Bridge of Dragons

http://www.ofdb.de/film/52,Fight-of-the-Dragon
(für mehr Infos klicke aufs Cover)
 
Release: 1999
dt. Alternativtitel: Fight of the dragon

"No Reasons! No Rules! No Submission! No Mercy!"


Irgendwann, irgendwo, in einem fernen Paralleluniversum herrscht der brutale General Ruechang über ein Königreich. Er beabsichtigt auch gleich Prinzessin Halo zu heiraten, um auf diese Weise endlich den Thron besteigen zu können. Letztere ist davon nicht gerade erbaut, zumal sie plötzlich erfährt, dass Ruechang ihre Eltern auf dem Gewissen hat. Hals über Kopf nimmt sie reiß aus, um sich den Rebellen anzuschließen. Natürlich schickt der General mit Warchild seinen besten Soldaten, der – natürlich – in einen Gewissenskonflikt gerät und sich schließlich ebenfalls den Rebellen anschließt. Gemeinsam soll das Militärregime und der General gestürzt werden! 
Nachdem Dolph Lundgren „Sweepers“ beendet hatte (wir berichteten), äußerte er seinen Unmut über seinen letzten Film. In seinem nächsten Projekt wollte er unbedingt mit einem erfahrenen Regisseur zusammenarbeiten. Und da kam Florentine ins Spiel. Tatsächlich hatten sich Dolph und Isaac bereits Jahre zuvor kennengelernt, als Florentine aus kampfsportlichen Gründen in Stockholm zu Gast war – aber das nur so nebenbei. Jedenfalls kamen die beiden gut miteinander zurecht und entschlossen sich zu einem gemeinsamen Projekt. Nu Image stellte Florentine damals ein karges Budget von 4 Mio. US-Dollar zur Verfügung und verfrachtete die Filmcrew nach Bulgarien. 
Nu Image? Bulgarien? Wenig Kohle? Da klingeln sofort sämtlich Alarmsirenen, denkt man nur mal an solche Graupenklopper, wie „Out for a kill“ (Seagal) oder „Derailed“ (van Damme). Nur hatte „Bridge of Dragons“ einen entscheidenden Vorteil: Isaac Florentine! Dieser Junge ist für jede Actionfilm-Produktion Gold wert, egal wie niedrig das Budget ist. Gekonnt stellt er auch hier sein spezielles Gespür für gute Actionsequenzen unter Beweis und drückt allem seinen ganz eigenen, individuellen Stempel auf. Mit seiner Experimentierfreudigkeit rückt er das Geschehen zwar gerne mal ins Comichafte (z.B. Pirouetten drehende Stuntleute vor Explosionen, Wirework-Tricks, kleinste Bewegungen verursachen *swooosh*-Geräusche) und kopiert vielfach die Züge aus dem HongKong-Actionkino. Doch das alles schadet dem Film keineswegs. Im Gegenteil: Im Gegensatz zu dem ganzen anderen Schmonz, der auf dem Gebiet der B-Actioner auf den Zuschauer losgelassen wird, haben Florentines Filme immer etwas höchst erfrischendes an sich!

Auch kommt es so kaum zu Leerläufen. Ständig gibt es Gekloppe und Geballer zu bestaunen und immer sieht es nach mehr aus, als es eigentlich ist. Nur genauer hinschauen darf man nicht, da dann zahlreiche Merkwürdigkeiten und offensichtliche Improvisationen auffallen (z.B. dieser komische Raketenwerfer, der auch ohne Rakete im Lauf abgefeuert werden kann, Wiederholung von gleichen Szenen aus unterschiedlichen Perspektiven, verrutschende Wunden und Narben).
Die Story muss dabei nicht großartig erwähnt werden. Einzig die Darstellung der Filmwelt ist mehr als ungewöhnlich. Zeitlich spielt die Geschichte wohl um 1940. Das Volk besteht aus bulgarischen Lanzleuten, wird aber von einem Asiaten beherrscht. Fahrzeuge wurden der russischen Armee der 60iger Jahre entliehen und die Soldaten tragen ausschließlich Wehrmachtsuniformen ohne Abzeichen. Dabei werden altbekannte Märchen und Endzeitelemente fröhlich durcheinander gehauen. Das muss man erstmal alles schlucken… oder besser einfach hinnehmen. Was anderes bleibt auch nicht übrig, denn kaum hat man sich mit der merkwürdigen Welt arrangiert, wird schon das nächste Feuerwerk abgefackelt.
 
Und mittendrin: Dolph Lundgren als Warchild. Vielleicht etwas zu behebe für Florentines flotte Regie, aber stets sympathisch kloppt sich der blonde Hüne im Alleingang durch seine Gegner. Am Ende steht er dann Cary-Hiroyuki Tagawa (General Ruechang) gegenüber. Der verkörpert seine absolute Paraderolle – ein fieser dreinblickender General wäre kaum möglich gewesen. Der restliche Cast bleibt hingegen ziemlich blass… hier hätten mehr Chancen genutzt werden können.

Fazit:
Ich wiederhole mich jedes Mal gerne aufs neue: Isaac Florentine – behaltet diesen Namen im Hinterkopf. Der Mann versteht was von Action und hat hier trotz knappen Budget eine kleine Action-Perle auf die Beine gestellt. Ja, man sieht dem Film das Budget an. Ja, viele Szenen sind offensichtlich improvisiert und ja, der Plot ist doof wie Gülle. Das macht aber zum einen die flotte und knallige Inszenierung Florentines und zum anderen die ungewöhnliche Filmwelt wieder wett. Dolph Lundgren klatscht im Alleingang alles um, hat ein Unendlich-Magazin in seinem MG und Tagawa ist der fieseste Fiesling im Märchenwald! Freunde gepflegter B-Action-Unterhaltung können guten Gewissens zugreifen. Wird schon schiefgehen… Ich persönlich finde den Streifen einfach nur sympathisch unterhaltsam und dafür gibt’s von mir 4 Köppe.


PS:
Von wegen Titel… also die Brücke hab ich entdeckt, aber wo zum Teufel sind die verdammten Drachen????

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