El Gringo

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Release: 2012
 
Ein Namensloser Cop, nur El Gringo genannt, flüchtet mir einer Tasche voller US Dollar über die mexikanische Grenze, nachdem eine routinemäßige Kontrolle mächtig in die Hose gegangen ist. Der Gringo (Scott Adkins) versucht anschließend mit der Kohle in einem kleinen, grenznahen mexikanischen Städtchen unter zu tauchen, doch dort trifft er nur auf noch mehr Probleme und menschlichen Abschaum. Neben dem örtlichen Sheriff und dessen Privatarmee, heftet sich auch ein Feind aus den eigenen Reihen an die Fersen des flüchtigen Cops. Dabei will dieser doch nur ein Glas Wasser und dann schleunigst nach Acapulco…












Scott Adkins sollte jedem Actionfan längst ein Begriff sein. Dank vollem Körpereinsatz konnte er bereits in Filmen wie Undisputed 2 & 3, Ninja und zuletzt im Kino in Expendables 2 glänzen. Dank seiner körperlichen Präsenz und seinem Charisma ist Scott Adkins derzeit sicherlich einer der herausragendsten Actiondarsteller, die sich auf dem breiten Feld des B-&A-Actionfilmes nach oben arbeiten. Zu seiner Popularität hat nicht zuletzt der begabte Actionregisseur Issac Florentine beigetragen, mit dem Adkins bereits die drei erst genannten Filme gedreht hat. Bei diesem Werk tritt Florentine neben Joel Silver immerhin noch als Produzent auf.

So ist es dann auch kein Wunder, dass Adkins in „El Gringo“ die Kohlen aus dem Feuer holt und es dank der namhaften Produzenten mächtig knallt. Schon in der ersten Szene wird jedem Zuschauer klar, dass Adkins Charakter keine Gefangenen macht. Entweder man geht ihm aus dem Weg oder bekommt arge Probleme mit ihm. Die Gangart ist klar… jedenfalls was die Action angeht! Leider schwächelt das Drehbuch – welch Überraschung – an anderer Stelle. Statt konsequent eine klare Linie zu verfolgen, hat man versucht, hier und da ein paar ziemlich hervorsehbare Irrungen und Wendungen einzubauen. Neue Charaktere, die unnötigerweise auch noch mit eingebaut werden, bremsen die Handlung stellenweise zu sehr aus. Hätte man sich auf mehr Stringenz geeinigt, wäre die Gaudi sicherlich größer geworden. Andererseits wäre man dann wahrscheinlich nicht auf die nötige Laufzeit gekommen.

Als Ausgleich für diese kleinen Schwächen werden dem Zuschauer jedoch eine Menge skurrile Szenen geboten. Ob es nun Adkins verzweifelte Suche nach einem Glas Wasser, die ständige Hatz nach dem Bus, der genau um Punkt 14 Uhr die Stadt verlässt, oder der korrupte Dorfsheriff mit seinem Hass auf Straßenhunde ist – immer wieder spürt man einen gewissen, außergewöhnlichen Einfallsreichtum. Das die Drehbuchschreiber mit der Geschichte von „El Gringo“ nichts Neues erfunden haben, muss einem aber auch bewusst sein. Vom Feeling her hat mich diese absurde Story stellenweise z.B. an „U-Turn“ erinnert. Leider kann diese Absurdität nicht bis zum Ende aufrechterhalten werden. Hier versuchte man nämlich mit aller Macht auf die Moralschiene zu wechseln, was angesichts der vorrangegangen, straighten Handlung nicht funktioniert und somit viel zu aufgesetzt wirkt.

Was dann aber wirklich überzeugen kann, sind die Actionszenen. So muss das sein! Etwa in der Mitte gibt es einen längeren Shootout, den man in dieser Art selten in einem B-Actioner gesehen hat. Adkins mäht sich hier regelrecht durch die gegnerischen Horden und geizt dabei nicht mit akrobatischen Tricks. Das ganze ist erstklassig inszeniert, nur vielleicht etwas zu hektisch. Neben ein paar ordentlichen Stunts werden auch ein paar nette, kleine Ideen eingebaut (z.B. die Szene mit der panzerbrechenden Munition). Auch zwischendurch werden dem Zuschauer immer wieder kurze Schießereien und Schlagabtausche präsentiert – schnell, hart, brutal lautet hier immer wieder das Motto, das Regisseur Eduardo Rodriguez auch sehr gut umzusetzen weiß.

Fazit:
Scott Adkins ist weiter auf dem Weg nach oben und „El Gringo“ hat ihn dorthin bestimmt wieder ein Stück mitgenommen. Dank namhaften Produzenten konnte Jung-Regisseur E.R. einen fiesen, kleinen B-Actioner schaffen, der harte und blutige Shootouts und verrückte Ideen beinhaltet. Diese können dann auch gut für das teilweise zu überfüllte Drehbuch hinweg trösten. An dieser Stelle sei auch kurz Christian Slater erwähnt, der wahrscheinlich noch ein bisschen Geld brauchte. Seine Rolle ist nicht besonders groß und er spult sein Programm in gewohnter Manier herunter, nicht gelangweilt, aber auch nicht herausragend. Der Streifen kann sich der geneigte Fan ruhig mal reinziehen, dann eins ist mal klar: Bei all den Filmgurken da draußen wurde hier eindeutig mehr richtig, als falsch gemacht! 4Köppe weils so schön war


Kommentare:

Anonym hat gesagt…

kleine Info am Rande. Florentine wird offiziell als Produzent geführt, Tatsache ist aber auch, dass er nach Bulgarien eingeflogen wurd um die Action aufzumotzen. Man kann nur mutmaßen was ohne Isaac aus dem Film geworden wäre.

Doc Savage hat gesagt…

A Ha, gut zu wissen.
Sowas erfährt man ja nicht aus dem Abspann. Danke!

Das erklärt auch, warum die Actionszenen so herausstechen. Die sind ja wirklich nicht von schlechten Eltern!

Doc