganz stark: als er die Bank betritt), wird schon verstehen, warum man diesen Kerl einfach gern haben haben.


So ist es dann auch nicht weiter überraschend, dass Piper wärend seiner Flucht aus Jungleground immer einen trockenen Spruch auf den Lippen hat. Vorzugsweise wenn er seinen nächsten Gegner umhaut, aber auch gerne mal zwischendurch. Die Flut an sarkastischen bis zynsischen Onelinern ist unerschöpflich und lässt Piper trotz mangelnder Schauspielkunst sehr charismatisch erscheinen. Wäre er für seinen Talent bezahlt worden, wäre der Film auch sicherlich gescheitert, wobei weder Piper, noch die weiteren Darsteller Totalausfälle sind. Alle passen sich irgendwie ganz wundbar in die düstere Inszenierung ein. Positiv fallen vor allem Torry Higginson und Rachel Wilson, die sich als Einzige in Jungleground auf die Seite des Helden stellt, auf. Daneben gibt es als einziges anderes bekanntes Gesicht eigentlich nur noch JR Bourne als Odin zu sehen, dem es zwar etwas an Ausstrahlung mangelt, dies aber durch fieses und passendes Overacting wieder wett macht. Bourne und Higginson landeten später übrigens bei Stargate bzw. SG Atlantis.

Düstere Inszenierung beherrscht wie gesagt den Film. Regisseur Don Allen hatte zuvor nichts erwähnenswertes gemacht und es sollte auch bei diesem Erstlingswerk bleiben. Schade eigentlich, denn viel falsch macht Allen nicht. Das Bild wird bestimmt von düsteren Wegen, heruntergekommenen Hinterhöfen oder müllübersäten Straßen. Autowracks werden von brennenden Mülltonnen angestrahlt und generell wirkt alles unglaublich heruntergekommen, auch wenn zugegebenermaßen die Ähnlichkeiten zu z.B. "Flucht aus New York" immer wieder erkenntbar werden. In diversen Szenen kann man ebenfalls bemerken, dass nur wenig Budget zur Verfügung stand, trotzdem wird dem Zuschauer actiontechnisch alles geboten, was zu einem ordentlichen B-Kracher gehört: Autostunts, Überschläge, blutige Shootouts (inkl. Unendlich-Schuss-Revolvern :-D ), durch Scheiben springende Menschen, durch Explosionen rennende Menschen, durch Dächer fallende Menschen... das Übliche halt und zwar in überzeugender Form.
Fazit:
Jungleground bietet kurzweilige Unterhaltung für B-Action-Fans. Roddy ist so gut drauf, wie Fans es von ihm gewohnt sind. Er teilt ordentlich aus, drischt seinen Gegnern die Fäuste um die Ohren und haut danach lockere Sprüche raus. Sehr unterhaltsam das ganze! Zwischendurch pennt das Drehbuch zwar ganz schön, aber die nächste Explosion oder das nächste Handgemenge kann diese Aussetzer gut ausgleichen. Vor allem sorgt aber die düstere und passende Kulisse, die ebenfalls schön eingefangenen Bilder und die schnelle, niemals langweilige Inszenierung unter Regisseur Don Allen für den richtigen Drive. Watt soll ich sagen... kann man sich mal angucken, wenn man gerade nix vor hat und ein bisschen B-Movie Luft schnuppern will. Falsch machen kann man als Fan mit dem Streifen jedenfalls nix. 3 absolut solide Köppe!





PS: Die ungeschnitte DVD ist von Voulez Vous Film zu haben. Bild in 4:3 in entsprechend mittelmäßiger Qualität. Wahrscheinlich kann man aber schon froh sein, dass es der Streifen überhaupt auf Silberscheibe geschafft hat. VV-Film sollten sich Fans übrigens mal merken. Die schmeißen (oder haben geschmissen) jede Menge interessante Randerscheinungen auf den Markt: Vergessene Easter, Vergessene Sci-Fi, vergessene Kriegsfilme, vergessene Käsemaucken usw. usw. ;-)

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