Ninja - Pfad der Rache

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Release: 2013

Casey hat die Ereignisse aus Teil 1 gut überstanden. Er ist glücklich mit Namiko verheiratet und hat das Dojos seines Meisters übernommen. Nun ist seine Frau auch noch schwanger – ihr Glück könnte nicht perfekter sein. Das ändert sich aber schlagartig, als Namiko einem Raubmord zum Opfer fällt. Casey ist am Boden zerstört und glaubt auch nicht an einen Zufall, so wie die Polizei behauptet. Auf eigene Faust nimmt er die Ermittlung auf. Seine Reise führt ihn ins ehem. Birma zu einem alten Freund. Dort erfährt er, warum seine Frau sterben musste und warum auch er ebenfalls auf der Abschussliste steht. Casey, nun vollends in seinen Rachegelüsten versunken, zieht daraufhin in den Dschungel, um die Sache endgültig zu beenden und mit seinen Feinden abzurechnen. Doch er hat die Rechnung ohne einen alten Bekannten gemacht.

Oh ja, was habe ich mich auf diesen Film gefreut. Schon Teil 1 aus dem Jahre 2009 fand ich äußerst unterhaltsam. Diesmal wollte Regisseur Issac Florentine noch einen drauflegen. In einem sehr ehrlichen Interview auf der Silberscheibe erklärt er dem geneigten Zuschauer, dass er einen Film machen wollte, der ohne Kabelschnickschack auskommt. Eine Hommage an die alten Zeiten, die alten Martial-Arts-Klopper aus den 70iger und 80iger Jahren, wo die Storys einfach und die Kämpfe kraftvoll waren. All das hat er auch geschafft – mit allen positiven und negativen Seiten.
Denn die Story ist wirklich absolut plump! Florentine schickt seinen Lieblingsschauspieler Scott Adkins auf den Pfad der Rache und durch ein simples und austauschbares Drehbuch. Frau stirbt, Held ist angepisst und macht alle platt, fertig! Auch den kleinen Storytwist am Ende sollte jeder halbwegs erfahrene Genrefreund schnell durchschaut haben. Damit erfüllt der Film definitiv die Ansprüche, die auch seine Vorbilder hatten: generiere eine möglichst simple Story, die möglichst viel Raum für Schlägereien bietet. Für genügend Abwechslung in den Szenen, wo mal keine Nasen gebrochen werden, sorgen viele verschiedene Settings. Urbane Großstadt mit Neonlichtern wechselt sich mit Dschungelambiente und dreckigen Hinterhofkneipen ab. Caseys Ankunft in einem befreundeten Dojo mit all den grünen Palmen im Hintergrund weckt sogar Erinnerungen an die gute alte Cannon-Ära, als die Actioner gerne mal auf den Philippinen entstanden (z.B. American Fighter oder Missing in Action 3). Etwas überraschend war für mich allerdings die Tatsache, dass eigentlich gar keine Ninjas auftauchen. Nur am Anfang und am ende wird das Thema kurz aufgegriffen. In dieser Hinsicht ist der Titel etwas irreführend…
 
Story also Bla, Gekloppe dafür Aha! Dafür sorgen vor allem die erstklassigen Martial-Arts-Darsteller, allen voran natürlich Scott Adkins. Ich habe es schon mehrmals gesagt und ich wiederhole mich gerne: Der Junge hats einfach drauf! Und er wird immer besser, nicht nur was seine schauspielerischen Talente angeht. Mittlerweile bewältigt er auch emotionale Momente mit der nötigen Überzeugungskraft. Von seinen Fähigkeiten als Kampfsportler fange ich erst gar nicht an. Da ist er nämlich über alle Zweifel erhaben. Ihm zur Seite stehen ein paar weitere exzellente Mitstreiter. Da hätten wir z.B. Kane Kosugi, den Sohnemann des großen Sho Kosugi, oder Shun Sugata. Sie alle dürfen sich unter der Regie von Florentine so richtig oldschoolig austoben. Die Kämpfe sind dabei erstklassig choreografiert und hervorragend von Stamm-Kameramann Ross Clarkson aufgenommen worden. Dabei sind ein paar erinnerungswürdige Szene entstanden, z.B. das Handgemenge in einem japanischen Dojo, dass in einem Stück abgefilmt wurde. Auch die finalen Schlachten mit brennenden Ölfässern im Hintergrund versprühen diesen ganz besonderen Charme einer eigentlich bereits vergangenen Epoche. Keine Kabelarbeit, keine unnötigen Effekte – Florentine bringt die Kampfeinlagen exakt auf den Punkt, bricht die Show aufs nötigste runter und lässt knallhart die Fäuste sprechen. Auf die Ausdruckskraft der Körper reduziert, ehrlich, brutal!
 
Fazit:
Der wahre Genrefan kann an diesem Streifen kaum vorbeigehen. Florentine und Adkins bilden zusammen ein derart dynamisches Duo, wie man es heute selten erlebt. Florentine mit seiner großen Erfahrung als Choreograf und Filmemacher und Adkins als hervorragender Martial-Arts-Darsteller schicken den Zuschauer auf einen Rachetrip vom feinsten. Auf diesen Gebieten kann ihnen derzeit meiner Meinung nach niemand das Wasser reichen. Die Story kann man allerdings getrost in die Tonne hauen. Sie dient nur als Aufhänger für möglichst viele Schlägereien. Nicht anderes habe ich von dem Film erwartet und nicht anderes (eher noch mehr) habe ich bekommen. Wo Teil 1 noch etwas comichaft-übertriebenes inne hatte, kommt Teil 2 nun sehr bodenständig daher. Also so bodenständig eben, wie ein Film daherkommen kann, in dem ein Typ im Alleingang eine halbe Armee umklatscht! :D

Leute, ich bin immer noch total begeistert. Ninja - Shadow of a tear bot mir genau die Art von Klopperfilm, die ich am liebsten mag und genau für solche Filme liebe ich mein Hobby! 5 Köppe

Kommentare:

Harry hat gesagt…

Und jetzt geduldig warten, dass die Beiden "Close Range" wirklich finanziert kriegen und uns dann damit erfreuen können.

Doc Savage hat gesagt…

ooooohhhh jjaaaaaaaaa