Kung Pow

http://www.ofdb.de/film/16689,Kung-Pow-Enter-the-Fist 
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Release: 2002

Kaum auf der Welt, schon will der böse Meister Pain den Tod des Auserwählten. In letzter Sekunde kann der Auswählte jedoch flüchten (als Säugling), muss jedoch den Tod seiner Familie miterleben. Fortan trainiert er hart, um sich irgendwann an Meister Pain zu rächen. Irgendwann kommt er in die Stadt, in der sich auch Pain aufhält (der sich zwischenzeitlich in Betty umbenannt hat). Der Auserwählte, der auch über die Gabe des Züngleins verfügt (ich will nicht zu viel darüber verraten), stellt sich natürlich seinem Widersacher entgegen und kriegt erstmal die Hucke voll. Erst als er Meister Pains/Bettys Trick durchschaut hat, geht es in die finale Schlacht. Doch Pain/Betty wird von einer höheren Macht unterstützt. Wird der Auserwählte den Finalen Kampf bestehen?
Das nenne ich "durchschlagenden Erfolg"
 Bereits der erste mies synchronisierte Satz macht dem Zuschauer klar, was ihn hier die nächsten 80 Minuten erwartet: purer Wahnsinn! Verantwortlich für diesen Wahnsinn ist niemand anderes als Steve Oedekerk. Dieser nette Mensch hatte zuvor bereits mit „Ace Venture – jetzt wird’s wild“ seinen speziellen Sinn für Humor bewiesen. Eins ist klar: dieser Mann versteht sein Handwerk und bei Kung Pow tobt er sich gleich als Hauptdarsteller, Drehbuchscheiber, Regisseur und Produzent in Personalunion aus.

Der Auserwählte hat die volle Durchsicht
Kung Pow zu beschreiben fällt recht schwer… ich kennen keinen vergleichbaren Film und so hatte der Streifen für mich schon immer ein Alleinstellungsmerkmal. Trotzdem will ich es mal versuchen: Oedekerk nahm einen alten Kung-Fu-Klopper (Tiger irgendwas mit & von Jimmy Wang Yu), drehte zusätzliche Szene und schnitt sich selbst per Bluescreentechnik in das Originalmaterial. Danach wurde das neue Material zu einer wilden Story zusammengeschnitten. Herausgekommen ist dabei eine kunterbunte Persiflage alter Kung-Fu-Filmchen, wie sie in den 70igern den Markt überschwemmten.

Meister Pain aka Die böse Betty mit der Todeskrallenkette

Um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, synchronisierte Oedekerk die englische Fassung des fertigen Films komplett selbst, angelehnt an die miesen Synchros seiner Vorbildfilme (asynchrone Vertonung, langweilig gesprochene Texte in eigentlich hochemotionalen Momenten). In Kung Pow treibt er das unbeirrt auf die Spitze! Die deutsche Übersetzung ist nicht ganz so gut gelungen, wer den O-Ton jedoch nicht kennt, wird auch nichts vermissen. Ich liebe es jedenfalls!

Jap, ihr seht richtig: Es gibt einen Matrix-Kampf gegen eine Kuh
Die Gagdichte ist insgesamt derart hoch, dass der Film quasi zu glühen anfängt und mit ihm die Lachmuskeln des (für diesen Quatsch emfänglichen) Zuschauers. Entweder man kringelt sich vor lachen über die Witze, über die Syncro, über ganze Szenen oder generell über die vielen absurden Einfälle, die Oedekerks Gehirn entsprungen sind. Gott sei dank ist Oedekerk weit entfernt vom Pippi-Kacka-Humor ala Scary Movie 1 – 25 oder dem ganzen anderen Rotz.
Unersetzlich bei guten Kämpfen: Der Ghetto-Blaster

Fazit: 
Für jeden Fan von der „Unglaublichen Reise in einem verrückten Flugzeug“, „Loaded Weapon“ oder „Hot Shots“ ist Kung Pow ein einzigartiger & heller Stern am Crazy-Comedy-Himmel. Vielleicht zünden nicht alle Gags, aber insgesamt – schon allein wegen der höchst ungewöhnlichen Machart – haben wir es hier mit einer Genreperle zu tun, die hierzulande viel zu wenig gewürdigt wurde. Auch schade, dass die im Abspann angekündigte Fortsetzung bis heute nicht realisiert werden konnte…
Wer auf diese Art von Humor steht, darf sich diesen Streifen also nicht entgehen lassen. Alle Menschen, die von der Erwähnung der oben genannten Filme (es seien noch „Die nackte Kanone“, „Top Secret“ oder „Mafia – eine Nudel macht noch keine Spagetti“ genannt) das kalte Kotzen kriegen, sollten um Oedekerks Film allerdings einen großen Bogen machen. Solche Leute gehen wahrscheinlich aber auch zum Lachen in den Keller oder – noch schlimmer – halten z.B. „Meine Frau, die Spartaner und ich“ oder „Fantastic Movie“ für gute Comedy… Spacken, ey! Von mir gibt’s jedenfalls 5 Köppe!

Stranded

http://www.ofdb.de/film/32463,Stranded
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Release: 2002


Freitagabend, die Frau ist unterwegs, Zeit für Trash! Meine Finger wandern über die zahlreichen DVD-Hüllen in den Regalen.Wie von einer unsichtbaren Macht geführt, greift meine Hand zu und zieht ein Film heraus... Hello everyone, it's Dudikoff-time again!

Label: Phoenician Entertainment (Gale Force), Regisseur: Fred Olen Ray (unendlich viele Schrottfilme), Hauptdarsteller: Ice-T, Hannes Jaennicke und natürlich Dudikoff als Shuttle-Commander. Ich lege die Scheibe ein und sofort bin ich mitten drin in der ersten dicken Ballerei. Eindeutig zu hochwertig für diesen Schund. Deshalb ballern auch alle Darsteller wie blöde in der Gegend herum, ohne auch nur irgendjemanden zu treffen. Es geht um irgendeine Geldübergabe und einen Sateliten, der hinten in einem Van befördert wird... is klar! Mit dabei: Ice-T als Undercoveragent, der auch gleich in eine schicke Verfolgungsjagd verwickelt wird. Moment... wieso kommen mir diese Bilder nur so bekannt vor? Ach ja richtig, aus "Art of War" mit Wesley Snipes! Tatsächlich ist Snipes auch in einer Szene deutlich zu erkennen (oder sein Stuntdouble). Ice-T trägt nämlich ein schwarzes Kopftuch und Snipes nicht. hahaha, oh man...
 
Szenenwechsel auf die Raumstation. Die passenden Aufnahmen dazu stammen garantiert auch nicht aus Ray's Geldbeutel. Natürlich gibt es auf der Raumstation Schwerelosigkeit... NICHT! Russen und Amis laufen munter durch die tristgrauen Gänge. An den Wänden hängen zwischendurch lustige Platinen mit vielen Blinkelichtern und Schaltern. Aus irgendwelchen Gründen droht die Station jetzt auf die Erde zu stürzen. Wohl fusch am Bau oder so. Also Schwerkraft war kein Problem, aber für Manöverdüsen war kein Geld mehr da?? Eine Wissenschaftlerin forscht auf der Station nach einer Alternativen Energiequelle. Sie war auch für den Bau der Station verantwortlich.. aha, das erklärt einiges.
Offensichtlich kann die Station nicht mehr gerettet werden. Deshalb soll Dudikoff die Rettungsaktion leiten und die Stationsmitglieder runterholen + die Forschungsdaten sichern. Jaennicke ist auch mit der Partie, da Sobatage vermutet wird. Um seine Tauglichkeit zu beweisen, muss er mit Dudikoff Düsenjet fliegen. Szene 1: Start mit einem Zweistrahligen Jet, Szene 2: Der Jet ist nur noch Einstrahlig usw. Vielleicht aus Top Gun geklaut? Jaennicke sieht aus, als würde er sich die ganze Zeit in die Buchse machen - tut dies wahrscheinlich auch. Jetzt wird die restliche Crew vorgestellt. Während Dudi den Platzhirsch makiert, benimmt sich der Rest wie ein Rudel mit Testosteron aufgeputschter Marines... also genau die Art von Menschen, mit denen man gerne eine Shuttlemission unternehmen möchte.
Endlich weiß ich, wo Alfonso Cuarón seine Idee für Gravity hergeholt hat: Aus Stranded (oder dem Film, bei dem Stranded geklaut hat). Meteoriten schlagen nämlich plötzlich in die Station ein. Alle bringen sich in Sicherheit. Langsam wird klar, das ALLE Wege (egal auf welchen Stockwerk, egal zu welchem Raum, egal in welche Richtung) IMMER über den selben Flur führen (sehr schön zu erkennen an dem Symbol neben der Tür). Auch auf der Station arbeiten nur Volltro... eh... Vollprofis. Zum Beweis schüttet sich einer der Russen erstmal ordentlich Wodka in den Rachen.
Gleichzeitig startet das Shuttle, welches in dem Film den Namen Atlantis trägt. Footage-Aufnahmen eines Shuttle-Starts werden gezeigt. Deutlich ist dort auf dem Shuttle "Discovery" zu lesen (na zum Glück nicht Challenger). Die Kommandozentrale von Housten sieht aus, wie ein aufgemotztes Fernsehzimmer, aber bestimmt nicht wie eine Kommandozentrale, und die Innenaufnahmen des Shuttles erinnern an eine Blechkiste. Wieder pieselt sich Jaennicke alle Nase Lang die Hose voll. Nur Dudikoff lässt noch immer den Coolen raushängen... was bleibt ihm bei diesem Trauerspiel auch anderes übrig. Von wegen Trauerspiel: Es ist nur logisch, dass in einer maroden Weltraumstation auch riesige Glasfenster eingebaut werden, die bei kleinster Belastung sofort zerbersten, so dass die Insassen in der Schleuse dahinter sofort ins All hinaus geblasen werden. Wieso zum Teufel wird da Glas verbaut?
Jetzt ist auch noch das Andockmanöver gescheitert und das Shuttle für den Rückflug nicht mehr zugebrauchen. Dudikoff ist sichtlich angepisst, wegen der Inkompetenz aller Anwesenden. Zum Glück gibt es noch alte Apollokapseln, die zur Flucht genutzt werden können. Die starten aber nur Codes und die Codes hat die Wissenschaftlerin, die allerdings hinter der kaputten Glasschleuse festsitzt... Probleme über Probleme...
Zweithandlung! Ice-T will ja auch noch mal mitspielen. Er deckt so ganz nebenbei und unter zu Hilfenahme weiterer geklauter Szenen eine Verschwörung auf. Die Station wurde nämlich absichtlich so schlecht zusammen gebaut. Das Forschungsprojekt der Wissenschaftlicherin könnte nämlich, wenn es funktioniert, für unendlich viel saubere Energie sorgen. Das findet der Chef eines großen Energieunternehmens aber nicht so toll und will deswegen mit Hilfe des russichen Botschafters die Rettungsmission sabotieren. Wirklich interessieren tut das aber niemanden. An Bord der Station hat Jaennicke mittlerweile beschlossen, Platten auf das Schleusenloch zu schweißen. Er war ja schließlich Kampftaucher und unter Wasser geht das schließlich auch. Zwischenzeitlich wird klar, dass das zusätzliche Gewicht des Shuttles für eine größere Kursabweichung führt... in der Schwerelosigkeit... außerdem muss die Kiste jetzt per Selbstmordmission ins All geflogen werden... aber warum??? Ich weiß es nicht...
 
Trotzdem bleibt es spannend *hust, hust*. Denn es folgt ein Weltraumspaziergang von Jaennicke (der jetzt den Anzug vollpieselt, so wie er aussieht). Stahlplatten werden auf das Loch geschweißt. Aber was ist das? Sind das etwas Drähte hinten an den Astronauten? :D
Ice-T ermittelt immer noch... whatever! Jaennicke gibt außerdem zu, dass er noch nie etwas von Apollo 13 gehört hat. Wo lebt der Mann? Hinterm Mond? In dem Film is der Typ ein Ami und will noch nie was von Apollo 13 gehört haben? Seit Apollo 13 scheint sich auch die Weltraumtechnik nicht besonders weiterentwickelt zu haben. Anders kann ich mir den Telefonhörer im Fahrstuhl jedenfalls nicht erklären. Naja egal, weil seine doofen Stahlplatten natürlich nicht halten, wird er eh in der nächsten Szene in All hinausgesogen und stirbt den Heldentod! Das bleibt Dudikoff leider nicht vergönnt.
Stattdessen muss dieser feststellen, nachdem er über DEN Flur zu den Rettungskapseln gelangt ist, dass die Codes falsch sind. Und schon wieder kommt ihm ein anderer Darsteller zuvor. Der wodkatrinkende Russe stürtzt sich mit dem Shuttle in den Tod und Dudikoff muss hilflos zugucken, wie seine letzte Möglichkeit des Heldentodes hinfort schwebt. Ice-T hat in der Zwischenzeit die richtigen Codes ergattert und macht sich schwer angeschlagen auf den Weg zurück in die Zentrale. Dann geht alles ganz schnell. Die Kapseln fliegen zur Erde und werden in Szenen, die eingedeutig irgendwo aus den 70iger Jahren stammen, abholt. Nach einer abschließenden Videokonferenz wird noch etwas rumgeblödelt, dann hat der Schund endlich ein Ende. Dudikoff verabschiedet sich mit seinen berühmten letzten Worten in den Ruhestand, ich rutsche von der Couch...
Fazit:
Kacke Alter, war der Streifen schlecht. Gale Force war wegen der vielen kleinen Fehlerchen und den noch offensichtlicheren Klauszenen ja noch ganz unterhaltsam, aber dieser Mist hier?! Keine Logik, keine klare Story, keine guten Effekte (eigentlich gar keine). Die selbst produzierten Drehorte lassen sich fast an einer Hand abzählen und sehen allesamt wie billige Pappkulissen aus. Dudikoff ist sich der Schlechtigkeit offenbar auch bewusst gewesen und haut einen zynischen Kommentar nach dem anderen raus. Jaennicke war sich dagegen wohl nicht über den Ramsch bewusst, bei dem er da mitspielen musste, und wirkt zumeist etwas verloren. Ice-T ist wie immer ziemlich bad drauf und  über den Rest jetzt noch Worte zu verlieren wäre Zeitverschwendung. Letzteres ist eigentlich der ganze Film. Es kommt weder sowas wie Spannung auf, noch bangt man um die Astronauten. Wer mal alle Dudikoff-Streifen sichten will (so wie ich), wird an "Stranded" nicht vorbeikommen, alle anderen lassen bitte die Finger von dem Streifen. 1,5 Köppe

Ninja - Pfad der Rache

http://www.ofdb.de/film/248461,Ninja---Pfad-der-Rache
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Release: 2013

Casey hat die Ereignisse aus Teil 1 gut überstanden. Er ist glücklich mit Namiko verheiratet und hat das Dojos seines Meisters übernommen. Nun ist seine Frau auch noch schwanger – ihr Glück könnte nicht perfekter sein. Das ändert sich aber schlagartig, als Namiko einem Raubmord zum Opfer fällt. Casey ist am Boden zerstört und glaubt auch nicht an einen Zufall, so wie die Polizei behauptet. Auf eigene Faust nimmt er die Ermittlung auf. Seine Reise führt ihn ins ehem. Birma zu einem alten Freund. Dort erfährt er, warum seine Frau sterben musste und warum auch er ebenfalls auf der Abschussliste steht. Casey, nun vollends in seinen Rachegelüsten versunken, zieht daraufhin in den Dschungel, um die Sache endgültig zu beenden und mit seinen Feinden abzurechnen. Doch er hat die Rechnung ohne einen alten Bekannten gemacht.

Oh ja, was habe ich mich auf diesen Film gefreut. Schon Teil 1 aus dem Jahre 2009 fand ich äußerst unterhaltsam. Diesmal wollte Regisseur Issac Florentine noch einen drauflegen. In einem sehr ehrlichen Interview auf der Silberscheibe erklärt er dem geneigten Zuschauer, dass er einen Film machen wollte, der ohne Kabelschnickschack auskommt. Eine Hommage an die alten Zeiten, die alten Martial-Arts-Klopper aus den 70iger und 80iger Jahren, wo die Storys einfach und die Kämpfe kraftvoll waren. All das hat er auch geschafft – mit allen positiven und negativen Seiten.
Denn die Story ist wirklich absolut plump! Florentine schickt seinen Lieblingsschauspieler Scott Adkins auf den Pfad der Rache und durch ein simples und austauschbares Drehbuch. Frau stirbt, Held ist angepisst und macht alle platt, fertig! Auch den kleinen Storytwist am Ende sollte jeder halbwegs erfahrene Genrefreund schnell durchschaut haben. Damit erfüllt der Film definitiv die Ansprüche, die auch seine Vorbilder hatten: generiere eine möglichst simple Story, die möglichst viel Raum für Schlägereien bietet. Für genügend Abwechslung in den Szenen, wo mal keine Nasen gebrochen werden, sorgen viele verschiedene Settings. Urbane Großstadt mit Neonlichtern wechselt sich mit Dschungelambiente und dreckigen Hinterhofkneipen ab. Caseys Ankunft in einem befreundeten Dojo mit all den grünen Palmen im Hintergrund weckt sogar Erinnerungen an die gute alte Cannon-Ära, als die Actioner gerne mal auf den Philippinen entstanden (z.B. American Fighter oder Missing in Action 3). Etwas überraschend war für mich allerdings die Tatsache, dass eigentlich gar keine Ninjas auftauchen. Nur am Anfang und am ende wird das Thema kurz aufgegriffen. In dieser Hinsicht ist der Titel etwas irreführend…
 
Story also Bla, Gekloppe dafür Aha! Dafür sorgen vor allem die erstklassigen Martial-Arts-Darsteller, allen voran natürlich Scott Adkins. Ich habe es schon mehrmals gesagt und ich wiederhole mich gerne: Der Junge hats einfach drauf! Und er wird immer besser, nicht nur was seine schauspielerischen Talente angeht. Mittlerweile bewältigt er auch emotionale Momente mit der nötigen Überzeugungskraft. Von seinen Fähigkeiten als Kampfsportler fange ich erst gar nicht an. Da ist er nämlich über alle Zweifel erhaben. Ihm zur Seite stehen ein paar weitere exzellente Mitstreiter. Da hätten wir z.B. Kane Kosugi, den Sohnemann des großen Sho Kosugi, oder Shun Sugata. Sie alle dürfen sich unter der Regie von Florentine so richtig oldschoolig austoben. Die Kämpfe sind dabei erstklassig choreografiert und hervorragend von Stamm-Kameramann Ross Clarkson aufgenommen worden. Dabei sind ein paar erinnerungswürdige Szene entstanden, z.B. das Handgemenge in einem japanischen Dojo, dass in einem Stück abgefilmt wurde. Auch die finalen Schlachten mit brennenden Ölfässern im Hintergrund versprühen diesen ganz besonderen Charme einer eigentlich bereits vergangenen Epoche. Keine Kabelarbeit, keine unnötigen Effekte – Florentine bringt die Kampfeinlagen exakt auf den Punkt, bricht die Show aufs nötigste runter und lässt knallhart die Fäuste sprechen. Auf die Ausdruckskraft der Körper reduziert, ehrlich, brutal!
 
Fazit:
Der wahre Genrefan kann an diesem Streifen kaum vorbeigehen. Florentine und Adkins bilden zusammen ein derart dynamisches Duo, wie man es heute selten erlebt. Florentine mit seiner großen Erfahrung als Choreograf und Filmemacher und Adkins als hervorragender Martial-Arts-Darsteller schicken den Zuschauer auf einen Rachetrip vom feinsten. Auf diesen Gebieten kann ihnen derzeit meiner Meinung nach niemand das Wasser reichen. Die Story kann man allerdings getrost in die Tonne hauen. Sie dient nur als Aufhänger für möglichst viele Schlägereien. Nicht anderes habe ich von dem Film erwartet und nicht anderes (eher noch mehr) habe ich bekommen. Wo Teil 1 noch etwas comichaft-übertriebenes inne hatte, kommt Teil 2 nun sehr bodenständig daher. Also so bodenständig eben, wie ein Film daherkommen kann, in dem ein Typ im Alleingang eine halbe Armee umklatscht! :D

Leute, ich bin immer noch total begeistert. Ninja - Shadow of a tear bot mir genau die Art von Klopperfilm, die ich am liebsten mag und genau für solche Filme liebe ich mein Hobby! 5 Köppe

Safe

http://www.ofdb.de/film/211295,Safe---Todsicher
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Release: 2012

Statham again! Diesmal mitten in einem dicken Bandenkrieg zwischen russischer & chinesischer Mafia und korrupter Polizei. Doch erstmal gibt es einen gehörigen Knick in Lukes Leben. Nachdem er bei einem gezinkten Boxkampf blöderweise nicht wie abgesprochen auf die Bretter gegangen ist, hat er plötzlich den russischen Mop an den Hacken. Die töten seine Frau und lassen ihn leben, in der Gewissheit, dass er fortan unter ständiger Beobachtung steht und jeder, mit dem er Kontakt aufnimmt, einen tragischen Unfall haben wird. Ein paar Monate später ist Luke dann auch so fertig, dass er an einem U-Bahnsteig steht und kurz davor ist, vor die Tramm zu hüpfen. Dann jedoch bemerkt er ein kleines chinesisches Mädchen. Er bemerkt ebenfalls die Russen, die plötzlich nicht mehr ihn, sondern die Kleine verfolgen. Und ihm wird klar, dass ihm hier eine Chance geboten wird, sich selbst aus dem Sumpf zu ziehen. Mit Nachdruck nimmt er die Verfolgung auf, erhebt sich innerhalb einer U-Bahn-Fahrt vom Geläuterten und Selbstmordgefährdeten zum todbringenden Einzelkämpfer und nimmt sich der kleinen Mei an. Diese ist nämlich äußerst talentiert, was Zahlen angeht, und hat neben der kompletten China-Mafia-Buchhaltung auch einen mehrstelligen Zahlencode im Kopf. Und genau den wollen die Russen, die Chinesen und nicht zuletzt der durch-und-durch korrupte Bürgermeister + Polizei-Spezialeinheit. Dass alle Parteien gegeneinander arbeiten, kommt Luke kann Luke nur recht sein und so macht er sich auf in den Kampf.
Hey, mal keine Rachestory – jedenfalls nicht in erster Linie. Zwar muss Jason anfangs wieder wie so oft in seinen Filmen eine Schmach nach der anderen ertragen, um sich anschließend wieder hoch zu arbeiten. Er tut dies hier aber nicht (nur) aus Rachegründen, sondern vor allem, um sich selbst aus seiner misslichen Situation zu befreien und wieder frei bewegen zu können. Sogar seine einstigen Peiniger lässt er hinterher links liegen. Das er dabei auch zum Schützling der kleinen Mei wird, ist ein netter Nebeneffekt. Natürlich wird dem geneigten Fan hier weder ein neues, noch ein ungewöhnliches Drehbuch vorgesetzt. Der eigentlich extrem simple Plot wurde einfach mit zahlreichen Zusätzen aufgeblasen und wirkt teilweise schon arg überlastet. Scheinbar habe ich auch an einer Stelle nicht richtig aufgepasst, denn so ganz hab ich die Sache mit den Safe-Codes (ja, in Safe geht es um Safe’s) irgendwie nicht kapiert.

Ganz nett empfand ich die Tatsache, dass der Film ausschließlich in der kriminellen Unterwelt angesiedelt ist. Jeder – auch die Hauptfigur – hat jede Menge Dreck am stecken und alle sind sich darüber bewusst. Selbst bei der Polizei scheint es niemanden zu geben, der nicht schon mal die Hand aufgehalten hat. Da wird mit der chinesischen Mafia auf offener Straße die Schutzgeldquote neu verhandelt. Die Stadt ist nicht mehr als ein Spielplatz für diese Banden und sollten Zivilisten bei den Streitigkeiten zu schaden kommen… tja, pech gehabt. Statham’s Figur bewegt sich als Anti-Held durch dieses Szenario. Natürlich hat er sich – so wie sich das gehört – einen Funken Moral bewahrt und handelt entsprechend, ohne dabei jedoch den Weg des Rächers zu gehen.

Boaz Yakin, so der Name des Regisseurs, lässt Statham dabei immer wieder zu gewohnter Größe auflaufen. So gibt es zur Filmhälfte eine härtere Schießerei in einem Hotel und im letzte Drittel – wenn das Tempo nochmal ordentlich angezogen wird – geht’s in einem illegalen Casino derbe zur Sache. Hier werden die Gegner in Massen umgenietet und das Kunstblut fließt und spritzt reichlich. Auch die Faustkämpfe können überzeugen, was hauptsächlich Stathams Fähigkeiten geschuldet ist. Von einer überragenden Choreografie kann man nämlich nicht gerade reden. Die FSK-18 Einstufung ist insgesamt jedenfalls berechtigt.


Fazit:
„Safe“ bietet grundsolide Statham-Action, so wie wir sie in den letzten Jahren häufiger vorgesetzt bekommen haben. Wie schon so oft geht Statham dabei den Weg gefallenen Helden, der sich wieder aufrappelt und anschließend Ohrschellen austeilt. Diesmal allerdings nicht als einsame Rächer, sondern als Beschützer der kleinen Mei. Dabei bewegt er sich in einem meiner Meinung nach zu überfrachteten Drehbuch. Die Kameraarbeit ist etwas langweilig geraten und die Bilder wollten mich in ruhigeren Momenten nicht so richtig fesseln. Die Actionszenen hingegen können das Ruder wieder rumreißen. Hier zeigt Statham wie gewohnt, was er so drauf hat. Damit ist „Safe“ ein durchschnittlicher Action-Thriller und ein guter Statham-Film. Als Freund des Genres kann man ruhig mal reinschauen und sich berieseln lassen. 3,5 Köppe!

, 5

Zitat of the moment

"Ich brauch nur zwei Dinge! Die Fliegerei... und Eiscreme!" *Pause* "Und Sex ist auch nicht verkehrt!" - Michael Dudikof

Das sind Michael Dudikoffs letzten Worte in "Stranded" aus 2002. Der Streifen war gleichzeitig einer von Dudikoffs letzten Filmen, bevor er sich aus dem aktiven Dienst zurückzog.

In diesem Sinne: Wahre Worte, Herr Dudikoff, wahre Worte...


Gravity

http://www.ofdb.de/film/232961,Gravity
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Release: 2013

Eine kleine Kurzbesprechung.. oder kurze Kleinbesprechung?!

Ganz sieben Goldjungens hat „Gravity“ abgeräumt – und damit die meisten bei der diesjährigen Oscarverleihung. Neben der besten Regie für den Regisseur Alfonso Cuarón (Children of Men) gabs auch noch Gold für die Kamera, Filmmusik, den Tonschnitt, die Tonmischung, den Filmschnitt und die Spezialeffekte. Jeden einzelnen Oscar hat dieser Film verdient. Es gibt – das muss man einfach so sagen – bisher keinen vergleichbaren Film, der solch phantastische Bilder liefert. Allein die erste Szene, in der die Kamera frei um die Astronauten schwebt und bei den Arbeiten begleitet, ist atemberaubend. Der Zuschauer wird mit ins All genommen, ist live dabei, kann sich in extrem langen und ruhigen Kamerafahrten an den Bildern satt sehen.
Diese frei schwebende Kamera hatte mich bei „Children of Men“ schon fasziniert. Auch hier war bereits Emmanuel Lubezki für die Kameraarbeit verantwortlich. In „Gravity“ haben sich die Verantwortlichen jedoch selbst übertroffen. Bei der Entstehung dieser eindrucksvollen Bilder musste die Crew teilweise völlig neue Wege gehen und neue Techniken entwickeln, um die Schwerelosigkeit so realistisch wie möglich darstellen zu können. Die Produktion hat ja schlussendlich auch nur 4 ½ Jahre gedauert.

Der Film glänzt also in technischer Hinsicht heller als der Morgenstern. Das Drehbuch ist flackert allerdings höchstens ein bisschen. Offenbar wurde vergessen, dass auch noch Darsteller an dem Film teilnehmen. Mit Bullock und Clooney hatte man neben dem ganzen Effektegewitter schließlich auch zwei talentierte Schauspieler an Bord. Aber stattdessen diese beiden - vor allem Bullock, welche die eigentliche Hauptrolle inne hat - ihre Arbeit machen zu lassen, müssen sie dem Zuschauer jede einzelene Szene erklären. Bullock hört dabei einfach nicht auf zu reden. Sie drückt nicht auf einen Knopf - nein - sie erzählt dem Zuschauer, welchen Knopf sie drückt und wie sie den Knopf drückt und welche Farbe der Knopf hat und wie stark der Druckpunkt des Knopfes ist... Herr gott nochmal, als wäre der Zuschauer völlig verblödet und könnte sich nicht selbst zusammenreimen, was da gerade passiert!


Fazit:
Es schwächelt am Drehbuch... die Erklär-Bärin Sandra Bullock macht im All zwar eine gute Figur und liefert zuammen mit Clooney auch eine sehr gute Leistung ab. Nur hätte man die Dialoge ruhig noch viel, viel weiter zurückfahren können und die Handlung einfach für sich sprechen lassen können. Dafür - und das ist viel wichtiger - die Effekte sind E-R-S-T-K-L-A-S-S-I-G! Näher wird man als Zuschauer dem All niemals kommen. Absolut atemberaubende und grandiose Bilder, welche die Schattenseiten des Films immer wieder schnell vergessen lassen. 4 Köppe (ohne verlinkung, ohne Bilder, ohne killefit)


)

Parker

 http://www.ofdb.de/film/232687,Parker
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Release: 2013

Jason Statham spielt Parker – nur Parker - den Gangster mir Prinzipien, Ehre und den sieben Leben. Er boxt sich so durchs Leben, ist unabhängig, nimmt hier und da mal einen Job an. So auch diesmal. Zusammen mit vier Helfern werden die Wochenendeinnahmen eines Freizeitparks hops genommen. Prompt verstoßen die Kollegen gegen die Abmachung, Parker seinen Anteil auszuzahlen. Die Kohle ist nämlich für den nächsten großen Raubzug verplant, bei dem Parker am besten gleich mitmachen soll. Damit verstoßen die Jungs blöderweise auch noch gegen Parkers Kodex und da hört der Spaß auf. Sie versuchen zwar noch ihn umzunieten, doch wie gesagt… 7 Leben! Parker erholt sich schnell und sinnt auf Rache. Seinen Anteil behält er dabei natürlich im Auge, aber im Vordergrund steht die Arschtreterei der verräterischen Bande. Als reicher Texaner getarnt gerät Parker an die hübsche Maklerin Leslie (Jennifer Lopez), die schnell hinter sein Geheimnis kommt. Mit dem eigenen Leben ziemlich unzufrieden, ist es für sie kein großes Problem, dem sympathischen Gangster zu Helfen. Schließlich winken ja auch eine ordentliche Belohnung.


Wie soll ich sagen… wo Statham drauf steht, ist auch Statham drin… ist ja nicht so, als würde sich der aufgepumpte Brite an Dramen oder charakterlich tiefgründigen Figuren versuchen. Schuster, bleib deinen Leisten, heißt es so schön und das trifft auch auf dieses Statham-Vehikel wieder einmal zu. Wobei die Figur diesmal einer Roman-Reihe von Donald Westlake entstammt. Ebenfalls diente einer dieser Romane auch Grundlage für das Drehbuch. Leider haben sich darin etwas zu viele Längen eingeschlichen. Geht es Anfangs noch sehr unterhaltsam mit dem Übergriff auf den Vergnügungspark los, geht dem Film im Mittelteil ziemlich die Puste aus. Die Szenen in Palm Beach wirken nicht nur wie ein Bruch mit der ersten Filmhälfte, sie nehmen aus der sonst sauber aufgebauten Rachestory auch viel zu viel Fahrt raus. Actionszenen lockern diese Langatmigkeit nur sehr selten auf.
Wobei die Action erwartungsgemäß klargeht! Jason macht bei der Stuntarbeit viel selbst. Mit seinen Gegnern geht er auch nicht gerade zimperlich um. Immer mal wieder kommt es zu schicken Schusswechseln und Handgemengen. Im Mittelteil wie gesagt etwas zu selten. Hier sticht (im wahrsten Sinne des Wortes) dann allerdings eine Schlägerei mit Daniel Bernhardt (Bloodsport 2 bis 16.. gefühlt) mit einer denkwürdigen Szene heraus… autsch, das tut immer noch weh… Vielleicht kann man noch erwähnen, dass Statham’s Charakter diesmal nicht (nicht die ganze Zeit) den Unbesiegbaren mimt, sondern gleichfalls ordentlich auf die polierte Birne bekommt. Zusammen mit dem finalen Raubzug dreht der Film die Actionschraube dann wieder an. Angeschlagen ist ein Statham bekanntlich am gefährlichsten und so macht er im Showdown in bester Manier kurzen Prozess mit seinen Widersachern. Es gilt schließlich, den eigenen Kodex zu befolgen und das Gleichgewicht wieder herzustellen.

Parker und sein Kodex… eigentlich ein sehr interessanter und durchaus tiefgründiger Charakter. Er ist ein Gauner, ein Gangster, ein Mörder – aber mit Moral und Anstand. Er tötet keine Unschuldigen und nimmt nur Geld von denen, die genug davon haben. Beste Robin-Hood-Manier! Dabei stellt er sein Handeln niemals in Frage. Er lebt dieses Leben ohne von Gewissensbissen geplagt zu werden, und seine Freundin und deren Vater wissen darüber nicht nur bescheid, sie ziehen auch 100%ig mit! Die Figur des ehrenvollen Gauners ist natürlich nicht neu. Die Figur des Parkers ist allerdings schon ziemlich weit ausgearbeitet – weiter als so manch anderer Vergleichs-Charakter. Das eigentliche Problem ist allerdings, dass sich das Drehbuch nicht traut, mehr von dieser Figur zu zeigen bzw. abzuverlangen. Klar, Statham ist Sympathieträger, überhaupt kein Thema… aber Parker bietet soviel mehr Tiefe, da hätte Regisseur Taylor Hackford noch richtig was rauskitzeln können.
 
Sei es drum… Hackfort liefert immer noch einen ganz passablen Actionthriller ab, der Statham mit Hilfe einer sehr einfachen Alibistory auf Rachefeldzug schickt. Nicht mehr habe ich erwartet und nicht mehr habe ich bekommen. Ach ja, und den Hintern von Jennifer Lopez! Die Dame musste ja auch irgendwo im Gesamtwerk untergebracht werden. Sie nervt zwar nicht (so sehr) rum, so richtig passen tut sie aber auch nicht zur Story. Sie muss sich auch ankreiden lassen, maßgeblich für den Leerlauf im Mittelteil verantwortlich zu sein! Sorry, J-Lo, aber ohne dich wäre der Streifen nicht nur angenehm kürzer, sondern auch gradliniger geworden…

Fazit:
Jason lässt die Knochen knacken und mimt den brutal-sympathischen Gangster mit Ehrenkodex. Etwas mehr tiefe hätte man der Figur durchaus noch verleihen können, aber das wollte Regisseur Hackfort den Zuschauern wohl nicht zumuten. Dafür macht er sonst aber mehr richtig als falsch. Abgesehen von der ein oder anderen Länge ist seine Arbeit grundsolide. Das Geschehen wird in einer angenehm realistischen Härte dargestellt und die Action kann – wenn erstmal ins Rollen gekommen – absolut überzeugen. Jennifer Lopez, so leid es mir tut, hätte man auch weglassen können. Sie bremst den Film aus und als Love-Interest wird sie auch nicht aufgebaut. Sie ist einfach nur da… Also, wenn ihr gerade nix anderes zu tun habt und ca. 100min. Ablenkung braucht, dann gebt euch mal den Parker! 3 Köppe

Robocop (Remake)

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Release: 2014


Sam Burton: Yo, Jack, eine Frage. Was haben die Remakes von Total Recall und Robocop gemeinsam? Außer der Tatsache, dass die Vorbilder beide von Paul Verhoven sind.

Jack Logan: Ehh… wah?

SB: In gewisser Weise richtig. Beide Filme sind total belanglos und stinken gegen das Original meilenweit ab.

JL: Also das hätte ich dir auch vorher sagen können. Lass mich mal raten. Bei Robocop gibt’s schicke Effekte, aber kack Story.

SB: Das trifft es in gewisser Weise auf den Punkt. Der Stoff wird direkt in die Zukunft transportiert. Bionische Gliedmaße sind fast schon Alltag geworden. Neue Hände, neue Beine, alles kein Problem mehr. Das amerikanische Militär verlässt sich in Krisengebieten (immer noch der nahe Osten) auf Cyborgs und Kampfrobotor. Letztere, die ED209’s, sind noch aus dem Vorbild bekannt und sehen auch wirklich schick aus. Außerdem gibt’s natürlich Überwachung überall, riesige Monitore und Touchscreens an allen Ecken und Kanten. 

JL: Und natürlich Robocop!

SB: Ja schon, aber der kommt erst später. Erst muss sich Neo-Murphy noch mit den Ermittlungen über einen großen Verbrecherboss aufhalten. Es kristallisiert sich heraus, dass irgendwo im Polizeirevier ein Maulwurf sitzt. Murphy und Partner geraten nämlich prompt in einen Hinterhalt und werden zusammengeschossen. Und weil sich Gansterbosse nicht gerne in die Suppe spucken lassen…

JL: …muss Murphy dran glauben!

SB: So siehts aus. Bombe unters Auto und KABOOM. Der zerlegte Körper kommt Omnicorp gerade recht, denn mit einer Menschmaschine hofft man die Kippung eines Gesetzes, welches den Einsatz von Kampfdruiden in den USA verbietet.

JL: Doch dann kommt Robocop, die denkende Maschine, der stählerne Superpolizist!


SB: Und räumt auf bzw. heult erstmal nur rum. Kein Körper mehr usw… Pussy! Trotzdem tut er natürlich das, was er als Supercop so machen muss. Die Verbrechensrate sinkt und irgendwann wird auch der Gangsterboss unschädlich gemacht. Omnicorp ist mit seinem Produkt aber nicht ganz zufrieden. Der Blecheimer denkt nämlich etwas zu selbstständig und lässt sich schwer kontrollieren. Für einen sekundenbruchteil spricht der Streifen sogar die berühmte Frage nach der Seele innerhalb der Maschine an. Aber wirklich nur ganz kurz… soll ja nicht zu tiefgründig werden.

JL: Wobei bis dahin ja etwas Zeit vergeht und Samuel Jackson – der zur Zeit gefühlt in jedem zweiten Film mitspielt – ordentlich die Propaganda-Pauke schlagen darf. 

SB: Stimmt! Jackson ist gut drauf und ist halt... eh.. Jackson! Nur… das war‘s dann auch schon… das Finale ist… Robocop ist… und zwischendurch…

JL: Der Film ist belanglos?

SB: Absolut belanglos… total banal… Ich hab den Film vor vier Tagen gesehen und es ist quasi NICHTS hängen geblieben. Ich kann mich noch an schicke Optik erinnern. Ich weiß noch, dass mich die verkackte Wackelkamera ziemlich aufregte und dass die Action – FSK16 sei dank – megamässig unblutig war. Bis weit in die zweite Hälfte hält sich der Film mit der Entwicklung der Hauptfigur auf, verliert sich in – da haben wir’s wieder - Banalitäten, statt einfach mal gepflegt auf die Kacke zu hauen. Auch weiß man lange zeit nicht, wer denn nu‘ der Oberbösewicht ist.

JL: Wobei hier und da ein paar originelle Ideen durchblitzen. Samuel Jackson wie gesagt liefert mit seinem Ihm eigenen Overacting eine gute Show ab. Das Technobabbel und der Wissenschaftler der ganze restliche Sci-Fi-Kram ist ganz nett und der Score weiß auch hin und wieder zu überzeugen.

SB: Ja und sonst?

JL: Mehr fällt mir jetzt auch nicht mehr ein… über welchen Film reden wir noch mal??


SB: Robocop…

JL: Oh ja, richtig… hatte ich schon wieder vergessen…


SB: *räusper* Okay, dann hätten wir das ja geklärt. Meine Name ist Sam Burton…

JL: …und ich bin Jack Logan. Und wir raten euch, wartet bis Robocop im TV durchgenudelt wird. Geld braucht ihr für den Schinken wirklich nicht investieren. Zieht euch lieber das Original nochmal rein. Da habt ihr mehr von. Ist ja mittlerweile auch auf Blu-Ray zu bekommen!

SB: Zwei Köppe von uns für die Neuauflage der Blechbirne. Mehr ist nicht drin.



PS:
Honest Movie Trailers zeigt euch, wie das richtigerweise laufen muss