Godzilla

http://www.ofdb.de/film/3267,Godzilla
(für mehr monströse Infos klicke aufs Cover)

Release: 1954

"King of Monsters"

Vor der japanischen Küste verschwinden reihenweise Fischerboote auf mysteriöse Weise. Aufgefangene Funksprüche ergeben keinen Sinn. Die Familien der Fischer wollen Antworten, doch die Behörden wissen keinen Rat. Bis ein überlebender Fischer auf einem Floß an Land getrieben wird. Er spricht von einem riesigen Ungeheuer, dass sein Schiff versenkt hat. Das passt zu den Mythen und Legenden der Dorf-Ältesten, die dem Monstrum kurzerhand den Namen Godzilla geben. Kaum sind die ersten ungläubigen Unkenrufe laut geworden, da wird das Dorf über Nacht völlig zerstört. Danach messen Wissenschaftler überall erhöhte Radioaktivität in den Trümmern, doch noch bevor man händeringend nach der Antwort auf alle Fragen sucht, taucht der höchstpersönlich Godzilla auf.
Offenbar wurde die Riesenechse durch Atombombenversuche aus ihrem Winterschlaf in der Tiefsee geweckt und sucht jetzt einen neuen Schlafplatz. Doch statt den Dino einfach ziehen zu lassen, wird die Armee mobilisiert. Erste Angriffe schlagen fehl, denn konventionelle Waffen zeigen bei dem Monster keine Wirkung. Schließlich entscheidet sich das Militär für eine Barriere aus Starkstrom, doch statt gegrillt zu werden, dreht Godzilla nun völlig durch. Kurzerhand legt er Tokio in Schutt und Asche. Sein radioaktiver Feueratem verwandelt die Hauptstadt Japans in ein Flammenmeer und als sich Godzilla schließlich wieder auf die offene See zurückzieht, hinterlässt er nur Tod und Vernichtung. Nichts scheint ihn aufhalten zu können.
Das ruft die junge Emiko auf den Plan und macht die Armee auf Doktor Serizawa aufmerksam, der im stillen Kämmerchen eine Superwaffe entwickelt hat. Als dieser die Zerstörung sieht, die der Dinosaurier hinterlassen hat, erklärt er sich notgedrungen und innerlich zerrissen dazu bereit, seinen Oxygen-Zerstörer (so der Name) einzusetzen. Godzilla wird auf dem Meer aufgespürt und Serizawa zündet seine Waffe. Doch er will nicht, dass seine Waffe in falsche Hände gerät und nimmt sein Geheimnis mit ins Grab. Godzilla ist besiegt, aber um welchen Preis...
Das ist er also, der Beginn einer Erfolgsgeschichte! Entstanden ist die erste Ausgabe von Big G noch in Schwarzweiß und unter der Regie von Ishiro Honda. Der junge und aufstrebene Regisseur, der bei Großmeister Akira Kurosawa (Die 7 Samurai, Das Schloss im Spinnwebwald, Yojimbo...) in die Lehre ging, ergriff die Chance bei Toho, einen großen Monsterfilm zu drehen. Und weil die Toho-Studios alles auf eine Karte setzen mussten (sonst wär das Studio wohl dem Pleitegeier zum Opfer gefallen), hatte Honda freie Hand. Ein Name war auch bald gefunde: Gojira - eine Mischung aus Gorilla und Wal. Für den westlichen Markt entstand der heute bekannte Name: Godzilla!
Inspiriert aus dem Westen wollten die Verantwortlichen am liebsten eine Antwort auf "Panik in New York" in die Kinos bringen, in dem der Effekte-Macher Ray Harryhausen mit seinen Fähigkeiten auf dem Gebiet der Stop-Motion-Technik das Publikum begeisterte. Diese Technik kam für Toho jedoch aus Kostengründen nicht in Frage. Stattdessen engagierte man einen guten Maskenbildner für einen Gummianzug und den ehemaligen Zimmermann Eiji Tsumuraya für Miniaturmodelle. Anschließend ließ man einen kleinen Japaner im Gummiüberzug durch die kleinen Straßen trampeln und nannte das ganze Suit-Motion. Die Akrebie, mit der dabei gearbeitet wurde, ist auch aus heutiger Sicht noch bemerkenswert. Ebenfalls wegweisend für Godzilla (und viele, viele andere Toho-Kaijufilme) war die musikalische Untermalung von Akira Ifukube, der bis 1995 für Toho den Taktstock schwang.
60 alt-ehrwürdige Jahre hat dieser Streifen jetzt auf dem Buckel und er hat weiß Gott nichts mit den folgenden Trash-Gurken des Gummimonsters gemein. Nein, das Original ist eine bierernste Angelegenheit. Jedenfalls im Nachhinein betrachtet, denn damals wurde der Monster-Schocker nur als großer Budenzauber aufgenommen und nicht als das, was er darüberhinaus noch ist: eine Anspielung auf Hiroshima und Nagasaki, eindeutige Kritik an den Atombombentest und sogar eine Breitseite gegen Oppenheimer!
In Japan traute sich "Godzilla" als erster großer Film die Atombombe offen zu verurteilen und auf das Leid in Hiroshima und Nagasaki anzuspielen. Denn nichts anderes ist Godzilla doch: Eine wandelnde Bombe. Er taucht aus heiterem Himmel auf, zerstört alles in Reichweite, hinterlässt Tod und Verderben und darüber hinaus auch radioaktive Strahlung. Der Angriff auf die Fischerboote zu Beginn des Films verweist direkt auf das Drama des Fischerbootes 'Fukuryu Maru' (Glücklicher Drache), das den Tests am Bikini Atoll zu Nahe kam. Die Seeleute wurden verstrahlt, einer starb und in Japan sprach man gar von einem dritten A-Bomben Angriff. Und schließlich gibt es da noch den Oxygen-Zerstörer. Eine Waffe, mit der man die Menschheit vernichten könnte. Doch was macht der Wissenschaftler Serizawa am Ende, statt die Waffe dem Militär auszuhändigen? Er opfert sich und vernichtet sich selbst und den Godzilla, damit seine Erfindung keinen Schaden auf der Welt anrichten kann. Das hätte mal jemand Oppenheimer vor dem Angriff auf die japanischen Großstädte vorschlagen sollen...
Auch Godzilla selbst ist hier längst noch nicht die vermenschtliche Gummiechse, zu der er im Laufe der Showa-Staffel (Filme bis 1975) mutierte. Dies wird z.B. dadurch deutlich, dass das Monster nur "DER Godzilla" genannt wird. Er ist ein Tier und verhält sich entsprechend.  Durch Menschenhand wird es auf die Welt losgelassen und statt es zu untersuchen, will die Menschheit es möglichst schnell zerstören... die alte Leier: Tötet, was ihr nicht versteht!
Übergroß, unaufhaltsam, vom Menschen "geschaffen" (im Sinne von erweckt): All das ist Godzilla.
Honda kreierte nicht nur ein Kult-Monster. Er schuff auch einen düsteren und stimmungsvollen Film, voller Anspielungen und Seitenhiebe auf das damaligen Zeitgeschehen. Es gab Zeiten, in denen ich diesen ersten Godzilla nicht verstanden habe. Er war nicht bund, nicht grell, nicht trashig und entsprach so gar nicht meinen Sehgewohnheiten. Aber heute verstehe ich, was er ist: Ein absoluter Genre-Klassiker! Das Original ist damit in seiner Summe weit mehr, als nachfolgende Filme mit dem König der Monster. Auf den ersten Blick sind da zwar die putzigen Effekte und ein Gummianzug, der durch Minihäuschen trampelt, aber im Kern ist das Original weit mehr. Es ist ein Wegbereiter, ein kleiner Meilenstein, eine große Ausnahme im Godzilla-Universum. Verstöhrend* und betöhrend* zugleich (* egal, auf welche Weise... ob negativ oder positiv).

5 Zimbelaffen für Big G

Crash Dive

http://www.ofdb.de/film/2059,Crash-Dive
(für mehr Infos klicke aufs Cover)

Release: 1997

Dudikoff again… es grenzt schon an Selbstgeißlung, dass ich immer wieder Filme mit dem Sunnyboy in den Player schiebe. Ich hätte mir ja auch beispielsweise einen Seagal-Streifen geben können… was im Grunde genommen keinen großen Unterschied gemacht hätte... okay, hilft ja nix, packen wir’s an...

Michael Dudikoff spielt James Carter, Ex-Navy Seal und nun U-Boot-Konstrukteur. Sein Schiffchen wird auch gleich zu Wasser gelassen, um eine erste Schleichfahrt zu absolvieren. Carter bleibt mit Sohnemann an Land und freut sich seines Lebens. Bis der Captain gegen jede Logik auftaucht, um ein paar Schiffsbrüchige aus einem Sturm zu retten, die sich sogleich als Terroristen herausstellen. Gut, dass die Fieslinge genau wussten, dass das U-Boot auf jeden Fall da ist und auch auftaucht… ne ist klar… Ein paar Strangulationen und eine überflüssige Sex-Szene später (überflüssig, aber dafür Nippel-Alarm) haben die Badguys das Boot übernommen. Es wird Kurs auf Washington genommen, dass mit Atomraketen beschossen werden soll, sollte die US-Regierung nicht schnellstens eine größere Menge an Gold bereitstellen. Natürlich gibt es nur einen Mann, der die Katastrophe abwenden kann: James Carter! Nachdem sich sein Junge, den er mit ins Heiligste des Pentagons mitgenommen hat, ebenfalls für das Himmelfahrtskommando seines Vaters ausgesprochen hat, düst er verschmitzt grinsend dieser los, um das U-Boot im Alleingang zu entern. Ähnlich unspektakulär, wie die Übernahme des Bootes gelaufen ist, gelangt Carter an Bord und macht sich an die Dezimierung der Terroristen. Dabei nutzt er die natürlichen Gegebenheiten an Bord, z.B. mannshohe Luftschächte *hust*. Später gibt es noch einen vorhersehbaren Twist, dann werden alle abgeknallt und zwischendurch ruft immer wieder der Sohnemann problemlos im Pentagon an, um sich über den Stand der Dinge zu informieren. Am Ende retten Carter natürlich die Welt und knutscht mit seiner Kontaktperson (Cathrine Bell – J.A.G. Im Auftrag der Ehre) rum.
"Lasst mich aus diesem Fiiiiiilm!!!"
What a crap! Andrew Stevens versuchte sich hier als Regisseur, nachdem er der Meinung war, mit diversen Produktionen die nötige Erfahrung gesammelt zu haben. Aber Pustekuchen… Angefangen mit der Handlung, die mehr als hanebüchen daherkommt, über diverse schauspielerische Totalausfälle, bis hin zu lahmen Actionszenen – hier wird auf C-Movie-Niveau alles geboten, was man nicht sehen wollte. Gewohnt wird der Müll mit diversen Szenen aus anderen Werken aufpoliert. Hier musste vor allem „Crimson Tide“ herhalten. Die Außenaufnahmen der U-Boote inkl. Torpedoabschüsse werten den Streifen zwar deutlich auf, gutheißen kann man diese Klauerei aber nicht. Wenn mal eigene Effekte verwendet werden (z.B. die Explosion über dem Empire State Building) möchte man lieber verschämt wegschauen.
"Hier steht: Willkommen in Blödsinn-Hausen... versteh ich nich..."
Zwar hetzen die Jungs und Mädels durch die immer gleichen Gänge, aber wenigstens machen die Kulissen einen ordentlichen Eindruck. Es gibt jede Menge blinkende Lichter, diverse Monitore und insgesamt wird zumindest ansatzweise das Gefühl vermittelt, sich auf einem U-Boot zu bewegen. Das ist auch gut so, denn 90% der Laufzeit spielen in dem Blechsarg. Dort wird Dudikoff durch das bekannte Die-Hard-Alarmstufe-Rot-Szenario gejagt und muss versuchen, sich als Ein-Mann-Armee gegen die Schergen zu behaupten. Klappt selbstredend nur bedingt, da die Inszenierung an mehr als einer Stelle hinkt. Dudikoff wird vor zahlreiche Probleme gestellt, die aber alle irgendwie belanglos sind. Die gesamte Entwicklung des Films ist ohnehin sehr vorhersehbar und bietet keinerlei Überraschungen. Dazu kommen diese nervenden Szenen von Dudi’s Sohnemann…hätte man auch gleich alles streichen können! Wenn es mal zur Sache geht (und damit meine ich nicht die Nippel), ist das Geballer schnell vorbei und hinterlässt kaum bleibenden Eindruck. Die Talentfreiheit der meisten Beteiligten und die krassen Logikschwächen hingegen schon…
NIPPELALARM! (sry, das musste einfach sein...)

Fazit:
Knappe 85min. geht „Crash Dive“ auf Tauchgang. Das sind angesichts so viel Unsinn ca. 85 Minuten zu viel. Der Streifen plätschert vor sich hin, dümpelt von vorhersehbarer Szene zur vorhersehbarer Szene. Zwischendurch beschießen sich die U-Boote aus Crimson Tide und die Kommandobrücken bei „Crash Dive“ wackeln. Klingt komisch, ist aber so. Und mitten drin knüppelt sich Michael Dudikoff, der mit Dackelblick und MP die Situation zu retten versucht, durch die Szenerie. Spannung entsteht dabei selten bis gar nicht, obwohl die Kulissen durchaus was her machen und auch die Filmmusik ganz brauchbar ist. Die bekannten Gesichter (z.B. Cathrine Bell) können außerdem nur schwer von den restlichen Darsteller-Gurken ablenken. Im übertragenen Sinne zeigt „Crash Dive“ sehr schön, wie tief Dudikoff zu dieser Zeit bereits gesunken war… und Nippel!!! :D Nur weil es bekanntlich noch schlechter geht, gibt’s noch 2 Äffchen von mir.

The Mechanik

http://www.ofdb.de/film/86876,The-Mechanik
(für mehr Infos klicke aufs Cover)

Release: 2005


Dolph Lundgren spielt den russischen Ex-Fallschirmjäger Nicolai, der die Tochter reicher Eltern aus den Fängen des skrupellosen Gangsterbosses Sasha befreien soll. Letzterer hat Nic's Familie auf dem Gewissen, weshalb Nicolai natürlich sofort bei der Sache ist und auf erbarmungslose Rache sinnt. William Burton (Ben Cross) und ein Team russischer Söldner hilft ihm bei der Befreiungsaktion. Nachdem sich der Gangsterboss auf die Fersen der Flüchtenden geheftet hat, kommt es in einem kleinen Bauerndorf nahe der finnischen Grenze zu einem finalen Showdown!
Hier ist sie: Dolph Lundgren's zweite Regiearbeit! Und die ist - das vorweg - richtig gut geworden. Deutlich erkennbar hat sich Dolph seit "The Defender" einige Gedanken gemacht und sich weiter entwickeln können. Und das, obwohl die Produktionsumstände zunächst nicht sehr optimal erschienen. Nu Image (wer sonst) ließ Lundgren den Film nur unter der Auflagen drehen, dass er sich genau an die Ortsvorgaben des Studios zu halten hatte. Das hieß im Klartext: Bulgarien (jedenfalls zu 85%, 10% St. Petersburg, 5% USA). Ihm wurde ein Budget von knapp 5 Mio. US-Dollar zur Verfügung gestellt - im Vergleich zu anderen DTV-Actionern der Zeit relativ wenig. Außerdem hatte Dolph nur knapp einen Monat Zeit für den Dreh, was für den Hauptdarsteller, Regisseur, Drehbuchautor, Zwischendurch-Kameramann und wasweißichnichtnochalles in Personalunion ziemlich aufreibend gewesen sein dürfte.
Geschadet hat das dem Endprodukt aber nicht. Im Gegenteil: Mal abgesehen von der mageren Handlung - (auf die ich aber nicht weiter eingehe.... mal ehrlich, wen interessiert die Handlung bei solchen Filmen? Es geht um Rache! Es geht um Vergeltung! Es geht darum, die Frau zu retten und den bösen Buben in den Hintern zu treten!) - hat wohl gerade dieser straffe Zeitplan für sehr schnörkellose Actionszenen gesorgt. Die meisten dieser Szenen beschränken sich auf schnelle Shootouts und diverse Faustkämpfe, sind aber alle sehr gradlinig und dreckig inszeniert. Auf größeres Feuerwerk wurde aus Budget- und Zeitgründen weitesgehend verzichtet, auch wenn sich Lundgren den ein oder anderen größeren Feuerball nicht hat nehmen lassen. Im Showdown kommt es dann zu einem krachenden Feuergefecht in einem Bauerndorf. Gerade dieses Finale zeigt wunderbar die Erfahrung, die sich Dolph in seiner Filmlaufbahn angeeignet hat und auf die er als Regisseur zurückgreifen kam. Aufgezogen wie ein Western-Duell (ich musste sofort an Open Range denken), bekriegen sich die Kontrahenten quer durch das heruntergekommene Dorf, das eine wahnsinnig stimmungsvolle Kulisse abgibt. Noch was nettes für Actionfans: Das Kunstblut saftet ordentlich. CGI-Gedönse sucht man hier vergebens und so kommt zu der dreckigen Action noch dieser gewisse oldschoolige Flair hinzu.
Gibts auch negatives zu sagen? Tja, eh... wie soll ich sagen... Nein! Mir fällt nichts ein, was ich dem Film ernsthaft ankreiden könnte. Selbst in ruhigen Szenen (und davon gibt es doch so einige) hat es Lundgren geschafft, mich als Zuschauer bei Laune zu halten. Bei den Figuren bediente man sich zwar den üblich Klischees (der Gangsterboss ist z.B. ein fettes, ekeliges Dreckschwein), nur stört das nicht wirklich. In Dolphs Charakter Nicolai spürt man jederzeit die innere Zerrissenheit, die Wut und den Drang nach Rache. Er wird regelmäßig von seinen Erinnerungen heimgesucht. Wenn es aufs Ganze geht, dann bricht diese Wut explosionsartig aus ihm heraus und das passt ganz einfach zu der kompromisslosen Machart des Streifens.


Fazit:
Dolph Lundgren hat gezeigt, was er drauf hat und das freut die Fans. "The Mechanik" ist astreine, harte, kompromisslose und dreckige Actionunterhaltung. Ruhigere Passagen füllt der Schwede gekonnt mit Charakterzeichnungen und die Shootouts präsentieren sich heftig und kraftvoll. Insgesamt eine sehr gelungene Komposition, die wie aus einem Guss wirkt. Als Zuschauer hatte ich das Gefühl, Lundgren würde schon seit etlichen Jahren Filme drehen, so routiniert wirkte der Streifen. Und auch nach mehreren Sichtungen macht der Film immer noch wieder Spaß. Er hat einfach das gewissen Etwas, dass so vielen anderen Genre-Produktionen abgeht... Fans haben nur ein Problem: An die ungeschnittene Fassung zu kommen! 4,5 Köppe von mir!

 ,5

Bridge of Dragons

http://www.ofdb.de/film/52,Fight-of-the-Dragon
(für mehr Infos klicke aufs Cover)
 
Release: 1999
dt. Alternativtitel: Fight of the dragon

"No Reasons! No Rules! No Submission! No Mercy!"


Irgendwann, irgendwo, in einem fernen Paralleluniversum herrscht der brutale General Ruechang über ein Königreich. Er beabsichtigt auch gleich Prinzessin Halo zu heiraten, um auf diese Weise endlich den Thron besteigen zu können. Letztere ist davon nicht gerade erbaut, zumal sie plötzlich erfährt, dass Ruechang ihre Eltern auf dem Gewissen hat. Hals über Kopf nimmt sie reiß aus, um sich den Rebellen anzuschließen. Natürlich schickt der General mit Warchild seinen besten Soldaten, der – natürlich – in einen Gewissenskonflikt gerät und sich schließlich ebenfalls den Rebellen anschließt. Gemeinsam soll das Militärregime und der General gestürzt werden! 
Nachdem Dolph Lundgren „Sweepers“ beendet hatte (wir berichteten), äußerte er seinen Unmut über seinen letzten Film. In seinem nächsten Projekt wollte er unbedingt mit einem erfahrenen Regisseur zusammenarbeiten. Und da kam Florentine ins Spiel. Tatsächlich hatten sich Dolph und Isaac bereits Jahre zuvor kennengelernt, als Florentine aus kampfsportlichen Gründen in Stockholm zu Gast war – aber das nur so nebenbei. Jedenfalls kamen die beiden gut miteinander zurecht und entschlossen sich zu einem gemeinsamen Projekt. Nu Image stellte Florentine damals ein karges Budget von 4 Mio. US-Dollar zur Verfügung und verfrachtete die Filmcrew nach Bulgarien. 
Nu Image? Bulgarien? Wenig Kohle? Da klingeln sofort sämtlich Alarmsirenen, denkt man nur mal an solche Graupenklopper, wie „Out for a kill“ (Seagal) oder „Derailed“ (van Damme). Nur hatte „Bridge of Dragons“ einen entscheidenden Vorteil: Isaac Florentine! Dieser Junge ist für jede Actionfilm-Produktion Gold wert, egal wie niedrig das Budget ist. Gekonnt stellt er auch hier sein spezielles Gespür für gute Actionsequenzen unter Beweis und drückt allem seinen ganz eigenen, individuellen Stempel auf. Mit seiner Experimentierfreudigkeit rückt er das Geschehen zwar gerne mal ins Comichafte (z.B. Pirouetten drehende Stuntleute vor Explosionen, Wirework-Tricks, kleinste Bewegungen verursachen *swooosh*-Geräusche) und kopiert vielfach die Züge aus dem HongKong-Actionkino. Doch das alles schadet dem Film keineswegs. Im Gegenteil: Im Gegensatz zu dem ganzen anderen Schmonz, der auf dem Gebiet der B-Actioner auf den Zuschauer losgelassen wird, haben Florentines Filme immer etwas höchst erfrischendes an sich!

Auch kommt es so kaum zu Leerläufen. Ständig gibt es Gekloppe und Geballer zu bestaunen und immer sieht es nach mehr aus, als es eigentlich ist. Nur genauer hinschauen darf man nicht, da dann zahlreiche Merkwürdigkeiten und offensichtliche Improvisationen auffallen (z.B. dieser komische Raketenwerfer, der auch ohne Rakete im Lauf abgefeuert werden kann, Wiederholung von gleichen Szenen aus unterschiedlichen Perspektiven, verrutschende Wunden und Narben).
Die Story muss dabei nicht großartig erwähnt werden. Einzig die Darstellung der Filmwelt ist mehr als ungewöhnlich. Zeitlich spielt die Geschichte wohl um 1940. Das Volk besteht aus bulgarischen Lanzleuten, wird aber von einem Asiaten beherrscht. Fahrzeuge wurden der russischen Armee der 60iger Jahre entliehen und die Soldaten tragen ausschließlich Wehrmachtsuniformen ohne Abzeichen. Dabei werden altbekannte Märchen und Endzeitelemente fröhlich durcheinander gehauen. Das muss man erstmal alles schlucken… oder besser einfach hinnehmen. Was anderes bleibt auch nicht übrig, denn kaum hat man sich mit der merkwürdigen Welt arrangiert, wird schon das nächste Feuerwerk abgefackelt.
 
Und mittendrin: Dolph Lundgren als Warchild. Vielleicht etwas zu behebe für Florentines flotte Regie, aber stets sympathisch kloppt sich der blonde Hüne im Alleingang durch seine Gegner. Am Ende steht er dann Cary-Hiroyuki Tagawa (General Ruechang) gegenüber. Der verkörpert seine absolute Paraderolle – ein fieser dreinblickender General wäre kaum möglich gewesen. Der restliche Cast bleibt hingegen ziemlich blass… hier hätten mehr Chancen genutzt werden können.

Fazit:
Ich wiederhole mich jedes Mal gerne aufs neue: Isaac Florentine – behaltet diesen Namen im Hinterkopf. Der Mann versteht was von Action und hat hier trotz knappen Budget eine kleine Action-Perle auf die Beine gestellt. Ja, man sieht dem Film das Budget an. Ja, viele Szenen sind offensichtlich improvisiert und ja, der Plot ist doof wie Gülle. Das macht aber zum einen die flotte und knallige Inszenierung Florentines und zum anderen die ungewöhnliche Filmwelt wieder wett. Dolph Lundgren klatscht im Alleingang alles um, hat ein Unendlich-Magazin in seinem MG und Tagawa ist der fieseste Fiesling im Märchenwald! Freunde gepflegter B-Action-Unterhaltung können guten Gewissens zugreifen. Wird schon schiefgehen… Ich persönlich finde den Streifen einfach nur sympathisch unterhaltsam und dafür gibt’s von mir 4 Köppe.


PS:
Von wegen Titel… also die Brücke hab ich entdeckt, aber wo zum Teufel sind die verdammten Drachen????