Kung Pow

http://www.ofdb.de/film/16689,Kung-Pow-Enter-the-Fist 
(klicke aufs Cover für mehr wahnwitzige Infos)

Release: 2002

Kaum auf der Welt, schon will der böse Meister Pain den Tod des Auserwählten. In letzter Sekunde kann der Auswählte jedoch flüchten (als Säugling), muss jedoch den Tod seiner Familie miterleben. Fortan trainiert er hart, um sich irgendwann an Meister Pain zu rächen. Irgendwann kommt er in die Stadt, in der sich auch Pain aufhält (der sich zwischenzeitlich in Betty umbenannt hat). Der Auserwählte, der auch über die Gabe des Züngleins verfügt (ich will nicht zu viel darüber verraten), stellt sich natürlich seinem Widersacher entgegen und kriegt erstmal die Hucke voll. Erst als er Meister Pains/Bettys Trick durchschaut hat, geht es in die finale Schlacht. Doch Pain/Betty wird von einer höheren Macht unterstützt. Wird der Auserwählte den Finalen Kampf bestehen?
Das nenne ich "durchschlagenden Erfolg"
 Bereits der erste mies synchronisierte Satz macht dem Zuschauer klar, was ihn hier die nächsten 80 Minuten erwartet: purer Wahnsinn! Verantwortlich für diesen Wahnsinn ist niemand anderes als Steve Oedekerk. Dieser nette Mensch hatte zuvor bereits mit „Ace Venture – jetzt wird’s wild“ seinen speziellen Sinn für Humor bewiesen. Eins ist klar: dieser Mann versteht sein Handwerk und bei Kung Pow tobt er sich gleich als Hauptdarsteller, Drehbuchscheiber, Regisseur und Produzent in Personalunion aus.

Der Auserwählte hat die volle Durchsicht
Kung Pow zu beschreiben fällt recht schwer… ich kennen keinen vergleichbaren Film und so hatte der Streifen für mich schon immer ein Alleinstellungsmerkmal. Trotzdem will ich es mal versuchen: Oedekerk nahm einen alten Kung-Fu-Klopper (Tiger irgendwas mit & von Jimmy Wang Yu), drehte zusätzliche Szene und schnitt sich selbst per Bluescreentechnik in das Originalmaterial. Danach wurde das neue Material zu einer wilden Story zusammengeschnitten. Herausgekommen ist dabei eine kunterbunte Persiflage alter Kung-Fu-Filmchen, wie sie in den 70igern den Markt überschwemmten.

Meister Pain aka Die böse Betty mit der Todeskrallenkette

Um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, synchronisierte Oedekerk die englische Fassung des fertigen Films komplett selbst, angelehnt an die miesen Synchros seiner Vorbildfilme (asynchrone Vertonung, langweilig gesprochene Texte in eigentlich hochemotionalen Momenten). In Kung Pow treibt er das unbeirrt auf die Spitze! Die deutsche Übersetzung ist nicht ganz so gut gelungen, wer den O-Ton jedoch nicht kennt, wird auch nichts vermissen. Ich liebe es jedenfalls!

Jap, ihr seht richtig: Es gibt einen Matrix-Kampf gegen eine Kuh
Die Gagdichte ist insgesamt derart hoch, dass der Film quasi zu glühen anfängt und mit ihm die Lachmuskeln des (für diesen Quatsch emfänglichen) Zuschauers. Entweder man kringelt sich vor lachen über die Witze, über die Syncro, über ganze Szenen oder generell über die vielen absurden Einfälle, die Oedekerks Gehirn entsprungen sind. Gott sei dank ist Oedekerk weit entfernt vom Pippi-Kacka-Humor ala Scary Movie 1 – 25 oder dem ganzen anderen Rotz.
Unersetzlich bei guten Kämpfen: Der Ghetto-Blaster

Fazit: 
Für jeden Fan von der „Unglaublichen Reise in einem verrückten Flugzeug“, „Loaded Weapon“ oder „Hot Shots“ ist Kung Pow ein einzigartiger & heller Stern am Crazy-Comedy-Himmel. Vielleicht zünden nicht alle Gags, aber insgesamt – schon allein wegen der höchst ungewöhnlichen Machart – haben wir es hier mit einer Genreperle zu tun, die hierzulande viel zu wenig gewürdigt wurde. Auch schade, dass die im Abspann angekündigte Fortsetzung bis heute nicht realisiert werden konnte…
Wer auf diese Art von Humor steht, darf sich diesen Streifen also nicht entgehen lassen. Alle Menschen, die von der Erwähnung der oben genannten Filme (es seien noch „Die nackte Kanone“, „Top Secret“ oder „Mafia – eine Nudel macht noch keine Spagetti“ genannt) das kalte Kotzen kriegen, sollten um Oedekerks Film allerdings einen großen Bogen machen. Solche Leute gehen wahrscheinlich aber auch zum Lachen in den Keller oder – noch schlimmer – halten z.B. „Meine Frau, die Spartaner und ich“ oder „Fantastic Movie“ für gute Comedy… Spacken, ey! Von mir gibt’s jedenfalls 5 Köppe!

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