Parker

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Release: 2013

Jason Statham spielt Parker – nur Parker - den Gangster mir Prinzipien, Ehre und den sieben Leben. Er boxt sich so durchs Leben, ist unabhängig, nimmt hier und da mal einen Job an. So auch diesmal. Zusammen mit vier Helfern werden die Wochenendeinnahmen eines Freizeitparks hops genommen. Prompt verstoßen die Kollegen gegen die Abmachung, Parker seinen Anteil auszuzahlen. Die Kohle ist nämlich für den nächsten großen Raubzug verplant, bei dem Parker am besten gleich mitmachen soll. Damit verstoßen die Jungs blöderweise auch noch gegen Parkers Kodex und da hört der Spaß auf. Sie versuchen zwar noch ihn umzunieten, doch wie gesagt… 7 Leben! Parker erholt sich schnell und sinnt auf Rache. Seinen Anteil behält er dabei natürlich im Auge, aber im Vordergrund steht die Arschtreterei der verräterischen Bande. Als reicher Texaner getarnt gerät Parker an die hübsche Maklerin Leslie (Jennifer Lopez), die schnell hinter sein Geheimnis kommt. Mit dem eigenen Leben ziemlich unzufrieden, ist es für sie kein großes Problem, dem sympathischen Gangster zu Helfen. Schließlich winken ja auch eine ordentliche Belohnung.


Wie soll ich sagen… wo Statham drauf steht, ist auch Statham drin… ist ja nicht so, als würde sich der aufgepumpte Brite an Dramen oder charakterlich tiefgründigen Figuren versuchen. Schuster, bleib deinen Leisten, heißt es so schön und das trifft auch auf dieses Statham-Vehikel wieder einmal zu. Wobei die Figur diesmal einer Roman-Reihe von Donald Westlake entstammt. Ebenfalls diente einer dieser Romane auch Grundlage für das Drehbuch. Leider haben sich darin etwas zu viele Längen eingeschlichen. Geht es Anfangs noch sehr unterhaltsam mit dem Übergriff auf den Vergnügungspark los, geht dem Film im Mittelteil ziemlich die Puste aus. Die Szenen in Palm Beach wirken nicht nur wie ein Bruch mit der ersten Filmhälfte, sie nehmen aus der sonst sauber aufgebauten Rachestory auch viel zu viel Fahrt raus. Actionszenen lockern diese Langatmigkeit nur sehr selten auf.
Wobei die Action erwartungsgemäß klargeht! Jason macht bei der Stuntarbeit viel selbst. Mit seinen Gegnern geht er auch nicht gerade zimperlich um. Immer mal wieder kommt es zu schicken Schusswechseln und Handgemengen. Im Mittelteil wie gesagt etwas zu selten. Hier sticht (im wahrsten Sinne des Wortes) dann allerdings eine Schlägerei mit Daniel Bernhardt (Bloodsport 2 bis 16.. gefühlt) mit einer denkwürdigen Szene heraus… autsch, das tut immer noch weh… Vielleicht kann man noch erwähnen, dass Statham’s Charakter diesmal nicht (nicht die ganze Zeit) den Unbesiegbaren mimt, sondern gleichfalls ordentlich auf die polierte Birne bekommt. Zusammen mit dem finalen Raubzug dreht der Film die Actionschraube dann wieder an. Angeschlagen ist ein Statham bekanntlich am gefährlichsten und so macht er im Showdown in bester Manier kurzen Prozess mit seinen Widersachern. Es gilt schließlich, den eigenen Kodex zu befolgen und das Gleichgewicht wieder herzustellen.

Parker und sein Kodex… eigentlich ein sehr interessanter und durchaus tiefgründiger Charakter. Er ist ein Gauner, ein Gangster, ein Mörder – aber mit Moral und Anstand. Er tötet keine Unschuldigen und nimmt nur Geld von denen, die genug davon haben. Beste Robin-Hood-Manier! Dabei stellt er sein Handeln niemals in Frage. Er lebt dieses Leben ohne von Gewissensbissen geplagt zu werden, und seine Freundin und deren Vater wissen darüber nicht nur bescheid, sie ziehen auch 100%ig mit! Die Figur des ehrenvollen Gauners ist natürlich nicht neu. Die Figur des Parkers ist allerdings schon ziemlich weit ausgearbeitet – weiter als so manch anderer Vergleichs-Charakter. Das eigentliche Problem ist allerdings, dass sich das Drehbuch nicht traut, mehr von dieser Figur zu zeigen bzw. abzuverlangen. Klar, Statham ist Sympathieträger, überhaupt kein Thema… aber Parker bietet soviel mehr Tiefe, da hätte Regisseur Taylor Hackford noch richtig was rauskitzeln können.
 
Sei es drum… Hackfort liefert immer noch einen ganz passablen Actionthriller ab, der Statham mit Hilfe einer sehr einfachen Alibistory auf Rachefeldzug schickt. Nicht mehr habe ich erwartet und nicht mehr habe ich bekommen. Ach ja, und den Hintern von Jennifer Lopez! Die Dame musste ja auch irgendwo im Gesamtwerk untergebracht werden. Sie nervt zwar nicht (so sehr) rum, so richtig passen tut sie aber auch nicht zur Story. Sie muss sich auch ankreiden lassen, maßgeblich für den Leerlauf im Mittelteil verantwortlich zu sein! Sorry, J-Lo, aber ohne dich wäre der Streifen nicht nur angenehm kürzer, sondern auch gradliniger geworden…

Fazit:
Jason lässt die Knochen knacken und mimt den brutal-sympathischen Gangster mit Ehrenkodex. Etwas mehr tiefe hätte man der Figur durchaus noch verleihen können, aber das wollte Regisseur Hackfort den Zuschauern wohl nicht zumuten. Dafür macht er sonst aber mehr richtig als falsch. Abgesehen von der ein oder anderen Länge ist seine Arbeit grundsolide. Das Geschehen wird in einer angenehm realistischen Härte dargestellt und die Action kann – wenn erstmal ins Rollen gekommen – absolut überzeugen. Jennifer Lopez, so leid es mir tut, hätte man auch weglassen können. Sie bremst den Film aus und als Love-Interest wird sie auch nicht aufgebaut. Sie ist einfach nur da… Also, wenn ihr gerade nix anderes zu tun habt und ca. 100min. Ablenkung braucht, dann gebt euch mal den Parker! 3 Köppe

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