Untote wie wir

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Man ist so tot, wie man sich fühlt

Release: 2009


Bart wird im Irak in einem Hinterhalt erschossen, in der Heimat beerdigt und entsteigt 3 Wochen später wieder seinem Grab. Einziger Vertrauter ist sein bester Kumpel Joey, der schnell rauskriegt, dass Bart nachts Blut trinken muss, um nicht zu verwesen. Übrigens nur nachts, denn Bart ist als Untoter Tagsüber im wahrsten Sinne des Wortes leichenstarr. Als so eine Art Zombievampir muss Bart fortan zusehen, wie er an seine nächtliche Blutdosis kommt, wobei er zusammen mit Joey schnell auf die Idee kommt, den einen oder anderen Verbrecher auszusaugen. Als Joey dann auch noch zu einem Vampirzombie wird und Bart alte Flamme auftaucht, ist das Durcheinander komplett…

Okay, was haben wir auf der Haben-Seite:
- Ungewöhnliche Story: check!
- Nette Splattereinalagen, die zwar nicht sehr zahlreich sind, sich aber durchaus blicken lassen können: check!
- Ein paar flache Gags (Stichwort: Zomedy): check!
- Ein paar Ballereien inkl. blutiger Einschüsse: check!
- Witzige Situationen, die sich quasi von allein aus der ungewöhnlichen Story ergeben: check!
- Überraschendes ende mit Twist: check!

So Leute, und das war’s! Der Rest ist nämlich nur noch als träge und halbgar zu bezeichnen. Angesichts der interessanten Plots, ist Regisseur D. Kerry Prior ziemlich inkonsequent in der Umsetzung des Stoffes. Schmeißt er zu Anfang noch alle moralischen Bedenken einfach über Bord, verfällt er in der zweiten Hälfte zu sehr in unnötige Dramatik, in dem er Barts Ex-Freundin mit in die Handlung einbaut. Tatsächlich wird der „witzige“ Kern der Geschichte – nämlich die Jagd auf Verbrecher auf Grund von Blutdurst – erst weit in zweiten Hälfte so richtig aufgegriffen. Bis dahin muss der Zuschauer einige zähe Minuten durchstehen. Auch ein paar laue Gags können die vielen Langwierigen Szenen nur bedingt erträglicher machen.

Offensichtlich war sich Prior, der vorher hauptsächlich für visuelle Effekte bei durchaus namhaften Produktionen zuständig war, nicht so ganz sicher, was er erzählen wollte: Eine Geschichte über mordende Untote, die sich coole Sprüche an den Kopf werfen oder eine Geschichte über einen Untoten, der über die Liebe zu seiner „Ex“-freundin langsam in Depressionen versinkt.

Leider also nix perfektes... wobei auf dem Papier noch alles gut aussieht: Einfach mal ohne Rücksicht auf Verluste einen Mix aus verschiedenen Genres zu präsentieren (Zombie, Vampier, Comedy, Action, Splatter, Drama), klingt nämlich erstmal spannend und interessant. Wer ein solches Konstrukt annehmbar umsetzen will, muss sein Handwerk jedoch verstehen, die richtige Mischung finden und einem strikten roten Faden folgen. Dies schafft Prior aber leider nicht. Die ersten 60 Minuten ziehen sich bis auf wenige Momente wie Kaugummi und wenn in den 110 Gesamtlänge gegen Ende endlich Fahrt aufgenommen wird (also in den letzten 15 Minuten) intessierts keine Sau mehr...

Da frag ich doch ernsthaft, welchen Film zu Teufel die Rezensenten der DVD-Hülle gelesen haben. Dort wird nämlich mit solch vollmundigen Kommentaren geworben, wie "Das beste Zombie-Buddymovie aller Zeiten" oder "Bitterböse Horrorkomödie mit Kultgarantie" (Kult... wenn ich das Wort schon sehe... *börgs*) und "Der Legitime Nachfolger von Braindead und Shaun of the Dead!" *wat* Absolut unverständlich! Beweist allerdings auch mal wieder die These: Je schmackhafter die Werbesprüche, desto schlechter der Inhalt.


Wer alles mal gesehen haben muss, kann sich gerne an "Untote wie wir" versuchen, allen anderen kann ich nur abraten und empfehle stattdessen die Sichtung von "Dead Heat!
 

In diesem Sinne: 2 Köppe - einen für die Idee/das Filmende und einen für die paar blutigen Einschüsse

 PS: Bilder gibbet nicht... keine Lust! 

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