Trash für die Wissenschaft

 
Unglaublich aber wahr - es wird eine Studie vom Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik zum Thema "Trash-Film" durchgeführt.


Nachfolgend ein Auszug zur Info:
"[...]für ein Forschungsprojekt am Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik, das sich mit der Ästhetik des Trashfilms auseinandersetzt, [wurde] ein Online-Fragebogen entwickelt, der dazu dient, einerseits die mit dem Label „Trash“ verbundenen Bewertungen zu ermitteln, andererseits die medialen Gewohnheiten insbesondere von Trashfilm-Fans festzuhalten.

Der Erfolg der Studie basiert natürlich wesentlich darauf, dass genügend Teilnehmer bei der Umfrage mitmachen - insbesondere solche, die eine ausgeprägte Affinität zu Trash–Filmen haben. [Jeder ist daher] herzlich einladen, an der Umfrage teilzunehmen [...].


Das ganze Projekt ist rein wissenschaftlich und verfolgt keinerlei kommerzielle Interessen. Die Teilnahme und Auswertung erfolgen selbstverständlich vollständig anonym. Es dauert ungefähr 15 Minuten, alle Fragen zu beantworten. Als Dank für die Teilnahme besteht die Möglichkeit, an einer Gutscheinverlosung teilzunehmen.


Also Leute!
Jeder sog. Trash-Fan sollte bei dieser Umfrage ruhig mal mit machen.
Die Ergebnisse dürften mehr als interessant werden.
 

Phantom Raiders

http://www.ofdb.de/film/18658,Phantom-Raiders---Tod-dem-schwarzen-Skorpion
(für mehr knallige Infos klicke aufs Cover)

Release: 1988


Versuchen wir heute mal was anderes. Weil ich keine Luste habe, mir einen halbwegs qualifizierten Text aus den Fingern zu jodeln, werde ich nachfolgend meine Notizen zu dem Streifen in die Tastatur hämmern (etwas aufbereitet). Viel Spaß!

Heute gibts "Phantom Raiders" auf DVD vom Qualitäts-Label "Starlight Film" (Stichwort: Oliver Krekel!). Bekannte Darsteller? Falls jemand Miles O'Keeffe und Mike Monty als 'bekannt' bezeichnet, dann ja.

Noch bevor der erste Name im Bild zusehen ist, werden schon ca. 2000 Schuss Munition verballert. Als Freund dieser Filmchen fühle ich mich sofort zu Hause. Nach diesem Anfangsscharmützel wird der angreifende amerikanische Aufklärungstrupp jedoch gefangen genommen  und ins Lager von Colonel Marschall (what a name) bebracht. Der Colonel ist nicht amüsiert und eins kann der Mann aka Mike Monty (bekannt aus unendlich vielen Nebenrollen in Dschungel-Trashern): Grimmig gucken! Ein bißchen öffentliche Folter schadet nie und stärkt die Truppenmoral, denkt er sich und dezimiert die Überlebenden in spielerischer Art und Weise auf Null.
Mike Monty in der Ober-Strohhütte
Wo sind wir eigentlich? Ach ja, auf den Philippi... äh... in Vietnam... natürlich! Vom Ausbildungslager im philippin... pardon... vietnamesischen Dschungel knippst derweilen ein Fotograf ein paar hübsche Fotos. Gibt ja auch viel zu sehen in dem Camp: Kampftrainingsplätze, Hochsitze aus Stroh, Strohhütten, Strohhüte und Seilbahnen... aus Stroh! Natürlich wird der Fotomann entdeckt und nach einer kurzen Hatz durchs Grün erlegt, gefangen genommen und noch mal erlegt. Glücklicherweise kann seine Begleiterin fliehen und übergibt den Film den Behörden. Welchen ist egal... Behörden halt... mit hohen Tieren, die in Büros mit lustiger Tapete rumhängen und wichtige Aufträge verteilen.
Wunderschöne Innenausstattung: Büro der geheimen US-Behörde
Auftritt Miles O'Keeffe (bekannt aus den Barbarenkloppern Ator I + II und anderem Schmonz), hier genannt Python. Es stellt sich heraus, dass Colonel Maschall zu den Kommunisten übergelaufen ist und nun ausgeschaltet werden soll. Python soll ein paar alte Veteranen reaktivieren und der Sohn den Colonels ist auch mit von der Partie. Python guckt ein paar mal mächtig bedeutungsvoll in das Dossier, nickt und geht wieder.

Seine alten Kollegen haben allerdings nichts besseres zu tun, als mit zwielichtigen Mexikanern noch zwielichtigere Drogengeschäfte zu machen. Geht auch prompt schief und Python muss die Jungs raushauen. Dabei trägt er eine ziemlich dämlich aussehende Strumpfmaske. Für richtige Ninja-Kleidung war wohl kein Geld da... ist alles fürs Geballer und die ganzen Feuerbälle und die Strohhütten draufgegangen. Das wird wahrscheinlich auch der Grund gewesen sein, weshalb man kein Geld mehr für passende Darsteller hatte. Die drei Typen sehen so dermaßen fertig aus...  dickbäuchig, abgewrackt, versoffen, schnauzbärtig... also genau die richtigen für ein Himmelsfahrtskommando.

Die drei von der Tankstelle
Geld auf den Tisch und schon sind die Alki-Opas dabei. Doch vor der Mission muss trainiert werden. Am besten Ninja-Style und zu fetziger Synthi-Mukke. Fuji (so heißen bei mir alle Syntheziser-Komponisten) lässt die Keyboardtasten glühen, als die Drei durch den Dschungel hüpfen. Dickbäuchige Ninjas... was ein Anblick. Außer Durch-den-Wald-Renning gibt's noch Ninjasternweitwurf-, Froschhüpf- und Seilschwingwettbewerbe. Dazu gerne oberschlaue Ninja-Sprüche ala "Unterschätz nie die Stärke des Gegners."  Und das wichtigste selbstverständlich: RAUCHBOMBEN!

Danach gehts auch schon ab nach Vietnam. Von den 80 Minuten Laufzeit sind wir jetzt ungefähr bei der Hälfte. Sämtliche Dialoge der erste Hälfte lassen sich übrigens bequem auf einem Bierdeckel unterbringen, aber das nur nebenbei. Ein paar weitere Minuten werden diverse Feindeinheiten im Dschungel lautlos ausgeschaltet . Das Erlernte wird zur Schau gestellt. Eine Sprengfalle hier, ein Hinterhalt da, ein paar Ninjasterne dort. Fröhlich schnetzelt sich der Trupp durch die Reihen der Gegner, die nichts, aber auch wirklich nichts mitkriegen... bis es zu spät ist. Wie an einer Perlenschnurr aufgereiht laufen sie ins offene Messer. Der Bodycount geht jetzt schon durch die Decke und es wurde noch nicht mal geballert.
Noch mehr Feinde?
Dann gehts aber doch los. Magazin um Magazin entleert sich in die heranstürmenden Feinde. Ne, eigentlich nicht. Alles Unendlich-Magazine, wie sich das für so einen Film gehört. Heute im Angebot: 10 Vietcong zum Preis von einem! Eine Salve locker aus der Hüfte haut das fiese Pack gleich dutzendweise um. Manchmal fallen mit einem Schuss sogar zwei Leute um... bestimmt ein alter Ninja-Trick.

Weitere Minuten später. Ich will ja nicht sagen, dass das Geballer irgendwann eintönig wird, aber das Geballer wird irgendwann eintönig. Das dachte sich auch Fuji (siehe weiter oben) und stellt irgendwann sogar den Musikbetrieb ein. Jetzt also nur noch Ratatatatata und KaBoom. Python tut so, als würde er einen Explosiv-Ninjastern schmeißen, obwohl er deutlich sichtbar nichts in der Hand hat und dann fliegt alles in die Luft - faszinierend.
Immer her damit!!!
Wie sich herausstellt, haben die Jungs aber nur ein bißchen Rabatz gemacht. Ein Blick auf die Uhr verrät nämlich, dass nun die Basis angegriffen werden sollte. Dachte ich bei meinem Blick auf die Uhr auch gerade. Gesagt, getan. Dank Luftunterstützung gehen die vielen, vielen, sehr vielen Strohhütten alsbald in großen Feuerbällen auf.
Hoppel-di-Hopp macht der Hase
Oh nein, den ersten Bierbauch hats erwischt. Ist jetzt nicht überraschend, aber trotzdem schade. Wenigstens hat er vorher noch geschätzte 3.498 Feinde mitgenommen. So ne Quote hätte ich gerne mal bei Call of Duty gehabt! Monty erwischt auch den zweiten und dritten (das ist nicht wirklich ein Spoiler bei einem Film dieser Güteklasse), wird jedoch angeschossen und flüchtet. Sohnemann nimmt die Verfolgung auf. Wird er seine Mission ausführen, seinen eigenen Vater abknallen und damit seinen Vaterkomplex besiegen? Oder werden sie gemeinsam als Vater und Sohn über die Phil... ehm... Vietnam herrschen?  Diese Dramatik, diese Spannung... kaum auszuhalten... Natürlich verkackt er grandios und Python muss mal wieder den Tag retten. ENDE!

Fazit:
Phantom Raiders ist in gewisser Weise schon eine einzigartige Erfahrung. Der Streifen schafft es tatsächlich, einen Großteil der Laufzeit  mit Dschungelballereien zu füllen. Und damit meine ich jetzt nicht, nur so die letzte halbe Stunde im Finale - nein - damit meine ich, dass in ca. 80 Minuten ca. 70 Minuten (!) die Mündungsrohre der MG's glühen und der Dschungel mit zahlreichen Explosionen gerodet wird! Ohne scheiß, in dem Film wird so wenig gesprochen und so viel geballert, dass ist schon nicht mehr feierlich. Der (völlig unpassende und sich selbst disqualifizierende) Klappentext meint dazu: Spektakuläre Stunts und grandiose Effekte versprechen sagenhaften Filmgenuß pur. Das mitreißendste Action-Kino seiner Zeit. *hahaha* Ich lach mich kaputt... na, wenigstens hab ich gelacht! 4 Köppe von Fans für Fans