River of Death

 (für mehr Infos klicke aufs Cover)

Release: 1989

"Adventure, Mystery and Revenge"

John Hamilton (Dudikoff), hauptberuflicher Möchtegern Indiana Jones und selbsternannter Amazonasexperte, kreucht in den 60igern mit einem Professor und seiner Tochter durch den dichten Dschungel, wo der Doc einer mysteriösen Krankheit auf den Grund gehen will. Was das Grüppchen noch nicht weiß: Die „Seuche“ entstand durch Experimente des fieses Nazi-Arztes Dr. Manteuffel (Robert Vaughn).
Dieser nette Zeitgenosse arbeitete schon zu Zeiten des zweiten Weltkrieges an einem Virus zur Erschaffung der Herrenrasse… er tat also das, was alle anständig-verrückten Nazi-Wissenschaftler so gemacht haben. Bei Kriegsende schoss er seinem Kumpel Heinrich Spaatz (Donald Pleasence) kurzerhand ins Bein und flüchtete in die verlorene Stadt im südamerikanischen Dschungel, um dort seine Experimente in Ruhe fortsetzen zu können.
Und genau dorthin verschlägt es zufällig unseren Dudikoff und seine Anhängsel. Mit letzter Kraft kann Hamilton entkommen, muss die schicke Tochter und den mittlerweile toten Doktor zurücklassen und schlägt sich zurück in die Zivilisation. Dort angekommen macht er sich direkt an die Planung einer Rettungsaktion. Naja, vielmehr erzählt er überall herum, dass er die verlorene Stadt gefunden hat, was so ziemlich alle Fieslinge in der Stadt aufhetzt… clever, clever!
Er gerät an einen reichen Sack, der sich später als Heinrich Spaatz entpuppt. Dieser hat jede Menge Geld angehäuft, nur um sich irgendwann mal an seinem alten Nazi-Kumpel Manteuffel zu rächen.
Who's your daddy
Mit einer bunten Truppe bricht Hamilton wieder auf, um in die verlorene Stadt zurück zu kehren. Unterwegs gibt’s dann nicht nur Verräter in den eigenen Reihen, auch die hübsche Assistentin von Spaatz spielt ein doppeltes Spiel. Und natürlich lauern auch noch andere Gefahren auf das Grüppchen. Bis sie endlich in der verlorenen Stadt ankommen, müssen sie sich noch gegen Flusspiraten, wilde Einheimische, Kannibalen und nicht zuletzt gegen fiese Nazi-Schergen zur wehr setzen
Schau mir in die Augen, Kleines... ne, lieber doch nicht
Seit langem mal wieder ein Dudikoff-Streifen aus den Achtzigern und dazu noch von Cannon. Ich hatte also meine Erwartungen (ne, eigentlich nicht). Zumal das Cover ja groß damti tönt, dass das Drehbuch auf dem Roman von Alistair MacLean beruht. Dieser gute Mann war für solche wundervolle Geschichten, wie „Die Kanonen von Navarone“, „Eisstation Zebra“, „Agenten sterben Einsam“ oder „Nevada Pass“ verantwortlich. Tatsächlich reicht die Story von „River of Death“ gerade mal für einen Groschenroman, aber bestimmt nicht für eine anständige Verfilmung. Die Versatzstücke wirken dermaßen cheesy, dass es kaum auszuhalten ist.
Dudikoff in action...bämbämbäm
Und dann diese Logiklöcher… Da erkennen sich die zwei alten Nazi-Freunde nach 20 Jahren nicht mehr wieder und das nur, weil der eine ein verdammtes Toupet trägt?? Völlig unklar bleibt auch der Verbleib so mancher Charaktäre. Die Frau, wegen der Hamilton in die verlorene Stadt zurückkommen will, wird am Ende beispielsweise gar nicht mehr erwähnt... Ja, zwischendurch hab ich echt gelacht… verwirrt zwar, aber gelacht!

Auch Regisseur Steve Carver, der zuvor „McQuade“ und „Der Gigant“ gedreht hatte, wusste wohl auch nicht so recht, was er mit dem Stoff anfangen sollte. Mehr als routiniert-gelangweilt kann man seine Arbeit hier wohl nicht bezeichnen. Immerhin seinem Kameramann gelingen ein paar hübsche Aufnahmen. Zwar entpuppen sich viele Kulissen eher als südafrikanisches Hinterland (Drehort), denn als Amazonas-Dschungel (Handlungsort), generell können die Settings aber meist überzeugen. Ob heruntergekommenes Städtchen, dichter Dschungel oder Bambushütten im selbigen – ein geringes Budget wird gut kaschiert. Überhaupt scheint Cannon für diesen Streifen etwas mehr Geld locker gemacht zu haben. Und das zu einer Zeit, in der das Studio schon im sterben lag… vielleicht ein letztes Aufbäumen?
Kawumm! Wo Cannon drauf steht, ist meist auch Cannon drin

Aufbäumen hätten sich auch mal die Darsteller. Von Dudikoff mal abgesehen, der es einfach nicht besser kann (er stapft stur mit Drei-Tage-Bart und Dackelblick durch den Dschungel – Erfahrungen damit konnte er ja schon bei „Platoon Leader“ sammeln), agieren Vaughn und Pleasence reichlich gelangweilt, heben mit Ihrer Präsenz aber trotzdem den Bekanntheitsgrad des Streifens um ein paar Prozentpunkte. Die im Intro erwähnte angebliche Neuentdeckung Cynthia Erland hingegen entpuppt als schauspielerischer Totalausfall mit Silberblick. Der restliche Cast ist leidlicher Durchschnitt.

Und jetzt alle recht freundlich! Hier kommt das Vögelchen
Fazit:
Es steht Cannon drauf und irgendwie ist auch Cannon drin. Die Story aus der Feder von MacLean gleicht eher einer Groschenromangeschichte. Auch die Inszenierung weist einige anstrengende Längen auf. Dazu kommen noch diverse Lögiklücken. Der Verbleib von Personen ist manchmal nicht ganz nachvollziehbar und die Dialoge erscheinen stellenweise völlig zusammenhangslos. Dafür sind die Feuerbälle der Explosionen, sämtliche Schieß- und Prügeleien eindeutig als Produkte aus dem Hause Cannon erkennbar. Das entschädigt den B-Action-Fan wenigstens etwas. Im Grunde genommen ist „River of Death“ also nur Dudikoff- und Cannon-Fans zu empfehlen. Alle anderen haben nix verpasst. 2,5 Logos



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