Cyberjack

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Release: 1995


Michael Dudikoff spielt einen Ex-Cop, der bei einem tragischen Unfall seine Partnerin verliert, darauf hin ein kleines Alkoholproblem bekommt und nun als Putze in einem Labor arbeitet. Dort wird ein superdupermegakrasses selbstdenkendes Computervirus auf biologischer Protoplasmabasis (oder so...)  entwickelt, dass eigentlich Sicherheitslücken schließen soll. Das eine solche Erfindung die Unterwelt auf den Plan ruft, ist wohl selbstredend. Wenig überraschend wird das Labor kurz darauf von Gangstern in beschlag genommen und Dudi beginnt nach einigem hin und her notgedrungen den Kampf gegen die Schergen.

Auch in der Zukunft noch aktuell: Ein Radio!
Nachtigall, ik hör dir trapsen… wie extrem hier von „Die Hard 1“ geklaut wurde, ist teilweise kaum auszuhalten. Regisseur Robert Lee übernimmt hier diverse Szenen fast eins zu eins. Sogar der Fortgang der Story weist frappierende Ähnlichkeiten zu seinem Vorbild auf. Kopfschuss für den Boss: check. Dudi kriecht durch Lüftungschächte: check. Cops kommen nachts vorbei und entdecken die Geiselnahme: check. Feuer im Fahrstuhlschacht inkl. Dachexplosion: check. Explodierender Panzerwagen… usw.usw.usw. Business as usual.

Bling Bling macht der Brion
Die Badguys sind richtig bad drauf (eher total crazy) und tragen lustige Klamotten. Vor allem ihr Anführer (Brion James) sticht aber mit seiner merkwürdigen Heliumstimme deutlich hervor. Dazu noch diese fiese Frisur… als Fiesling eigentlich kaum ernst zu nehmen… wobei er noch der fieseste Rabauke in diesem degeneriertem Haufen ist. Der Rest seiner Crew setzt sich aus hibbeligen Typen zusammen, denen das Wort „Professionalität“ (oder schauspielerisches Talent) völlig abgegangen ist.
Da ist es nicht nicht verwunderlich, dass sich unser Dudikoff mit Dackelblick mal wieder am besten aus der Affäre ziehen kann. Für seine eigenen Verhältnisse gibt er als McClane-Klon und als perspektiv-verlorener und zunächst konfrontationsschauer Alki eine ganz passable Figur ab.

Peng Peng macht der Dudi
Generell habe ich ja nichts gegen Die-Hard-RipOff's. Es gibt da ein paar wirklich gute Vertreter. Aber: Wir sprechen hier über einen B-Actioner aus den 90igern… mit Dudikoff (der danach noch den ganz passablen „SoldierBoyz“ drehte und anschließend im C-Movie-Sumpf versumpfte)… „Cyberjack“ ist jedoch alles andere als ein gelungener Genrebeitrag. Die Logiklöcher sind so tief, wie die Feldwegschlaglöcher im Outback (der Klassiker: unser Held weigert sich anfangs partou dagegen, die Knarren seiner erlegten Feinde mitzunehmen. Warum auch… ein Schraubenschlüssel oder ein Feuerlöscher ist gegen eine automatische Schrotflinte ja bekanntlich viel wirksamer). Auch das Verhalten der Nebencharaktere ist höchstens als dramaturgisch fragwürdig zu bezeichnen.
Außerdem leidet der Film trotz seiner Vorbildanleihen an durchgehender Actionarmut. Wenns dann mal kracht, sind die Shootouts und Rangeleien entweder viel zu schnell vorbei oder eher ermüdend, als spannend. Dazu trägt auch der extrem nervende Score bei, der unbeeindruckt von der jeweiligen Szenerie vor sich hindudelt. Ob sich zwei Forscher gerade über das Virus unterhalten, oder ob Dudi bei einer Verfolgungsjagt mit Giftgasbomben beworfen wird… der Score ist immer der gleiche und immer gleich scheiße!
Gott sei dank, gleich ist Feierabend...

Jetzt aber nochmal was positives: Die Effekte können sich für ein B-Vehikel durchaus sehen lassen! Klar, es handelt sich um typsiche 90iger Jahre Schrott-CGI-Effekte, aber ab und zu ist man als Zuschauer doch verblüfft, was die Verantwortlich an Effekten aus dem Hut gezaubert haben. Die Darstellung der Zukunftswelt erinnert z.B. gerne mal Bladerunner und auch das innere des Laborkomplex reicht vollkommen für ein kleines Katz und Maus Spiel. Ja, das war’s soweit… 

Fazit:
Unausgegorener Stirb-Langsam-Abklatsch mit unser'm Dudikoff im Möchtegern-McClane-Modus. Brion James als Bösewicht leidet an chronischem Overaction, der restliche Cast an chronischer Talentfreiheit und der Streifen an sich an chronische Actionarmut. Effekte gibt es einige gute, aber ein bisschen mehr BlingBling als üblich ersetzt nun mal nicht fehlende bzw. schlechte Shootouts… oder Spannung! Dazu kommt ein ermüdender, immer gleichklingender Score, der so manche halbwegs spannende Szene endgültig zunichte macht. Trotzdem: Wer mal wieder Bock auf einen B-Actioner mit Dudikoff hat, der im Gegensatz zu seinen nachfolgenden Werken noch ganz brauchbar daherkommt... tut was ihr nicht lassen könnt! 2,5 Köppe

,5

Kommentare:

Mario hat gesagt…

Hello Trash Academy Crew,

unter welcher Mailadresse kann man euch denn erreichen?

Best

Mario

Doc Savage hat gesagt…

Um uns dann was anzutun? Der NSA melden? Mit zinsfreien Krediten voll spamen oder anderweitige unseriöse Angebote zu unterbreiten? Los, sprich!

;-D

Scherz! Was können wir denn für dich tun?

Greetz
Doc

Doc Savage hat gesagt…

Ich hab rechts mal ein Kontaktformular eingefügt ;-)