Soldiers of Fortune


 
(klicke aufs Cover für mehr knallige Infos)

Release: 2012

Irgendwann letztes Jahr blubberten erste Infos über einen B-Action durch Netz, der sich mal wieder mit dem Söldner-Thema beschäftigen sollte. Erste Aufnahmen von Set sahen vielversprechend aus: Christian Slater, Ving Rhames & Sean Bean hockten in Kampfanzügen im felsigen Nirgendwo unter der knalligen Sonne der Ukraine und blickten grimmig über die Läufe Ihrer Maschinengewehre hinweg. Aha, dachte ich mir, hat man den Slater mal wieder aus der Versenkung geholt. Na mal schauen, wie sich das Projekt entwickelt. Ein paar Wochen später lagen dann auch endlich Infos zur Story vor:

Captain McCenzie (Slater) soll auf ein paar reiche Millionäre aufpassen, die jeweils eine Million Dollar gezahlt haben, um echten Krieg spielen zu dürfen. In einem eigens eingerichteten Bootcamp sollen ein Rohstoffmagnat (Sean Bean), ein Waffenschieber (Ving Rhames), ein Selfmade-Millionär (James Cromwell), ein Spieleerfinder und ein Börsenspekulant für Ihren ultimativen Kick fit gemacht werden. Schauplatz soll ein kleiner, nicht näher bestimmter Inselstaat werden, der allerding auch von einem fiesen Diktator unterjocht wird, der die Rohstoffe ausbeutet. Mit der Kohle der reichen Säcke sollen nun die Rebellen mit Waffen ausgerüstet zu werden. Außerdem wird der Diktator von CIA-Mann Mason (Colm Meaney) unterstützt, der den Plan der Rebellen um jeden Preis durchkreuzen will. Es kommt, wie es kommen muss: Die Truppe rund um Captain McCenzie ist bald auf sich allein gestellt und entscheidet sich kurzerhand, das Regime auf der Insel selbst zu stürzen. Blöderweise gibt es einen Verräter in den eigenen Reihen…
Ziemlich abgefahrene Story, oder nicht?! Wie konnte ich also diesem Streifen vorbeigehen. Absichtlich habe ich mir bis zur Erscheinung keine Bewertungen durchgelesen, habe mir keine Trailer angeschaut oder weitere Bilder gesucht. Irgendwie hatte ich da so ein Bauchgefühl…diese Art von Gefühl, dass da was Gutes bei rumkommen wird.

Das Drehbuch ist – wie vielleicht bereits deutlich geworden - total Banane, schafft es aber gerade wegen diesem verrückten Plot durchweg zu unterhalten. Leider leisteten sich die Drehbuchschreiber allerdings auch ziemlich grobe Aussetzer…
(SPOILER ON) Als Slaters z.B. Kumpel unerwartet stirbt und nun Frau und Kind hinterlässt, spielt dies am Ende absolut keine Rolle mehr. Und dabei hat er nur deswegen den Aufpasserjob angenommen, um seinem Kumpl, mit dem schon durch dick und dünn gegangen ist, aus einer finanziellen Notlage zu helfen. Am Ende lachen dann aber alle, freuen sich über den Sieg und gucken sich ein Feuerwerk an… eh… okay… Ein bisschen mehr Drama hätte man da ruhig einfließen lassen können. Slater's Charakter ist also entweder ein seelenloser Bastard, oder er aber er wollte die Olle von seinem Kumpel klar machen und spart sich die Trauer bereits im Vorfeld… (SPOILER OFF)
Wie dem auch sei, innerhalb dieses zeitweise recht verwirrenden Geflechts bewegen sich wie bereits erwähnt ein paar bekannte Schauspielergrößen. Es ist spaßig anzusehen, wie Rhames,Bean&Co als reiche Snobs Ihre übergroßen Egos raushängen lassen dürfen. Platz für solche Szenen lässt der Streifen ausreichend. Spätestens ab dem Punkt, als alle im Bootcamp eintrudeln und das ganze für einen großen Spaß halten, hat der Film den geneigten Fan auf seiner Seite. Schnell noch eine immer gern gesehene Trainingsmontage, eine kurze Referenz an „Das dreckige Dutzend“ und schon sind die Großmäuler plötzlich mitten im Krieg angekommen, gehen mit dieser Situation allerdings ebenso unbedarft um, wie zuvor. Vor allem Ving Rhames ist hier als Waffenschieber „Grim Reaper“ im Dauer-Overacting-Modus zu begrinsen. Sean Bean versucht seinem Charakter etwas Tiefe zu verleihen, wobei das im Gesamtwerk kaum auffällt. Das hier keine tiefgründigen Charaktere unterwegs sind, sollte aber eh klar sein. Alle anderen verrichten einen grundsoliden und zum Tenor es Streifen passenden Job.
In der Zwischenzeit liefert Regisseur Maksim Korostyshevsky in seinem Erstlingswerk handfeste Feuergefechte, platzende Bloodpacks und Explosionen, die sich für eine Produktion dieser Art absolut sehen lassen können. Ein Rebellenlager wird von einem Panzer zusammengeschossen, Soldaten werden durch Scharfschützen blutigst ins Jenseits befördert, Boote mit Granaten beschossen und dazwischen mäht Ving Rhames alles mit seinem Mega-MG nieder. Billig wirkt der Streifen dabei nie. Korostyshevsky verpasst seinem Werk eine edle Optik und versteht es, das Ganze größer aussehen zu lassen. Hier müffelt nichts nach billiger Ostblock-Gülle, was an sich schon ne positive Sache ist. Die finalen Gefechte in einem ehem. U-Boot-Bunker (?) machen ebenfalls was her.
Fazit:
Dieser B-Actioner macht Laune! Die Story ist gaga, bleibt aber gerade deswegen im Kopf. Korostyshevsky hat für sein Debüt jede Menge bekannter Gesichter an Bord und die dürfen sich richtig austoben. So werden dem Zuschauer immer wieder markige Sprüche und ordentliche Action präsentiert. Leerlauf gibt’s nicht, immer ist irgendwas los. Ja, so muss das sein. Endlich mal wieder was feines für Actionfans auf dem B-Sektor. Wer für 95 Minuten seine Freundin vergraulen und sich zwei, drei Dosen Bier reinpfeifen will, der ist hier genau richtig. 4 Köppe!


Kommentare:

Dominik Hug hat gesagt…

Schön, seid ihr wieder da :)

Doc Savage hat gesagt…

Wir waren ja nie weg!

Sofern es die Zeit zu lässt, werde ich versuchen, auch wieder über den ein oder anderen Streifen zu schreiben. Es juckt halt doch immer noch in den Fingern ;-)