Frankensteins Monster im Kampf gegen Ghidorah

http://www.ofdb.de/film/3478,Frankensteins-Monster-im-Kampf-gegen-Ghidorah
(für mehr monströse Infos klicke aufs Cover)

Release: 1964

Alternativtitel:
- Ghidorah, the three-headed Monster
- San Daikaiju: Chikyu Saidai no Kessen


Sternschnuppen prasseln auf Tokio nieder. Gleichzeitig wird ein Polizist beauftrag, den Schutz der Prinzessin von Sergina zu übernehmen, da in dem fiktiven Staat ein Putsch droht. Nur wird die Dame auf dem Weg nach Japan von Außenirdischen entführt und ist erst mal spurlos verschwunden. Ebenfalls zur selben Zeit macht sich ein Wissenschaftlicher auf den Weg in die Berge, um einen abgestürzten Meteoriten zu erforschen. Dieser scheint selbstständig zu wachsen und ist mal mehr, mal weniger stark magnetisch.
Wenig später taucht die Prinzessin wieder auf, in der Rolle einer Prophetin von der Venus. Dort löschte einst ein riesiger Drache die Zivilisation aus. Gleiches droht offenbar der Erde, so die Prophezeiung. Ein paar mal versuchen die Schergen aus Sergina die Prinzessin zu töten, doch die Anschläge können vereitelt werden. Während sich die ersten Prophezeiungen erfüllen - Godzilla und Rodan tauchen auf - eilt den Menschen eine der Mothra-Larven zu Hilfe. Sie will sich der Vernichtung der Menschheit entgegenstellen.
Als alle glauben, es könne nicht mehr schlimmer werden, entsteigt dem abgestürzten Meteoriten der Drei-Köpfige Drache Ghidorah und legt Tokio binnen kürzester Zeit in Schutt und Asche. Mothra kann daraufhin Godzilla und Rhodan zu einem gemeinsamen Kampf gegen das Teufelsmonster überreden und so zieht die Gruppe in den Krieg, die Menschheit zu Retten.

Yeah, eine Godzilla-Premiere!
Nummer 5 der Godzilla-Filme gelangte erst 2011 zu einer deutschen Synchronisation. Damit war dieser Film lange Zeit einer von zwei Godzilla-Streifen, die es in der Vergangenheit nicht zu einer deutschen Veröffentlichung brachten. Der Titel, der dem Streifen auch erst 2011 gegeben wurde, ist natürlich als Hommage zu verstehen, jedoch streng genommen nicht ganz okay. Bekanntlich wurden in Deutschland viele Godzilla-Filme aus der Showa-Reihe gerne mal mit dem Namen "Frankenstein" verfeinert. Das passierte vor allem auf Grund der finanziell erfolgreichen Veröffentlichungen der Toho-Klassiker "Frankenstein - Der Schrecken mit dem Affengesicht" (1965) und "Frankenstein - Zweikampf der Giganten" (1966). Im vorliegenden Film vom 1964 hatte sich die Werbetrommel in Form von immer neuen Frankenstein-Titeln aber noch gar nicht zu drehen begonnen.
Sonst gibt es - was die VÖ angeht - allerdings nichts mehr zu meckern. 8Films, welche für die Silberscheibe verantwortlichen waren, haben nämlich hervorragende Arbeit geleistet. Die Farben sind sehr gut aufgearbeitet und die BluRay besticht durch gutes Bild, wenn man bedenkt, dass das Original zum Zeitpunkt der VÖ bereits 47 Jahre auf den Buckel hatte. Sehr gute Arbeit wurde auch bei Synchronisation geleistet, die sich perfekt in die Reihe der weiteren Godzilla-Streifen einreiht. Hätte ich nicht gewusst, dass dieser Film erst seit ein paar Jahren in deutscher Sprache vorliegt, es wäre mir nicht aufgefallen. Ebenfalls beeindruckend fand ich das Zusatzmaterial auf der Scheibe. Dort gibt's nämlich etliche Hinter-den-Kulissen-Aufnahmen zu sehen, die ich in dieser Form und Länge noch nicht zu Gesicht bekommen habe. Top!
Jedenfalls mutiert Godzilla mit diesem Streifen knappe 10 Jahre nach seinem Debüt zum Retter der Menschheit, zum personifizierten Beschützer, zum väterlichen Wächter... Eine Rolle, die er noch für zehn weitere Filme bis 1975 übernehmen sollte. Damit das überhaupt einen Sinn ergab - ich war schon überrascht, dass man sich überhaupt über diese Sinnhaftigkeit Gedanken gemacht hatte - erfanden die Verantwortlichen (Toho-Stammpersonal) das fieseste aller Kaiju-Monster: GHIDORAH! Dieses drei-köpfige Vieh ist die Ausgeburt der Hölle, der Inbegriff des Bösen und einer der beliebtesten Kaijus (nach Godzilla). Letzteres gilt auch für mich: Wann immer King Ghidorah auftaucht, da ist Zerstörung und Action und Party angesagt.
Von wegen Sinnhaftigkeit: die Story ist wirklich mehr als Gaga... ist natürlich in späteren Godzilla-Kloppern auch der Fall. Hier habe ich diese Tatsache allerdings ziemlich extrem wahrgenommen, wahrscheinlich auf Grund der Erstsichtung. Allerdings ist die Ausstattung im Gegensatz zu den Vorgängerfilmen exzellent und auf einem noch höheren Niveau. Die Monster-Kloppereien machen Spaß, auch wenn die "Unterhaltung" von Godzilla, Rodan und Mothra etwas befremdlich wirkt. Jun Fukuda nahm diese Idee in "Frankensteins Höllenbrut" nochmals auf, wo das Gespräch zwischen Godzilla und Angilas in der japanischen Fassung in Form von Sprechblasen gezeigt wurde. So ein Unsinn bleibt dem Zuschauer hier zum Glück erspart. Auch legen nun mehr die Monster, als die Menschen Slapstick-ähnliches Verhalten an den Tag, was die zunehmende Vermenschlichung der Kaiju's unterstreicht.

Fazit:
Das Genre des Kaiju-Eiga hat mit diesem Film seinen Zenit erreicht und viele, viele Elemente aus nachfolgenden Filmen beruhen auf diesem Werk. Godzilla, der Retter, kämpf mit anderen Monstern zusammen gegen die Gegner der freien Welt. Außerirdische mischen sich ein. Meteore fallen vom Himmel. Godzilla hält ein Plausch mit gleichgesinnten Monstern. Ghidorah kommt und legt alles in Schutt und Asche...
Alle anderen Streifen sollten fortan nur noch ein Aufguss dieses Höhepunktes sein. Keine Frage - manche davon waren deutlich besser und unterhaltsamer, als der vorliegende Film - aber "Frankensteins Monster im Kampf gegen Ghidorah" legte unstreitig den Grundstein für alle weiteren Teile bis 1975.
Ich persönlich empfand den Kampf gegen Ghidorah, mein Lieblings-Bösewicht-Monster, als großen Spaß. Gerade die völlig bekloppte Story und die albernen Monster waren äußerst unterhaltsam und als Kaiju-Fan bin ich auf meine Kosten gekommen. Wenn es doch immer so einfach wäre... 4 Köppe

Keine Kommentare: