The Mechanik

http://www.ofdb.de/film/86876,The-Mechanik
(für mehr Infos klicke aufs Cover)

Release: 2005


Dolph Lundgren spielt den russischen Ex-Fallschirmjäger Nicolai, der die Tochter reicher Eltern aus den Fängen des skrupellosen Gangsterbosses Sasha befreien soll. Letzterer hat Nic's Familie auf dem Gewissen, weshalb Nicolai natürlich sofort bei der Sache ist und auf erbarmungslose Rache sinnt. William Burton (Ben Cross) und ein Team russischer Söldner hilft ihm bei der Befreiungsaktion. Nachdem sich der Gangsterboss auf die Fersen der Flüchtenden geheftet hat, kommt es in einem kleinen Bauerndorf nahe der finnischen Grenze zu einem finalen Showdown!
Hier ist sie: Dolph Lundgren's zweite Regiearbeit! Und die ist - das vorweg - richtig gut geworden. Deutlich erkennbar hat sich Dolph seit "The Defender" einige Gedanken gemacht und sich weiter entwickeln können. Und das, obwohl die Produktionsumstände zunächst nicht sehr optimal erschienen. Nu Image (wer sonst) ließ Lundgren den Film nur unter der Auflagen drehen, dass er sich genau an die Ortsvorgaben des Studios zu halten hatte. Das hieß im Klartext: Bulgarien (jedenfalls zu 85%, 10% St. Petersburg, 5% USA). Ihm wurde ein Budget von knapp 5 Mio. US-Dollar zur Verfügung gestellt - im Vergleich zu anderen DTV-Actionern der Zeit relativ wenig. Außerdem hatte Dolph nur knapp einen Monat Zeit für den Dreh, was für den Hauptdarsteller, Regisseur, Drehbuchautor, Zwischendurch-Kameramann und wasweißichnichtnochalles in Personalunion ziemlich aufreibend gewesen sein dürfte.
Geschadet hat das dem Endprodukt aber nicht. Im Gegenteil: Mal abgesehen von der mageren Handlung - (auf die ich aber nicht weiter eingehe.... mal ehrlich, wen interessiert die Handlung bei solchen Filmen? Es geht um Rache! Es geht um Vergeltung! Es geht darum, die Frau zu retten und den bösen Buben in den Hintern zu treten!) - hat wohl gerade dieser straffe Zeitplan für sehr schnörkellose Actionszenen gesorgt. Die meisten dieser Szenen beschränken sich auf schnelle Shootouts und diverse Faustkämpfe, sind aber alle sehr gradlinig und dreckig inszeniert. Auf größeres Feuerwerk wurde aus Budget- und Zeitgründen weitesgehend verzichtet, auch wenn sich Lundgren den ein oder anderen größeren Feuerball nicht hat nehmen lassen. Im Showdown kommt es dann zu einem krachenden Feuergefecht in einem Bauerndorf. Gerade dieses Finale zeigt wunderbar die Erfahrung, die sich Dolph in seiner Filmlaufbahn angeeignet hat und auf die er als Regisseur zurückgreifen kam. Aufgezogen wie ein Western-Duell (ich musste sofort an Open Range denken), bekriegen sich die Kontrahenten quer durch das heruntergekommene Dorf, das eine wahnsinnig stimmungsvolle Kulisse abgibt. Noch was nettes für Actionfans: Das Kunstblut saftet ordentlich. CGI-Gedönse sucht man hier vergebens und so kommt zu der dreckigen Action noch dieser gewisse oldschoolige Flair hinzu.
Gibts auch negatives zu sagen? Tja, eh... wie soll ich sagen... Nein! Mir fällt nichts ein, was ich dem Film ernsthaft ankreiden könnte. Selbst in ruhigen Szenen (und davon gibt es doch so einige) hat es Lundgren geschafft, mich als Zuschauer bei Laune zu halten. Bei den Figuren bediente man sich zwar den üblich Klischees (der Gangsterboss ist z.B. ein fettes, ekeliges Dreckschwein), nur stört das nicht wirklich. In Dolphs Charakter Nicolai spürt man jederzeit die innere Zerrissenheit, die Wut und den Drang nach Rache. Er wird regelmäßig von seinen Erinnerungen heimgesucht. Wenn es aufs Ganze geht, dann bricht diese Wut explosionsartig aus ihm heraus und das passt ganz einfach zu der kompromisslosen Machart des Streifens.


Fazit:
Dolph Lundgren hat gezeigt, was er drauf hat und das freut die Fans. "The Mechanik" ist astreine, harte, kompromisslose und dreckige Actionunterhaltung. Ruhigere Passagen füllt der Schwede gekonnt mit Charakterzeichnungen und die Shootouts präsentieren sich heftig und kraftvoll. Insgesamt eine sehr gelungene Komposition, die wie aus einem Guss wirkt. Als Zuschauer hatte ich das Gefühl, Lundgren würde schon seit etlichen Jahren Filme drehen, so routiniert wirkte der Streifen. Und auch nach mehreren Sichtungen macht der Film immer noch wieder Spaß. Er hat einfach das gewissen Etwas, dass so vielen anderen Genre-Produktionen abgeht... Fans haben nur ein Problem: An die ungeschnittene Fassung zu kommen! 4,5 Köppe von mir!

 ,5

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Gibt es doch uncut locker bei der OFDb als JK zu ordern.

Gruß
Harry

Doc Savage hat gesagt…

Ha, tatsächlich! Da guck ich so selten rein, muss ich gestehen.

Jut, Jut, jetzt gibt's wenigstens eine Quelle. thx ;-)