Stranded

http://www.ofdb.de/film/32463,Stranded
(für mehr gestrandete Infos klicke aufs Cover)

Release: 2002


Freitagabend, die Frau ist unterwegs, Zeit für Trash! Meine Finger wandern über die zahlreichen DVD-Hüllen in den Regalen.Wie von einer unsichtbaren Macht geführt, greift meine Hand zu und zieht ein Film heraus... Hello everyone, it's Dudikoff-time again!

Label: Phoenician Entertainment (Gale Force), Regisseur: Fred Olen Ray (unendlich viele Schrottfilme), Hauptdarsteller: Ice-T, Hannes Jaennicke und natürlich Dudikoff als Shuttle-Commander. Ich lege die Scheibe ein und sofort bin ich mitten drin in der ersten dicken Ballerei. Eindeutig zu hochwertig für diesen Schund. Deshalb ballern auch alle Darsteller wie blöde in der Gegend herum, ohne auch nur irgendjemanden zu treffen. Es geht um irgendeine Geldübergabe und einen Sateliten, der hinten in einem Van befördert wird... is klar! Mit dabei: Ice-T als Undercoveragent, der auch gleich in eine schicke Verfolgungsjagd verwickelt wird. Moment... wieso kommen mir diese Bilder nur so bekannt vor? Ach ja richtig, aus "Art of War" mit Wesley Snipes! Tatsächlich ist Snipes auch in einer Szene deutlich zu erkennen (oder sein Stuntdouble). Ice-T trägt nämlich ein schwarzes Kopftuch und Snipes nicht. hahaha, oh man...
 
Szenenwechsel auf die Raumstation. Die passenden Aufnahmen dazu stammen garantiert auch nicht aus Ray's Geldbeutel. Natürlich gibt es auf der Raumstation Schwerelosigkeit... NICHT! Russen und Amis laufen munter durch die tristgrauen Gänge. An den Wänden hängen zwischendurch lustige Platinen mit vielen Blinkelichtern und Schaltern. Aus irgendwelchen Gründen droht die Station jetzt auf die Erde zu stürzen. Wohl fusch am Bau oder so. Also Schwerkraft war kein Problem, aber für Manöverdüsen war kein Geld mehr da?? Eine Wissenschaftlerin forscht auf der Station nach einer Alternativen Energiequelle. Sie war auch für den Bau der Station verantwortlich.. aha, das erklärt einiges.
Offensichtlich kann die Station nicht mehr gerettet werden. Deshalb soll Dudikoff die Rettungsaktion leiten und die Stationsmitglieder runterholen + die Forschungsdaten sichern. Jaennicke ist auch mit der Partie, da Sobatage vermutet wird. Um seine Tauglichkeit zu beweisen, muss er mit Dudikoff Düsenjet fliegen. Szene 1: Start mit einem Zweistrahligen Jet, Szene 2: Der Jet ist nur noch Einstrahlig usw. Vielleicht aus Top Gun geklaut? Jaennicke sieht aus, als würde er sich die ganze Zeit in die Buchse machen - tut dies wahrscheinlich auch. Jetzt wird die restliche Crew vorgestellt. Während Dudi den Platzhirsch makiert, benimmt sich der Rest wie ein Rudel mit Testosteron aufgeputschter Marines... also genau die Art von Menschen, mit denen man gerne eine Shuttlemission unternehmen möchte.
Endlich weiß ich, wo Alfonso Cuarón seine Idee für Gravity hergeholt hat: Aus Stranded (oder dem Film, bei dem Stranded geklaut hat). Meteoriten schlagen nämlich plötzlich in die Station ein. Alle bringen sich in Sicherheit. Langsam wird klar, das ALLE Wege (egal auf welchen Stockwerk, egal zu welchem Raum, egal in welche Richtung) IMMER über den selben Flur führen (sehr schön zu erkennen an dem Symbol neben der Tür). Auch auf der Station arbeiten nur Volltro... eh... Vollprofis. Zum Beweis schüttet sich einer der Russen erstmal ordentlich Wodka in den Rachen.
Gleichzeitig startet das Shuttle, welches in dem Film den Namen Atlantis trägt. Footage-Aufnahmen eines Shuttle-Starts werden gezeigt. Deutlich ist dort auf dem Shuttle "Discovery" zu lesen (na zum Glück nicht Challenger). Die Kommandozentrale von Housten sieht aus, wie ein aufgemotztes Fernsehzimmer, aber bestimmt nicht wie eine Kommandozentrale, und die Innenaufnahmen des Shuttles erinnern an eine Blechkiste. Wieder pieselt sich Jaennicke alle Nase Lang die Hose voll. Nur Dudikoff lässt noch immer den Coolen raushängen... was bleibt ihm bei diesem Trauerspiel auch anderes übrig. Von wegen Trauerspiel: Es ist nur logisch, dass in einer maroden Weltraumstation auch riesige Glasfenster eingebaut werden, die bei kleinster Belastung sofort zerbersten, so dass die Insassen in der Schleuse dahinter sofort ins All hinaus geblasen werden. Wieso zum Teufel wird da Glas verbaut?
Jetzt ist auch noch das Andockmanöver gescheitert und das Shuttle für den Rückflug nicht mehr zugebrauchen. Dudikoff ist sichtlich angepisst, wegen der Inkompetenz aller Anwesenden. Zum Glück gibt es noch alte Apollokapseln, die zur Flucht genutzt werden können. Die starten aber nur Codes und die Codes hat die Wissenschaftlerin, die allerdings hinter der kaputten Glasschleuse festsitzt... Probleme über Probleme...
Zweithandlung! Ice-T will ja auch noch mal mitspielen. Er deckt so ganz nebenbei und unter zu Hilfenahme weiterer geklauter Szenen eine Verschwörung auf. Die Station wurde nämlich absichtlich so schlecht zusammen gebaut. Das Forschungsprojekt der Wissenschaftlicherin könnte nämlich, wenn es funktioniert, für unendlich viel saubere Energie sorgen. Das findet der Chef eines großen Energieunternehmens aber nicht so toll und will deswegen mit Hilfe des russichen Botschafters die Rettungsmission sabotieren. Wirklich interessieren tut das aber niemanden. An Bord der Station hat Jaennicke mittlerweile beschlossen, Platten auf das Schleusenloch zu schweißen. Er war ja schließlich Kampftaucher und unter Wasser geht das schließlich auch. Zwischenzeitlich wird klar, dass das zusätzliche Gewicht des Shuttles für eine größere Kursabweichung führt... in der Schwerelosigkeit... außerdem muss die Kiste jetzt per Selbstmordmission ins All geflogen werden... aber warum??? Ich weiß es nicht...
 
Trotzdem bleibt es spannend *hust, hust*. Denn es folgt ein Weltraumspaziergang von Jaennicke (der jetzt den Anzug vollpieselt, so wie er aussieht). Stahlplatten werden auf das Loch geschweißt. Aber was ist das? Sind das etwas Drähte hinten an den Astronauten? :D
Ice-T ermittelt immer noch... whatever! Jaennicke gibt außerdem zu, dass er noch nie etwas von Apollo 13 gehört hat. Wo lebt der Mann? Hinterm Mond? In dem Film is der Typ ein Ami und will noch nie was von Apollo 13 gehört haben? Seit Apollo 13 scheint sich auch die Weltraumtechnik nicht besonders weiterentwickelt zu haben. Anders kann ich mir den Telefonhörer im Fahrstuhl jedenfalls nicht erklären. Naja egal, weil seine doofen Stahlplatten natürlich nicht halten, wird er eh in der nächsten Szene in All hinausgesogen und stirbt den Heldentod! Das bleibt Dudikoff leider nicht vergönnt.
Stattdessen muss dieser feststellen, nachdem er über DEN Flur zu den Rettungskapseln gelangt ist, dass die Codes falsch sind. Und schon wieder kommt ihm ein anderer Darsteller zuvor. Der wodkatrinkende Russe stürtzt sich mit dem Shuttle in den Tod und Dudikoff muss hilflos zugucken, wie seine letzte Möglichkeit des Heldentodes hinfort schwebt. Ice-T hat in der Zwischenzeit die richtigen Codes ergattert und macht sich schwer angeschlagen auf den Weg zurück in die Zentrale. Dann geht alles ganz schnell. Die Kapseln fliegen zur Erde und werden in Szenen, die eingedeutig irgendwo aus den 70iger Jahren stammen, abholt. Nach einer abschließenden Videokonferenz wird noch etwas rumgeblödelt, dann hat der Schund endlich ein Ende. Dudikoff verabschiedet sich mit seinen berühmten letzten Worten in den Ruhestand, ich rutsche von der Couch...
Fazit:
Kacke Alter, war der Streifen schlecht. Gale Force war wegen der vielen kleinen Fehlerchen und den noch offensichtlicheren Klauszenen ja noch ganz unterhaltsam, aber dieser Mist hier?! Keine Logik, keine klare Story, keine guten Effekte (eigentlich gar keine). Die selbst produzierten Drehorte lassen sich fast an einer Hand abzählen und sehen allesamt wie billige Pappkulissen aus. Dudikoff ist sich der Schlechtigkeit offenbar auch bewusst gewesen und haut einen zynischen Kommentar nach dem anderen raus. Jaennicke war sich dagegen wohl nicht über den Ramsch bewusst, bei dem er da mitspielen musste, und wirkt zumeist etwas verloren. Ice-T ist wie immer ziemlich bad drauf und  über den Rest jetzt noch Worte zu verlieren wäre Zeitverschwendung. Letzteres ist eigentlich der ganze Film. Es kommt weder sowas wie Spannung auf, noch bangt man um die Astronauten. Wer mal alle Dudikoff-Streifen sichten will (so wie ich), wird an "Stranded" nicht vorbeikommen, alle anderen lassen bitte die Finger von dem Streifen. 1,5 Köppe

Kommentare:

Harry hat gesagt…

Ich empfehl dir wegen der heißen Action, dem überdurchschnittlich talentierten Richard Kinbd (Chaos city) und eben Dudi dann noch den Film Quicksand.

Irgendwann mal auf K1 gesehen, DVD nur als Vollständigkeitsfaktor geholt und noch nie gesichtet.

Der Film wäre ein Grund gewesen, Dudi die Filmschaufreundschaft zu kündigen. Hat er ja dann selbst eingesehen.

Gruß
Harry

Doc Savage hat gesagt…

:D
Watt soll ich sagen... jetzt wo ich wieder so gut bei der Sache bin, wird der sicherlich noch gesichtet.

Erstmal hab ich aber hier CrashDive und Midnight Ride rumfliegen. Mir ist jetzt schon ein bisschen schwindelig.