Frankensteins Monster im Kampf gegen Ghidorah

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Release: 1964

Alternativtitel:
- Ghidorah, the three-headed Monster
- San Daikaiju: Chikyu Saidai no Kessen


Sternschnuppen prasseln auf Tokio nieder. Gleichzeitig wird ein Polizist beauftrag, den Schutz der Prinzessin von Sergina zu übernehmen, da in dem fiktiven Staat ein Putsch droht. Nur wird die Dame auf dem Weg nach Japan von Außenirdischen entführt und ist erst mal spurlos verschwunden. Ebenfalls zur selben Zeit macht sich ein Wissenschaftlicher auf den Weg in die Berge, um einen abgestürzten Meteoriten zu erforschen. Dieser scheint selbstständig zu wachsen und ist mal mehr, mal weniger stark magnetisch.
Wenig später taucht die Prinzessin wieder auf, in der Rolle einer Prophetin von der Venus. Dort löschte einst ein riesiger Drache die Zivilisation aus. Gleiches droht offenbar der Erde, so die Prophezeiung. Ein paar mal versuchen die Schergen aus Sergina die Prinzessin zu töten, doch die Anschläge können vereitelt werden. Während sich die ersten Prophezeiungen erfüllen - Godzilla und Rodan tauchen auf - eilt den Menschen eine der Mothra-Larven zu Hilfe. Sie will sich der Vernichtung der Menschheit entgegenstellen.
Als alle glauben, es könne nicht mehr schlimmer werden, entsteigt dem abgestürzten Meteoriten der Drei-Köpfige Drache Ghidorah und legt Tokio binnen kürzester Zeit in Schutt und Asche. Mothra kann daraufhin Godzilla und Rhodan zu einem gemeinsamen Kampf gegen das Teufelsmonster überreden und so zieht die Gruppe in den Krieg, die Menschheit zu Retten.

Yeah, eine Godzilla-Premiere!
Nummer 5 der Godzilla-Filme gelangte erst 2011 zu einer deutschen Synchronisation. Damit war dieser Film lange Zeit einer von zwei Godzilla-Streifen, die es in der Vergangenheit nicht zu einer deutschen Veröffentlichung brachten. Der Titel, der dem Streifen auch erst 2011 gegeben wurde, ist natürlich als Hommage zu verstehen, jedoch streng genommen nicht ganz okay. Bekanntlich wurden in Deutschland viele Godzilla-Filme aus der Showa-Reihe gerne mal mit dem Namen "Frankenstein" verfeinert. Das passierte vor allem auf Grund der finanziell erfolgreichen Veröffentlichungen der Toho-Klassiker "Frankenstein - Der Schrecken mit dem Affengesicht" (1965) und "Frankenstein - Zweikampf der Giganten" (1966). Im vorliegenden Film vom 1964 hatte sich die Werbetrommel in Form von immer neuen Frankenstein-Titeln aber noch gar nicht zu drehen begonnen.
Sonst gibt es - was die VÖ angeht - allerdings nichts mehr zu meckern. 8Films, welche für die Silberscheibe verantwortlichen waren, haben nämlich hervorragende Arbeit geleistet. Die Farben sind sehr gut aufgearbeitet und die BluRay besticht durch gutes Bild, wenn man bedenkt, dass das Original zum Zeitpunkt der VÖ bereits 47 Jahre auf den Buckel hatte. Sehr gute Arbeit wurde auch bei Synchronisation geleistet, die sich perfekt in die Reihe der weiteren Godzilla-Streifen einreiht. Hätte ich nicht gewusst, dass dieser Film erst seit ein paar Jahren in deutscher Sprache vorliegt, es wäre mir nicht aufgefallen. Ebenfalls beeindruckend fand ich das Zusatzmaterial auf der Scheibe. Dort gibt's nämlich etliche Hinter-den-Kulissen-Aufnahmen zu sehen, die ich in dieser Form und Länge noch nicht zu Gesicht bekommen habe. Top!
Jedenfalls mutiert Godzilla mit diesem Streifen knappe 10 Jahre nach seinem Debüt zum Retter der Menschheit, zum personifizierten Beschützer, zum väterlichen Wächter... Eine Rolle, die er noch für zehn weitere Filme bis 1975 übernehmen sollte. Damit das überhaupt einen Sinn ergab - ich war schon überrascht, dass man sich überhaupt über diese Sinnhaftigkeit Gedanken gemacht hatte - erfanden die Verantwortlichen (Toho-Stammpersonal) das fieseste aller Kaiju-Monster: GHIDORAH! Dieses drei-köpfige Vieh ist die Ausgeburt der Hölle, der Inbegriff des Bösen und einer der beliebtesten Kaijus (nach Godzilla). Letzteres gilt auch für mich: Wann immer King Ghidorah auftaucht, da ist Zerstörung und Action und Party angesagt.
Von wegen Sinnhaftigkeit: die Story ist wirklich mehr als Gaga... ist natürlich in späteren Godzilla-Kloppern auch der Fall. Hier habe ich diese Tatsache allerdings ziemlich extrem wahrgenommen, wahrscheinlich auf Grund der Erstsichtung. Allerdings ist die Ausstattung im Gegensatz zu den Vorgängerfilmen exzellent und auf einem noch höheren Niveau. Die Monster-Kloppereien machen Spaß, auch wenn die "Unterhaltung" von Godzilla, Rodan und Mothra etwas befremdlich wirkt. Jun Fukuda nahm diese Idee in "Frankensteins Höllenbrut" nochmals auf, wo das Gespräch zwischen Godzilla und Angilas in der japanischen Fassung in Form von Sprechblasen gezeigt wurde. So ein Unsinn bleibt dem Zuschauer hier zum Glück erspart. Auch legen nun mehr die Monster, als die Menschen Slapstick-ähnliches Verhalten an den Tag, was die zunehmende Vermenschlichung der Kaiju's unterstreicht.

Fazit:
Das Genre des Kaiju-Eiga hat mit diesem Film seinen Zenit erreicht und viele, viele Elemente aus nachfolgenden Filmen beruhen auf diesem Werk. Godzilla, der Retter, kämpf mit anderen Monstern zusammen gegen die Gegner der freien Welt. Außerirdische mischen sich ein. Meteore fallen vom Himmel. Godzilla hält ein Plausch mit gleichgesinnten Monstern. Ghidorah kommt und legt alles in Schutt und Asche...
Alle anderen Streifen sollten fortan nur noch ein Aufguss dieses Höhepunktes sein. Keine Frage - manche davon waren deutlich besser und unterhaltsamer, als der vorliegende Film - aber "Frankensteins Monster im Kampf gegen Ghidorah" legte unstreitig den Grundstein für alle weiteren Teile bis 1975.
Ich persönlich empfand den Kampf gegen Ghidorah, mein Lieblings-Bösewicht-Monster, als großen Spaß. Gerade die völlig bekloppte Story und die albernen Monster waren äußerst unterhaltsam und als Kaiju-Fan bin ich auf meine Kosten gekommen. Wenn es doch immer so einfach wäre... 4 Köppe

Die Rückkehr des King Kong

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Release: 1962

Anders als der Titel vielleicht vermuten lässt, beginnt "Die Rückkehr des King Kong" mit der Rückkehr Godzillas. Der war ja bekanntlich sieben Jahr zuvor auf Eis gelegt worden und wird nun von einem U-Boot gefunden. Kaum erwacht, macht sich das Monster auf den Weg an die japanischen Küste. Gleichzeitig hat ein Wissenschaftler auf einer entlegenen Insel spezielle Beeren entdeckt, aus denen sich ein hocheffektives Schlafmittel herstellen lässt. Auf der Insel soll es außerdem einen Riesenaffen geben. Grund: Natürlich Atomtests. Angefixt von der Idee eines eigenen Riesenaffen's schickt der Chef eines Pharmakonzern zwei seiner Mitarbeiter los, Beeren und Monster sicherzustellen.
Und das tatsächlich - das Vieh exisitert. Und ist außerdem extrem scharf auf den Beerensaft. Zu den rythmischen Trommelklängeln der Eingeborenen fällt King Kong in Tiefschlaf und wird von den japanischen Forschern promt per Floß verschifft. Natürlich wird Kong während der langen Überfahrt wach und beschließt, den restlichen Weg bis ans Festland alleine zurück zu legen.
Währenddessen tut Godzilla das, was in seinen letzten zwei Auftritten bereits erfolgreich gemacht hat: Er legt Häuserzeile um Häuserzeile in Schutt und Asche. Als die Monster das erste mal aufeinander treffen, endet das Gerangel noch mit einem Unentschieden, doch die zweite Runde wird folgen. Nachdem noch einmal der Urplot des Riesenaffen aufgegriffen wurde - er schnappt sich eine Frau und klettert ein Gebäude hoch (was gerade mal so groß ist, wie er selbst) - wird King Kong mit Beerensaft eingeschläfert und direkt zu Godzilla geflogen (an Ballons hängend). Die Menschen hoffen, dass sich die beiden Monster gegenseitig vernichten. Tatsächlich endet der Fight damit, dass Godzilla in den Fluten verschwindet und Kong nach Hause schwimmt.
Es war ruhig geworden um Godzilla - nicht zu letzt, weil der Vorgänger "Godzilla kehrt zurück" beim Publikum durchgefallen war. Die Toho-Studios drehten noch ein paar Kaiju-Streifen, aber der große Erfolg wollte sich einfach nicht mehr einstellen. Da kam den Verantwortlichen der amerikanische Produzent John Beck gerade recht. Der suchte nämlich für den Meister des Stop-Motion und Special-Effect Techniker Willis O'Brien ein Studio, welches O'Brien's Idee "King Kong vs. Frankenstein" produzierte. Die Toho-Studios, die zu dieser Zeit eine Finanzspritze gut gebrauchen konnten, griffen natürlich sofort zu und ersetzen Frankenstein (oder Prometheus in Beck's überarbeiteten Version) durch Godzilla. King Kong und Godzilla... das müsste doch  Kohle bringen.

Für das Projekt brachte man alte Bekannte an den Start: Ishiro Honda als Regisseur war genauso dabei, wie Tricktechniker Eiji Tsurubaya. Mögliche Probleme wischten sie gemeinsam mit Standart-Kaiju-Produzuent Tomoyuki Tanaka aus dem Weg. King Kong wurde einfach größer gemacht, um für Godzilla einen würdigen Gegner darzustellen, und aus Kostengründen wurde auf Stop-Motion-Technik verzichtet (wobei in diesem Film durchaus mit dieser Technik experimentiert wurde, siehe Angriff des Riesenoktopus). Wahrscheinlich wurde aus Kostengründen auch auf eine vernünftige Story verzichtet... Oder aber Honda hatte längst erkannt, dass niemand mehr die Gummimonster ernst nahm. So baute er diverse Slapstick-Einlagen in den Film ein. Nicht nur die Darsteller (der Chef des Pharmakonzerns war ein bekannter jap. Komiker) durften rumblödeln bis zum umfallen, auch die Monster ließen sich zur ein oder anderen albernen Szenen hinreißen.

Wobei sich dies auf den Film nicht negativ auswirkt. King Kong vs Godzilla ist ein großer Spaß. All zu große Längen gibt es - abgesehen von den etwas nervenden Szenen auf der Insel (Sing Sang, braun angemalte Japaner, noch mehr Sing Sang, braun angemalte Japaner beim gemeinsamen Schunkeln) - fast keine. Die Zerstörungsorgien von King Kong und Godzilla bestechen wie so oft durch eine wunderbare Detailverliebtheit und der 10 Minütige Endfight gehört zu den Besten in der Showa-Reihe (Godzillafilme bis 1975).

So schön diese Kaiju-Klopper auch ist, so schlimm war das Schicksal des Films in Bezug auf die Veröffentlichung. Produzent Beck nahm Hondas japanische Fassung und kürzte aus dem Gesamtwerk etliche Handlungsszenen heraus, die sich zu sehr mit der japansichen Kultur beschäftigten, weil er dies den Sehgewohnheiten des amerikanischen Publikums nicht zumuten wollte. Dazu fügte er eigene Szene in den Film ein, in denen z.B ein Nachrichtensprecher belangloses Zeugs von sich gibt und die Handlung völlig unnötigerweise zu erklären versucht. Viele andere Szenen, auch die Monsterauftritte, wurden umgeschnitten, entfernt oder durch Eigenproduktionen erweitert. Sogar der geniale Soundtrack von Akira Ifukube wurde vollständig ersetzt. Beck zerschnibbelte Hondas Werk derartig, wie es später nie wieder mit einem Godzilla-Streifen passieren sollte. Leider beruht die Deutsche Fassung auf der US-Fassung, wobei hierzulande offenbar die Sinnlosigkeit vieler ergänzter Szenen erkannt wurde und daraus nochmals 8 Minuten gekürzt wurden. Somit ist die deutsche Fassung zwar erträglich(er), wirklich gut ist aber nur die japanische Fassung. Womit wir beim nächsten Problem wären: Die Veröffentlichungen auf Silberscheibe. Im Grunde kommt für Fans nur die VÖ von Anolis (Kaiju-Classics) in Frage, die allerdings unverschämt teuer ist. In der VÖ von Dynasty gibts zumindest die deutsche Fassung mit Originalmusik und sehr informativen Booklet.


Fazit:
"Die Rückkehr des King Kong" ist ein großer Spaß für Groß und Klein. Kaiju-Fans kommen wir hier voll auf Ihre Kosten. Ja, vielleicht sieht der Gummi King Kong ziemlich dämlich aus und ja, die Handlung und etliche damit verbundene Szenen sind total gaga (King Kong an Ballons). Das weiß Ishiro Honda jedoch durch züge Inszenierung zu kompensieren. Ein bißchen Geblödel hier tun das übrige für den nötigen Unterhaltungswert. Das die Kaiju-Eiga Streifen nur noch dafür gedacht sein würden, war eh längst beschlossene Sache. 4 Köppe für die Schlacht der Gummi-Giganten.



Godzilla und die Urweltraupen

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Release: 1964

Bei einem verheerenden Unwetter wird ein riesiges Ei an der japanischen Küste angespült. Wohl wissend, dass sich damit ein kleines Vermögen machen lässt, kauft ein raffgieriger Geschäftsmann das sog. Urwelt-Ei von den einheimischen Fischern ab, um gemeinsam mit seinem noch raffgierigerem Partner ordentlich Asche zu machen. Gleichzeitig macht sich auch ein Wissenschaftler zusammen mit einem Reporter und seiner Fotografin an die Erforschung des Ei's. Es stellt sich schnell heraus, dass es von der abgelegenen Insel "Infant Island" stammt, die einst für Atomwaffentests herhalten musste und nun von Mothra beschützt wird. Zu eben dieser Riesenmotte gehört auch das Ei und wird vehement von den Mini-Mädchen-Zwillingen zurückgefordert - ihres Zeichen Sprachrohre, Manager und Freunde von Mothra. Natürlich weigern sich die Raffgeier, das Ei herauszugeben. Noch bevor weitere Verhandlungen stattfinden können, taucht am selben Strandabschnitt Godzilla auf. In gewohnter Manier randaliert her herum, ohne dass das Militär ihm ernsthaft etwas entgegen zu setzen hätte. Als letzte Möglichkeit bleibt nur noch Mothra. Dank herzerwärmender Worte lässt die Motte sich zum Kampf gegen Godzilla überreden. Mit letzter Kraft treibt sie Godzilla ins Meer und stirbt neben ihrem Ei, aus dem prompt zwei Larven schlüpfen. Die machen sich sofort auf den Weg, um der schuppigen Riesenechse den Rest zu geben. Gemeinsam stellen Sie Godzilla auf einer nahen Insel, weben ihn in eine Art Kokon ein und lassen ihn ins Meer plumpsen. Happy End!
Zum dritten mal konnte hier Ishiro Honda für den Regieposten eines Godzilla-Streifens gewonnen werden.  Zuvor hatte er für Toho unter anderem die Kaiju-Klopper "Die fliegenden Monster von Osaka" (1956), "Varan - Monster der Urzeit" (1958) und "Mothra bedroth die Welt" (1961) herunter gekurbelt (abseits der Godzilla-Reihe). Damit war Honda für die Toho-Studios längst zum Stammregisseur für Monsterfilme aufgestiegen. Mit an Bord auch wieder der Miniatur- und Effekte-Verantwortliche Eiji Tsuburaya . Die Musik kam ebenfalls wie gehabt von Akira Ifukube. Aus dieser Richtung also alles Standardmäßig. Die Miniumgebung ist schön detailreich, vor allem die Sturmflut zu Beginn kann sich sehen lassen. Abstriche gibt's allerdings für die Monsterkämpfe. Hier wurde teilweise (wie schon bei "Godzilla kehrt zurück") die Geschwindigkeit erhöht, was arg unnatürlich wirkt. Dazu kommen teilweise sehr heftige, fast schon stroboskopartige Schnitte, was beim Zuschauer höchstens Augenzucken verursacht, als aufbrausende Spannung.
Godzilla selbst tritt hier noch als typisch instinktgetriebene Monster auf - als Plage Japans, so wie er einst von Honda konzipiert war. Jedoch hat er mit einigen Startschwierigkeit zu kämpfen. Zwar sorgt er für Zerstörung aller Art, allerdings eher ungewollt. Den Fernsehturm holzt er um, weil sein Schwanz im Gestänge hängen bleibt. Einen Tempel reißt er ein, weil er etwas ungeschickt einen Graben hinunter rutscht und das Gleichgewicht verliert. Er wirkt fast schlaftrunken, wie er da so durch die Pampas taumelt. Erst als er von der Armee attackiert wird, treibt ihn das zur Weißglut und er macht Rabatz.
Über Mothra als Gegner kann man sich freilich streiten. Für die einen gehört Sie zu den Lieblingen des Kaiju-Universums, für die Anderen ist sie nur eine zottelige Riesenmotte. Ich persönlich gehöre eher zur letzteren Fan-Kategorie, denn mit ein bisschen Flügelgeflatter und Mottenstaub kann das Vieh meiner Meinung nach einem Godzilla nicht wirklich gefährlich werden. Nicht zu letzt wegen der Tricktechnik (ist ja nur ne große Puppe), sehen Mothras frühe Auftritte immer etwas unbeholfen aus. Zumindest war Mothra aber so populär , dass Sie diverse eigene Filme spendiert bekam.
Gleiches gilt übrigens für die "Urweltraupen", die aus dem Ei schlüpfen (uns sich anhören wie Mini-Dampflocks). Knuffig-ekelig, aber ernstzunehmende Gegner? Ach komm, hör auf... die seifen Godzi letztlich nur mit Sprühseide ein und weil der Arme deswegen stolpert und ins Meer fällt, wird das gleich als Sieg verbucht.
Aber das ist nicht das einzige, was den Streifen nur leidlich unterhaltsam macht. "Godzilla und die Urweltraupen" gehört zu den zahlreichen Godzi-Schinken, mit Sing-Sang-Einlage. Hier wird das Mothra-Lied von den Mini-Zwillingen zum Besten gegeben und der sorgt entweder für Ohrenschmerzen oder für fürchterliche Ohrwürmer. Dazu dürfen braun angemalte Japaner als Eingeborene um Pappmaschee-Statuen tanzen und dazwischen stolpern die Darsteller durch eine etwas zu ausgewalzte Handlung, die nicht so recht begeistern will. Im Zusammenhang mit der Handlung ist vielleicht erwähnenswert, dass Honda extra für den westlichen Markt zusätzliche Szenen drehte, in denen das amerikanische Militär einen Angriff auf Godzilla startet. Da die Jungs einen ziemlich jämmerlichen Eindruck machen, stießen diese zusätzlichen Szenen in den USA auf wenig Gegenliebe. Zumindest beugte Honda so dem Phänomen vor, dass die Ami ständig seine Filme umschnitten oder selbstgedrehte Szenen hinzufügten.
Fazit:
Der vierte Godzilla-Streifen, zum dritten mal unter der Regie von Ishiro Honda, ist trotz einiger Schwächen und Langatmigkeiten in der Handlung und den merkwürdig unnatürlich beschleunigten Monsterkämpfen immer noch ein solider Spaß. Deutlich wird bereits die Entscheidung der Toho-Studios, von nun an um die Gunst eines jüngeren Publikums zu buhlen - schön erkennbar in den Mini-Zwillingen, Mothra selbst oder dem Umstand, dass zwei neugeborene Larven den großen, erwachsenen Godzilla besiegen. Hondas versteckten Anspielungen auf Atombombentests, Hiroshima etc. sind höchstens noch Randerscheinungen. Stattdessen bekennt er sich gerne zur Selbstironie und baute zahlreiche humoristische Szenen ein.
Godzilla selbst ist hier übrigens das letzte Mal (jedenfalls bis 1975) in der Rolle des Bösewichtes zu sehen. Seine spitze Schnauze ist bereits runderen Zügen gewichen und die Augenschlitze wurden durch Kulleraugen ersetzt, was ihn wesentlich freundlicher erscheinen lässt. Im nächsten Film wird der Rollenwechsel zum Retter der Menschheit endgültig vollzogen sein. Wohin die Reise gehen wird, ist sowieso schon seit dem Vorgängerfilm "Die Rückkehr des King Kong" klar wie schuppige Kloßbrühe: Hin zum puren Unterhaltungskino.

Godzilla kehrt zurück


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Release: 1955

Alternativtitel: Gigantis - The Firemonster

Zwei Wasserflugzeugpiloten beobachten, wie sich auf einer einsamen Insel Godzilla mit einem anderen Monster prügelt. Beide Monster fallen ins Meer und verschwinden. Zurück in der Heimat unterrichten Sie die Behörden und es stellt sich heraus, dass es sich bei dem anderen Monster um Angilas handelte. Offenbar sind beide Monster durch weitere Atombombentests aus Ihrem Tiefschlaf geweckt worden und so ist die Bedrohung für Japan wieder groß. In einer eiligst einberufenen Sitzung guckt man sich die Zerstörungsorgie des ersten Godzillas an und kommt zu dem Schluss, dass es eigentlich keine Verteidigungsmaßnahmen gibt... Außer lustigen Leuchkugeln, die Godzilla weglocken sollen. Das klappt tatsächlich, lockt allerdings Angilas an. Es folgt ein langer Kampf, in dem Angilas unterliegt und von Godzilla gegrillt wird. Die Gummiechse zieht sich daraufhin auf eine eisige Insel zurück. Und weil ja eigentlich keine menschlichen Waffen helfen, greift ihn dort die Airforce an... Ausgerechnet einer der Wasserflugzeugpiloten (der KEINE Waffen an Bord seines Flugzeugs hat), fliegt einen Angriff auf Godzilla, verfehlt ihn und klatscht in den Berg. Die runterrauschende Lawine hält das Monster auf und so wirft die Airforce sämtliche Bomben über den Berggipfeln ab und begräbt Big-G unter Tonnen von Schnee und Eis.
 
Die Kassen der Toho-Studios klingelten und klingelten. Der damals teuerste Film Japans wurde gleichzeitig auch der erfolgreichste. Das hieß für die Verantwortlichen vor allem eines: Eine Fortsetzung musste her und zwar schnell. Lieber hätte sich das Studio noch etwas Zeit nehmen sollen, denn das zweite Spektakel mit Big-G wurde mit der heißen Nadel gestrickt. Eigentlich war Godzilla ja tot... das wird im Film jedoch  kurzerhand ignoriert. Neue Atombomben, neues Monster und das nennt man dann halt auch Godzilla. Honda hatte keine Zeit oder keine Lust, also übernahm ein gewisser Motoyoshi Oda den Regieposten. Eiligst kurbelte er den Monsterstreifen herunter, ohne auch nur Ansatzweise die Qualität von Honda zu erreichen.
Die Handlung in Godzilla-Streifen war ja noch nie wirklich erwähnenswert, aber hier gehts wirklich krude zu. Wissenschaftler debatieren wissenschaftliches Zeugs, das sie offenbar selbst nicht verstehen. Angilus wird mit einem  Kinderbuch über Dinosaurier identifiziert, Piloten ohne Waffen an Bord fliegen todesmutige Angriffe auf Hochhausgroße Monster und am Ende wird Godzilla, der Wolkenkratzer mit der kleinen Kralle umhaut, von der Airforce und Eis - das aussieht wie Kandiszucker - besiegt. Als Zuschauer kann man schwer folgen. Vor allem, weil die Handlung meistens unglaublich zäh und langatmig inszeniert wurde...
Wirklich schlimm wiegt allerdings die Tatsache, dass auch die Monsterkämpfe nicht überzeugen können. Zwar wurden die Miniaturen wieder mit großer Liebe zum Detail erstellt, aber offenbar hatte Regisseur Oda keine Ahnung, wie er mit dem Effekt der Suitmotion umzugehen hatte. Viel zu schnell bewegen sich die Monster. Teilweise ensteht sogar der Eindruck einer gewollten Beschleunigung. Das führt unweigerlich dazu, dass diese Szenen ziemlich albern aussehen... alberner als sowieso schon ;-) Jedenfalls kann man als Zuschauer den Geschehnissen kaum folgen... Zumal Godzilla und Angilas bei Nacht kämpfen und somit noch weniger erkennbar ist... wirklich schlimm...

Kritische Momente, wie sie Honda in seinen Ur-Godzilla-Film eingeflochten hatte, sucht man hier vergebens. Als Zuschauer runzelt man wohl eher die Stirn und fragt sich, was sich Toho bei diesem Schnellschuss gedacht hat. "Godzilla kehrt zurück" war dann auch nicht der erhoffte Kassenschlager - weder in Japan, noch in Ami-Land. Dort wollte man übrigens kein Geld für die Namensrechte ausgeben und benannte Godzilla  kurzerhand in "Gigantis" um.
So hat die Fortsetzung des Gummimonsters letztlich nur zwei positive Eigenschaften zu vermerken: 1. Mit dem auf Eis liegenden Godzilla waren die Türen für eine weitere Monsterschlacht offen. 2. Angilas inspirierte Jahre später die Spieledesigner von Nintendo und so entstand Marios Erzfeind Bowser... true Story!