Der letzte amerikanische Soldat


http://www.ofdb.de/film/3571,The-Last-American-Soldier
(für mehr knallige Infos klicke aufs Cover)
Release: 1987

Italien + Philippinen + Action = Vietnam-Trasher – Schrägstrich – fieses Rambo II Ripoff

Roger Craig (Craig Alan) – nur „Der Commander“ genannt – plagt sich nach Ende des Vietnamkrieges mit leichten posttraumatischen Störungen. Und wie lassen sich traumatische Erlebnisse am besten verarbeiten? Genau! DURCH NOCH MEHR KRIEG!!! Mit einer kleinen Einheit ist der Commander also weiter im Dschungel unterwegs, greift die Versorgungstransporte der Vietcong und Russen an und befreit Kriegsgefangene am laufenden Band. Ist er gerade mal nicht auf einer Vernichtungs- oder Rettungsmission, haust er mit den Befreiten in einem kleinen Strohhütten-Dörfchen und plant zusammen mit seiner schwangeren Frau die Rückreise in die US of A.
Den bösen Schlitzaugen und bösen Russen ist der Commander natürlich ein Dorn im Auge. Nach einigen Folterungen erfahren sie, wo sich die Basis des Commanders befindet und führen einen Gegenschlag durch. Das eine solche Aktion den Zorn des Commanders heraufbeschwört, ist wohl klar. Die Rache-Party kann also steigen!

Es lacht im Dschungel… eh, es kracht! Damit ist eigentlich alles gesagt. Naja, fast alles.

Verbrochen hat dieses dummdreiste Rambo-II-Ripoff ein gewisser Ignazio Dolce, der direkt im Anschluss die Philippinen-Klopper „Bye Bye Vietnam“ und „Leathernecks“ verschuldete, um anschließend wieder in der Versenkung zu verschwinden. Ähnliches lässt sich auch über den Hauptdarsteller Craig Alan sagen. Seine Filmvita ist sogar fast noch kürzer. Dazu verfügt Craig mit stoppeligem Doppelkinn und schwitziger Kletschmatte über die Ausstrahlung eines versifften Spülschwamms und über das schauspielerische Talent eines Steins. Mit stumpfem, immer gleichem Gesichtsausdruck glotz er in die Gegend und brabbelt unpassende Dialoge von Papptafeln ab. Damit reiht er sich allerdings prima in die Riege der übrigen Pappkameraden ein, die hier durch den Dschungel stampfen.
Handlung sucht man natürlich vergebens. Fast könnte man schon von einem trashigen Italo-Remake von Rambo II sprechen, so dreist wird hier geklaut. Die Meuchelungen in der Anfangssequenz sind eins zu eins übernommen und auch sonst erinnern viele Szenen an das große, niemals auch nur ansatzweise erreichte Vorbild. Sogar eine abschließende Verfolgungsjagd per Helikopter gibt es, die zugegeben sehr spektakulär endet.
Unterhaltsam ist der Streifen aber dennoch. Da wäre zum einen die bereits erwähnte totale Talentwüste aller Beteiligten. Vor allem Craig Alan als Hauptdarsteller ist wie schon angedeutet ne ziemlich Wurst und überzeugt höchsten mit seinem Talent für unfreiwillige Komik. Schön bescheuert sind auch die teils arg deplatziert wirkenden Dialogen, welche zwar bierernst gemeint sind, aber völlig lächerlich rüberkommen. Dieser Umstand sorgt immer wieder für zahlreiche Schmunzler während der 90minütigen Sichtung. Oscarverdächtig auch die Sterbeszenen und Craigs Reaktionen darauf… so doof, das kann man kaum beschreiben. Dramatik also für'n Arsch! Unfreiwillige Komik regiert hier die Dschungel-Party.
Zum anderen hatte Dolce offenbar ein vernünftiges Budget zur Verfügung. Bei Antonio Margheriti in die Lehre gegangen, konnte er damit auch gut was anfangen. Konvois, Strohhütten, Helikopter, Boote oder Jeeps verwandeln sich im Minutentakt in riesige Feuerbälle. Davor drehen böse Soldaten  formschöne Pirouetten oder lassen sich blutig niedermähen. Die Magazine der MGs haben Unendlich-Magazine und treffen auch locker aus der Hüfte geschossen immer ihr Ziel. Am Ende hat der Commander sogar eine Dreifach-Uzi mit Raketenwerfer. Da lacht das Herz des Genre-Fans.
Fazit:
Wenn in den 80igern  italienische Regisseure mit irgendwelchen Noname-Darstellern auf die Philippinen geflogen sind, dann normalerweise um ordentlich die Sau raus zu lassen und größere Landstriche einzuäschern. So auch im vorliegenden Fall. Einheimische werden kurzerhand zu Vietcongs umdekoriert und jedes vorhandene Fahrzeug und jede einzelne Strohhütte mit Benzinbomben ausgestattet. Die Story ist dreist an Rambo 2 angelehnt, ohne an diese schwergewichtige Vorlage heranzukommen. Die bierernst gemeinte Inszenierung ist vor allem eines: unfreiwillig komisch. Daran trägt Hauptdarsteller Craig Alan eine große Mitverantwortung. Fans von trashiger Dschungel-Action werden also definitiv ihren Spaß an dem Schmonz haben – entweder an den zahlreichen, riesigen Feuerbällen oder an der restlichen dümmlichen Inszenierung. Ich hab mich jedenfalls amüsiert! 3 Köppe

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Du kannst dir sicher vorstellen, wer die drei genannten Filme des Herrn Dolce im Regal hat.

Gruß
Harry

Doc Savage hat gesagt…

Die anderen beiden dann aber nur auf VHS, richtig?!

Anonym hat gesagt…

Yep.

Gruß
Harry