Sweepers

http://www.ofdb.de/film/1468,The-Sweeper---Land-Mines
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Release: 1998


Erickson (Dolph Lundgren) ist Minenentschärfer in Angola, Afrika. Im Schlepptau hat er seinen Sohn – was auch immer sein Kind im Krisengebiet zu suchen hat. Kaum hat Erickson seine Arbeit aufgenommen, da wird sein Team auch schon zusammen geschossen. Er ballert zwar noch etwas in der Gegend rum, kann aber nicht verhindern, dass sein Sohn mitten ins Minenfeld rennt und auf eine Mine tapst. Das nimmt Erickson verständlicherweise etwas mit… Alkoholkonsum, illegale Boxkämpfe, viele Zigarren, noch mehr Alkohol und tiefe Gewissensbisse sind die Folge.

Gleichzeitig findet der US-Geheimdienst heraus, dass skrupellose Hintermänner in Angola eine neue Supermine testen. Diese „Schmetterlingsmine“ ist mit einer KI ausgestattet, quasi unaufspürbar und absolut tödlich. Kurzerhand wird die Erfinderin der Landmine nach Angola geschickt, um die Hintergründe zu ermitteln. Ihr Team stellt sich leider als völlig inkompetent heraus und so muss sie auf die Hilfe des dahinvegetierenden Erickson zurückgreifen. Erst als dieser hört, um welche Art von Mine es sich handelt (sein Sohn „prüfte“ einst die Wirksamkeit), lässt er sich zur Mithilfe motivieren. Dann geht es Schlag auf Schlag. Die Hintermänner kommen aus Ihren Löchern gekrochen, Freunde werde zu Feinde, und Erickson nietet letztlich alles um, was nicht bei Drei auf den Bäumen ist. Sämtliche Schmetterlingsminen gehen in einem großen Feuerball auf und alle laufen gemeinsam in die untergehende afrikanische Sonne.
Ballern, Saufen, Rauchen - die drei Grundlage für den Minenentschärfer von heute

So schön könnte „Sweepers“ sein… ist er aber nicht… Aber fangen wir mal bei der Story an: Diese ist zumindest als solide zu bezeichnen. Die Idee mit neuartigen Landminen, welche völlig skrupellos an der afrikanischen Bevölkerung getestet wird, ist gar nicht mal schlecht. Eine Prise Blutdiamantenhandel und fertig ist ein ordentliches Grundgerüst. Untypisch ist auch das Setting und die zugehörige Filmmusik So werden die Bilder von endloser Savanne und Steppe von passenden Klängen begleitet. Letztere dudeln dann allerdings immer übers Bild – egal, ob sich Erickson in Selbstmitleid suhlt oder die Kacke am Dampfen ist – immer nur dudeldudeldudel. So wird der ein oder andere spannende Moment regelrecht nieder gedudelt… schade…

Zu den Darstellern ist nicht viel zu sagen. Dolph versucht sich in Schauspielerei, was ihm allerdings nur bedingt gelingt. Als weinerlicher, in Selbstmitleid versunkener und fertiger Typ driftet er schnell mal ins Unglaubwürdige, weil Overacting, ab. Mit seinem schauspielerischen Talent fügt er sich aber wunderbar in die Reihen seiner Kolleginnen und Kollegen. In Actionszenen geht Lundgren hingegen gewohnt routiniert ans Werk.
Ja nu guck nich so brummig, Dolph. Hast auch schon bessere Filme gemacht!

Von wegen Action: Kann mir mal einer erklären, warum viele Actionszenen teilweise arg unfertig wirken?! Mir lag eine ungekürzte Fassung vor und trotzdem wirken manche Shootouts, als wäre die Hälfte vergessen worden. Da springt Dolph beidhändig bewaffnet auf die Ladefläche eines Jeeps, verfolgt von einem Helikopter, und man erwartet einen netten kleinen Schusswechsel. Stattdessen sitzt er in der nächsten Szene mit nur noch einer Pistole in der Hand auf dem Beifahrersitz. Am Ende in der Mine ein ähnliches Spielchen. Dolph springt aus dem Fahrstuhl, ballert um sich, im Hintergrund etliche Badguys - dann gibt's eine mächtige Explosion und alle sind tot. Häääää?
Die erwähnten Feuerbälle sind dafür um so größer und am Ende fliegt sogar ein ganzer Zug in die Luft. Logik wurde dabei natürlich ebenfalls außen vor gelassen… bar jeder Nachvollziehbarkeit wird schlichtweg alles hoch gejagt, was für die Pyrotechniker greifbar war. Witzig auch die kleinen, aber offensichtlichen Filmfehler. Da sieht man z.B. deutlich den Sicherungshaken, mit dem Dolph am Zug hängt. Oder die Gummimatten, auf die sich die Darsteller bei Hintergrundexplosionen schmeißen. Es wurde nicht mal ansatzweise versucht, diese Szenen zu kaschieren und eigentlich hätte nur noch ein Mikrofon im Bild gefehlt…
...finde den Fehler...
Fazit:
Steven Seagals Stamm-Regisseur Keoni Waxman (seit "The Keeper" dreht er fast ausschließlich mit Lord Steven) durfte sich hier mit Dolph Lundgren in Afrika austoben. Wirklich unterhaltsam ist das leider nicht geworden… Im Mittelteil ist viel zu viel Leerlauf und Dolph macht als Trauerkloß keine sehr gute Figur. Wenn der Film dann doch noch Fahrt aufnimmt, sorgen Anschlussfehler, zu schnelle Schnitte und unfertig wirkende Actionszenen für Frust und Unverständnis. Da wäre auch mit schmalen Budget viel mehr drin gewesen. Zwar ist das Setting (Afrikanische Savanne) durchaus abwechslungsreich, die Story ebenfalls untypisch und die Feuerbälle gerne mal Bildschirmgroß, trotzdem machen diese Punkte noch lange keinen guten Film. „Sweepers“ ist kein völliger Totalausfalls, aber eben auch kein herausragender B-Actioner. Lundgren-Fans riskieren einen Blick, alle anderen können es ruhig lassen. 2 Köppe