Safe

http://www.ofdb.de/film/211295,Safe---Todsicher
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Release: 2012

Statham again! Diesmal mitten in einem dicken Bandenkrieg zwischen russischer & chinesischer Mafia und korrupter Polizei. Doch erstmal gibt es einen gehörigen Knick in Lukes Leben. Nachdem er bei einem gezinkten Boxkampf blöderweise nicht wie abgesprochen auf die Bretter gegangen ist, hat er plötzlich den russischen Mop an den Hacken. Die töten seine Frau und lassen ihn leben, in der Gewissheit, dass er fortan unter ständiger Beobachtung steht und jeder, mit dem er Kontakt aufnimmt, einen tragischen Unfall haben wird. Ein paar Monate später ist Luke dann auch so fertig, dass er an einem U-Bahnsteig steht und kurz davor ist, vor die Tramm zu hüpfen. Dann jedoch bemerkt er ein kleines chinesisches Mädchen. Er bemerkt ebenfalls die Russen, die plötzlich nicht mehr ihn, sondern die Kleine verfolgen. Und ihm wird klar, dass ihm hier eine Chance geboten wird, sich selbst aus dem Sumpf zu ziehen. Mit Nachdruck nimmt er die Verfolgung auf, erhebt sich innerhalb einer U-Bahn-Fahrt vom Geläuterten und Selbstmordgefährdeten zum todbringenden Einzelkämpfer und nimmt sich der kleinen Mei an. Diese ist nämlich äußerst talentiert, was Zahlen angeht, und hat neben der kompletten China-Mafia-Buchhaltung auch einen mehrstelligen Zahlencode im Kopf. Und genau den wollen die Russen, die Chinesen und nicht zuletzt der durch-und-durch korrupte Bürgermeister + Polizei-Spezialeinheit. Dass alle Parteien gegeneinander arbeiten, kommt Luke kann Luke nur recht sein und so macht er sich auf in den Kampf.
Hey, mal keine Rachestory – jedenfalls nicht in erster Linie. Zwar muss Jason anfangs wieder wie so oft in seinen Filmen eine Schmach nach der anderen ertragen, um sich anschließend wieder hoch zu arbeiten. Er tut dies hier aber nicht (nur) aus Rachegründen, sondern vor allem, um sich selbst aus seiner misslichen Situation zu befreien und wieder frei bewegen zu können. Sogar seine einstigen Peiniger lässt er hinterher links liegen. Das er dabei auch zum Schützling der kleinen Mei wird, ist ein netter Nebeneffekt. Natürlich wird dem geneigten Fan hier weder ein neues, noch ein ungewöhnliches Drehbuch vorgesetzt. Der eigentlich extrem simple Plot wurde einfach mit zahlreichen Zusätzen aufgeblasen und wirkt teilweise schon arg überlastet. Scheinbar habe ich auch an einer Stelle nicht richtig aufgepasst, denn so ganz hab ich die Sache mit den Safe-Codes (ja, in Safe geht es um Safe’s) irgendwie nicht kapiert.

Ganz nett empfand ich die Tatsache, dass der Film ausschließlich in der kriminellen Unterwelt angesiedelt ist. Jeder – auch die Hauptfigur – hat jede Menge Dreck am stecken und alle sind sich darüber bewusst. Selbst bei der Polizei scheint es niemanden zu geben, der nicht schon mal die Hand aufgehalten hat. Da wird mit der chinesischen Mafia auf offener Straße die Schutzgeldquote neu verhandelt. Die Stadt ist nicht mehr als ein Spielplatz für diese Banden und sollten Zivilisten bei den Streitigkeiten zu schaden kommen… tja, pech gehabt. Statham’s Figur bewegt sich als Anti-Held durch dieses Szenario. Natürlich hat er sich – so wie sich das gehört – einen Funken Moral bewahrt und handelt entsprechend, ohne dabei jedoch den Weg des Rächers zu gehen.

Boaz Yakin, so der Name des Regisseurs, lässt Statham dabei immer wieder zu gewohnter Größe auflaufen. So gibt es zur Filmhälfte eine härtere Schießerei in einem Hotel und im letzte Drittel – wenn das Tempo nochmal ordentlich angezogen wird – geht’s in einem illegalen Casino derbe zur Sache. Hier werden die Gegner in Massen umgenietet und das Kunstblut fließt und spritzt reichlich. Auch die Faustkämpfe können überzeugen, was hauptsächlich Stathams Fähigkeiten geschuldet ist. Von einer überragenden Choreografie kann man nämlich nicht gerade reden. Die FSK-18 Einstufung ist insgesamt jedenfalls berechtigt.


Fazit:
„Safe“ bietet grundsolide Statham-Action, so wie wir sie in den letzten Jahren häufiger vorgesetzt bekommen haben. Wie schon so oft geht Statham dabei den Weg gefallenen Helden, der sich wieder aufrappelt und anschließend Ohrschellen austeilt. Diesmal allerdings nicht als einsame Rächer, sondern als Beschützer der kleinen Mei. Dabei bewegt er sich in einem meiner Meinung nach zu überfrachteten Drehbuch. Die Kameraarbeit ist etwas langweilig geraten und die Bilder wollten mich in ruhigeren Momenten nicht so richtig fesseln. Die Actionszenen hingegen können das Ruder wieder rumreißen. Hier zeigt Statham wie gewohnt, was er so drauf hat. Damit ist „Safe“ ein durchschnittlicher Action-Thriller und ein guter Statham-Film. Als Freund des Genres kann man ruhig mal reinschauen und sich berieseln lassen. 3,5 Köppe!

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Kommentare:

Mira Bluhm hat gesagt…

Den Trailer fand ich richtig gut, aber der Film hielt dann nicht, was der Trailer versprach. Ich fand die Geschichte hirnlos, da wurde viel Potential sinnlso verschenkt, weil offenbar niemand Lust hatte, sich Gedanken zu machen. Ich meine, das Mädchen mit der Zahlenkombination hätte so viel Raum für eine schöne Handlung gelassen, das ganze Potential blieb einfach ungenutzt und übrig blieb ein absolut austauschbares B-Movie.

Doc Savage hat gesagt…

Naja, B-Movie würde ich jetzt nicht sagen - dafür isser dann wieder zu hochwertig. Aber bei "austauschbares Statham-Vehikel" würde ich mitgehen. ;-)
Die Handlung ist kurz gesagt plemplem. Entweder hätten die Verantwortlichen einen richtigen Thriller oder eben einen reinen Actionfilm draus machen sollen.